Twitter für NPOs – Schnickschnack oder Kommunikationsinstrument?

Der direkte Nutzen von Twitter lässt sich sehr schnell erfassen: Es ist ein sehr einfaches Medium um zunächst schon bekannte Gesichter und dann zunehmend weitere Nutzer im gleichen Themenfeld zu folgen (lesen), selbst auf interessante Inhalte hinzuweisen. Im nächsten Schritt antwortet man auf interessante Tweets (Nachrichten) und erhält selber Antworten. Und schon kann der Dialog beginnen.

Mehr ist es dann auch wieder nicht. Oder doch?

Twitter könnte man auch als Einstiegsdroge für soziale Medien bezeichnen. Gerade weil es so einfach ist die grundlegenden Funktionen zu verwenden, erhält man zunehmend ein Gefühl Informationen in „Echtzeit“ wahrzunehmen. Twitter ist ein sehr schnelles Medium und wenn man sich daran gewöhnt, beginnt man diese Erwartung auch auf andere Internetangebote anzuwenden. Nun ist es aber nicht selten so in Nonprofit-Organisationen, dass die eigene Homepage recht statisch aufgebaut ist und neue Inhalte manchmal erst nach Tagen veröffentlicht werden. So gesehen kann Twitter der Einstieg in eine Organisationsentwicklung sein.

Im Kommunikationsmix kommt Twitter neben der Dialog- auch eine Leverager-Funktion zu. Inhalte der NPO können verlinkt und (mehrfach) darauf hingewiesen werden. Twitter ist ein sehr gutes Verteiler-Instrument, mit dem Interaktion auf anderen Seiten beschleunigt werden kann. Schnell lassen sich mehrere Klicks und Traffic produzieren, aber wichtiger noch: Andere Twitter-Nutzer können die Nachricht an ihre eigenen Leser wiederholen (retweeten). Damit besteht die Chance auf einen viralen Effekt, also breite n:n-Streuung. Damit Twitter im Kommunikationsmix funktionieren kann, ist eine professionelle Betreuung, eine Strategie in der Nutzung und für soziale Medien insgesamt Voraussetzung. An dieser Stelle sei auch auf die Präsentation „DOs and DONTs – Twitter für NGOs“ von Jörg Reschke hingewiesen.

Anlass für diesen Artikel ist die Frage, ob Twitter moderner Schnickschnack sei oder wirkungsvolles neues Kommunikationsinstrument, welche in der XING-Gruppe Nonprofit-Management Netzwerk gestellt wurde.

2 Replies

  • Hallo Jörg,

    ob Schnickschnack oder Kommunikationsinstrument entscheidet sich meines Erachtens nicht technisch, sondern durch die Nutzung. Geht es um reine Kommunikation nach außen um die spärlich am Thema interessierte „Masse“ zu erreichen ist ein eigener Twitter Account meines Erachtens eher ungeeignet. Hingegen eignet sich Twitter gut um mit einen (Web-Afinen) Freundes- und Unterstützerkreis merhdimensional zu Kommunizieren.

    Jedoch sollte man sich vor Augen halten, dass die Twittergemeinde relativ klein ist und geradezu überschwemmt wird mit Informationen. Will man also nur Informationen an den Mann/die Frau bringen ist das Medium gänzlich ungeeignet bzw. Schnickschnack. In vielen Fällen geht der positive Effekt von Twitter einfach davon aus, dass man es hat und derjenige der Twittert gut vernetzt ist. Nicht aber die NPO selber.

    Schöne Grüße
    Jona

  • Deinen letzten Gedanken möchte ich nochmal hervorheben. Ich denke auch, dass eine NPO es gerade in der Anfangszeit ihrer Aktivitäten in sozialen Medien leichter hat zurechtzukommen und einen eigenen Interessiertenkreis aufzubauen, wenn sie sich auf aktive und gut vernetzte Einzelpersonen stützen kann. Diese nehmen als Leumund und Hinweisgeber eine Schlüsselstellung in der Außenwahrnehmung dar.

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