Sozial und digital im Alter #smwberlin

Zum vierten Mal in Folge findet die Social Media Week in Berlin und gleichzeitig in vielen weiteren Städten weltweit statt. Die Konferenz hat am Montag, den 23. September, begonnen und von ikosom machte Kristin Narr den Anfang mit ihrer Session über „Sozial und digital im Alter – Wie Seniorinnen und Senioren Social Media nutzen und wie man sie erreichen kann“ in der Design Akademie Berlin.

Social Media sind zu einem selbstverständlichen Teil unserer persönlichen Lebenswelt geworden. Allerdings kann man dies nicht auf alle Altersgruppen der deutschen Bevölkerung übertragen. Die Nutzung von Social Media deutscher Onliner über 60 Jahre fällt im internationalen Vergleich sehr niedrig aus. Diese Altersgruppe hat eine andere Mediensozialisierung genossen als jüngere Menschen. Es fehlt oftmals eine persönliche Bindung zu Social Media und die Internetanwendungen fallen eher klassisch aus. Man benutzt das Internet meist für die Informationssuche, wie zum Beispiel auf Wikipedia oder auch in Nachrichtendiensten (vgl. Czajka/ Jechová 2012, S. 419 – 420). Das Internet wird zielorientierter und weniger zur persönlichen Kommunikation angewendet. Gründe dafür sind die anderen Bedürfnisse und Motivationen der Seniorinnen und Senioren. Oft werden Ängste bzgl. Datenweitergabe und damit verbundenen Anstrengungen bei der Registrierung und Nutzerführung deutlich (vgl. Busemann/Gscheidle 2012, S. 384). Es ist also eine besondere Herausforderung diese Zielgruppe zur Anwendung zu motivieren und ihnen die Vorzügen von Social Media aufzuzeigen.

Zielgruppenspezifische Angebote zur Nutzung von Social Media sind bereits vorhanden. Beispielsweise Feierabend.de oder Seniorbook.de. haben sich auf die Bedürfnisse und Interessen von Seniorinnen und Senioren spezialisiert. Die Plattformen bieten Möglichkeiten für den persönlichen Austausch aber auch attraktive Dienstleistungen und Services. Weiterhin bleibt es spannend wie die Gestaltung digitaler Medien und den damit verbundenen Wunsch, Onliner über 60 in die sozialen Netzwerke zu integrieren, ausfallen wird. Außerdem werden zukünftige Generationen der Seniorinnen und Senioren wiederum andere Bedürfnisse und Nutzerverhalten aufzeigen.

Die „neuen Alten“ kommen zunehmend immer selbstverständlicher mit Social Media in Berührung und stehen ihnen tendenziell offener gegenüber (vgl. infas 2010). Es wird ein interessanter digitaler Wandel in der ganzen Gesellschaft zu verfolgen sein.

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