Adventskalender: Newstral – alle Neuigkeiten auf einen Blick

ikosom-advent-13Sich morgens nach dem Aufstehen mal schnell einen Überblick über die Nachrichtenlage verschaffen? Dafür ist kein Klickmarathon notwendig, sondern bloß ein schickes Tool. Der Geheimtipp laut: Newstral.

Newstral LogoSZ.de aufrufen, Schlagzeilen überfliegen, einzelne Artikel anlesen. FAZ.net aufrufen, Schlagzeilen überfliegen, einzelne Artikel anlesen. Spiegel Online aufrufen, Schlagzeilen überfliegen, einzelne Artikel anlesen. Regionalzeitung aufrufen (insofern sie einen Onlineauftritt hat), Schlagzeilen überfliegen, einzelne Artikel anlesen. So oder so ähnlich sieht wahrscheinlich das Prozedere bei vielen aus, die wissen wollen, was in der Welt passiert. Alternativen sind sogenannte News-Aggregatoren. Wenn man Rivva, Virato oder 1000flies kennt, ist man schon einen Schritt weiter – aber noch nicht weiter genug.

Screenshot des News-Aggregators Newstral.
Screenshot des News-Aggregators Newstral.

Besser gefällt mir nämlich Newstral. Newstral? Den Begriff definieren die Macher so:

Newstral beinhaltet die Wörter „News“ worauf sich der Fokus des ganzen Projektes bezieht. Der zweite Teil des Namens „tral“ kann in vielerlei Hinsicht interpretiert werden. „Portal“, „Neutral“, „Central“, „Mistral“ (ein starker Nordwestwind). Newstral liefert einen frischen Strom/Fluss/Wind der wichtigsten Nachrichten.

Auf Newstral.com findet man jeweils drei aktuelle Schlagzeilen von zig Nachrichtenportalen – überregional und regional. Im Nu können nun dutzende Schlagzeilentitel überflogen und mit einem Klick erreicht werden. Das Besondere? Newstral erlaubt den Nutzern nach Anmeldung eine individuelle Anpassung, also das Erstellen einer eigenen Startseite mit den Webseiten, von denen man Schlagzeilen erhalten möchte.

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Screenshot der regionalen Karte von Newstral.

Darüber hinaus gibt es eine Map, welche einige Artikel verortet. Besonders interessant ist diese Funktion, wenn man auf seinen Standort zugreifen lässt. Dann zeigt Newstral alle Artikel an, die in meiner Nähe verortet werden konnten – entweder als Kartenansicht oder in Form einer Liste.

Mit Newstral habt ihr also nicht nur den Nachrichtendurchblick, sondern ihr könnt euch quasi eure individuelle Online-Zeitung zusammenbasteln und auf einer Karte verfolgen, was bei euch in der Nähe passiert. Was will man mehr in Zeiten der Informationsüberflutung…

Adventskalender: Social Media in der Internationalen Jugendarbeit

ikosom-advent-12Für das IJAB (Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.) entwickelte ikosom eine Broschüre zu Einsatzmöglichkeiten von Social Media in der Internationalen Jugendarbeit.

Die Internationale Jugendarbeit steht vor neuen Herausforderungen, ihre Angebote öffentlich darzustellen, Zielgruppen adäquat anzusprechen und die eigene Arbeit effizient zu gestalten. Digitale Instrumente und Social Media können hier als Impulsgeber fungieren. Diese Broschüre zeigt Wege auf, wie Social Media sinnvoll Einsatz finden können in der Konzeption, Planung, Durchführung, Nachbereitung und Dokumentation von internationalen Jugendprojekten. Sie stellt dabei eine große Bandbreite an Instrumenten vor. Die Infoboxen erläutern, was beim Einsatz beachtet werden sollte. Selbstverständlich ist es nicht empfehlenswert, alles auf einmal und von heute auf morgen anzuwenden. Aber es lohnt sich Dinge auszuprobieren und selbst Erfahrungen zu sammeln.

social media in der internationalen jugendarbeit_cover_kleinDie Broschüre ist weit über die Internationale Jugendarbeit hinaus interessant, denn

  1. Die Umbrüche und Herausforderungen des Digitalen Wandels betreffen weit mehr gesellschaftliche Bereiche.
  2. In der Broschüre vorgestellte Tools und Instrumente können in vielen Kontexten eingesetzt werden.
  3. Effiziente Teamarbeit wird zukünftig nicht mehr ohne ein gewisses Maß digitaler Kollaboration auskommen.

Die Publikation steht zum kostenfreien Download bereit. Sie ist unter der Creative Commons (by-nc-sa) erschienen.

EU-Jugendpartizipationsprojekt OurSpace

Mit dem Ziel, über den Weg der elektronischen Teilhabe das politische Interesse junger Menschen zu stärken, wurde 2012 die Plattform www.joinOurSpace.eu gelauncht. Junge TeilnehmerInnen können sich auf dieser Webseite international vernetzen, lokale wie EU-weite Themen diskutieren und an Debatten mit politischen EntscheidungsträgerInnen teilnehmen.

Europaweite Jugend-ePartizipation

Aktiv von Seiten der Projekt-Partner betreut kommt die OurSpace-Plattform in vier Ländern zum Einsatz: Österreich, Tschechien, Griechenland und dem Vereinigten Königreich. Dabei verfolgen die vier Piloten unterschiedliche nationale Umsetzungsstrategien, da sich bereits gezeigt hat, dass die gleichen Strategien nicht für jede Organisation und jedes Land funktionieren. Zudem sollen gleichzeitig internationale und multilinguale Diskussionen gefördert werden. Die Maßnahmen zur Belebung der vier Plattform-Piloten werden während des gesamten Umsetzungszeitraums dokumentiert und mehrfach evaluiert. Das gesamte Projektteam besteht aus neun Partnern aus sieben Ländern, darunter das Zentrum für E-Governance der Donau-Universität Krems in Österreich. Von Krems aus werden die Piloten koordiniert, einer davon auch umsetzt. Außerdem ist die Donau-Universität für die Evaluation der Plattform verantwortlich.

Meinungsfindung online auf joinOurSpace.eu

Herzstück der Plattform www.joinOurSpace.eu ist ein vierstufiger Meinungsfindungsprozess: In einer ersten Phase können Themen eingebracht und bewertet werden, die dann in einer zweiten Phase diskutiert und um Lösungsvorschläge erweitert werden. In einer dritten Phase werden dann die beliebtesten Lösungsvorschläge ermittelt und eine vierte Phase stellt die abgeschlossenen Debatten und ihre populärsten Lösungsideen im Überblick dar. Im gesamten Prozess haben die jungen TeilnehmerInnen inhaltliche Hoheitsgewalt.

Die Übersichtsseite der Jugend-Partizipationsplattform http://www.joinourspace.eu
Die Übersichtsseite der Jugend-Partizipationsplattform http://www.joinourspace.eu

Mit EU-Politikern auf Augenhöhe diskutieren

Aktuell beteiligen sich auf der Plattform unter anderem folgende sechs österreichische EU-PolitikerInnen sowie ein Staatssekretär an Diskussionen mit jungen EU-BürgerInnen:

  • Hannes Swoboda, MEP, Thema: Integration
  • Jörg Leichtfried, MEP, Thema: Transit
  • Richard Seeber, MEP, Thema: Klimawandel
  • Ulrike Lunacek, MEP, Thema: Bildung der Jugend
  • Angelika Werthmann, MEP, Thema: Menschenrechte
  • Othmar Karas, MEP, Thema: EU-Allgemein
  • Sebastian Kurz, Staatssekretär, Thema: Direkte Demokratie in Europa

Michael Sachs, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für E-Governance zur Beteiligung der PolitikerInnen:

„Das aktive Interesse der österreichischen EuropaparlamentarierInnen an neuen Beteiligungsformen ist bemerkenswert. Das OurSpace-Projekt hilft künftige Angebote für BürgerInnenbeteiligung, insbesondere im komplexen Kontext der europäischen Institutionen, zu entwickeln.“

Workshops zu Jugend-Partizipation

Da das Projekt mit Dezember 2013 endet, geht auch die offizielle Pilot-Phase des EU-Jugend-Projekts OurSpace ihrem Ende zu. Aktuell finden daher noch einmal verstärkt Workshops in Schulen zum Thema politische Online-Beteiligung statt, die auch im Jänner weitergeführt werden sollen. Ziel der Workshops ist es, mithilfe der Online-Plattform, die Elemente Sozialer Medien verwendet, das politische Interesse junger Menschen zu stärken, indem ihnen ein virtueller Raum zur Verfügung steht, über den sie ihre Anliegen sichtbar machen, sich mit Gleichaltrigen international vernetzen und an Diskussionen mit politischen EntscheidungsträgerInnen teilnehmen können.

In einem Blog-Beitrag zu einem Workshop mit SchülerInnen in Wien wird die Funktionsweise eines Workshops erklärt:

„In der ersten Einheit beschäftigten sich die Workshop-TeilnehmerInnen mit verschiedenen politischen Themen rund um den Nationalrat, den Bundesrat und dem EU-Parlament (…). Die zweite Stunde wurde praktisch angelegt, die SchülerInnen begaben sich auf der Plattform auf die Suche nach für sie interessanten Themen, zu denen sie anschließend im Internet Rechercheübungen machten. Die Ergebnisse dieser Recherchen wurden in Form unterschiedlicher Beiträge direkt auf der Plattform gepostet.“

Für die Durchführung von Workshops sucht das Zentrum für E-Governance der Donau-Universität Krems noch engagierte Jugendliche und teilnehmende Partner-Institutionen. Unter allen Anmeldungen auf www.joinOurSpace.eu bis 31.12. 2013  wird zudem ein iPad mini verlost.

Erkenntnisse und Ausblick

Die Daten der vier Piloten werden unterschiedliche Betrachtungen erlauben und konkrete Schlüsse für weitere Projekte zulassen. Anhand der Zwischenevaluation zeichnen sich bereits einige konkrete Erkenntnisse ab:

  • Jugendliche stehen Angeboten der elektronischen Beteiligung prinzipiell sehr positiv gegenüber.
  • Aktuelle Beteiligungsprozesse sind auch online oft langatmig, was der Web-Geschwindigkeit entgegensteht.
  • Eine verpflichtende Registrierung ist eine große Hürde für Beteiligung, wobei Facebook-Connect auf Grund der Einfachheit gut akzeptiert wird.
  • Ohne professionelles Marketing erreicht man nur Personengruppen, die sich ohnehin intensiv mit Politik auseinandersetzen.
  • PolitkerInnen sind Formen der elektronischen Beteiligung gegenüber mittlerweile sehr aufgeschlossen.
  • Design und Usability sind auch bei elektronischer Beteiligung ein wichtiger Faktor für nachhaltigen Erfolg.
  • Nur wenn alle Tools an einem Ort integriert sind, werden diese auch angenommen.

Laut ProjektmacherInnen werden nach Abschluss des Projekts alle Themen-relevanten EntscheidungsträgerInnen auf die Ergebnisse aufmerksam gemacht und die populärsten Ergebnisse präsentiert. Ein Wunschziel ist es, dass die Plattform ausreichend Relevanz gewinnt, dass sie tatsächlich Berücksichtigung findet. Das hängt eben so sehr von den TeilnehmerInnen selbst, den Ergebnissen sowie von den EntscheidungsträgerInnen ab. Aber auch wenn über das Projekt „nur“ Jugendliche in Medienkompetenz und politischen Online-Partizipationsmethoden geschult wurden, sehen es die ProjektmacherInnen in jedem Fall als langfristigen Erfolg. Wir wünschen jedoch allen TeilnehmerInnen, dass es dabei nicht bleibt und hier der Grundstein für eine aktive Einbindung Jugendlicher in europaweite Entscheidungsprozesse gelegt wurde.

Weiterführende Links:

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Adventskalender: Lessons Learned – Besonderheiten grenzübergreifender ePartizipationsprojekte

Von September 2012 bis Juli 2013 haben ikosom und das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) ein grenzübergreifendes ePartizipations-Projekt durchgeführt. Junge Menschen aus Frankreich und Deutschland waren aufgerufen, unter dem Leitsatz „Europa ist meine Zukunft, wenn…“ ihre Wünsche und Forderungen für ihre Zukunft hier in Europa einzubringen. Die Ergebnisse des Projekts wurden in Form des Appells der deutschen und französischen Jugend an die Politik offiziell an die Jugendministerinnen von Deutschland und Frankreich überreicht.

Nachdem ikosom-Kollegin Kristin am Montag kurz ein paar nützliche Tools für (e)Partizipations-Projekte vorgestellt hat, möchten wir Euch heute an unseren Erfahrungen mit international ausgerichteter ePartizipation teilhaben lassen. Im Folgenden stellen wir Euch die aus unserer Erfahrung heraus wichtigsten Faktoren vor, die bei der Konzeption und Durchführung derartiger Projekte beachtet werden sollten.

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Juristische Rahmenbedingungen

International ausgerichtete ePartizipations-Projekte sollten mit den relevanten juristischen Rahmenbedingungen der beteiligten Länder vertraut sein. Die Datenschutzbestimmungen sind beispielsweise von Land zu Land verschieden. Um hier juristische Fettnäpfchen zu vermeiden, ist es also bei jedem ePartizipations-Projekt – und bei jenen, die sich an jugendliche Zielgruppen wenden um so mehr – ratsam, sich mit den Datenschutzrichtlinien der am Projekt beteiligten Länder vertraut zu machen und diese in der Konzeption und Durchführung des Projekts zu berücksichtigen.

Der Faktor Sprache

Die Sprache ist in grenzübergreifenden ePartizipations-Projekten einer der wichtigsten Aspekte und hat Einfluss auf mehrere Projektfaktoren.

Lingua Franca?

Zunächst muss die Entscheidung getroffen werden, ob man mit einer Lingua Franca arbeiten möchte oder aber die Sprachen aller Zielgruppenländer gleichwertig integrieren möchte. Eine Lingua Franca hat den Vorteil, dass die Beteiligungs-Website in nur einer Sprachversion erstellt werden muss, hier also weniger finanzielle Ressourcen benötigt werden. Auch der personelle Aufwand ist bei dieser Option geringer, da der nicht zu unterschätzende Übersetzungsaufwand umgangen wird. Eine Lingua Franca kann jedoch auch zur Beteiligungshürde werden. Für potenzielle Teilnehmer der ePartizipation ist es unter Umständen schwierig und abschreckend, ihre Meinungen, Gedanken und Forderungen in einer Fremdsprache formulieren zu müssen, und kann dazu führen, dass sie sich gegen eine Teilnahme entscheiden.

Da wir im DFJW-Projekt lediglich zwei Kernsprachen bedienten, haben wir uns gegen eine Lingua Franca entschieden und sind damit sehr gut gefahren, auch wenn das zeitnahe Übersetzen neu eingereichter Beiträge zu Stoßzeiten eine echte Herausforderung war. Diese Option ist aus unserer Sicht das Ideal, rechnet sich aber je nach vorhandenem Budget und Personal ab einer Anzahl von mehr als 2-3 Sprachen vermutlich leider nicht mehr.

Übersetzung ≠ Übersetzung
Entscheidet man sich für die Integration aller beteiligten Sprachen, sollte man sich eines Risikos laufend bewusst sein: Übersetzung ist nicht gleich Übersetzung. Gerade bei inhaltlich anspruchsvollen ePartizipations-Projekten, die komplexe Themen behandeln, sind sprachliche Feinheiten und das, was zwischen den Zeilen eines Beitrags gesagt wird, sehr wichtig. Diese Details und impliziten Botschaften sollten in der Übersetzung in die jeweils andere(n) Sprache(n) möglichst nicht verloren gehen, um den Sinn des Originals nicht versehentlich zu verfälschen. Das funktioniert in der Regel nur dann, wenn im Übersetzungsteam Muttersprachler aller Projektsprachen vorhanden sind, die mindestens eine der anderen Projektsprachen sehr gut beherrschen.

Projekt-Website
Auch im Backend der Projekt-Website sollte der Faktor Übersetzung angemessenen berücksichtigt werden. Das gewählte CMS-System sollte das Übersetzen von neuen Beiträgen für die Online-Moderatoren/Übersetzer so schnell und unkompliziert wie möglich machen.

Zusammenstellung des Projektteams
Der Faktor Sprache spielt in der internen Kommunikation des Projektteams ebenfalls eine wichtige Rolle. Vor allem in etwas stressigeren Zeiten hat es sich für uns im DFJW-Projekt als großer Vorteil erwiesen, dass alle Mitglieder des Kernteams sowohl Französisch als auch Deutsch beherrschten – und sei es nur passiv, d.h. zumindest das Hör- und Leseverstehen in der Fremdsprache klappte zuverlässig. Es kam beispielsweise immer wieder vor, dass in einer Diskussion (ob per E-mail oder „face-to-face“) der Wechsel von einer Sprache zur nächsten fließend stattfand. Sprachliche Missverständnisse kamen so kaum vor und konnten wenn doch schnell geklärt werden.

Der Faktor Kultur

Man versteht sich sprachlich, hat aber dennoch das Gefühl, immer wieder aneinander vorbei zu reden? In diesem Fall machen einem vermutlich die Aspekte der Kultur und der interkulturellen Kompetenz zu schaffen. Auch dies sind Faktoren, die sich vielfältig auf grenzübergreifende ePartizipations-Projekte auswirken können, vor allem in Projekten, an denen sehr unterschiedliche Kulturkreise beteiligt sind. Deutschland und Frankreich liegen kulturell zwar nicht allzu weit auseinander, der Kulturfaktor war aber auch hier im Detail dennoch immer wieder relevant.

Kommunikationsarbeit
In der Kommunikationsarbeit mit Presse und Öffentlichkeit sind bei grenzübergreifenden Projekten die Eigenheiten und die formellen Gepflogenheiten der professionellen Öffentlichkeitsarbeit der beteiligten Länder zu berücksichtigen, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Eine Pressemitteilung in einem Land kann beispielsweise etwas anders aufgebaut sein als die in einem anderen. Im Extremfall können die kulturellen Unterschiede in der professionellen Kommunikationsarbeit für einzelne Projektländer eine jeweils eigene Kommunikationsstrategie erfordern.

Projektteam
Innerhalb des Projektteams ist es für die Motivation, das zwischenmenschliche Verständnis und eine reibungslose Zusammenarbeit hilfreich, wenn bei allen Beteiligten ein Bewusstsein für die wichtigsten kulturellen Charakteristiken der involvierten Länder vorhanden ist und auf interkulturelle Kompetenz Wert gelegt wird.

Projekt-Website
Wird auf der Projekt-Website mit Symbolik gearbeitet, so ist es wichtig, dass diese in allen beteiligten Kulturkreisen gleich interpetiert und eindeutig verstanden wird. Vor allem dann, wenn die Symbolik für das Verständnis des Teilnahmemechanismus entscheidend sind.

Gelten diese Eigenheiten grenzübergreifender ePartizipation tatsächlich nur für internationale Beteiligungsprojekte, oder sollten sie bei genauerem Betrachten auf alle, auch nationale Beteiligungsprojekte angewendet werden? Schließlich leben in den meisten Ländern dieser Erde mehrere Kulturen und Sprachen zusammen bzw. nebeneinander. Was meint Ihr? Wir freuen uns auf Eure Meinung!

Adentskalender: Pay-with-a-tweet – kostenlose Dokumente verteilen und Reichweite erzeugen

Paywithatweet ist ein Tool, um PDFs oder andere Dokumente zu verteilen, sich aber mit einem Tweet, einen Facebook-Like oder einen Linkedin-Post „bezahlen“ zu lassen. Man erhält also kein Geld, sondern Aufmerksamkeit und Reichweite.

Warum Pay-with-a-Tweet?

ikosom-advent-10Ähnlich wie beim Tool Thunderclap kann das Tool genutzt werden, um die eigene Social Media Reichweite um die Follower und Fans des eigenen Netzwerks zu steigern. Es wird also eine Ökonomie der Aufmerksamkeit bedient, die kostenlose Information gegen wertvolle Sichtbarkeit tauscht.

paywithatweet

Wo nutzt ikosom pay-with-a-tweet?

Wir haben das Handbuch-Crowdfunding und die Publikation „Future of Crowdfunding“ über Paywithatweet vertrieben.

Wie funktioniert pay-witha-tweet?

Man lädt zum Beispiel ins Blog, zu Scribd oder in die Dropbox eine Datei hoch, definiert einen Tweet- oder Facebook-Text und bindet dann das Paywithatweet-Modul in die Seite ein. Das geschieht über einen iframe oder HTML-Code, der von Paywithatweet automatisch erzeugt wird. Wenn der Paywithatweet-Link auf Facebook oder Twitter geteilt wurde, wird der User im Anschluss zur Download-Seite der gewünschten Datei weitergeleitet. „Bezahlen“ kann man übrigens nicht nur mit Facebook oder Twitter-Post, sondern auch mit einem Status-Update auf Linkedin oder vKontakte, einem russischen Social Network. Die gewünschten Kanäle können dabei mittels Checkbox zu- oder abgeschalten werden.

Der folgende Film erklärt es ganz gut:

Wie kann man Paywithatweet auswerten?

Man kann die Links immer als bit.ly-Links definieren und so mitzählen, wie oft Paywithatweet verwendet wurde. Ebenso kann man bei Google-Analytics dann den bit.ly Link auswerten und sehen, wieviel Reichweite erzeugt wurde.

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Lohnt sich Pay-with-a-Tweet?

Ja – und nein. Bei manchen Publikationen, die sehr neu sind, kann man über Paywithatweet einen kleinen Hype erzeugen. Aber zu oft angewandt, verliert Paywithatweet den Reiz.

Why spending money on other people makes you happy – and how this relates to Crowdfunding

Michael Norton, Professor at the Harvard Business School, is talking about the connection between Money and Happiness. For anyone into the field of Crowdfunding, this is a very educating talk. Norton cites his experiments asking people to spend money on themselves or on other people.

The interesting, yet maybe obvious result is that it makes you more happy to spend money on other people. This holds true in a lot of cultural settings – in Canada as well as Uganda. Jump to 2:22 in order to see why spending on prosocial causes makes you really happy.

Another interesting thing he mentions at around 8:30 is that team-motivation increases fivefold if people are allowed to spend money on team activities instead of just pocketing money. Continue reading „Why spending money on other people makes you happy – and how this relates to Crowdfunding“

Ulrike Langer im Interview zur deutschen und amerikanischen Lokalblogger-Szene

Lokalblogger-Logo

In Deutschland wächst die Szene der hyperlokalen Blogs stetig, aber die Kollegen in den USA haben ihnen schon einiges voraus. Lokalblogger sollten sich professionalisieren, unternehmerischer denken und Kooperationen mit etablierten Medien eingehen. Außerdem sei die Rolle der Community nicht zu unterschätzen. Das meint die freie Medienjournalistin Ulrike Langer im Interview mit unserem Kollegen Julian Heck, der das Portal Lokalblogger.de betreibt.

Zum vollständigen Interview bitte HIER entlang.

Adventskalender: ein Essen mit ePartizipation

Im November gab ich eine Fortbildung in NRW zu ePartizipation für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der offenen Jugendarbeit. Sie setzten sich intensiv mit (e)Partizipationsprozessen auseinander und lernten in den Tagen ganz verschiedene Online-Instrumente für Partizipationsprozesse kennen. Bei einigen handelte es sich um „klassische“ Social Media-Angebote, andere sind explizit für Beteiligungsprozesse angelegt. Eine Aufgabe bestand darin, die Instrumente ganz praktisch auszuprobieren und  anschließend zu bewerten. Im Mittelpunkt der abschließenden Präsentation standen die Fragen: Welcher Mehrwert steckt in diesem Instrument und wie kann dieses Instrument für Beteiligungsprozesse genutzt werden?

ikosom-advent-9Eine Gruppe erstellte für ihre Präsentation eine Prezi und stellte aus den vielen Instrumenten ein eigenes Gericht mit verschiedenen Gängen und Zutaten für ePartizipation zusammen. Ihre Ergebnisse werden im Folgenden zusammengefasst.

Das Essen mit ePartizipation benötigt zunächst folgende Voraussetzungen:

  • Menschen 
  • Anlass/Thema
  • Internet
  • internetfähiges Gerät

Des Weiteren werden die folgenden Gänge gereicht:

  • Doodle = Reis: pragmatisch, zielführend, mitunter verwirrend, langwierig, reduziert
  • Forum = Nudelauflauf: viele Schichten und Möglichkeiten, attraktiv und beliebt
  • Chat = Becherrezept: einfach, schnell, macht Spaß
  • Etherpad = Eintopf: kann lecker sein, wenn die Zutaten passen…kann aber auch in die Hose gehen, persönliche Ansprüche müssen nach hinten gestellt werden
  • Facebook = „Gemischte Tüte vonne Bude“: bunt, gemischt, nach Bedürfnis nutzbar
  • YouTube = Kugelfisch : bei richtiger Nutzung nicht gefährlich, ansonsten Finger….
  • Vine = Bommerlunder:  geht schnell, kurzes Vergnügen

Resümee der Gäste: Wir sind satt, einiges hat besser geschmeckt als anderes, manches würden wir öfter benutzen, es ist nicht alles Fett was glänzt…

Feedly vs Leistungsschutzrecht

Feedly ist ein Tool, welches ermöglicht, RSS-Feeds sehr entspannt auf mobilen Endgeräten zu lesen, abzuspeichern, zu Bookmarken und vieles mehr. Dazu muss es aber den angezeigten Inhalt zwischenspeichern, Vorschaubildchen erzeugen, Überschriften übernehmen, Teasertexte anzeigen und vieles mehr. Defacto wird vermutlich der gesamte Text zwischengespeichert.

Die Publishing-Industrie als auch die Blogger haben in der Regel das ganze mitgemacht, weil beim Teilen von Links innerhalb von Feedly die Original-URL geteilt wurde. Bei Vollansicht eines Artikels oder beim Bookmarken wurde damit der gesamte Artikel, die dazugehörige Werbung und die Kommentare geladen, was aus Sicht eines Online-Inhalte-Anbieters die entscheidende Nutzung war.

Seit Freitag nachmittag ging Feedly darin über, in den geteilten Links nicht mehr die Original-URL zu verwenden, sondern eine interne Feedly-URL, die dazu führte, dass der gesamte Traffic innerhalb der Datenbank blieb. Auch andere Dienste wie Readability hatten ähnliches schon mal ausprobiert.

Nate Hoffelder schreibt wie viele andere Blogger dazu seine Entrüstung auf: Continue reading „Feedly vs Leistungsschutzrecht“

Adventskalender: Kurzstudie Fluthilfe

ikosom-advent-8Jetzt, wo das Thermometer in verlässlicher Regelmäßigkeit die 0°C Marke unterschreitet und sich nach und nach das Eis auf den Seen und Flüssen bildet, wollen wir einen kurzen Blick zurück werfen in den Sommer 2013. Die selben Naturgewalten, die uns heute so unschuldig mit ihrer eisigen Pracht entzücken, forderten damals mit unbändiger Kraft ihren Tribut, als sie die Flüsse in Deutschland zum überquellen brachten. Doch trotz, oder vielleicht sogar aufgrund dieser Katastrophe, gebar sie einen überwältigenden Schub an Solidarität und Unterstützung unter den Menschen. Und jene, die sich vor Ort auf vielfältige Art und Weise solidarisch unterstützten, trugen diese Solidarität auch in die sozialen Medien und halfen damit, die Fluthilfe besser zu koordinieren.

ikosom kurzstudie fluthilfe
ikosom Kurzstudie Fluthilfe

In der Kurzstudie Fluthilfe sind wir der Frage nachgegangen, ob die Organisationen der Katastrophenhilfe mit ihrer Kommunikation in sozialen Medien in der Lage waren, diesen aktivistischen Schwung der vielen tausend Menschen in ganz Deutschland zu nutzen.

  • Konnten sie die Interaktion auf ihren Facebook-Seiten steigern sowie neue Fans gewinnen?
  • Haben die veröffentlichten Inhalte über die Flutkatastrophe und die konkreten Hilfsleistungen der Organisationen die Menschen zur Interaktion ermutigt? Wenn ja, in welchem Umfang?
  • Gab es eine Kooperation zwischen etablierten Akteuren und der lokalen Fluthilfe?
  • Und waren die einzelnen Online-Redaktionen auf die drohende Flut mit einer konsistenten Strategie eingestellt?

Die Kurzstudie erlaubt spannende Einblicke in die Online-Taktik der deutschen Katastrophenhilfe-Organisationen.Die Studie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Adventskalender: Social Toaster zum Ausbau der indirekten Reichweite

Social Toaster LogoEs gibt Fans und es gibt Super-Fans. Letztere zeichnen sich dadurch aus, dass sie fast jede Nachricht einer Marke liken, teilen und retweeten. Sie schenken ihre Reichweite und fühlen sich gut dabei. Mit Social Toaster gibt es nun ein Tool, mit welchem Marken ihre Super-Fans instrumentalisieren das Teilen noch einfacher machen können.

Wie es funktioniert:

Social Toaster ist als einfaches CMS-System mit zahlreichen Reichweite-Instrumenten ausgestattet. Zur Grundausstattung gehören Blog, Slider, ein eingebettetes Video und einige Container, die beispielsweise als Verknüpfung zur Facebook-Seite eingesetzt werden können.

Fans und Nutzer können sich registrieren und fortan Punkte sammeln. Punkte erhalten sie, indem sie ihre sozialen Netzwerke verbinden, Links der Marke verbreiten und Engagement erzeugen, weitere Fans für die Anmeldung auf der Plattform werben, Nachrichten oder Videos der Marke automatisch liken oder an weiteren Aktionen teilnehmen.

Zentrale Elemente von Social Toaster sind der persönliche Punkteverlauf, mit dem sie den Erfolg ihrer Aktivitäten für die Marke nachvollziehen können, und das Leaderboard. Die fünf Personen mit den meisten gesammelten Punkten der vergangene 30 Tage werden prominent auf der Startseite angezeigt – für den Wettbewerb ist damit gesorgt.

Marken können sich vom Social Toaster-Einsatz wünschen, dass ihre Beiträge eine größere indirekte Reichweite und ein steigendes Basis-Engagement erzielen.

Die Preise für den Einsatz von Social Toaster variieren je nach Industrie und Organisationsart. Beispiele für den Einsatz von Social Toaster kann man beispielsweise hier oder hier mit Integration als Facebook-Unterseite sehen.

Vergleichbare Anbieter sind übrigens 500 Friends, Brandsforce, CrowdTwist, GaggleAmp und Zuberance (via socialmediaexplorer).

Mit Vorsicht zu genießen!

ikosom-advent-1Social Toaster ist ein einfaches und benutzerfreundliches Instrument zur Sicherstellung von indirekter Basis-Reichweite. Ein Win-Win für reichweite-fokussierte Marken und loyale Superfans, die bereitwillig folgen.

Die Gefahr besteht darin, dass über den Wert der vermeintliche Reichweite die eigentlich relevanteren bzw. nachhaltigeren Indikatoren wie Sentiment und Dialog aus dem Fokus geraten.


Weitere Tools werden von uns im Rahmen des
Adventskalenders rezensiert.

 

Adventskalender: Crowdfunding-Bundle zum Nikolaus

ikosom-advent-6Zum Nikolaustag möchten wir unseren Leserinnen und Lesern gerne etwas schenken. Aus diesem Grund gibt es heute, am 6. Dezember 2013, die drei am häufigsten bestellten Crowdfunding-Publikationen im Bundle:

Alle drei Publikationen zusammen kosten heute kein Geld. Stattdessen bitten wir darum, dass die Aktion in Facebook oder Twitter verbreitet wird:

Der Nikolaus ist leider vorbei, ab sofort können die Bücher wieder normal bestellt werden.

Weitere Publikationen und Tools werden von uns im Rahmen des Adventskalenders vorgestellt.

Adventskalender: Crowdfunding – eine Finanzierungsalternative für landwirtschaftliche Betriebe?

Man nehme…

… 1 Landei
1 Pck. digitaler Expert_innen
1 Prise Neugier

Day345: When Pigs Fly, CC-BY 2.0, theogeo, flickr
Day345: When Pigs Fly, CC-BY 2.0, theogeo, flickr

und lasse das Ganze in einem Berliner Dachgeschossbüro bei gleichmäßiger Sommerhitze 3 Monate lang durchgaren…

Nein, Weihnachtsplätzchen sind dabei leider nicht herausgekommen, aber eine der ikosom-Publikationen des Jahres 2013, die den Titel „Crowdfunding- eine Finanzierungsalternative für die Landwirtschaft?“ trägt und gleichzeitig meine Masterarbeit  darstellt.

ikosom-advent-5Weshalb die Kombination von Crowdfunding und Landwirtschaft eine sehr spannende ist, habe ich bereits hier erläutert. Deshalb an dieser Stelle ein kurzer Blick auf Vorgehen und Ergebnisse der Arbeit:

Die Grundfrage der Arbeit war, ob Crowdfunding zur Finanzierung landwirtschaftlicher Investitionen geeignet ist. Daraus leiteten sich einige Teilfragen ab, unter anderem:

  • Für welche Betriebe oder Projekte eignet sich Crowdfunding?
  • Gab es in der Vergangenheit bereits ähnliche Formen der Finanzierung für landwirtschaftliche Projekte?
  • Wird plattformgestütztes Crowdfunding bereits von landwirtschaftlichen Projekten genutzt? Von welchen?
  • Welche Faktoren haben Einfluss auf den Erfolg?

Ausgewertet wurden 236 Projekte aus dem Bereich reward-based Crowdfunding, davon 5 aus dem deutschsprachigen Raum und 213 aus den USA. Schon anhand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass landwirtschaftliches Crowdfunding in Deutschland bisher kaum existiert. Das ist schade, denn vor allem die amerikanischen Beispiele zeigen, dass es zumindest bis zu Summen von ca. 50.000 $ durchaus funktionieren kann. International sind in der letzten Zeit sogar spezifische Plattformen für den Bereich Farm und Food entstanden, z. B. agfunder.com, threerevolutions.com, fquare.com, farmhopping.com und credibles.org.

Fasst man den Begriff des Crowdfundings allerdings etwas weiter, also als die Finanzierung über eine Gruppe nicht professioneller Individuen, findet sich auch im deutschsprachigen Raum eine Reihe erfolgreich realisierter Beispiele. Die Liste reicht von solidarischer Landwirtschaft und Genossenschaften über  Kuh-Leasing und Eier-Aktien bis hin zu Baumpatenschaften und Rebstockvermietung. Der Erfolg dieser Modelle kann als positives Signal für plattformbasiertes Crowdfunding gewertet werden, wobei beachtet werden muss, dass durchaus Unterschiede in Bezug auf Anwendungsgebiete, Verbindlichkeit und Zeithorizont vorhanden sind.

Allen Varianten gemeinsam sind die Charakteristika der Nutzer_innen: vorwiegend handelt es sich um klein strukturierte Betriebe, die Nischen besetzen und endverbrauchertaugliche Produkte herstellen oder alternative Projekte, die neue Formen landwirtschaftlicher Produktion ausprobieren. Die Bereiche Tierproduktion, Pflanzenproduktion und urbane Landwirtschaft sind dabei ungefähr gleich stark und stellen jeweils ca. ein Drittel der Gesamtzahl der ausgewerten Projekte. Damit bildet landwirtschaftliches Crowdfunding kein Abbild der landwirtschaftichen Realität in Deutschland, sondern ganz klar eine Abgrenzung mit bestimmten Werten bezüglich der Produktionsverfahren und dem Verhältnis von Produzent_innen und Konsument_innen.  Die Erfolgsquote liegt crowdfundingtypisch etwa bei 50%. Landwirtschaftliche Projekte sind also nicht mehr oder weniger erfolgreich als Projekte anderer Sparten.

Die Projektzahlen der letzten Jahre zeigen, dass die Landwirtschaft Crowdfunding erst langsam entdeckt. Mit jedem Jahr werden die Zuwächse größer und versprechen eine spannende Entwicklung für die nächsten Jahre. Wer weiß, vielleicht liegen in 2014 schon Weihnachsplätzchen aus crowdgefundeten Hofbäckerein unter vielen deutschen Tannenbäumen?

Du bist an den detaillierten Ergebnisse interessiert und möchtest über das Erscheinen der Publikation informiert werden? Dann trag Dich bitte hier in den Newsletter ein:



Adventskalender: Beitrag über Senioren und Social Media


ikosom-advent-4Mit Hilfe digitaler Medien gestalten wir unsere Lebenswelten. Wir nutzen selbstverständlich verschiedene Informations- und Kommunikationsdienste. In Social Media finden sich spannende Formen, um sich zu informieren und mit anderen zu kommunizieren. Doch wer ist mit wir gemeint? Sind Nutzung und Nutzen nicht auch altersabhängig? Wie werden Social Media beispielsweise von Menschen genutzt, die mit ganz anderen Kommunikationsformen aufgewachsen und sozialisiert worden sind?

Cover Senioren im Web 2.0

Innerhalb des Bandes „Senioren im Web 2.0 – Beiträge zu Nutzung und Nutzen von Social Media im Alter“ nimmt ikosom-Mitarbeiterin Kristin Narr die Social Media Nutzung von Seniorinnen und Senioren in den Blick. Im Einführungsartikel „Sozial und digital im Alter: Die Nutzung von Social Media durch Senior(Inn)en“ beschäftigt sie sich mit dem Nutzungsverhalten von Seniorinnen und Senioren, ihren Motivationen und Vorbehalten. Zudem stellt Narr verschiedene Erscheinungsformen von Social Media-Angeboten vor. Narr konstatiert, dass viele ältere Menschen einen persönlichen Mehrwert für sich sehen und zunehmend Social Media-Angebote nutzen. Jahr für Jahr steigen sowohl die Anzahl der Onliner über 60 Jahre, die Nutzungsaktivitäten als auch die Vielfalt der Angebote für diese Altersgruppe.

Der Band erschien in der neuen „Schriftenreihe zur Digitalen Gesellschaft NRW“ und ist bei kopaed erschienen (erhältlich im Online-Shop des Verlages).

Adventskalender: Mit Thunderclap.it Aufmerksamkeit für Crowdfunding-Aktion steigern

ikosom-advent-3Bei US-Crowdfunding-Kampagnen beobachte ich in letzter Zeit immer häufiger, dass sich die Projektmacher in ihrer Vorbereitungsphase vor allem darauf konzentrieren, am ersten Tag möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren. Die ersten E-Mails, Presseberichte oder Blog-Beiträge sind genauestens getimed und das eigene Netzwerk steht auf Abruf bereit. Denn je mehr Buzz ein Projekt generiert, desto interessanter ist es und umso mehr Unterstützer finden den Weg auf die Crowdfunding-Plattform. Ein Tool, mit dem man die Aufmerksamkeit in den ersten Stunden noch gezielter auf sein Projekt lenken kann, ist Thunderclap.it.

Das erste Mal habe auf Indiegogo im Blog-Artikel Tool Time: E-Sources for Crowdfunding Campaigners darüber gelesen. Darin listet die Crowdfunding-Plattform eine Vielzahl nützlicher Helferleins im Crowdfunding-Umfeld auf, Thunderclap.it beschreiben sie folgendermaßen:

Create a thunderclap by having people agree to spread the word about your campaign — after you reach a certain number of people, everyone will simultaneously send out your pre-designated tweet!

Wenn sich also bis zu einem bestimmten Zeitpunkt genügend Menschen auf Thunderclap.it zu einem bestimmten Projekt einfinden, dann wird in deren Namen zeitgleich und automatisch eine zuvor festgelegte Nachricht über deren Facebook- und Twitter-Accounts veröffentlicht. Kurz gesagt, mit Hilfe dieses Tools kannst du dein Crowdfunding-Projekt mit einem Paukenschlag bekannt machen oder es ebenso mit einem Knall beenden.

Thunderclap.it lässt sich aber nicht nur im Rahmen von Crowdfunding-Aktionen einsetzen. Unter anderem wurde das Tool bisher für politische Zwecke (Obama Kampagne), soziale Anliegen (World Humanitarian Day), Produkt-Einführungen (Phonebloks) oder bei der Suche nach vermissten Kinder verwendet. Daneben gibt es zahlreiche andere Nutzungsmöglichkeiten, einige davon sieht man auch im Video auf der Webseite von Thunderclap.it.

Ein Thunderclap-Projekt ist rasch erstellt. Was man dazu braucht, fasse ich hier kurz zusammen:

  • Account: Vor der Erstellung muss man zuerst ein Konto eröffnen, wobei eine Anmeldung nur via Facebook, Twitter oder Tumblr möglich ist. 
  • Titel: Dieser sollte maximal 30 Zeichen lang sein und die Menschen sofort erreichen.
  • Nachricht: Der eigentliche „Kerninhalt“, der dann auch auf Facebook und/oder Twitter gepostet wird. Maximale Länge: 139 Zeichen
  • Link: Hier kommt z.B. der Link zur Projektseite auf einer Crowdfunding-Plattform rein.
  • Bild: Auch die Bereitstellung eines Kampagnenbildes ist vorgesehen. Bild-Größe: 570 x 260 Pixel
  • Geschichte: Hier wird kurz die Geschichte hinter dem Projekt erzählt und warum man es unterstützen sollte.
  • Unterstützer-Ziel: Je nachdem, wie viele Unterstützer man sich zutraut, kann man hier zwischen 100, 250 und 500 Unterstützer auswählen.
  • Zeitpunkt: Über ein Kalender-Tool plant man, zu welchem Zeitpunkt man die gewünschte Unterstützer-Anzahl erreicht haben will und die Nachricht abgesetzt werden soll.
  • Zur Person: Auch eine kleine Vorstellung der eigenen Person bzw. des Teams sollte natürlich nicht fehlen.
  • E-Mail-Adresse: Die Angabe der E-Mail-Adresse ist insofern wichtig, weil man an diese Adresse die Freischaltung des Thunderclaps erhält. Dauer ca. 1-2 Tage.
  • Twitter-Account: Optional kann man sich über die Freischaltung auch via Twitter informieren lassen.

Wie so ein Thunderclap funktioniert, teste ich aktuell im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne meiner Schwester: Sie betreibt ein Fair Trade Modelabel, auf Indiegogo sammeln wir Geld zur Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage für ihre Partner-Schneiderei in Nepal. Der Thunderclap sieht in unserem Fall so aus:

Bildschirmfoto 2013-12-01 um 21.24.52

Aktuell stehen wir also bei 37 von insgesamt 100 zu erreichenden Unterstützern. Bis Donnerstag haben wir noch Zeit, die restlichen Unterstützer zu sammeln. Erreichen wir diese Mindestanzahl nicht, passiert nichts. Kommen wir aber über diese Marke, dann wird um 11 Uhr automatisch unsere vorgefertigte Nachricht inklusive Link zu Indiegogo auf den Kanälen der teilnehmenden Unterstützer veröffentlicht (siehe Bild oben). Wer es ausprobieren und unser Projekt unterstützen möchte, ist natürlich herzlich eingeladen. Hier der Link zum Thunderclap: SOLiPOWER – Happy End für alle

Spannend finde ich an dem Tool unter anderem, dass man sieht, wie sich die so genannte Social Reach, also die Reichweite der Nachricht in Sozialen Medien mit jedem dazugekommenen Unterstützer erhöht. Mit dem Pro-Account könnte man sogar noch tiefer in die Metrics des Tools eintauchen und sich die Reichweiten der einzelnen Supporter aufgelistet ansehen. Kosten: satte 500 Dollar pro Kampagne! Ob sich das auszahlt, muss man wohl von Fall zu Fall neu entscheiden. Bis dahin kann sich aber langsam an das Tool herantasten und sich an der einen oder anderen Aktion selbst beteiligen. Viel Spaß damit!

Adventskalender: Jugendforschung- und Beteiligung (Studie gewinnen)

ikosom-advent-2 Das Institut für Kommunikation in sozialen Medien kooperiert mit DATAJOCKEY: Social Research & Dialogue für das Jugendforschungs- und Beteiligungsprojekt „junge Deutsche“. Zur Feier des Tages verlosen wir am 2.12.2013 unter allen, die unter diesem Bild kommentieren, oder es auf Facebook teilen eine dieser wunderschön gestalteten und spannenden Studien. Die Forschungsmethodik der Studie ist partizipative Aktionsforschung und sie wird von jungen Menschen komplett nach den Prinzipien von Open Science durchgeführt.

Online kann man die 2011er-Studie hier umsonst lesen. Für die Veröffentlichung der spannenen Ergebnisse und Interview-Tour der 2014er-Studie suchen wir aktuell noch einen Finanziers. Weitere Informationen hier: www.jungedeutsche.de/junge-deutsche-2013

http://www.jungedeutsche.de/
Die Studie „junge Deutsche“ 2011

 

Adventskalender: Crowdfunding-Studie 2013-2014 – Analyse, Perspektiven und Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmens- und Projektfinanzierungsformen


crowdfunding-studie-2013-2014Die Universität St. Gallen und deren Competence Center Crowdsourcing sowie das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik, das Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom), der Deutsche Crowdsourcing-Verband und MarketingSociety haben gemeinsam die „Crowdfunding-Studie 2013-2014 herausgegeben, die hier bestellt werden kann. Die Studie enthält Analyse, Perspektiven und Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmens- und Projektfinanzierungsformen.
Continue reading „Adventskalender: Crowdfunding-Studie 2013-2014 – Analyse, Perspektiven und Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmens- und Projektfinanzierungsformen“

Der ikosom-Adventskalender 2013

ikosom-adventDas Jahresende steht bald vor der Tür und auch Weihnachten naht mit großen Schritten. Grund genug, um sich über das vergangene Jahr Gedanken zu machen und einen kleinen Rückblick zu wagen. Einen Rückblick auf all die Dinge, die man in diesem Jahr geschaffen, gelesen und gelernt hat. Das haben wir uns auch im letzten ikosom-Team-Meeting gedacht und uns kurzerhand dazu entschlossen, einen Teil dieses Rückblicks in Form eines Adventskalenders hier im Blog zu veröffentlichen. In den kommenden 24 Tagen wird jedes Team-Mitglied mindestens einen Beitrag beisteuern und so über sein(e) Highlight(s) aus 2013 berichten. Damit wir nicht wie wild darauf los schreiben, haben wir uns selbst drei grobe Bereiche auferlegt, die uns als thematische Richtschnur dienen:

  • Tool-Vorstellung: hier berichten wir über hilfreiche Programme, die uns im digitalen Alltag nützlich erscheinen und ans Herz gewachsen sind.
  • Publikationen: an dieser Stelle möchten wir einen kleinen Überblick über alle ikosom-Veröffentlichungen 2013 schaffen.
  • Informationsquellen: über welche Kanäle wir uns updaten, uns informieren und inspirieren lassen, erzählen wir in dieser Kategorie.

Ende des Jahres werden wir dann einen zusammenfassenden Beitrag mit allen Links veröffentlichen. In der Zwischenzeit  seid ihr natürlich alle herzlich dazu eingeladen, euch in Form von Kommentaren an unserem Adventskalender zu beteiligen. Wir freuen uns darauf! Schöne Adventszeit wünscht euch das gesamte ikosom-Team!

Die Trendblogger_innen und Gender-Queer-Journalismus

Am Samstag, den 30 November um 15 Uhr (MEZ) wird Ulrike Langer bei der Redaktionssitzung der Trendblogger dabei sein. Die Redaktionssitzung findet statt am Samstag, den 30. November 2013 um 15 Uhr. Einloggen kann sich jeder über unser Adobe-Connect-Tool: proj.adobeconnect.com/trendblogger – einfach als Gast anmelden. In der Blattkritik geht es vor allem um die Artikel im Dossier „Feminismus, Queer- und Genderblogs.

ulrikelangerUlrike Langer ist wohl Deutschlands bekannteste freie Journalistin und betreibt das Blog www.medialdigital.de wo sie über digitale Medieninnovationen berichtet. Seit Juli 2011 lebt sie in Seattle. Bei medialdigital schreibt sie regelmäßig über Neues, Interessantes und Seltsames aus der digitalen Medienszene und vom digitalen Medienwandel, außerdem ist sie Autorin bei einer Reihe von Fachzeitschriften, u.a. die Journalistenzeitschrift mediummagazin und die Marketing-Fachzeitschrift Horizont.

Das Thema des nächsten Monats ist Hyperlocal Journalism. Betreut wird dies von unserem ikosom-Kollegen Julian Heck vom Blog lokalblogger.de. Continue reading „Die Trendblogger_innen und Gender-Queer-Journalismus“

Das German Crowdfunding Network wird gelauncht – wer will als Gründungsmitglied Crowdfunding in Deutschland, Österreich und der Schweiz voranbringen?

2014 wird das Jahr des Crowdfunding. Im Koalitionsvertrag wurde Crowdfunding verankert, Ende Januar wird in Berlin das erste landesweite Crowdfunding-Portal an den Start gehen, welches die Berliner Crowdfunding-Projekte vorstellt und das German Crowdfunding Network wird gelauncht.

Als Arbeitsgruppe im Rahmen des Deutschen Crowdsourcing Verbands existierte das German Crowdfunding Netzwerk seit 2012. Seitdem gab es sechs Branchentreffen und die Veröffentlichung des Crowdsourcing-Reports . Jetzt wird es Zeit, Crowdfunding als eigenständiges Thema mehr Bedeutung zu bringen.

crowdfunding_germanyIn Folge findet Ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen – aber Gründungsmitglied werden will, kann sich registrieren:

Wer kann Mitglied im German Crowdfunding Network werden?

Mitglied im German Crowdfunding Network kann jede natürliche Person werden, die sich dem Thema Crowdfunding verbunden fühlen, insbesondere natürlich jeder, der schon mal ein Crowdfunding-Projekt gestartet hat oder eine Crowdfunding-Plattform betreibt, aber auch Crowdfunding-Berater, Crowdfunding-Wissenschaftler und Crowdfunding-Regulatoren. Continue reading „Das German Crowdfunding Network wird gelauncht – wer will als Gründungsmitglied Crowdfunding in Deutschland, Österreich und der Schweiz voranbringen?“

#Crowdfunding im Koalitionsvertrag – Was die #GroKo beschließen hätte können…

Koalitionsvertragstitelvisions-finalIn diesen Artikel „Crowdfunding im Koalitionsvertrag: was heißt das für die Crowdfunding-Branche in Deutschland?“ erläutert, was die Große Koalition für die nächsten vier Jahre geplant hat. Der Schwerpunkt liegt erwartungsgemäß auf dem Thema Crowdinvesting, die anderen vier Arten des Crowdfundings werden nur versteckt erwähnt.

Wenn die Regierung nicht nur kleine Schritte, sondern auch große Schritte gehen möchte, dann sollte sie doch etwas über den eingeschränkten Raum des Verhandlungstisches hinausschauen. Hier ein paar Vorschläge dazu, die sich zum Teil aus den Überlegungen unserer Future of Crowdfunding Konferenz ergeben:

1. Crowdfunding ist mehr als eine Brücke über eine Finanzierungslücke – sondern eine disruptive Emanzipationsbewegung für Produzent und Käufer!

Crowdfunding wird oft vor allem unter dem Finanzierungsaspekt gesehen, ist aber viel mehr als das: sie stellt einen direkten Draht zwischen Verkäufer und Käufer her. Die Verkäufer – Künstler, Unternehmer, Visionäre – können sich mit der Bitte um Feedback, Analyse und Wissen direkt an ihr Publikum, ihre Unterstützer und ihre Kunden wenden.

Dadurch werden viele Intermediäre scheinbar überflüssig, wenn sie nicht merken, dass das Wissen um das Herstellen von Verbindungen keine Frage von Monopolen, Verwertungsrechten oder Einkaufslogistik ist, sondern Teil eines guten, nachhaltigen Geschäftsmodells. Musik- und Buchverlage, Banken, Museen und Galerien, PR-Agenturen und Venture Capital Fonds können das Wissen um Crowdfunding nutzen, um sich innovative neue Produkte und Dienstleistungen auszudenken. Und wenn sie es nicht machen, dann machen es die Produzenten selber.

Crowdfunding ist also vor allem ein Innovationstreiber! Wer das anerkennt, muss dafür sorgen, dass Crowdfunding bei offiziellen Förderanträgen, sei es bei der Wirtschafts-, bei der Forschungs- oder bei der Kulturförderung als Eigenmittel anerkannt wird, auch wenn es rechtlich das nicht immer ist. Continue reading „#Crowdfunding im Koalitionsvertrag – Was die #GroKo beschließen hätte können…“

ikosom needs a new desk – right meow!

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Das war unsere Aussicht vom Büro. *schnüff* Foto (C) John Piephans.

Wir müssen leider zum Ende des Jahres aus unserem Büro mit fabelhafter Dachterrasse ausziehen, weil ein neuer Vermieter sich entschieden hat, die Wände unseres Büros abzureißen. Obwohl wir darüber sehr traurig sind, freuen wir uns aber, auf diese Weise neue Perspektiven in Berlin zu entdecken.

Daher freuen wir uns über Hinweise von Euch, wenn ihr jemanden kennt, der 3-4 Arbeitsplätze plus Konferenzraum anbietet oder selber auf der Suche nach einem Büro ist und sich ein Gemeinschaftsbüro vorstellen kann. Sachdienliche Hinweise werden unter info@ikosom.de entgegen genommen.

Foto: jaimekop (cc-by-nd 2.0) http://www.flickr.com/photos/jaimekop/5728658692/lightbox/
Foto: jaimekop (cc-by-nd 2.0)

Crowdlounge #09: „Crowdfunding und Storytelling: Wie Crowdfunding Filmemachern und Journalisten helfen kann, ihr Publikum zu erreichen“

wetek.logoFür Journalisten und Filmproduzenten kann Crowdfunding ein Mittel sein, um schnell und unkompliziert eine Finanzierungslücke zu schließen. Darüber hinaus kann Crowdfunding auch genutzt werden, um das Netzwerk zu erweitern und neue Kontakte zu erschließen, zum Beispiel bei Dokumentarfilmen und investigativen Recherchen, die sich mit Themen befassen, für die es vielleicht keine Filmförderung gibt oder sich kein Verleih findet oder kein Verleger, der bereit ist eine Geschichte zu finanzieren. In der Crowdlounge werden Projektmacher sich vorstellen, die eigene Crowdfunding-Projekte durchgeführt haben und die aus dem Bereich Film und Journalismus kommen.

Wann: 2. Dezember, 17.30 Uhr – 18.30 Uhr (Einlass ab 17.00 Uhr)
Wo: Deutsche Kinemathek, Potsdamer Straße 2, Berlin

Gäste:

Samuel Perriard (http://wemakeit.ch/projects/schwarzer-panther)
Anke Schiemann (http://www.indiegogo.com/projects/i-heart-berlin-film)
Daniela Ramin (http://www.startnext.de/maulwurfn)
Peppa Meissner (http://www.inkubato.com/en/projekte/bar25)

Link zum Facebook-Event: http://www.facebook.com/events/267913690023756/

Link zum Meetup: http://www.meetup.com/Crowdfunding-Germany/events/152812202/

Link zur Anmeldung via Eventbrite: https://www.eventbrite.de/e/crowdlounge-09-crowdfunding-und-storytelling-tickets-9394981643?ref=estw

WeTeK / ARTWert und ikosom führen mit der Crowdlounge eine regelmäßige, interaktive Veranstaltungsreihe rund um das Thema Crowdfunding durch. Die Crowdlounge richtet sich an alle an Crowdfunding Interessierten sowie an konkrete Crowdfunding-Projekte, die Fragen haben oder ihr Projekt vorstellen möchten. Sie findet, oft auch mit weiteren Partnern wie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, in Berlin und Brandenburg statt und informiert anhand von individuellen Crowdfunding-Erfahrungsberichten und Expertengesprächen zu verschiedensten Fragestellungen rund um dieses Thema.

Im Anschluss daran findet der Zukunftsdialog der Senatsverwaltung Berlin statt:

Wann: 2. Dezember 2013, 18.30 Uhr
Wo: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen

Crowdfunding: Die Masse macht´s? – Wenn Viele die Ideen von Einzelnen finanzieren

Unter diesem Titel lädt die Landesinitiative Projekt Zukunft und das Inforadio rbb erneut zum Zukunftsgespräch ein.

Alle für einen, das ist das Prinzip von Crowdfunding. Welche Chancen liegen in dieser neuen Finanzierungsform für Kunst und Kultur? Denn besonders für Künstler und Kreative ist Crowdfunding eine willkommene Möglichkeit, ihre Werke unabhängig von Labels, Verlagshäusern oder Produktionsfirmen zu veröffentlichen. Sichert Crowdfunding nun also die unabhängige Kulturproduktion? Und welche Chancen eröffnen sich für den Journalismus und kulturelle Projekte aus der Interaktion mit der eigenen Zielgruppe? Für den Journalismus hat sich bereits die Erkenntnis ergeben, dass die öffentliche Bereitschaft, Geld für gute Informationen auszugeben, durchaus vorhanden ist. Und auch in den Bereichen Film und Musik zeigt sich, dass viele besondere Projekte auf diesem Weg eine Chance haben, realisiert zu werden, die bei traditionellen Produktionsfirmen nicht finanziert wurden.

Man könnte annehmen, Crowdfunding sei die Lösung aller Probleme. Doch immer häufiger wird Crowdfunding auch als Marketinginstrument verwendet, um bereits im Vorfeld möglichst viel Aufmerksamkeit für die Produkte zu generieren und sich die Einbeziehung der potentiellen Käufer zu Nutze zu machen. So lautet zumindest der Vorwurf von Kritikern in Richtung prominenter Künstler.

Was hat es also mit Crowdfunding auf sich und wo liegen die Chancen und Perspektiven dieses neuen Finanzierungsmodells für den künstlerischen und kulturellen Bereich? Sichert es die unabhängige Kulturproduktion oder schafft es neue Abhängigkeiten?

Diese und weitere Fragen sollen im 65. Zukunftsgespräch mit folgenden Gästen diskutiert werden:

Sebastian Esser ist Journalist und Gründer von Krautreporter.de, einer Crowdfunding-Plattform für Journalisten, die Anfang 2013 gelauncht wurde und auf der seitdem zahlreiche Projekte erfolgreich finanziert worden sind.

Barbara Fischer ist seit vielen Jahren Fundraiserin, Kulturmanagerin und seit April 2012 für Wikimedia Deutschland als Kuratorin für Kulturpartnerschaften tätig.

Tanja Dückers ist Autorin und Journalistin. Sie lebt in Berlin und schreibt regelmäßig Essays für Zeitonline und engagiert sich dabei für gesellschaftspolitische Themen.

Anke Schiemann ist Regisseurin des Films I (HEART) BERLIN, für dessen Postproduktion sie auf der Plattform Indiegogo Geld sammelte. Der Film begibt sich von Berlin nach den USA. Dorthin sind in den letzten 250 Jahren mehr als 7 Millionen Deutsche ausgewandert und gründeten an verschiedenen Orten ihr eigenes Berlin.

Karsten Wenzlaff ist Gründer und Geschäftsführer des Instituts für Kommunikation in sozialen Medien (Ikosom). Er ist Crowdfunding-Experte und Verfasser der ersten europäischen Crowdfunding-Studie und der ersten Studie, die sich mit Crowdfunding in Deutschland beschäftigt hat.

Moderation:

Harald Asel, Inforadio vom rbb
Publikumsfragen werden vor der Veranstaltung gesammelt, so dass die Zuschauer interaktiv in die Gestaltung der Diskussion einbezogen werden. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter projektzukunft@ariadne-an-der-spree.de wird gebeten.

Ablauf

ab 17:00 Uhr Einlass

17:30-18:30 Crowdlounge zum Thema Filmfinanzierung
(Veranstalter: Ikosom, WeTek / ArtWert)

18:30-18:45 Getränkepause

18:45-19:00 Vorstellung der neuen Crowdfunding-Plattform

19:00-20:30 Zukunftsgespräch

ab 20:30 Get Together

Eine Veranstaltung der Berliner Landesinitiative Projekt Zukunft bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung in Zusammenarbeit mit Inforadio (rbb).

Das Podiumsgespräch wird aufgezeichnet und am Sonntag, den 15.12. 2013 um 11.05 Uhr (Wdh 21:05 Uhr) im Rahmen der Sendereihe Forum im Programm von Inforadio (93,1 MHz) ausgestrahlt.

Crowdfunding im Koalitionsvertrag: was heißt das für die Crowdfunding-Branche in Deutschland?

KoalitionsvertragstitelCrowdfunding wird an vielen Stellen prominent im Koalitionsvertrag erwähnt, aber was heißt das für die Crowdfunding-Branche ingesamt in Deutschland? Welche Stellschrauben wird die Große Koalition, wenn sie denn zustande kommt, in den vier Kategorien des Crowdfundings drehen? Wo wird Crowdfunding erleichtert, wo erschwert werden und welche Plattformen werden ihr Geschäftsmodell überdenken müssen? Ein Ausblick.

Ich hatte das besondere Vergnügen, seit einigen Jahren im Kreativpakt eV. tätig zu sein. Dieser Zusammenschluss von unterschiedlichen Menschen aus der Kreativbranche, die vielfach zu den engsten Unterstützern von Frank-Walter Steinmeier gehören, wurde gebeten, in Zusammenarbeit mit der SPD-Bundestagsfraktion eine Art Arbeitsprogramm zu erstellen, welches die SPD nach der Bundestagswahl 2013 umsetzen wollte. Das hier nachlesbare Thesenpapier findet sich in Ausschnitten auch im geleakten Koalitionsvertrag vom 24.11.2013 wieder.

Equity-Based Crowdfunding (Crowdinvesting) im Koalitionsvertrag

Crowdfunding findet sich des öfteren wieder, aber nicht immer mit dem Begriff des Crowdfunding. Zum einen in der Zusammenfassung auf Seite 16 wird es im Bereich der Wirtschaftsförderung angesprochen:

Hierfür ist ein eigenständiges Regelwerk erforderlich. Auch neue Finanzierungsformen wie Crowdfunding („Schwarmfinanzierung“) brauchen einen verlässlichen Rechtsrahmen.

Auf Seite 134 wird ein neues Gründungsdarlehen eingeführt und mit Crowdfunding verknüpft:

Wir wollen ein neues Instrument in Form eines bedingt rückzahlbaren Gründungsdarlehens in Zusammenarbeit mit der KfW schaffen. Die Gewährung des Darlehens kann dabei an die Nutzung von Crowdfunding („Schwarmfinanzierung“) geknüpft werden.

Reward-Based Crowdfunding im Koalitionsvertrag

Wer dabei Crowdfunding nur auf den unternehmerischen Begriff des Crowdinvesting reduziert sieht, mag prima facie recht haben. Allerdings nicht ganz, denn Crowdfunding im Kultursektor ist an einigen Punkten „versteckt“ worden. Das hat in erster Linie damit zu tun, dass für die Kulturpolitik vor allem die Länder zuständig sind. Die neue Bundesregierung setzt dazu Schwerpunkte, benennt Lücken und versucht sich bei einer Reform der Künstlersozialkasse, die wohl mehr als überfällig ist. Wo kommen dann innovative Finanzierungswege vor?

In der Einführung heißt es auf Seite 10:

 So wird die Koalition die Unterstützung im Rahmen der „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ der Bundesregierung fortsetzen und intensivieren. Programme der Wirtschaftsförderung sind stärker auch fü Kulturbetriebe zu öffnen. Gleichzeitig sollte der in den Förderprogrammen des Bundes zugrunde gelegte Innovationsbegriff für die Kultur- und Kreativwirtschaft geöfnet und erweitert werden. Neben besserer Beratung bedarf es neuer Modellprojekte und Förderung von Forschung, Entwicklung und Technologie. Fördermöglichkeiten für die Kultur- und Kreativwirtschaft sollten in einer Datenbank dargestellt werden. Die Beteiligung Deutschlands an EU-Förderprogrammen muss durch bessere Beratung erhöht werden.

Was hat das alles mit Crowdfunding zu tun? Zum einem ist zu nennen, dass die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ganz wesentlich dazu beigetragen hat, reward-based Crowdfunding als Finanzierungsinstrument bekannt zu machen. Wir haben selber auf zahlreichen Veranstaltung der Initiative und des von ihr getragenen Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft das Thema Crowdfunding einem breiten Publikum vorzustellen. Das ist also ein gutes Signal der Kulturpolitiker in beiden Parteien.

Die Öffnung der Wirtschaftsförderung für Kulturbetriebe und die Ausweitung des Innovationsbegriffs für die Kultur- und Kreativwirtschaft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bedeuten, dass auch Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft um die oben erwähnte Unterstützung von Start-Ups und innovativen Produkten bewerben können – auch hier ist ein Bezug zum Crowdinvesting gegeben. Aber indirekt wird den staatlich betriebenen Kulturinstitutionen geraten, sich weniger als Kulturinstitutionen, sondern stärker als Kulturunternehmen zu verstehen, die sich eben auch über die Crowd finanzieren werden müssen.

Die Tatsache, dass die Fördermöglichkeiten für die Kultur- und Kreativwirtschaft in einer Datenbank dargestellt werden sollen, zeigt, dass es den Kulturpolitikern darum geht, die vielen Töpfe der Kulturförderung klarer zu strukturieren. Das Erfassen ist ein erster Schritt, sie öffentlich stärker zu legitimieren. Dazu wird auch gehören, dass man überlegt, wie man den Zugang der Crowd zu den Entscheidungswegen der Kulturförderung verbessert. Aber so klar das in einen Koalitionsvertrag reinzuschreiben, hätte bedeutet, sich den Ärger der Kulturpolitiker der Länder zu holen – und das wollen die Kulturpolitiker des Bundes sich wohl nicht erlauben.

Und auch beim Zugang zu EU-Förderung ist einiges im Argen. Das Problem ist nicht so stark die bessere Beratung, sondern dass EU-Mittel im Bereich der Kulturförderung kofinanziert werden müssen. Da die Länder das aber oft nicht auf die Reihe bekommen, verfallen ein großer Teil der Gelder. Auch hier wird Crowdfunding in Zukunft eine Rolle spielen, als Möglichkeit der Ergänzung von Kulturmitteln der Länder.

Wo wird also der Gesetzgeber aktiv werden? Die Top5:

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My answer to this question: „I want to research the motivation behind Crowdfunding – can you help me?“

www.flickr.com/photos/philippeboukobza/2240996789/
www.flickr.com/photos/philippeboukobza/2240996789/

ikosom gets a lot of requests from students abour our Crowdfunding research. And we like to help because the cooperation with students provides lots of great insights. There is one topic, however, where we always get asked a similar question and to avoid writing the same email over and over, I try to answer via a blog post. The blog post is in English because I think that other Crowdfunding Researchers in Europe are also dealing with the same question and I want to invite them to comment.

This is the question:

„I am currently writing a thesis on Crowdfunding and I am researching the motivation for Crowdfunding. There is not much literature and I am conducting a survey – can you please help me?“

The question motivates people in all fields of Crowdfunding. We get art students, literature students, business students, law students, politics students and journalism students to ask us this question, in fact about twice per week. It seems asking „Why do people crowdfund?“ is really at the front of the brain of everyone who researches Crowdfunding for the first time.

Here is my answer:

First, the question is not „Why do people support Crowdfunding projects, but why not?“

There are hundreds, no thousands, of examples where Crowdfunding was used in the last centuries – and way before the Internet came and the arrival of Sellaband, Artistshare, Indiegogo and Kickstarter allowed Crowdfunding online. Humans have worked and cooperated for millenia. There is nothing new about Crowdfunding. Really, the question is: what keeps people from supporting each other? What are obstacles towards Crowdfunding.

It is very simple to tackle this question. You could look at it from a design perspective. You can look at it from a legal perspective. From a cultural perspective. Find the obstacles in Crowdfunding, then you find why people Crowdfund!

Secondly, if you want to get started with this question, then you need to learn about psychology.

I can really recommend reading the Master Thesis of Michel Harms on the Motivation of Crowdfunding. You can read it here: http://www.crowdfunding.de/research/ (Don’t be fooled, the website is not a good crowdfunding knowledge repository – but might be soon.) In a very nice way, he explains a small but also already quite complex model for analysing motivational factors behind Crowdfunding. His model provides a couple of dozen factors that can be an incentive for a financial support through crowdfunding – and that is a lot.

It is vital to understand that Crowdfunding is both a financial tool of fundraising and a social tool of communication. There is no easy answer to say why people use Crowdfunding and there is no easy answer to say why people respond to that.

Thirdly, there is lots of literature. Lots, and lots, and lots. Please explain to me: what can your thesis contribute?

Already in the German-speaking countries, there is a plethora of Crowdfunding literature, some of which can be found here: http://www.ikosom.de/2013/04/07/wir-crowdsourcen-eine-crowdfunding-literatur-liste/

Let’s start with only one motivation: the incentive to get a financial reward, such as interest on a loan. In order to assess that motivation, you need to dive deeply into the literature of financial services, economic theory and psychologic theories around rational behavior. And this is only the starting point why people should use crowdlending, for example.

So, instead of researching an almost unresearchable field, there are lots of topics that need to be researched around Crowdfunding and which are more feasible. We can help find a great research project which is new and interesting. The motivation behind Crowdfunding isn’t such a topic.

Fourthly, if you insist, then at least specify which Crowdfunding you want to research?

We get a lot of requests along the lines of „I want to research on Crowdfunding but I can’t find literature that is available.“ Again, there is lots of literature available, but if you ask us, then please specify which field of Crowdfunding are you interested.

Motivation behind funding a start-up on an equity-platform is hugely different from funding a creative project on a reward-based platform. You need to show that you have already understood that the research in that field is ongoing and that there are established structures, such as this: http://www.ikosom.de/2013/04/08/die-vier-arten-von-crowdfunding-infografik/

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You can challenge all that – but imagine you are conducting research around nuclear physics and you approach someone and say: „I want to learn about these tiny spinning things“. The reply would be „Are you talking about molecules, neutrons, protons, atoms, the Higgs-Bosom-particle?“

Fifthly, if you want to do a survey, think first: how would you get the data?

Your study can be a purely theoretical one, that’s good. Your study can be a pure research of the existing literature. That’s great as well. But if you are trying to do some sort of empiricial research, think about how you get your data.

In order to find people which you ask about their motivation to crowdfund a project, you need to get to them. You need to contact them. Here is the problem:

  • The platforms can’t give you their user data because that is forbidden, at least if they take data securitiy seriously.
  • The projects might be hesitant to give you the emails of their supporters because they don’t want to spam their fans.
  • If you just put up a survey and then go around the internet and ask people to fill out the survey, you get a huge bias, because you will only get those people who have had a positive experience from Crowdfunding.

There is, in my opinion, only one way to approach this: in a controlled behavioural experiment with a representative group of people. That would give meaningful data.

Sixthly, if you write about it, then share the results.

There is no point if you just write about it and nobody can read it afterwards. Set up a blog. Include the Crowdfunding community in your thought process. Discuss with us. And maybe asks us and we can point you to an interesting questions that is maybe not so obvious, but still relevant and interesting.

Think about what you can do for us. Here are some examples (but in German): http://www.ikosom.de/2013/06/05/studierende-ihr-wollt-was-von-uns-aber-was-konnt-ihr-uns-zuruckgeben/

 

Question photo
Photo by Marco Bellucci

Mit Citizen Science zu mehr Relevanz und Legitimität für Wissenschaft

Auf dem 6. Forum Wissenschaftskommunikation hielt Dr. Aletta Bonn vom Heimholtz-Zentrum für Umweltforschung einen Vortrag über Citizen Science. Darin erläuterte sie die Chancen und Möglichkeiten, wie die Bevölkerung aktiv an wissenschaftlichen Projekten und Prozessen mitwirken kann.

Bei ikosom machen wir uns unter dem Stichwort Open Science immer wieder Gedanken, wie wir auch unsere Prozesse öffnen können. Lasst uns gemeinsam weiterdenken!

Leitfaden JugendBarCamp – aktualisiert und in englischer Sprache

BarCamps sind seit einigen Jahren eine beliebte Alternative zur klassischen Konferenz – inzwischen ist es möglich, (fast) jede Woche ein BarCamp irgendwo in Deutschland zu besuchen. Für Pädagoginnen und Pädagogen veröffentlichten wir im März dieses Jahres den Leitfaden Jugendbarcamp.

Dieser ist nun in einer aktualisierten Fassung auf deutsch erschienen. Ersmals liegt auch eine englische Fassung vor.

Bildcollage: Sebastian Jabbusch (cc-by)
Bildcollage: Sebastian Jabbusch (cc-by)

Fachtagung „Partizipation und Medien“

Am vergangenen Dienstag fand in Münster die Fachtagung „Partizipation und Medien – Das Social Web als Chance für mehr Jugendbeteiligung“ statt. Mit dabei waren auch Kristin Narr und Jörg Eisfeld-Reschke vom ikosom-Team.

Die Foliensätze ihrer beiden Vorträge stehen zur Ansicht zur Verfügung:

Wir danken den Veranstaltern Landschaftsverband Westfalen-Lippe – LWL-Landesjugendamt Westfalen, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), LWL-Medienzentrum für Westfalen und Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland herzlich für die Einladung und die guten Diskussionen.

Online-Fundraising und Social Media Fundraising

Egal, ob es um die Bindung von Unterstützern, die Gewinnung von Neuspendern für gemeinnütziger Organisationen oder einfach die Erfüllung der Erwartungshaltung digitale Erreichbarkeit geht – am Social Web führt auch im Fundraising kaum ein Weg vorbei.

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Weiterbildungsangeboten im Bereich Fundraising. Besonders anerkannt ist die zweijährige Ausbildung der Fundraising-Akademie in Frankfurt am Main. Im Rahmen des aktuellen Kurses habe ich wieder die Einführung zu Online- und Social Media-Fundraising angeboten und stellen den Foliensatz hier zur Verfügung und zur Diskussion.

Umgang mit dem Tod in der digitalen Welt #dwshift

todundtrauerDie Shift-Sendung der Deutschen Welle hat sich mit „Updates aus dem Jenseits“ beschäftigt, also dem Umgang mit dem Tod in der digitalen Welt. Anhand eines konkreten Falls werden die Schwierigkeiten für Angehörige und den digitalen Nachlass dargestellt. Hier geht es zur aktuellen Sendung.

Ein paar Sekunden Interview mit mir (aus einer früheren RBB-Sendung) wurden auch remixed. Hier geht es zur Blogparade „Tod und Trauer im Internet“.

Social Media for Global Good (@BillGates we got to reschedule #impatientoptimists)

Die Bill and Melinda Gates Foundation kündigte vor kurzem an, dass sie das Impatient Optimists Netzwerk nun um ein deutsches Chapter erweitern möchten. Hierzu werden insbesonder eDigitale Pioniere ihre (Reichweite und) Ideen zu teilen, wie man mit Social Media und Digitalen Instrumenten die Themen Globale Entwicklung und Gesundheit vorantreiben kann.

Deutschland müsse eine führende Rolle in der Entwicklungspolitik einnehmen, so Bill Gates. Ob wir das nicht grundsätzlich ohnehin schon tun, das sei dahingestellt, aber was digitale Innovationen in der Entwicklungszusammenarbeit angeht, da gibt es ohne Zweifel noch einiges zu tun.

Ad hoc fallen mir vier Ansätze ein, die sich für eine nähere Betrachtung lohnen:

  • Pandemie Mapping
    Seuchen und hochansteckende Krankheiten können sich angesichts der hohen interkontinentalen Mobilität schnell verbreiten. Die anonymisierten und aggregierten Daten (Auftreten bestimmter Krankheiten/Symptome) von Ärzten und Krankenhäusern weltweit könnte dazu beitragen Pandemien frühzeitig zu entdecken und einzudämmen.
  • Depression Detecting
    Einigen Studien zufolge zeigt das Mediennutzungsverhalten depressiver Menschen einige Auffälligkeiten, die sie innerhalb von großen Datenmengen identifizierbar und somit ansprechbar für etwaige Hilfsangebote machen. Hier gibt es noch einigen Forschungsbedarf zur Validierung und einiges an konzeptionellen Hürden, wie Hilfsmaßnahmen angemessen angeboten werden können.
  • Tools for Crisis Coping
    In Katastrophenfällen wir aktuell nach dem Taifun auf den Philippinen, können digitale Instrumente dabei helfen Informationen zu sammeln, aufzubereiten und somit den Notleidenden und den Hilfsorganisationen einen tatstächlichen Mehrwert schaffen. Einige Instrumente wie die Google Crisis Map sind relativ schnell einsatzbereit, jedoch verfügen sie in der Regel kaum über Angebote, wie Freiwillige weltweit bei der Überprüfung und Einordnung von digital vorliegenden Informationen unterstützen können. Dieses enorme Potential an Zeitspenden wird nicht abgerufen.
  • Diaspora Crowdfunding
    Zum Leben in der Diaspora gehört für viele Menschen, dass sie ihre Familien in der Heimat finanziell unterstützen. Für eine geordnete Entwicklungspolitik wäre es wünschenswert die privaten Mitteln mit staatlichen Fördermittel zu aggregieren, indem Elemente des Crowdfunding (zB Vorstellung von Projekten, Auswahl durch die Crowd, Matching mit staatlichen Fördermitteln) zum Tragen kommen.

Diesen Donnerstag trifft sich Bill Gates mit einer Auswahl “Digitaler Pioniere” in Berlin. Die oben genannten Themen würde ich gerne einbringen. Eingeladen hierzu war ich, habe allerdings die Frist zur Terminbestätigung verpasst… @BillGates we got to reschedule #impatientoptimist! And I’d like to bring a colleague, too… 🙂

Update 1: Okay, ich darf auch nach der Frist noch teilnehmen. Und der Kollege? Klärt sich noch…

Update 2: Alles klappt – wir kommen morgen mit reichlich Ideen und zu zweit. Vielen Dank an die Veranstalter!

Kann #Crowdsourcing zur Kontrolle des illegalen Drogenhandels besser geeignet sein als das Abschalten der anonymen Handelsplätze?

Silk Road war ein Marktplatz im Netz, wo unter anderem Drogen anonym gehandelt werden konnte. Vor einem Monat wurde die Handelsbörse geschlossen und ihr Betreiber verhaftet, wie damals schon Conor Friedersdorf auf TheAtlantic berichtet:

The Department of Justice’s version of events should never be assumed correct.  But if their claims are true, authorities had no choice but to shut down the enterprise: among other transgressions, Ulbricht is accused of paying $150,000 to bring about the murder of a hacker who threatened to compromise the anonymity of Silk Road users unless he was paid a substantial sum in blackmail money (the complaint gives us good reason to doubt that a murder in fact happened)

Friedersdorf schreibt aber, dass das Schließen eines Handelplatzes für illegale Waren nicht nur positive, sondern auch negative Konsequenzen haben könnte (Quelle Neunetz, Techdirt):

On many thousands of occasions, drug dealers in foreign countries decided that, rather than using armed truck drivers, bribed customs agents, desperate drug mules, thuggish regional distributors, and street level drug dealers who used guns to defend their territory, they’d just mail drugs directly to their far away customers. Of course, folks at the beginning of the supply chain were still often violent drug cartels who one hates to see profit. But from the perspective of the many innocents who suffer from the black market supply chains involved in traditional drug sales, narcotics via mail order would seem to be a vast improvement.

Ein wichtiger Aspekt der Seite war die Community: das gegenseitige Bewerten der anonymen Profile von Händlern und Käufern sorgte für ein gewisses Maß an Transparenz und Sicherheit; die Nutzung von Bitcoin sorgte für Anonymität und vermindertes Risiko, dass die Daten an Behörden ausgeliefert wurden; die Plattform agierte wie ebay oder andere eCommerce-Plattformen als Mittelhändler und sorgte dafür, dass die Transaktionen funktionieren.

Relativ schnell ergaben sich neue Silk Road Klone, deren größtes Manko aber die fehlende Community war, wie Joseph Cox bei Motherboard berichtet:

Diese Deep Web Marktplätze folgen der selben Logik und der selben Prozedur – wenn du einen abschaltest, dann wandert die Community einfach weiter. Dabei birgt schon das Abschalten eines Marktplatzes durchaus Gefahren, denn bei gewissermaßen regulierte – wenn auch illegale – Händler, kannst du immerhin die Bewertungen und Reviews checken, bevor du deine Drogen kaufst. Das gibt dir im Idealfall nicht nur reinere Ware, sondern auch größere Sicherheit beim Drogenkauf.

Wenn die Politik also einerseits harte Drogen nicht legalisieren möchte, andererseits aber den Handel mit Drogen de facto nicht verhindern kann, dann wäre eigentlich die schlauste Lösung, dass man Black Market Places wie Silk Road duldet, so lange bestimmte Regeln eingehalten werden.

Die Regeln könnten zum Beispiel dazu dienen, die Community-Effekte zu verstärken, zum Beispiel:

  • Jede Transaktion muss bewertet werden, selbst wenn sie anonym ist.
  • Die Bewertungen der Verkäufer muss jederzeit einsehbar sein.
  • Die Plattform macht aktives Community Management und löscht Accounts, welche die Plattform mißbrauchen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DEA Community Guidelines für Black Market Places herausgibt, aber wenn man in Deutschland sich anschaut, wie die Polizei bestimmte Drogenmarktplätze in Berlin toleriert solange die Lage nicht eskaliert, so ist es nicht abwegig, dass die Drogenbehörden gewisse Toleranzschwellen für Black Market Places definieren.

 

 

Branchentreffen beim Crowddialog, Einladung zur Mitgliedsversammlung und Roadmap fürs Crowdfunding-Netzwerk

ikosom als Partner beim Crowddialog 2013

crowddialogscreenshotikosom ist Partner des Crowddialogs, der am 21. November stattfindet. Im Umfeld des Crowddialogs werden wir auch einen Intensiv-Master-Kurs zum Thema Crowdfunding durchführen. Wir freuen uns auf den spannenden Kongress und die vielen kompetenten Referenten!

Einladung zur Mitgliederversammlung des Deutschen Crowdsourcing-Verbands 2013

Unmittelbar vor dem Crowddialog wird die Mitgliederversammlung und ein Branchentreffen des Deutschen Crowdsourcing-Verbands stattfinden. Hier die Formalia: Continue reading „Branchentreffen beim Crowddialog, Einladung zur Mitgliedsversammlung und Roadmap fürs Crowdfunding-Netzwerk“

Hat Twitter ein Geschäftsmodell als Big-Data-Hub?

Mein Kollege Marcel Weiß hat eine sehr ausführliche Analyse des Twitter-Geschäftsmodells verfasst und dabei im wesentlichen die drei Erfolgsfaktoren von Twitter und ihre aktuelle Umsetzung überprüft:

1. Sie haben mit dem asymmetrischen Follower-Prinzip die robustere Vernetzungsart gegenüber dem vorher verbreiteten Sich-Gegenseitig-Befreunden eingeführt und populär gemacht.

2. Sie haben mit der Begrenzung auf Text und 140 Zeichen einen starken Fokus auf Einfachheit gelegt und damit sehr viel Kreativität und nicht vorhersehbare Nutzungsarten ermöglicht.

3. Sie haben mit einer sehr offenen Plattform-Politik frühzeitig gezeigt, welche Möglichkeiten in Webplattformen liegen. Ohne die die Clients ermöglichende Plattform würde es Twitter heute so nicht mehr geben.

Marcel argumentiert, dass zumindest beim Punkt 2 und Punkt 3 im Augenblick nicht mehr erfüllt sind und daher langfristig die Attraktivität der Plattform abnimmt. Er schlussfolgert daher:

Im Gegensatz zu Facebook, dem ich nach wie vor eine rosige Zukunft vorhersehe, bin ich bei Twitter verhalten pessimistisch. Das Nutzerwachstum von Twitter ist sehr langsam. Gleichzeitig ist Twitter mit 231,7 Millionen aktiven Nutzern nicht groß genug, um ohne Wachstum stabil bleiben zu können.

In vielen Punkten kann ich Marcel recht geben, aber ich würde gerne zwei Anmerkungen machen, die mich dazu führen, nicht ganz so pessimistisch zu sein.

Zum einen ist es so, dass gerade zahlreiche jüngere Internet-Nutzer wieder von Facebook abwandern, weil ihnen die Möglichkeiten, ihren eigenen Content und die Sichtbarkeit gegenüber Eltern, Lehrern, Fremden einzuschränken, bei Facebook nicht mehr gegeben waren. Dies erklärt meines Erachtens einen Teil des Erfolgs von Instagram und auch die Nutzung von Twitter als soziales Netzwerk.

Twitter hat nicht die Repuation, über kurz oder lang jede Privacy-Einstellung aufzulösen, Twitter sorgt nicht für eine Vorfilterung der Inhalte, Twitter ermöglicht die passive Nutzung des Mediums und das reine Beobachten – alles Dinge, welche die Facebook-Plattform nicht mehr kann.

Facebook wächst in andere Alterssegmente hinein, wird unhandlicher zu nutzen. Twitter ist im Kern immer noch ein reiner Push- und Pull-Mechanismus für Informationshappen. Damit ist es als Indikator für Relevanz viel mächtiger als Facebook. Und hier liegt meines Erachtens ein großer ökonomischer Vorteil: man kann mit Twitter-Suchmaschinen wie tame.it viel einfacher relevante Inhalte aufspüren als beispielsweise mit der Facebook-Suche.

Das bedeutet nicht, dass Twitter diesen Vorteil versteht und zu nutzen bereit ist. Ich teile den Eindruck, dass die Investoren von Twitter allein auf das Werbe-Geschäftsmodell setzen und wenig Innovationsfreunde zeigen. Das ist vermutlich ihr größtes Hindernis.

#PraiseFox – Stephen Colbert (@stephenathome) macht ein Mashup aus @foxnews und @RottenTomatoes‎

realhumanpraiseDie Mitarbeiter von FoxNews wurden bezahlt, besonders schöne, Fox lobenden Kommentare auf ihren eigenen Blogs zu hinterlassen, aber als anonyme Internet-Benutzer, berichtet mediamatters und salon.com:

On the blogs, the fight was particularly fierce. Fox PR staffers were expected to counter not just negative and even neutral blog postings but the anti-Fox comments beneath them. One former staffer recalled using twenty different aliases to post pro-Fox rants. Another had one hundred. Several employees had to acquire a cell phone thumb drive to provide a wireless broadband connection that could not be traced back to a Fox News or News Corp account. Another used an AOL dial-up connection, even in the age of widespread broadband access, on the rationale it would be harder to pinpoint its origins.

Der Comedian Stephen Colbert hat darauf hin einen eigenen Twitter-Account @realHumanPraise ins Leben gerufen, der Movie Reviews aus Rotten Tomatoes mit Fox News Moderatoren kombiniert und alle 2 Minuten ein Mashup twittert, mittlerweile an über 35000 Follower.


 

Der Mythos „Internetministerium“

D64, das Netzwerk der digitalen Unternehmenslobby innerhalb der SPD, hat ein Positionspapierchen herausgebracht, welches an prominenter Stelle ein Internetministerium fordert:

1. Ein Bundesministerium für Digitales, Kreativwirtschaft und Technologie als Querschnitts-Ressort, dass die wichtigsten Felder abdeckt.

Und auch Kai Biermann schreibt in seinem Abriss über den Stand der Koalitionsverhandlungen:

Nicht ganz so weit ist die Frage, ob es künftig einen Internetminister oder eine Internetministerin geben wird. Verhandelt wird zumindest darüber, wenn auch nicht gleich über ein ganzes Ministerium. Die Politiker beider Seiten scheinen sich einig zu sein, dass sie Netzpolitik ernster nehmen müssen. Als Ergebnis könnte die Position eines Staatsministers geschaffen werden, der ähnlich dem Kulturstaatsminister ein Staatssekretär mit schönerem Titel wäre.

Ich versteh nicht so ganz, warum diese Forderung in letzter Zeit solch eine Dynamik entwickelt und kann mir das nur damit erklären, dass in den Koalitionsverhandlungen im Bereich der digitalen Politik noch Posten geschaffen werden müssen. Ich habe aber noch immer das Mantra diverser Netzpolitiker in den Ohren, die forderten, dass Netzpolitik in allen Bereichen der Politik verankert werden soll und es daher besser sei, in allen Ministerien eine netzpolitische Agenda zu entwickeln.

Ein Internet-Ministerium, so die Hoffnung, könnte dafür sorgen, dass der digitalen Entwicklung in der Gesellschaft mehr Bedeutung beikommt, dass Forschungsgelder für digitale Zukunftsfragen gebündelt werden können, dass es gelingt, die großen Konfliktfelder wie beim Urheberrecht anzugehen. Beispielhaft hat das der von mir geschätzte Jan Moenikes aufgeschrieben:

Dass dem MINT-Bereich in Deutschland heute eine sehr große gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung zukommt, wird hoffentlich niemand mehr bestreiten. Daher sei an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber kurz auf folgende Kennziffern verwiesen: Der Umsatz mit Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik steigt 2013 auf 153 Milliarden Euro. Mehr als 900.000 Jobs sind in Deutschland damit direkt verbunden. Damit aber erweist sich der MINT-Bereich ökonomisch nicht als weniger bedeutend wie beispielsweise die Landwirtschaft.

Die bessere Forderung: Bundesinternetamt

Ich halte die Idee der Schaffung eines progressiven „Internet-Ministerium“ für einen Mythos, der in absehbarer Zeit nicht umgesetzt wird. Progressive Veränderung in der Gesetzgebung forciert nicht ein eigenes Ministerium, sondern eher eine inhaltlich relevante, international vernetzte, nachgeordnete Behörde, die dem Thema Netzpolitik innerhalb der Ministerialbürokratie, in Verbund mit den relevanten Stellen in Brüssel und im Bund-Länder-Dialog helfen kann, aus der Nische des digitalen Aktivismus herauszukommen.

Das historische Beispiel dafür ist das Umweltbundesamt. Mehr als 10 Jahre vor dem Umweltministerium gegründet, führten die Aktivitäten des UBA ab Mitte der 1970er in Westdeutschland zu einer kompletten Veränderung wichtiger Rechtsbereiche: im Strafrecht, im Verbraucherschutzrecht, im Bebauungsrecht, im Verkehrsrecht. Das parallel gegründete Ministerium für Umwelt in der DDR hatte kaum den gleichen Einfluss. Und auch das nach Tschernobyl gegründete Umweltministerium in der BRD brauchte selbst mit einem Politiker wie Töpfer eine ganze Weile, ehe es sich gegen die anderen Ministerien durchsetzen konnte. Continue reading „Der Mythos „Internetministerium““

Handbuch „Crowdfunding für große und kleine Bühnen“ erschienen – mit Vergleich der reward-based Crowdfunding Plattformen im deutschsprachigen Raum

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Für die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ haben wir im Sommer ein Handbuch für Crowdfunding-Kampagnen mit dem Titel „Crowdfunding für große und kleine Bühnen“ erarbeitet. Inhaltlich gibt das Handbuch auf rund 20 Seiten einen knappen, aber höchst informativen Überblick über Crowdfunding in der darstellenden Kunst.

crowdfunding-handbuch-2013-titelblattDabei streifen wir thematisch verschiedenste Bereiche und gehen unter anderem auf die Crowd beim Crowdfunding und die Crowd als Wissenslieferant ein, erklären die vier Arten von Crowdfunding, vergleichen unterschiedliche Plattformen miteinander, beantworten FAQs und geben zudem Tipps zur Vorbereitung der eigenen Crowdfunding-Kampagne. Illustriert wird das Handbuch mit zahlreichen Screenshots von erfolgreichen Kampagnen aus dem Bereich des Theater-Crowdfunding.

In dem Handbuch haben wir die verschiedenen Plattformen verglichen, deren Gebührenmodelle aufgezeigt und die unterschiedlichen Funktionen der Plattformen präsentiert. „Crowdfunding für große und kleine Bühnen“ kann über den ikosom-Shop als eBook oder Print on Demand bezogen werden oder mit einen Tweet heruntergeladen werden – weitere Informationen hier.

Listicles – Sind Seiten wie Buzzfeed, Cracked und StupidStation die Zukunft des Journalismus?

trendbloggerlogoAuf unserem Projekt „DieTrendblogger“ wurden in diesem Monat das Thema „Listicles“ diskutiert. Die Gründe dazu hatte ich hier schon mal erläutert. Die Trendblogger, die gerade in der ganzen Welt von Australien über Südamerika bis nach Kalifornien verteilt sind, haben spannende Artikel dazu geschrieben. Hier eine kleine Auswahl: Continue reading „Listicles – Sind Seiten wie Buzzfeed, Cracked und StupidStation die Zukunft des Journalismus?“

Complicity-Konferenz von berlinergazette.de #bgcon13

Vom 7. bis 9. November 2013 organisiert berlinergazette.de die Complicity-Konferenz. Ausgehend von der Feststellung, dass der aktuelle gesellschaftliche und digitale Entwicklung unserer Tage herkömmliche Gesetze des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit aufgehoben und verändert werden. Für ikosom wird unter anderem Monika Wallhäuser teilnehmen, um mit unseren Erfahrungen und ihrer Expertise zum Thema Collaborative Consumption beizutragen.

Im Fokus der Veranstaltung stehen neue Formen der Kollaboration: Wie können Kapitalisten und Piraten, (Bürger-)Journalisten und Hackern, Profis und Amateuren zusammenarbeiten? Wie kann Zusammenarbeit zwischen diesen Akteuren aussehen? Was müssen sie voneinander lernen, um das volle Potenzial ihrer Zusammenarbeit auszuschöpfen? Gibt’s eine gemeinsame Sprache? Wer kann die Zusammenarbeit als Übersetzer oder Moderator anleiten? Welche unerwarteten Lösungen können dabei entstehen? Was können wir von Best-Practice-Fällen lernen – speziell mit Blick auf die Nachhaltigkeit von digitalen Gemeingütern? Inwiefern ist Komplizenschaft ein Modell für die ganze Gesellschaft und deren Erneuerung?

Am 9. November findet der öffentliche Teil der Complicity-Konferenz mit den Public Talks statt, die wir an dieser Stelle ankündigen möchten und uns freuen würde dort mit Ihnen die Diskussion rund um das Thema Kollaboration fortführen zu können:

AUFTAKT | 13:30

Begruessung: Thorsten Schilling [Bundeszentrale fuer politische Bildung/bpb], Krystian Woznicki [berlinergazette.de]

EROEFFNUNGSVORTRAG: Was ist Komplizenschaft? | 14:00

Occupy, Commons und andere soziale Experimente zeigen: Auf der ganzen Welt werden neue Formen der Zusammenarbeit erfunden und ausprobiert. In ihrem Einfuehrungsvortrag zeigt Gesa Ziemer, Professorin fuer Kulturtheorie und kulturelle Praxis, dass die Umdeutung alter Formen gemeinschaftlichen Handelns eine wesentliche Rolle spielen kann. Der Blick auf Komplizenschaften in Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft legt eine solche Form aktueller Kollektivierung frei. Basierend auf ihrem aktuellen Buch „Komplizenschaft. Neue Perspektiven auf Kollektivitaet“ schlaegt Ziemer ein neues Verstaendnis des Begriffs vor, der bisher vorrangig mit kriminellen Aktivitaeten in Verbindung gebracht wird: Man hat eine Idee, macht einen Plan und setzt die Sache dann mit einem Komplizen um. Ziemer begreift das Illegale weder als Endstation des Denkens, noch als moralische Grenze des Handelns. Stattdessen erkundet sie neue Potenziale kollektiver Handlungen – besonders in innovativen Umgebungen. Entstehen aus einer Komplizenschaft heraus unerwartete Loesungen fuer bestimmte Probleme? Hat Komplizenschaft damit einen Nutzen fuer die ganze Gesellschaft?

Input: Prof. Gesa Ziemer [HafenCity Universitaet, Hamburg]
Moderation: Ela Kagel [Gruenderin, SUPERMARKT, Berlin]

HACKER UND JOURNALISTEN: Die Welt informieren oder reformieren? | 15:15

Schaetzungsweise 20 bis 30 Billionen US-Dollar sind im Ausland versteckt. Das entspricht der Summe des wirtschaftlichen Aufkommens der USA und Japans. Das Recherche-Projekt „Offshore Leaks“ hat sich dieser Schieflage angenommen und im April 2013 Details ueber 130.000 Offshore-Konten aufgedeckt. Der Bericht wurde vom Internationalen Konsortium der Investigativen Journalisten [ICIJ] herausgegeben, die weltweit mit 86 Journalisten aus 46 Laendern waren kooperierten, um die Serie von investigativen Berichten zu erstellen. Die Untersuchung basiert auf 2,5 Millionen geheimen Berichten ueber die Offshore Assets von Menschen aus 170 Laendern und Gebieten. Kurz: Es ist eines der Investigativ-Projekte unserer Zeit, eine bahnbrechende Zusammenarbeit von Journalisten und Programmierern. Was koennen wir von diesem Fall ueber Komplizenschaft lernen? Welche Reformen loest sie in der Welt der traditionellen Medien aus? Zwei Insider dieses Projekts teilen ihre Einblicke und Ueberlegungen.

Vortrag: Stefan Candea [Journalist, thesponge.eu und crji.org, Bukarest]
Antwort: Sebastian Mondial [Daten-Journalist, NDR.de, Hamburg]
Moderation: Marlis Schaum [Koeln]

AMATEURE UND PROFIS: uebernehmen jetzt kreative User das Ruder? | 16:15

Eine Software, die ihren Nutzern ermoeglicht mit der kuenstlichen Gesangsstimme einer futuristischen Diva zu singen, begeistert ganze Menschenmassen in Asien. Sie heisst Hatsune Miku und wurde 2007 in Japan auf den Markt gebracht. Als singende Synthesizer-Applikation, humanoide Persona und Avatar zugleich ist sie inzwischen bekannter als menschliche Idole und ist dabei fast vollstaendig ein Produkt ihrer Nutzer und Fans: Die haben zwischen Singapur und Tokio mittlerweile ueber 100.000 Songs und ueber 400.000 Videos im Namen von Hatsune hervorgebracht. Diese Explosion von Kreativitaet wird durch freie Lizenzen, soziale Netzwerke befluegelt und einer hochproduktiven Fan-Kultur. Ist das ein Modell fuer die Zukunft der kreativen Arbeit, in der Amateure und Profis interagieren? Wo liegen die Grenzen dieses Modells?

Vortrag: Prof. Mitsuhiro Takemura [Gruender, SMAL.jp, Sapporo]
Antwort: Valie Djordjevic [Redakteurin, iRights.info, Berlin]
Moderation: Lilian Masuhr [Berlin]

KAFFEEPAUSE | 17:15

PIRATEN UND KAPITALISTEN: Einfach die Wirtschaft neu erfinden? | 17:45

Mit Technologien wie Internet und Verschluesselung wird Geldverkehr ohne Banken moeglich. Fuer die Durchfuehrung von finanziellen Transaktionen ohne Kommission gibt es inzwischen Bitcoin. Aber Bitcoin ist immer noch eine Blase, die darauf baut, dass andere sich darauf verlassen, dass Bitcoin noch lange verwendet wird. Ein Vorschlag zur Loesung dieses Problems ist Opentabs. Es ist ein „Ich schulde dir etwas“-System [IOU fuer engl. „I owe you“], das nur auf dem Vertrauen jener basiert, die an einer Transaktion beteiligt sind. Es ist kein Dritter zwischengeschaltet. Opentabs versteht sich als ein Buchhaltungswerkzeug, das bei der Abschreibung der IOUs hilft. Als Werteinheit fuer diese IOUs koennen Bitcoins, Euro oder andere Dinge wie Bier [im Sinne von „Ich schuld dir ein Bier“] genutzt werden. Wie veraendern sich soziale Beziehungen, wenn Vertrauen zur Basis alltaeglicher Austauschprozesse avanciert? Ist es sogar im Zuge dessen moeglich, die Wirtschaft zu transformieren? Bietet Graswurzel-Banking a la Opentabs ein nachhaltiges Modell fuer die Finanzierung von Graswurzel-Produktionen im Bereich von Kultur und Wissen?

Vortrag: Michiel de Jong [Programmierer, opentabs.net, Amsterdam]
Antwort: Eleanor Saitta [Forscherin, IMMI, Seattle]
Moderation: Marlis Schaum [Koeln]

ABSCHLUSSDISKUSSION: Welche Regeln braucht Komplizenschaft? | 18:45

Unsere Zeit wird von soziokulturellen Kaempfen gepraegt. So prallen immer haeufiger unterschiedliche Welten aufeinander und gehen miteinander teils ueberraschende Allianzen ein. Dabei verfuegen sie ueber ganz unterschiedliches Kapital: Kommerzielle Akteure und Unternehmensverbaende haben grosse finanzielle Mittel. Zivile Aktivisten haben sich einer „guten Sache“ verschrieben. Forscher hingegen erreichen ihren diskursiven Expertenstatus ueber die neutrale Einschaetzung von Fakten. Wenn diese drei Akteure Koalitionen bilden, um ein gemeinsames Ziel voranzubringen, kann das Resultat auch weniger als die Summe seiner Teile werden. Komplizenschaft zwischen diesen verschiedenen Akteuren kann die Glaubwuerdigkeit der Beteiligten untergraben. Was sind akzeptable, was sind notwendige Kompromisse einer grenzuebergreifenden Koalitionsbildung? Gibt es Alternativen zur Komplizenschaft? Was bedeutet Verantwortung in diesem Zusammenhang? Wie kann eine Ethik der Komplizenschaft aussehen? Welche Standards und welche Werte koennen Komplizenschaften tragfaehig machen?

Vortrag: Leonhard Dobusch [Wissenschaftler, Freie Universitaet Berlin]
Antwort: Janina Sombetzki [Philosophin, Universitaet Kiel]
Moderation: Lilian Masuhr [Berlin]

Complicity – Die 13. Berliner Gazette-Jahreskonferenz

Screenshot: Berliner Gazette
Screenshot: Berliner Gazette

Vom 7.11. bis 9.11. findet die 13. Jahreskonferenz der Berliner Gazette unter dem Motto „Complicity“ statt. Die Frage: „How can Pirates & Capitalists, Hackers & Journalists, Amateurs & Pros work together?“ Wir sind dabei und freuen uns darauf!

Die Frage, wie die Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel zu (neuen) Formen von Kollaborationen führen, wird in den drei Workshops „Amateurs & Pros“, „Hackers & Journalists“ und „ Pirates & Capitalists“ am 7.11. und 8.11. diskutiert. In den Public Talks am 9.11. ab 10 Uhr im Berliner Supermarkt, die allen Interessierten offen stehen, werden die Ergebnisse vorgestellt und es gibt Vorträge zu den verschiedenen Themenkomplexen.

Wir werden am Workshop „Amateurs & Pros“ teilnehmen, in dem es um das Verschwimmen der Grenzen zwischen Konsument_innen und Produzent_innen geht. Was sind die Gründe dafür, welche Chancen und Risiken birgt diese Entwicklung? Wir wollen im Rahmen der Workshops auch einige Ergebnisse unserer Studie zu Collaborative Consumption vorstellen. Diese und weitere spannende Fragen stehen zur Diskussion und versprechen ein paar interessante und sicher lehrreiche Tage.

Das Programm und nähere Informationen findet ihr hier . Der Eintritt zu den Public Talks am 9.11. ist frei.

Crowdfunding Master Classes in Berlin und München: „Wie man eine Crowdfunding-Campaign organisiert und den Crowdfunding Canvas nutzt“

advies-crowdfunding

Gijsbert Koren, Crowdfunding-Berater aus den Niederlanden, wird am 12. und 22. November 2013 in Berlin und München mit uns einen Workshop organisieren. Teilnehmen können alle, die eine Crowdfunding-Kampagne organisieren und sich über Erfolgsfaktoren informieren wollen. Verwendet wird dafür eine neu entwickelte Methode namens Crowdfunding-Canvas.

Crowdfunding Canvas EN

Crowdfunding is booming. In a few years time, hundreds of crowdfunding initiatives and platforms have been created. Some are extremely successful, while others are not. What is the key to crowdfunding success and how can you use crowdfunding for your project or company? That is what this workshop is all about.

Whether you are an artist, startup or growing company, crowdfunding can be used to raise capital. Next to raising capital,  there are many other reasons to use crowdfunding, like engaging your customers and getting more visibility. In this workshop, you will get a good picture about the opportunities and challenges of crowdfunding and how you can use it for your own project or company.

During this workshop, we will use proven tools to create the basis for your crowdfunding success. One of tools is the Crowdfunding Canvas, which you can use to structure campaign.

gijsbertGijsbert Koren ist Gründer von Douw&Koren, einer der führenden Crowdfunding-Beratungsfirmen in den Niederlanden. Douw&Koren führt Marktforschung durch, entwickelt Crowdfunding-Staregien und unterstützt Crowdfunding Kampagnen.

Hier kann man die Workshop-Tickets bestellen:

Dies sagen andere Leute über Gijsbert Koren:
WakaWakaKickstarter

“Douw&Koren’s advice resulted in 160% result on Kickstarter ($48,000) and reaching our Symbid target (€75,000) weeks ahead of time! They know what crowdfunding is, they know how to approach a campaign and they were very creative in thinking out of the box for last minute solutions.”
Camille van Gestel, WakaWaka Light.
“I enjoyed the crowdfunding workshop that Douw&Koren provide because it was a very useful introduction into the field of crowdfunding. Clearly Douw&Koren are experts on the subject and they enjoy sharing this information with others in a humorous yet professional manner.”
Marike Goossens, scientist.
“Douw&Koren gave us a lot of great input for our crowdfunding campaign. Through their advice, we were able to improve our pitch and make our campaign’s message much more succinct. The guys from Douw&Koren have a lot of good ideas and experience in the crowdfunding space.”
Ben El-Baz, Szceit.

Leitfaden zu PR in Wikipedia

Leitfaden PR in Wikipedia
Leitfaden PR in Wikipedia

Vor einigen Monaten organisierten wir eine Diskussionsveranstaltung “Wikipedia, PR und Unternehmen” (hier das Storify dazu). In den vergangenen Tagen ist reichlich Fahrt in das Thema gekommen. Nicht nur gab es ein Meinungsbild in der deutschsprachigen Wikimedia-Community, sondern als in der englischsprachigen Community ein unseriöser Dienstleister mit zahlreichen werblichen Beiträgen entdeckt wurde, gab es einige Aufregung.

Neu erschienen ist der Leitfaden „Public Relations in Wikipedia – Leitfaden für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit“ von sucomo und aufgesang. Der Leitfaden ist perpaywithatweet verfügbar.

Interview zu Facebook-Verboten an Schulen

Am vergangenen Samstag wurde ich von der Radio Fritz-Sendung Trackback zum Facebook-Verbot an deutschen Schulen interviewt. Trackback ist eine Sendung, die sich rund um das Internet dreht und aktuelle Themen aus der Netzwelt aufgreift. Den Anlass für das Interview gab eine neue Verordnung aus Rheinland-Pfalz, die Lehrkräften untersagt, Facebook zum dienstlichen Kontakt mit Schülerinnen und Schülern zu nutzen. Rheinland-Pfalz ist nicht das einzige Bundesland, das solche Verbote ausbricht, u.a. Baden-Württemberg gab eine Handreichung heraus, nach der die Verwendung von sozialen Netzwerken für die dienstliche Verarbeitung personenbezogener Daten generell verboten ist.

Die gesamte Sendung ist als Podcast verfügbar.Das Interview ist ab 44. Minute zu hören und steht unter einer CC-Lizenz.

Wenn Facebook die geheime Identität zerstört…

In der schwedischen Metro erschien ein spannender Artikel über die Folgen der Verbreitung einer Facebook-Suche:

The story on Facebook was very touching. A father published a photo of his missing children and asked for help finding them. And thousands helped sharing the post and finally one person recognized the children and let him know where to find them.

The missing information was that the woman was living under protection and with a new identity after leaving the man. Now he found out where she was. She was forced to move again – to a women’s shelter.

Die Frau hatte wohl ein legitimes Interesse, ihre Kinder zu schützen. Andererseits aber wäre es wohl für viele Eltern, deren Kinder entführt worden sind, ein sinnvolles Instrument, wenn die Gesichtserkennung auf Facebook helfen könnte, verschwundene Personen zu finden. Wie soll sich die Gesellschaft in solchen Dilemmata verhalten?

Crowdfunding und Crowdinvesting bei Servus TV

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 21.01.42Crowdfunding bzw. Crowdinvesting wird auch in Österreich immer mehr zum Trend-Thema. Am Beginn der „Spar-Woche“, der Woche rund um den Weltspartag am 31.10., widmet sich auch der Österreichische Fernsehsender Servus TV dieser alternativen Finanzierungsform. In der Frühstücks-Sendung Servus am Morgen, die zwischen 6 und 9 Uhr früh live ausgestrahlt wird, bin ich morgen eingeladen, um den Moderatoren Rede und Antwort über die aktuellen Trends aus diesem Bereich zu stehen. In mehreren Live-Einstiegen werde ich zu den Beteiligungsformen, den Plattformen und Projekten sowie den Chancen und Risiken durch Crowdfunding interviewt. Für alle Nicht-Österreicher gibt’s die Möglichkeit die Sendung via Live-Stream über die Servus TV Webseite zu verfolgen.

 

 

Interview im Neuen Deutschland zum Thema „Politisches Bloggen“

neuesdeutschland-politischesbloggenIch wurde vom Neuen Deutschland zum Thema Politisches Bloggen interviewt – hier das Interview zur Dokumentation:

Nd: Wie schätzen Sie die Blogger-Landschaft in Deutschland ein? Was ist das Spezifische an deutschen Bloggern?

Wenzlaff: Wenn man die USA mit Deutschland vergleicht, dann ist die Bloggerszene in den USA wesentlich stärker und sehr polarisierend, sowohl von links als auch von rechts. In Deutschland ist das noch nicht so. Aber es gibt eine sehr rege Politik-Blogger-Szene im progressiven bis konservativen Spektrum. Ein Indikator dafür ist, dass die Blogger zunehmend auf den Online-Seiten verschiedener Zeitungen als Kolumnisten auftreten.

Sie haben bei der Wahlkampagne von US-Präsident Barack Obama mitgemacht. Welche Rolle haben politische Blogger bei dieser der Kampagne gespielt und welchen Einfluss hatten sie auf die Meinungsbildung?

In Amerika brauchen Kandidaten eine große mediale Reichweite, weil sie nicht auf die Struktur der Parteien zurückgreifen können. In amerikanischen Wahlkampagnen sind Blogs daher stark meinungsbildende Medien. Dessen sind sich die Kandidaten auch bewusst, deshalb werden neben der Presse auch Blogger auf Wahlkampftouren und zu Vorträgen eingeladen. Diese Relevanz haben Blogger in Deutschland nicht.

Welche Rolle spielen Blogs für die politische Teilhabe und Meinungsbildung?

In Deutschland versuchen Politiker aufgrund des starken Parteiensystems Mehrheiten eher innerhalb der Parteien zu sammeln. Auch politische Willensbildung findet in Deutschland eher hinter den Kulissen und weniger im öffentlichen Diskurs statt. Aber Ausnahmen gibt es natürlich, zum Beispiel Halina Wawzyniak, Bundestagsabgeordnete der Linken für Berlin-Kreuzberg, die in ihrem Blog auch die Debatten aus dem Parteivorstand kommentiert, in dem sie sitzt. Blogger schaffen es aber, politische Themen auf die Tagesordnung zu setzen. Der #Aufschrei (Debatte über Sexismus nach der sexuellen Belästigung einer Journalistin durch den FDP-Politiker Brüderle, Anm. d. Red.) ist ein Bespiel dafür. Wesentlichen Einfluss auf politische Entscheidungen haben Blogger jedoch noch nicht.

Wie sehen Sie die Zukunft politischen Bloggens in Deutschland?
Ich glaube, dass das politische Bloggen in Deutschland bedeutender wird, weil meinungsstarke Medien eine höhere Resonanz haben. Persönlicher Journalismus, bei dem die Journalisten oder die Blogger sich nicht mehr hinter einer anonymen Marke oder einer Zeitschrift verstecken, sondern mit ihrer Person und ihrem Namen verknüpft politisch agieren, wird noch stärker zunehmen.

Journalisten haben schon immer politisch gehandelt, auch wenn sie beim Spiegel oder Stern Neutralität vorgeben. Journalisten haben massive Eigeninteressen und haben das in ihren Artikeln auch immer deutlich werden lassen. Ich finde es ehrlicher, wenn Journalisten ihre Meinung deutlich sagen und man als Leser ihre Berichterstattung vor diesem Kontext auch einordnen kann. Continue reading „Interview im Neuen Deutschland zum Thema „Politisches Bloggen““

Erstes europäisches Youth BarCamp in Wien #ybcvie

Vom 18.10 bis 20.10. 2013 kommen 70 Jugendliche aus sechs europäischen Ländern zum ersten europäischen Jugend BarCamp in Wien zusammen.

Im Kontext der Implementierung einer EU-Jugendstrategie dreht sich das Jugend BarCamp um Themen wie eDemocracy und Partizipation junger Menschen. Darüber hinaus wird der aktuelle Stand der im youthpart-Projekt entwickelten „Guidelines for e-participation of young people“ (aktuelle Fassung als PDF) von den Jugendlichen diskutiert.

Header_BarCamp_Der Hauptorganisator des Jugend BarCamps ist wienXtra – institut für freizeitpädagogik in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend Österreich und Projekt youthpart. Darüber hinaus unterstützen verschiedene Partner aus insgesamt sechs Ländern die Veranstaltung.

Wolfgang Gumpelmaier und Kristin Narr von ikosom sind vor Ort und für die fachliche Dokumentation des Jugend BarCamps zuständig. Neben Berichten aus Sessions und Interviews mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden sie auf Facebook, Twitter und auf dem Blog über den Austausch und den Diskussionen berichten.

Weitere Informationen zum Jugend BarCamp unter: youthbarcamp.eu

Der Livestream ist verfügbar unter: proj.adobeconnect.com/youthbarcamp

Crowdfunding als Beispiel für Networking

Vor einigen Monaten wurde ich von Juliane Block gefragt, ob ich nicht ein paar Informationen zu Crowdfunding für ein Buchprojekt ihres Professors an der HFF Potsdam-Babelsberg zum Thema „Networking“ beisteuern möchte. Natürlich habe ich zugesagt, vor allem weil ich es spannend fand, Crowdfunding aus eben diesem Blickwinkel zu beleuchten. Mittlerweile ist das Buch von Dr. Klaus-Dieter Müller erschienen, es trägt den Titel Erfolgreich Denken und Arbeiten in Netzwerken: Networking als Kulturtechnik. Im Klappentext heißt es dazu:

 „Das Zusammenleben der Menschen hat sich verändert und erfordert entsprechende Verhaltensweisen. Wo Gewissheiten verloren gehen, muss gleichwohl etwas existieren, was die Gemeinschaft zusammen hält. Dieses verbindende Element ist das Netz in all seinen personalen (haptischen) und auch digitalen Formen bis hin zum Crowd Funding. Netze sollen einen Nutzen haben für die Karriere, das Einkommen und für den sozialen Status. Nutzen, Zweck und Wert sind darum drei wesentliche Elemente der Netzwerkarbeit. Klaus-Dieter Müller legt dabei besonderen Wert auf die menschlichen Aspekte von Networking. Dahinter steht ein von ihm vertretenes Menschenbild, nämlich das Selbst als Dreh- und Angelpunkt seines Wirkens in der Welt. Die Identität des Individuums wird zu einem Problem der gesellschaftlichen Moderne. Es kommt nun darauf an, den Zusammenhang zwischen Selbst und Netz zu erkennen. Der Autor liefert viele Tipps, Hinweise und Erfahrungsberichte dazu, wie der Zweck und Nutzen eines Netzwerks mit den eigenen Befindlichkeiten und der Stellung in der Welt in Übereinstimmung zu bringen sind. Netzwerkarbeit ist eine Kulturtechnik, ähnlich wie Lesen und Schreiben, sie kann Gegenstand von Unterricht, Training und Beratung sein.​“

Erfreulicherweise hat Dr. Müller viele meiner Inputs in sein Buch übernommen und sich dafür auch extra bedankt (siehe Bilder unten). Vor allem geht er darin auf einige meiner Erfahrungen mit Filmprojekten ein, darunter das Bud Spencer Dokumentarfilmprojekt, Chi l’ha visto, Homophobia, aber auch Iron Sky oder Water makes money als Beispiele für D.I.Y.-Crowdfunding (also Projekte, die ohne die Nutzung einer Crowdfunding-Plattform auskommen). Auch diverse ikosom-Publikationen werden darin zitiert, unter anderem die Crowdfunding-Studie 2011.

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„Dieser kleine gedankliche Ausflug zeigt, wie vielfältig das Thema Netzwerken ist“, schreibt Dr. Müller als abschließenden Satz zum Thema Crowdfunding. Ich denke, das spricht ebenso für Crowdfunding selbst, denn auch hier sind die Möglichkeiten und Nutzungsansätze mannigfaltig. Als ikosom setzen wir uns (fast) täglich dafür ein, eben diese Ansätze sichtbar zu machen und auf ihre Umsetzbarkeit hin zu analysieren und weiterzugeben. Insofern freut es uns, wenn das Thema in Beiträgen wie jenem von Dr. Müller thematisiert und an eine breite, möglicherweise neue Zielgruppe weitergereicht wird. Danke.

Warum die @huffpostde eigentlich #Crowdfunding ermöglichen sollte

Ob der Deutschland-Start der Huffpost ein Übel oder eine Chance für den Journalismus ist, wurde viel diskutiert – aber viel weniger unter dem Aspekt, wie die HuffPost dem noch kleinem Pflänzchen des Crowdfunding für Journalismus helfen könnte, etwas größer zu werden.

Foto: Toban Black http://www.flickr.com/photos/tobanblack/  (CC BY-NC 2.0)

Crowdfunding ist ein altes Modell im Journalismus

Crowdfunding, Schwarmfinanzierung, Pre-Tail – im Journalismus gibt es das schon ziemlich lange. Noch bevor der anzeigenbasierte Printjournalismus sich im 20. Jahrhundert als dominantes Geschäftsmodell von Verlagen durchgesetzt hatte, waren Zeitschriftenverlage über Subskriptionsmodelle in der Lage, viele Printnischen zu besetzen. Die Leser bezahlten über Abos für die Infrastruktur der Zeitung und Zeitschriften und das Gehalt der Redakteure. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es zahlreiche Verlage, die sich an das kulturell und finanziell aufstrebende Bürgertum wanden und über dieses Geschäftsmodell die Grundlage für die modernen Medienhäuser legten. Aber auch viele Tageszeitungen haben ihre Ursprünge in Genossenschaftsmodellen, die durch den Bildungshunger der Arbeiter Ende des 19. Jahrhunderts erst ermöglicht wurden. Crowdfunding ist also für Journalismus nichts Neues. Continue reading „Warum die @huffpostde eigentlich #Crowdfunding ermöglichen sollte“

Facebook-Gewinnspiele auswerten mit der „Glücksfee“

Im August hat Facebook seine Promotions-Richtlinien deutlich gelockert und so können laut einem Beitrag im Blog Gewinnspiele in Zukunft auch ohne App abgewickelt werden. Kurz nach dieser Meldung hat der Social Media Analyse-Serviceanbieter Fanpage Karma sein Tool „Glücksfee“ an den Start gebracht, mit dem „die Gewinner deiner Facebook-Gewinnspiele“ mit nur einem Klick ermittelt werden können. Wie es der Zufall so will, hatten wir vergangene Woche tatsächlich etwas zu verlosen, nämlich das Buch „Netzpolitik in Österreich„.

Letzten Freitag riefen wir daher auf unserer Facebook-Seite auf, per Kommentar an der Verlosung eines Exemplars teilzunehmen. Wir haben den Teilnahme-Zeitraum bewusst kurz gehalten, da die Halbwertszeit von Facebook-Updates bei rund 30 Minuten liegt. Die Beteiligung war ehrlich gesagt mäßig, aber dennoch haben wir die mit der Aktion verbundene Ziele erreicht. Nämlich ein Buch via Facebook zu verlosen und gleichzeitig die Glücksfee zu testen.

Und so funktioniert’s:

Nachdem alle Kommentare getätigt sind, kopiert man einfach den Facebook-Direktlink zum Statusupdate in das Glücksfee-Feld. Wie man die URL findet, wird unter dem Feld extra noch einmal erklärt. Wichtig dabei: die Ermittlung des Gewinners funktioniert nur bei Facebook-Seiten, nicht bei privaten Profilen.

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Danach ermittelt das Tool den Gewinner. Dabei gibt es verschiedene Ermittlungstypen und so kann man zwischen allen Personen, die geliked haben oder Personen, die kommentiert habenPersonen, die kommentiert und geliked haben bzw. Personen mit den meisten Likes am Kommentar auswählen. In unserem Fall haben wir, wie angekündigt, aus allen Kommentaren eine Person ausgewählt. Generelles Learning: Kommentare der eigenen Seite werden nicht mit einbezogen, Kommentare von Team-Mitgliedern der Seite natürlich schon. Im Notfall kann man den Prozess aber wiederholen, sollte man sich wirklich selbst gezogen haben. Unser Fazit: kleines, aber feines, leicht zu bedienendes Tool.

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Das Ergebnis:

Last but not least wollen wir natürlich auch das Ergebnis noch bekanntgeben, denn darum ging es ja schließlich 🙂 Wir gratulieren LAURENT STRASKRABA aus Linz, der das Buch gewonnen hat. Wir melden uns in Kürze. Und vielen Dank auch an alle anderen Mitspieler. Vielleicht ergibt sich ja demnächst ja wieder die Gelegenheit!

 

 

 

 

Interview zu Crowdfunding für gemeinnützige Organisationen

Crowdfunding ist mittlerweile ein vielbesprochenes Fundraising-Instrument. Kaum eine Fundraising-Bildungsveranstaltung vergeht, ohne dass ein Seminar oder Workshop das Thema in den Fokus stellt oder zumindest streift. In den vergangenen zwei Wochen erklärte ich die Chancen und Möglichkeiten unter anderem auf der Social Media Week, der kollekta und beim Bundeskongress Kommunikation der Diakonie.

In Workshops und Gesprächen sind die Fragen von Fundraisern und Nonprofit-Organisationen konstant gleich. Aus diesem Grund danke ich Kristin Vienco, dass wir huer das Interview veröffentlichen können, welches sie für Ihre Masterarbeit über Crowdfunding – Möglichkeiten und Grenzen für das Fundraising mit mir führte.

Kristin Vienco: Welche Kategorien von Crowdfunding kann man dabei unterscheiden?
Jörg Eisfeld-Reschke: Die eine international übergreifende Definition von Crowdfunding gibt es nicht. Es gibt unterschiedliche Praktiken, die in Deutschland ist relativ einheitlich. Das klassische Crowdfunding wird verstanden als das reward-based Crowdfunding, das mit Gegenleistungen arbeitet. International ist die Definition, die am weitesten verbreitet ist und die auch am weitesten anerkannt ist, jene aus dem Crowdfunding Industry Report. Die unterteilt Crowdfunding in vier verschiedene Ansätze: Erstens donation-based – das ist das, was wir hier als klassisches Spendensammeln bezeichnen würden. Zweitens reward-based, also das Arbeiten mit Gegenleistungen – das klassische Crowdfunding Konzept. Drittens lending-based, bei dem es um kreditähnliche Modelle geht. Viertens dann das equity-based Crowdfunding, was wir hier als Crowdinvesting bezeichnen würden. Das sind die vier maßgeblichen Ansätze im Crowdfunding, die alle auch mit unterschiedlichen Begriffen zum Teil abgetrennt werden, z.B. in Spendensammeln, klassisches Crowdfunding, Crowdlending und Crowdinvesting.

Welche grundsätzlichen Merkmale lassen sich denn für das Crowdfunding mit Gegenleistungen, also dem reward-based Crowdfunding, erkennen?
Im reward-based Crowdfunding, also das am meisten verbreitete Konzept in Deutschland, geht es hauptsächlich um Gegenleistungen, d.h. um Fundraising mit implementierter Gegenleistung. Weiterhin gibt es eine Zielsumme und einen Zielzeitraum und daran werden zwei Prinzipien angesetzt: das eine ist das Transparenz-Prinzip. Dieses stellt dar, welche Summe tatsächlich benötigt wird, um ein Projekt umzusetzen. Das ist dann die Zielsumme. Und das bedeutet, wenn diese Summe zusammenkommt, dann ist dieses Projekt realistisch umzusetzen. Wenn es mehr wird, kann umso mehr umgesetzt werden, aber das ist so das Versprechen. Und zweitens gibt es das Alles-oder-Nichts-Prinzip, d.h. nur wenn die Zielsumme im Zielzeitraum zusammenkommt, wird das Geld an das Projekt ausgezahlt, andernfalls geht es zurück an die Unterstützer. Das dient in gewisser Weise als Schutz für die Unterstützer, weil eben nur dann das Geld fließt, wenn das Versprechen, also das beschriebene Projekt, auch so umgesetzt werden kann mit den zustande gekommenen, finanziellen Mitteln. Das ist der klassische Crowdfunding-Ansatz und der Ansatz, den wir in Deutschland unter Crowdfunding finden und was die Plattformen hier aktuell anbieten und umsetzen. Continue reading „Interview zu Crowdfunding für gemeinnützige Organisationen“

@airbnb vs New York City – Welche Bedeutung hat die jüngste Entscheidung für die Share Economy?

In New York wurde eine Gebühr für einen Anbieter einer Wohnung auf airbnb verhängt, da vermutet wurde, dass er illegal ein Hotel betreibt. Diese Gebühr wurde nun für ungultig erklärt – airbnb hatte sich heftig in den Streit eingemischt. Welche Bedeutung hat das Urteil für die bommende Branche der Immobilienteilbranche?

Auf den Blog auf Airbnb schreibt David Hantman von Airbnb:

Yesterday, the New York City Environmental Control Board reversed Nigel’s fines, agreeing with our arguments and delivering a major victory for Nigel, New York and the Airbnb community.

In the appeal, we and Nigel argued—and the appeal board now agrees—that under New York law as long as a permanent occupant is present during a stay, the stay does not violate New York’s short term rental laws.

Es ging also um die Frage, ob jemand privaten Wohnraum vermieten dürfte, wenn er selber noch anwesend ist – ähnliche Gesetze der privaten Untervermietung für eine kurze Zeit gibt es auch in anderen Ländern zum Beispiel in Deutschland.

Worum es aber bei Airbnb in Wirklichkeit geht, ist die Frage der kommerziellen Vermietung von Wohnung. Hier zitiert die Business Week die Autorin des Gesetzes gegen illegale Hotels in New York, Liz Krueger:

“Airbnb may have scored a PR victory with the success of this appeal, but that’s all it is. The vast majority of Airbnb’s business in New York City—short-term rentals of apartments in residential buildings without any permanent residents present—remains unambiguously illegal,” she said in a statement.

Die Frage, ob airbnb eine Bereicherung für eine Stadt ist, müsste man eigentlich mal systematisch untersuchen. Ich sehe da sechs Fragen:

1) Hilft airbnb die Gentrifizierung in sich stark verteuernden Wohngegenden abzumildern? airbnb behauptet diesen Effekt immer wieder in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, weil dank airbnb es Mietern ermöglicht würde, ihre Wohnungsmiete zu mindern, indem sie nicht-genutzte Zimmer schnell und einfach weitervermieten. Man müsste hier Gelegenheitsnutzer und regelmäßige Nutzer unterscheiden und herausfinden, inwiefern die Shareconomy zur Mietstabilisation beiträgt.

2) Erlaubt airbnb das Heranwachsen eines Gästewohnungssektors? Das Argument der Stadt New York scheint ja darauf abzuziehen, dass ein großer Teil der airbnb Anbieter nicht nur die Wohnung regelmäßig vermieten, sondern dies auch als Unternehmer tun.

3) Sorgt airbnb dafür, dass eigentlich wiederzuvermietende Wohnung entweder als private oder kommerzielle Gästewohnung genutzt werden und entzieht die Shareconomy dem Wohnungsmarkt freie Wohnungen, weil Leute ihre einmal angemieten oder gekauften Wohnungen nicht mehr normal weitervermieten?

4) Entzieht das airbnb-Geschäftsmodell den Hotels Kundschaft? In Berlin beispielsweise stagniert trotz steigender Besucherzahlen der Markt für Hotelbauten – ein Hinweis darauf, dass sich die Besucherströme andere Übernachtungen suchen.

5) Ist airbnb aus Sicht einer Stadt und deren Steuereinkommen positiv oder negativ? Wenn Hotelzimmer durch kommerzielle Gästewohnung ersetzt werden, beide aber die gleichen Abgaben bezahlen, ist dies eine normale Marktverschiebung. Wenn aber die Gästewohnung keine Steuern und Abgaben bezahlen, dann entsteht der Staat ein Ausfall.

6) Hat eine Ausbreitung der Shareconomy auch noch andere gesellschaftliche Effekte, zum Beispiel dass dadurch internationale Kontakte gestärkt werden, dass Ressourcen besser genutzt werden, dass eine Stadt tourismusfreundlicher wird?

Diese sechs Fragen sind eigentlich separat zu analysieren, bevor das Geschäftsmodell von airbnb einseitig gelobt oder beschimpft werden kann.

Broschüre Social Media in der Internationalen Jugendarbeit erschienen

Für das IJAB (Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.) entwickelte ikosom eine Broschüre zu Einsatzmöglichkeiten von Social Media in der Internationalen Jugendarbeit.

Die Internationale Jugendarbeit steht vor neuen Herausforderungen, ihre Angebote öffentlich darzustellen, Zielgruppen adäquat anzusprechen und die eigene Arbeit effizient zu gestalten. Digitale Instrumente und Social Media können hier als Impulsgeber fungieren. Diese Broschüre zeigt Wege auf, wie Social Media sinnvoll Einsatz finden können in der Konzeption, Planung, Durchführung, Nachbereitung und Dokumentation von internationalen Jugendprojekten. Sie stellt dabei eine große Bandbreite an Instrumenten vor. Die Infoboxen erläutern, was beim Einsatz beachtet werden sollte. Selbstverständlich ist es nicht empfehlenswert, alles auf einmal und von heute auf morgen anzuwenden. Aber es lohnt sich Dinge auszuprobieren und selbst Erfahrungen zu sammeln.

Die Publikation ist nun erschienen und steht zum kostenfreien Download bereit. Sie ist unter der Creative Commons (by-nc-sa) erschienen.

Das geraubte digitale Vermächtnis: Verstossen Rösler und Brüderle gegen das Bundesarchivgesetz?

Philip Rösler und Wolfgang Brüderle haben ihre Facebook-Profile gelöscht, so berichten verschiedene Medien die Erkenntnisse von unseren geschätzten Kollegen Jona und Martin von Pluragraph. Aber in der Regel schreiben die Medien nur darüber, dass sie das tun, weil die beiden FDP-Spitzenpolitiker Angst vor den negativen Kommentaren auf ihren Seiten haben.

In Wirklichkeit ist der Skandal viel größer. Ob Rösler oder Brüderle Angst vor den negativen Kommentaren haben, kann doch nicht entscheidend dafür sein, ob eine öffentliche Kommunikation von zwei derzeit noch aktiven Politikern einfach gelöscht werden kann? Denken die beiden, ihre öffentlichen Profile auf Facebook sind ihre Privatangelegenheit? Denkt ihre Partei, dass die Profile der Politiker nach dem Wahlkampf keine Relevanz mehr haben?

Das Bundesarchivgesetz regelt eigentlich sehr deutlich, dass alle Verfassungsorgane ihre Kommunikation zur Archivierung anbieten müssen:

Die Verfassungsorgane, Behörden und Gerichte des Bundes, die bundesunmittelbaren Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die sonstigen Stellen des Bundes haben alle Unterlagen, die sie zur Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben einschließlich der Wahrung der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder nicht mehr benötigen, dem Bundesarchiv […] zur Übernahme anzubieten […].

Continue reading „Das geraubte digitale Vermächtnis: Verstossen Rösler und Brüderle gegen das Bundesarchivgesetz?“

Online-Fundraising – What about the money – #smwberlin

Der dritte Tag der Social Media Week in der Design Akademie Berlin stand unter dem Motto „Science & Innovation/ NGOs & NPOs“. Jörg Eisfeld-Reschke Gründer von ikosom und Experte für Online Fundraising sprach in einem 45 Minuten Vortrag über die verfügbaren Werkzeuge für Online-Fundraising.

Schon lange ist es her, dass ich einen Überweisungsträger ausgefüllt habe. Über Online-Banking geht das viel schneller. Die Internetnutzung setzt sich nach und nach in allen Altersgruppen der deutschen Gesellschaft durch und auch soziale Medien gehören inzwischen zur persönlichen Lebenswelt vieler Menschen. Warum also nicht über Internet Fundraising betreiben? Das geht einfach und schnell. Das Fundraising in Social Media bietet gemeinnützigen Organisationen sich im Internet zu präsentieren, Mittel zu beschaffen und Beziehungen mit Spendern zu entwickeln. Viele Organisationen machen dies schon seit einigen Jahren und das Angebot an Instrumenten ist inzwischen enorm. In Deutschland werden zwar erst etwa ein bis neun Prozent des deutschen Spendenvolumens online generiert, doch immerhin spendet bereits jeder zehnte Bundesbürger online. In den USA erwartet man in diesem Jahr einen Anstieg auf 50 Prozent.

Was müssen NGOs & NPOs bei Online-Fundraising beachten?

Grundlage des Online-Fundraising ist die Präsenz der Organisation in Social Media, wie Facebook, Twitter und Co. Da das Online-Fundraising nicht unbedingt das wichtigste Instrument ist, sollte man vorher eine bewusste Auswahl an Instrumenten treffen. Dazu empfiehlt es sich die Zielgruppe zu analysieren und die Kommunikation, die mit dem Instrument verbunden ist, vorzubereiten. Die einfache Registrierung bei einer Spendenplattform verspricht nicht einen sofortigen Erfolg. Es ist notwendig, dass diese Spendenkanäle auf den Fanseiten und auf der Homepage der Organisation aktiv kommuniziert werden. Persönlichkeit und Kreativität ist gefragt. Außerdem ist es wichtig, dass in der Organisation sowie in den sozialen Netzwerken der Mitarbeiter für die Aktion geworben wird und somit eine Institutional Readiness geschaffen werden kann. Um die Effektivität der Instrumente zu ermitteln sollte man Daten sammeln und den Erfolg messen. Durch diese Erfahrungen kann man die Nutzung von Online-Fundraising-Instrumenten optimieren.

Welche Kanäle oder Möglichkeiten gibt es?

Auf sozialmarketing.de findet man einen hilfreichen Überblick von Fundraising-Plattformen bis zu Social Media Widgets.

Is the internet safe around here? – Toleranz Online 2013 – #smwberlin

Am Dienstag, den zweiten Tag der Social Media Week in Berlin hat, ikosom-Experte für digitalen Gesellschaftswandel Simon Schnetzer in einer Preview die ersten Stories und Ergebnisse seiner spannenden Studie „Toleranz Online 2013“ präsentiert. Die Studie, die in enger Kooperation mit ikosom am 13.Oktober veröffentlich wird, beschäftigt sich mit den wichtigen Fragen: wie nutzen junge Menschen das Internet und wie könnte der digitale Raum sicherer und der Umgang darin respektvoller werden.

Die Meinungsfreiheit ist das Recht zur Verbreitung einer Meinung in Wort, Schrift und Bild sowie in allen verfügbaren Übertragungsmitteln. Das Internet und besonders Social Media haben diesem Grundrecht grenzenlose Dimensionen verliehen. Eine Meinung online zu äußern ist leicht, sie wieder einzufangen unmöglich. Diese Problematik stellt die Gesellschaft vor die Aufgabe Freiheit und ihre Grenzen neu zu definieren und ein tolerantes Konzept auf die digitale Welt zu übertragen. Simon Schnetzer hat sich dieser Herausforderung gestellt und durch die Kombination von quantitativen Online-Befragungen sowie qualitativen Interviews eine sehr interessante Studie konzipiert. Dazu ist er u.a. durch Deutschland getrampt und hat viele Menschen im Alter von 12 und 34 Jahre getroffen. Er hat mit den Menschen über persönliche Erfahrungen bzgl. Toleranz in Social Media gesprochen. Die Geschichten sind wichtig, da er mit seinem Team die Zahlen der Studie zum Leben zu erwachen lässt

Der tragische Tod von Amanda Todd machte deutlich, dass sich besonders in der Altersgruppe U20 die meisten Opfer von Online-Mobbing befinden. Auch die „Toleranz Online 2013“ Studie zeigt, dass 61 Prozent aller Teilnehmer unter 20 Jahren bereits negative Erfahrungen gesammelt haben. Eltern wissen oft nicht, wie und welche Grenzen sie ihren Kindern bei der Nutzung von Social Media geben sollen. Eine Meinung offline offen auszusprechen fällt den meisten Menschen viel einfacher als online, wobei Männer mutiger sind als Frauen.

Wie kann man das Internet toleranter gestalten?

Auf diese Frage möchte Simon Schnetzer mit seiner Studie am 13. Oktober antworten. Soviel sei vorweggenommen: der Schlüssel liegt in der frühzeitigen Bildung der jungen Nutzern und Plattformen, die den Nutzer befähigen, selbst Kontrolle über seine/ihre Inhalte zu übernehmen.

Wir freuen uns schon sehr, dass die Studie in wenigen Wochen veröffentlicht wird. Weitere Informationen dazu unter www.toleranzonline.de und www.facebook.com/toleranzonline

Sozial und digital im Alter #smwberlin

Zum vierten Mal in Folge findet die Social Media Week in Berlin und gleichzeitig in vielen weiteren Städten weltweit statt. Die Konferenz hat am Montag, den 23. September, begonnen und von ikosom machte Kristin Narr den Anfang mit ihrer Session über „Sozial und digital im Alter – Wie Seniorinnen und Senioren Social Media nutzen und wie man sie erreichen kann“ in der Design Akademie Berlin.

Social Media sind zu einem selbstverständlichen Teil unserer persönlichen Lebenswelt geworden. Allerdings kann man dies nicht auf alle Altersgruppen der deutschen Bevölkerung übertragen. Die Nutzung von Social Media deutscher Onliner über 60 Jahre fällt im internationalen Vergleich sehr niedrig aus. Diese Altersgruppe hat eine andere Mediensozialisierung genossen als jüngere Menschen. Es fehlt oftmals eine persönliche Bindung zu Social Media und die Internetanwendungen fallen eher klassisch aus. Man benutzt das Internet meist für die Informationssuche, wie zum Beispiel auf Wikipedia oder auch in Nachrichtendiensten (vgl. Czajka/ Jechová 2012, S. 419 – 420). Das Internet wird zielorientierter und weniger zur persönlichen Kommunikation angewendet. Gründe dafür sind die anderen Bedürfnisse und Motivationen der Seniorinnen und Senioren. Oft werden Ängste bzgl. Datenweitergabe und damit verbundenen Anstrengungen bei der Registrierung und Nutzerführung deutlich (vgl. Busemann/Gscheidle 2012, S. 384). Es ist also eine besondere Herausforderung diese Zielgruppe zur Anwendung zu motivieren und ihnen die Vorzügen von Social Media aufzuzeigen.

Zielgruppenspezifische Angebote zur Nutzung von Social Media sind bereits vorhanden. Beispielsweise Feierabend.de oder Seniorbook.de. haben sich auf die Bedürfnisse und Interessen von Seniorinnen und Senioren spezialisiert. Die Plattformen bieten Möglichkeiten für den persönlichen Austausch aber auch attraktive Dienstleistungen und Services. Weiterhin bleibt es spannend wie die Gestaltung digitaler Medien und den damit verbundenen Wunsch, Onliner über 60 in die sozialen Netzwerke zu integrieren, ausfallen wird. Außerdem werden zukünftige Generationen der Seniorinnen und Senioren wiederum andere Bedürfnisse und Nutzerverhalten aufzeigen.

Die „neuen Alten“ kommen zunehmend immer selbstverständlicher mit Social Media in Berührung und stehen ihnen tendenziell offener gegenüber (vgl. infas 2010). Es wird ein interessanter digitaler Wandel in der ganzen Gesellschaft zu verfolgen sein.

Twitter und Unternehmen – ein Radiobeitrag im WDR5

2011_wdr5_logoTwittern wird Teil der Unternehmenskultur – diese These habe ich in einem Interview mit dem WDR5 vertreten. Die ganze Sendung von „Töne, Texte, Bilder“ findet sich hier: http://www1.wdr.de/themen/wdr5/firmensocialmedia100.html

Auf den Plattformen erreicht die Werbung zwar jede Menge potenzieller Kunden, aber gleichzeitig setzen sich Untenehmen auch auf einen „heißen“ Stuhl.“Früher haben sie ihr Produkt im Stillen vorbereitet, Werbung in Print, TV und Radio geschaltet und hatten nie Feedback“, sagt Wolfgang Gumpelmaier, Kommunikationswissenschaftler und Mitarbeiter beim Berliner „Institut für Kommunikation in Sozialen Medien – Ikosom“. Er beobachtet die Szene seit langem. Direktnachrichten, Hashtags, so etwas habe viele Unternehmen auch abgeschreckt. „Früher war es schwierig, zum Geschäftsführer durchzudringen, weil dazwischen immer Leute saßen, die das abfingen. Jetzt twittern auch die Großen.“ Das bedeute aber auch, dass man als Chef oder Manager angreifbar wird. Eine Frage der Unternehmenskultur.

#gehwählen #btw13 – Wer möchte Twitter-Wahlbeobachter werden? Die wichtigsten Twitter-Tools im Überblick

gehwaehlentweetexampleTwitter ruft unter dem Hashtag #gehwählen dazu auf, seinen persönlichen Demokratieschub zu kommunzieren. Wer neben der Twittersuche wissen will, was der Rest der politischen Republik so twittert, kann auf diese Twitter-Wahlbeboachtungs-Tools zurückgreifen.

Twitter sagt es so schön einfach und sendet an alle deutschsprachigen Twitterer eine Wahlbotschaft:

Am Sonntag ist Wahltag: Deutschland wählt einen neuen Bundestag und Du kannst Einfluss auf die Wahlentscheidung nehmen.
Jede Stimme zählt, Deine auch!
Geh wählen und motiviere Deine Follower, indem Du mit dem Hashtag #gehwählen twitterst. Erkläre am besten mit einem Tweet oder einem Vine-Video, warum Du wählen gehst

prosiebengehwaehlenSehr lustig ist allerdings, dass Twitter nicht mal sein eigenes System verstanden hat, denn es gab ja schon den Hashtag #gehwaehlen (mit ae). Außerdem gab es den von der Pro7Sat.1 MediaAG betreuten Account @gehwaehlen, dessen Hashtag #millionshouts und einem Lied von Gentleman, die als Anreiz dienen sollten, die jugendliche Zielgruppe zur Wahl zu bringen.

btw13exampleNeben diesen Hashtags gab es natürlich das schon bekannte #btw13, dass über alle Twittergrenzen hinweg zu funktionieren scheint.

Da einerseits die Twittersuche nicht besonders komfortabel erscheint, andererseits soviele unterschiedliche Hashtags verwendet werden, sind die Leser dieses Blogs dankbar für ein paar Tooltips. Bitte schön! Continue reading „#gehwählen #btw13 – Wer möchte Twitter-Wahlbeobachter werden? Die wichtigsten Twitter-Tools im Überblick“

Offener Vortrag zu Online-Fundraising #smwberlin

Wie generieren ich die notwendige Finanzierung für gute und wichtige Arbeit? Welchen Beitrag kann das Online-Fundraising dazu leisten? Muss man alles selbst programmieren?

Im Rahmen der diesjährigen Social Media Week Berlin vermittelt Jörg Eisfeld-Reschke Tipps und Hintergrundwissen zu Online-Fundraising und stellt eine Vielzahl von Instrumenten vor, die das Spendensammeln im Internet vereinfachen können. Im Anschluss ist eine Frage&Antwort-Session vorgesehen. Bringt gern Eure wichtigsten Fragen mit.

Sessiontitel:  Online fundraising: What about the money?

Datum:            25. September 2013SMW Berlin 2013_Logo2

Uhrzeit:           11-12 Uhr

Ort:                    design akademie berlin, Aufbau Haus Moritzplatz

Anmeldung:  Die Anmeldung ist über die Website der Social Media Week möglich. Die Session ist kostenfrei und wird von ikosom und change.org gehosted.

 

Für weitere SMW-Sessions des  ikosom-Teams, bitte  hier entlang.

 

SMW Berlin 2013: Grenzübergreifende ePartizipations-Projekte – Wie geht das und worauf muss ich achten?

Online-Beteiligungsprojekte sind vor allem im Bereich der Politik zunehmend das Instrument der Wahl, um die Bürger direkter mit einzubeziehen und deren Meinungen und Ideen zu verschiedenen Themen zu erfahren. Was genau versteht man aber unter ePartizipation? Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Wie werden Online-Beteiligungsprojekte erfolgreich konzipiert, koordiniert und betreut? Und was ist speziell bei grenzübergreifenden ePartizipations-Projekten zu beachten?

Im Rahmen der diesjährigen Social Media Week Berlin geben Jörg Eisfeld-Reschke und Klaudia Krauss Antworten zu diesen Fragen und stellen die Grundlagen erfolgreicher ePartizipations-Projekte vor. Sie legen dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Besonderheiten grenzübergreifender Online-Beteiligungsprojekte und erläutern diese beispielhaft am kürzlich abgeschlossenen, deutsch-französischen ePartizipations-Projekt „Europa ist meine Zukunft, wenn…/L’Europe, c’est mon avenir, si…“, das ikosom gemeinsam mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk durchgeführt hat.

Sessiontitel:  „Grenzübergreifende ePartizipations-Projekte – Wie geht das und worauf muss ich achten?“

Datum:            23. September 2013SMW Berlin 2013_Logo2

Uhrzeit:           19-20 Uhr

Ort:                    design akademie berlin, Aufbau Haus Moritzplatz

Anmeldung:  Die Anmeldung ist über die Website der Social Media Week möglich. Die Session ist kostenfrei und wird von ikosom gehosted.

 

Für weitere SMW-Sessions des  ikosom-Teams, bitte  hier entlang.

 

#SMWBerlin #SMWBjobs – Get unstuck – advance your career with your social networks!

loveworknowAuf der Social Media Week werden wir auch einen Vortrag von Jana Schuberth hören, die Gründerin von LoveWorkNow ist. Jana und ich kennen uns schon seit mehr als 10 Jahren aus den Zeiten der guten alten Jugendpresse. Sie coacht kleinere und große Gruppen darin, wie man erfolgreich den eigenen Lebens- und Berufsweg geht. Wir freuen uns sehr!

Are you stuck in a job that you don’t love. Find the right one now and use your social network..

Hier der Link zur Session und zur Anmeldung: http://socialmediaweek.org/berlin/events/?id=100987#.UjgfH388LZU

Sind Facebook und Twitter asozial?

Auf der Social Media Week Berlin wird ikosom mit einigen Vorträgen aufwarten, darunter auch mein Vortrag „Why Facebook and Twitter are anti-social – the social media revolution AGAINST the social networks“.

Bitte kommentieren Sie diesen Beitrag nicht. Kommentare nerven einfach nur, weil man darauf antworten muss. Also antwortet lieber nicht. Nein, ihr braucht den Artikel auch nicht zu sharen. Seid mal ein wenig anti-social. Ja, traut es Euch. Um genau zu sein: wer diesen Artikel auf Twitter, Facebook, Linkedinxingvkontakte oder Google-Minus teilt, ist doof. Seid gewarnt!

Als Entschädigung hier folgender Artikel „The 7 biggest social media lies„:

  1. „Ich wurde gebeten, mal über Sanskrit und andere tote Sprachen zu bloggen…
  2. „Wegen diesem Tweet habe ich unglaublich viele Follower verloren.
  3. „Oh, habe Deine DM auf Twitter jetzt erst gesehen.“
  4. „Beziehungsstatus: It’s complicated“
  5. „Mein Beruf: ich bin Chefredakteur bei meinem Blog.“
  6. „Ich bin so gut wie nie bei Facebook.“
  7. „Jetzt reicht es – ich steige aus Facebook aus.“

Buchpräsentation: „Netzpolitik in Österreich“

CoLabAT_MRI_Titelseite PAAm 14. September 2013 wird im Wiener Museumsquartier das Buch „Netzpolitik in Österreich“ im Rahmen des 8. paraflows-Festivals für digitale Kunst und Kulturen vorgestellt. Mit der Veröffentlichung des Sammelbandes schließt die zweite Co:llaboratory.at Initiative (Schwerpunkt Menschenrechte) ihre offizielle Projekt-Phase ab. Vom Department für E-Governance der Donau-Universität Krems organisiert, kamen 2012 rund 30 ExpertInnen zu den Themen Gesellschaft, Internet, Netzpolitik und Menschenrechte zusammen, um gemeinsam Thesen zu entwickeln, die im Rahmen einer menschenrechtssensiblen Netzpolitik besonders zu berücksichtigen sind.

Auch die beiden ikosom-Mitarbeiter David Röthler und Wolfgang Gumpelmaier haben ihre Gedanken zum Buch beigesteuert. David Röthler erläutert in seinem Beitrag „Democracy Live?“ seine Ideen zum demokratischen Potenzial interaktiver Live-Videosysteme, Wolfgang Gumpelmaier geht in seinem Artikel auf „Das aktivistische Potenzial von Crowdfunding“ ein. Alle Artikel werden im Anschluss an die Buch-Präsentation auch online zugänglich sein. Informationen dazu folgen.

Hier noch einmal die Fakten: 

Netzpolitik in Österreich

Buchpräsentation

14.09.2013, 19:30 – 21:30

Museumsquartier / quartier21 / Raum D

Es wird um schriftliche Anmeldung gebeten: http://bit.ly/AnmeldungCoLabATMRI

 

Update 16.September 2013:

Die Online-Publikation “Netzpolitik in Österreich” der zweiten Co:Lab AT Initiative “Menschenrechte und Internet” (2012–2013) ist jetzt auch online zugänglich und findet sich unter: http://publikationen.collaboratory.at/mri

 

Followerpower – Was blieb hängen vom Social Media Wahlkampf 2013?

Liebe ikosom-Fans und ikosom-Freunde, wir brauchen Eure Hilfe. Nächsten Donnerstag machen wir einen Workshop zum Thema ePartizipation und Social Media Kampagnen für Jugendliche aus der Slovakei, Tschechien und Polen.

Wir wollen Euch fragen: was ist Euch besonders gut aufgefallen im Social Media Wahlkampf von Parteien, NGOs und Verbänden? Was hat Euch genervt? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

Hat das Amtsgericht Berlin-Mitte defacto @airbnb für Mieter verboten?

Airbnb spaltet das Internet. Die beliebte Plattform zur Vermietung von Zimmern oder ganzen Wohnungen ist für einen Teil der Gesellschaft eine tolle Innovation im Rahmen der Bewegung zu Collaborative Consumption, für die anderen eine Gefahr, weil aus Mietwohnungen Gästewohnungen werden, weniger Hotelzimmer gebucht werden und dem Staat Steuereinnahmen entgehen, die bei privat untervermieteten Wohnungen in der Regel nicht angegeben werden.

Auch die jeweilige Umgebung einer dauerhaft via Airbnb-vermieteten Wohnung ist oft gespalten – während die Restaurants, Geschäfte und Läden eines Kiez von den Touristen profitieren, so beklagen sich Anwohner zum Teil über die temporären Nutzer.

Die Reaktion der Politik steht noch aus – in New York denkt man offen darüber nach, Airbnb zu verbieten, in anderen Städten werden gewerbemäßig vermietete Wohnungen im Internet gesucht und die Vermieter mit Strafzahlungen belegt.

Schon 2009 hatte das Amtsgericht Berlin-Mitte entschieden, dass es ein Grund für eine fristlose Kündigung sein kann, wenn ein Vermieter seine Wohnung gewerblich als Ferienwohnung vermietet, wenn davon der Vermieter nicht in Kenntnis gesetzt wird oder dies im Mietvertrag explizit ausgeschlossen wird. Das Amtsgericht hatte dem Vermieter im wesentlichen Recht gegeben, die fristlose Kündigung und die verlangte Räumung nicht beanstandet und sogar der beklagten Mieterin die Kosten für die Detektei auferlegt, welche der Vermieter einsetzte, um zu erheben, ob die Mieterin tatsächlich in ihrer Wohnung wohnen blieb. Continue reading „Hat das Amtsgericht Berlin-Mitte defacto @airbnb für Mieter verboten?“

ikosom auf der Berlin Music Week – New Money Flows in the Music Industry

Logo Berlin Music Weekikosom wird durch Karin Blenskens heute auf der Berlin Music Week vertreten sein, in einem Panel zu Finanzströmen in der Musikindustrie. Los geht es am 6.9. um 15 Uhr.

Does the music industry system today need to encompass so much more than in the good old days of Popkomm? Are other players more relevant in the business than the industrial music complex? If, for example, a music-tech start-up, which offers its services to the classical music industry, receives millions of euros in capital, then real money is flowing into the music industry. Who does it belong to, and who decides which fields will receive investment? How does the money flow? Are there gaps? Will this work over the long term and, if yes, for whom? We are especially interested in the new, non-traditional players active on the music market. What are the latest forms of financing and who really profits from them? Where is the money coming from outside of the music industry? How does the added value of musicians come into play? Are there drawbacks? To what extent will this change the existing commercial practices and networks?

Hier die Panelteilnehmer:

  • Karin Blenskens / IKOSOM Institut für Kommunikation in sozialen Medien
  • Katja Lucker / Musicboard
  • Sandra Passaro (Moderation) / Founder and Owner of Stars & Heroes, international PR Agency
  • Benjamin Ruth / Benjamin Ruth is publisher and CEO of VICE Germany
  • Wolfgang Seibold / Partner Earlybird

Jugend und Wahlen in Deutschland und Frankreich: Lust oder Frust?

Wahlen in einem EU-Mitgliedsland stoßen nicht zuletzt seit Beginn der Krise auf verstärktes Interesse in den Nachbarländern, denn offensichtlich sind die Grenzen zwischen Innenpolitik und Europapolitik fließender geworden. Dies gilt insbesondere für Deutschland und Frankreich. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, dass wir das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) wie schon zu den Präsidentschaftswahlen 2012 in Frankreich bei der Durchführung eines Jugendbarcamps begleiten zu dürfen. 80 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich setzen sich vom 13.-17. September intensiv mit den bevorstehenden Bundestagswahlen in Deutschland auseinander.

Screenshot III - Junge WahlbeobachterBereits seit Mitte Juli berichten zehn junge Blogger aus Deutschland und Frankreich unter www.junge-wahlbeobachter.de über ihre Ansichten und Eindrücke vom Wahlkampf zur Bundestagswahl 2013. In diesem Rahmen sind bereits zahlreiche Blogbeiträge erschienen, die sich unter anderem mit Promis im Wahlkampf, politischen Online-Plattformen, der Politik des Nachbarn und dem TV-Duell aus französischer Sicht auseinandersetzen.

Am Abend des 16. September findet eine öffentliche Podiumsdiskussion unter dem Titel „Jugend und Wahlen in Deutschland und Frankreich: Lust oder Frust?“ statt.
Montag, 16. September 2013 um 19 Uhr
Kalkscheune, Johannisstraße 2, 10117 Berlin
Hier geht es zur Anmeldung

Vertreter von Jugendorganisationen politischer Parteien Deutschlands und Frankreichs diskutieren mit Anne Muxel (Soziologin am politischen Forschungszentrum von Sciences Po) und Dr. Wolfgang Gaiser (Deutsches Jugendinstitut) unter Moderation von Jörg Eisfeld-Reschke (Institut für Kommunikation in sozialen Medien)

Kann man herausfinden, wieviele Nutzer Snapchat in Deutschland hat?

Der Trendblogger Lucas Rex schrieb kürzlich, dass Snapchat Instagram überholt, obwohl die App wesentlich jünger ist. Er verwies auf einen Techcrunch-Artikel, welcher behauptet, dass 200 Millionen Bilder private Fotos pro Tag, die sich angeblich nicht speichern lassen – Temporary Social Media.

In Deutschland nutzen noch relativ wenig Menschen die Application Snapchat, so die Vermutung von Lucas Rex. Dabei ist der Medientrends zum privaten Teilen von Bildern, Texten und Dateien ungebrochen, wie die MIT Techology Review berichtet:

While technology allowing us to send and receive expiring messages is not new, these apps offer a very simple way to exercise control over your data in a world where your so-called permanent record is now documented across the Web. If their appeal continues to climb, such ephemeral media could soon become more far-reaching, and will perhaps even extend to some of the social networks that now mine our every move in an effort to serve up targeted online ads.

Die Beratungs- und Anwaltsfirma KCBP hat in seiner Studie behauptet, dass mittlerweile mehr Bilder pro Tag bei Snapchat hochgeladen werden als bei Instagram:

Leider gibt es weder im Blog noch im Netz Daten zu den deutschen Download-Statistiken bei GooglePlay oder im iTunesStore. Anbieter wie App-Annie haben leider nur die historischen Daten der Ratings. Kennt jemand noch andere Seiten, die App-Download-Daten analysierbar machen?

Die erfolgreichsten Posts der Fluthilfe 2013

In unserer Kurzstudie Fluthilfe 2013 haben wir untersucht, welche Posts besonders erfolgreich waren. Kamen Bilder, Videos oder Links bei den Fans besser an und welche Inhalte haben zu den höchsten Interaktionsraten geführt? Außerdem sind wir der Frage nachgegangen, ob es einen Zusammenhang zwischen einer hohen Interaktionsrate und dem Zeitpunkt sowie der Länge eines Posts gab.

Um diesen Fragestellungen nachzugehen wurden die jeweils drei interaktionsreichsten Posts je Organisation zusammengetragen und verglichen. Insgesamt konnten somit 36 Posts für die Untersuchung der Inhalte ermittelt werden.

Übersicht der interaktionsreichsten Posting-Arten
Übersicht der interaktionsreichsten Posting-Arten

Mit 64 Prozent bilden Bilderposts die stärkste Gruppe. Bilder kommen bei NutzerInnen gut an und werden von Facebook offensichtlich auch bevorzugt im Newsfeed dargestellt. Viele Bilder oder Bilderalben wurden mit einem kurzen Informationstext untermalt und haben dadurch die höchsten Interaktionsraten hervorgerufen. Bei den erfolgreichsten Posts machen Links (19 Prozent) und Status (14 Prozent) einen deutlich kleineren Anteil aus.

Der richtige Zeitpunkt des Postings ist wichtig. Dazu wird zwischen drei Tageszeiten unterschieden: morgens von 6 bis 12 Uhr, mittags von 12-17 Uhr und abends ab 17 Uhr. Etwa 56 Prozent der erfolgreichsten Posts wurden im zweiten Zeitfenster zwischen 12 und 17 Uhr veröffentlicht und nur 25 Prozent morgens und 19 Prozent abends.

Die Zeichenanzahl von 42 Prozent der Top Posts beträgt zwischen 0 und 200. Zwischen 201 und 400 sind es 36 Prozent und ab 401 Zeichen nur 22 Prozent. Die Gruppierung der Zeichenanzahl begründet sich durch die Anzahl an Zeichen die bei einem Post angezeigt werden, bis er in der Facebook-Anzeige automatisch gekürzt wird, nämlich 400.

Welche Posts waren denn die Abräumer während der Flutkatastrophe?

Durch eine Auflistung des jeweiligen stärksten, also dem Top 1 Post jeder Organisation wurden die Interaktionsraten, also Reaktion pro Fan, verglichen und eine Top 3 ermittelt.

Top 1: arche noVa e.V.

Den erfolgreichsten Post mit der höchsten Interaktionsrate kann arche noVa e.V. mit einem Bilderalbum zur Fluthilfe am 6. Juni verzeichnen. Die Bilder zeigen die aktive Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter von arche noVa e.V.

Top 2: DLRG

Auf Platz zwei befindet sich der DLRG mit einem Bild in dem ein junges Mädchen vor den Fluten gerettet wird und einen kurzen Text zur ehrenamtlichen Arbeit der DLRG in der Flutkatastrophe. Die Rettung eines Kindes aus den Gefahren der Fluten ist besonders dramatisch und erklärt die hohe Interaktionsrate.

Top 3: Arbeiter-Samariter-Bund

Platz 3 erreicht der Arbeiter-Samariter-Bund mit einem Bild vom Arbeitseinsatz der Organisation am 7. Juni. Hier handelt es sich um eine direkte Aufforderung, mit einem Like des Bildes allen HelferInnen einen erfolgreichen Einsatz zu wünschen.

Was lernen wir aus diesen Ergebnissen?

Ein Bild sagt oftmals mehr als tausend Worte. Ein reiner Textpost, also ein Status, geht in der Menge der täglich veröffentlichen Posts eher unter. Empfehlenswert dabei sind vor allem authentische Inhalte, die die Effektivität der Arbeit in den Fokus stellen, da sich unter den Fans auch immer potentielle Spender befinden könnten. Aber auch kreative und spontane Posts können eine positive Interaktion hervorrufen.

Für NuzterInnen interessante Inhalte alleine reichen aber nicht aus. Obwohl einige Studien besagen, dass deutsche Facebook-NutzerInnen überwiegend morgens und abends aktiv sind, konnte in Bezug auf die Flutkatastrophe die höchste Aktivität zwischen 12 und 17 Uhr festgestellt werden. Es empfiehlt sich daher, dass jeweilige Publikum einer Fan-Seite mit Hilfe von Facebook Analytics zu analysieren um die für sich beste Post-Tageszeit festzulegen und das Posting anzupassen. Durch die Untersuchung der Zeichenanzahl wird deutlich, dass längere Texte ab 400 Zeichen für NutzerInnen weniger attraktiv sind und somit auch weniger zu einer Interaktion einladen. Bei der Länge der Posts gilt also: je kürzer, aber dennoch inhaltlich interessant, desto besser.

„Sozial und digital im Alter“ – Session über Seniorinnen und Senioren in Social Media

Aus dem Programm der Social Media Week Berlin:

Wir gestalten mit Hilfe digitaler Medien individuell unsere persönlichen Lebenswelten und nutzen selbstverständlich verschiedene Informations- und Kommunikationsdienste. Vor allem in Social Media haben wir spannende Formen gefunden, um auf dem Laufenden zu bleiben und unseren Interessen nachzugehen. Doch wer ist mit „wir“ gemeint? Sind Nutzung und Nutzen nicht auch altersabhängig? Diejenigen, die selbstverständlich mit digitalen Medien aufwachsen, finden einen besseren Zugang als Menschen, die andere Formen und Wege der Informationsbeschaffung und Kommunikation gewöhnt sind. Diese Session stellt die Social Media Nutzung von Seniorinnen und Senioren in den Mittelpunkt. Viele ältere Menschen sehen einen persönlichen Mehrwert für sich und nutzen Social Media-Angebote. Jahr für Jahr steigen sowohl die Anzahl der Onliner über 60 Jahre, die Nutzungsaktivitäten als auch die Vielfalt der Angebote für diese Altersgruppe. In der Session werden Nutzungsverhalten, Motivationen und Erscheinungsformen vorgestellt.

Datum:  Montag, 23. September 2013Social Media Week - Crowdfunding für Film

 Zeit: 14:45 – 15:45 Uhr

Referentin: Kristin Narr ist Medienpädagogin und bei ikosom Expertin für die Themenfelder Medienkompetenz, ePartizipation, Open Education und Digitale Kollaboration.

Anmeldung: Die Anmeldung ist über die Website der Social Media Week möglich. Die Session ist kostenfrei und wird von ikosom gehosted.

Weitere Sessions aus dem ikosom-Team können Sie hier nachlesen! 

Twiplomacy 2013 – Studie von Burson-Marsteller: Die twitter-aktivsten Regierungsmitglieder sitzen in Uganda, Ruanda, Schweden und Ecuador

Burson-Marsteller hat die Twitter-Aktivitäten von Regierungsmitgliedern untersucht. Die Studie hat einige methodische Mängel, u.a. Untersuchungszeitraum und Auswahl der untersuchten Accounts. Allerdings sind die Daten frei verfügbar, insofern kann auf der Analyse jeder aufsetzen.

Top5_infographic_finalDie PR-Agentur Burson Marsteller hat seine Studie Twiplomacy aktualisiert, in dem die Regierungsmitglieder, Staatschefs und offiziellen Twitter-Kanäle der Regierungen untersucht werden.

Twiplomacy is the leading global study of world leaders on Twitter. The governments of more than three-quarters (77.7%) of the 193 UN member countries have a presence on Twitter: Almost half of the 505 accounts analysed are personal accounts of heads of state, heads of government and ministers of foreign affairs; a third of these world leaders tweet themselves, but very few on a regular basis.

Swedish Foreign Minister @CarlBildt is the best connected world leader, mutually following 44 peers. Ugandan Prime Minister @AmamaMbabazi is the most conversational world leader with 96% of his tweets being @replies to other Twitter users.

Die Auswertungen können auch für die einzelnen Kontinente und Länder abgerufen werden. Sehr interessant ist zum einen, welche Accounts erfasst worden: Für Deutschland sind nur @regsprecher und @auswaertigesamt. Die zahlreichen Regierungsmitglieder, wie @peteraltmaier, die intensiv twittern, wurden überhaupt nicht ausgewertet.

Insofern ist die Aussagekraft der Studie nur sehr begrenzt aussagefähig, weil der Analysezeitraum (nur der Monat Juli 2013) sehr kurz ist und in den westlichen Ländern der Welt die Politik schon in der Sommerpause war, andererseits gar nicht alle Accounts von Regierungsmitgliedern erfasst worden sind.

In der Executive Summary wird auf viele weitere untersuchte Aspekte eingegangen, wie zum Beispiel die Nutzung von Twitterlisten und Vine. Auch sehr lobenswert ist, dass die Daten verfügbar gemacht wurden. Jetzt fehlt eigentlich nur eine kontinuierliche Beobachtung dieser Accounts.

Twittere nie bei „Breaking Bad“ – sagt @jenn_gidman

Bei einer TV-Show wie „Breaking Bad“ sollte man nicht live-twittern, so Salon.com-Autor Jenn Gidman. Man würde so seine soziale Empathie gegenüber der Hauptfigur verlieren.

Spoiler Alert – wer noch nicht Breaking Bad gesehen hat, sollte nicht auf den Original-Link klicken. Aber diesen Artikel lesen.

breakingbadtwitterscreenshot

Die Autorin argumentiert, dass der Erfolg der Serie darin liegt, dass man seine volle Aufmerksamkeit auf die Handlungen der Hauptdarsteller fokussiert:

However, in keeping with much of the research on multitasking in general, you might not be as engaged as you should be if you want to get anything meaningful out of either your Twitter feed or your favorite TV show. A Stanford study shows that “chronic media multitaskers” perform poorly on task-switching because they’re distracted by their multiple media streams. When their eyes are darting back and forth between their TV screens and their Twitter feeds, they may be “sacrificing performance on the primary task” — in this case, their undivided attention to Walt, Jesse and the rest of the motley New Mexican crew.

Complete engagement isn’t usually necessary with these forms of electronic escapism. Watching TV is a passive endeavor to begin with […]. But a show like “Breaking Bad” — baby, you’re different than the rest.

Unlike my other guilty pleasures on the small screen, “Breaking Bad” is all about feeling … the guilt. Guilt at understanding the motivation behind some of the terrible things these characters do. […]
You might share “moments” with characters on the other shows you watch. But with “Breaking Bad,” you know that you are just as much the danger as Walter White. You feel it. To undergo this rather inexpensive self-examination, you don’t want to be spending those critical 60 minutes trying to think up really awful “Breaking Bad” alternatives or clever names for the #BreakingBadBands hashtag.

Spannend an dem Artikel sind weniger die Hinweise auf Schuldgefühle gegenüber den Hauptdarstellern von Breaking Bad, sondern zwei Studien, die im Text erwähnt werden. Einerseits wird eine Studie von Nielsen erwähnt, die eine Korrelation von Twitter-Nutzung und Einschaltquoten sehen:

The recent Nielsen/SocialGuide study confirmed that increases in Twitter volume correlate to increases in TV ratings for varying age groups, revealing a stronger correlation for younger audiences. Specifically, the study found that for 18-34 year olds, an 8.5% increase in Twitter volume corresponds to a 1% increase in TV ratings for premiere episodes, and a 4.2% increase in Twitter volume corresponds with a 1% increase in ratings for midseason episodes. Additionally, a 14.0% increase in Twitter volume is associated with a 1% increase in TV program ratings for 35-49 year olds, reflecting a stronger relationship between Twitter and TV for younger audiences.

Interessant ist aber auch eine Studie der Stanford Universität „Cognitive control in media multitaskers“ von Eyal Ophir, Clifford Nass, und Anthony D. Wagner

Results showed that heavy media multitaskers are more susceptible to interference from irrelevant environmental stimuli and from irrelevant representations in memory. This led to the surprising result that heavy media multitaskers performed worse on a test of task-switching ability, likely due to reduced ability to filter out interference from the irrelevant task set. These results demonstrate that media multitasking, a rapidly growing societal trend, is associated with a distinct approach to fundamental information processing.

Wer also sich auf Breaking Bad konzentriert, tut damit auch etwas für seine Konzentrationsfähigkeit bei anderen Tätigkeiten. Manchmal kann Enthaltsamkeit von Social TV also auch gut sein.

Social Media Week - Crowdfunding für FilmÜber diese und weitere Nachteile der Nutzung von sozialen Netzwerken werde ich bei der Social Media Week reden.

Kurzstudie Fluthilfe

In der vorliegenden Kurzstudie sind wir der Frage nachgegangen, ob die Organisationen der Katastrophenhilfe mit ihrer Kommunikation in sozialen Medien in der Lage waren, den aktivistischen Schwung der vielen tausend Menschen in ganz Deutschland zu nutzen.

  • Konnten sie die Interaktion auf ihren Facebook-Seiten steigern sowie neue Fans gewinnen?
  • Haben die veröffentlichten Inhalte über die Flutkatastrophe und die konkreten Hilfsleistungen der Organisationen die Menschen zur Interaktion ermutigt? Wenn ja, in welchem Umfang?
  • Gab es eine Kooperation zwischen etablierten Akteuren und der lokalen Fluthilfe?
  • Und waren die einzelnen Online-Redaktionen auf die drohende Flut mit einer konsistenten Strategie eingestellt?
Übersicht über die in der Kurzstudie untersuchten Organisationen
Übersicht über die in der Kurzstudie untersuchten Organisationen

Die Analyse der in sozialen Medien der kommunizierten Inhalte, des Fanwachstums und des Engagements erlaubt einige Rückschlüsse auf die Taktiken der Organisationen. So kann die Vorgehensweise der zwölf untersuchten Organisationen in vier Taktikgruppen unterteilt werden:

  1. Gruppe: hit and run
  2. Gruppe: Liveticker
  3. Gruppe: Langzeitakteur
  4. Gruppe: Abstauber

ikosom kurzstudie fluthilfe_coverDie Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass fast alle Facebook- Kanäle der untersuchten Organisationen von der wachsenden Bedeutung sozialer Medien im Zeichen der Fluthilfe profitieren konnten. Die gestiegenen Kennzahlen für das Engagement und das Fanwachstum im Vergleich zum Zeitraum vor der Flut zeigen dies deutlich. Gleichzeitig blieben die Ergebnisse aber deutlich hinter der viralen Aufmerksamkeit und der Dynamik, wie sie etwa auf den spontan entstandenen Facebook-Seiten „Fluthilfe Dresden“ oder „Infoseite – Fluthilfe Bayern 2013“ erzeugt wurden, zurück.

Bei den Daten, die dieser Studie als Grundlage dienen, handelt es sich um öffentlich zugängliche Werte der Facebook-Seiten der untersuchten Organisationen. Wichtige Werte konnten mittels der Monitoring-Instrumente von Fanpagekarma.com erhoben und dargestellt werden, was weitere Anhaltspunkte für die Visualisierung lieferte.

Die „Kurzstudie Fluthilfe“ ist kostenlos als Download verfügbar und darf gerne weitergegeben werden.

ikosom proudly presents: Toleranz Online 2013 @SMWBerlin

Social Media Week Berlin #smwberlin

 

Aus dem Programm der Social Media Week Berlin, presented by ikosom!

TOLERANZ ONLINE 2013

Hey kids, what do you want? – More say & a safer internet!

Datum:  Dienstag, 24. September 2013

Zeit: 12:15 – 13:00 Uhr

Ort:  design akademie berlin, Aufbau Haus am U-Bhf Moritzplatz, Berlin, 10969

Jetzt anmeldenhttp://socialmediaweek.org/berlin/events/?id=87751#.UhOHEmTAVJw

Inhalt: Eine Preview von Stories und Ergebnissen der nationalen Jugend-im-Netz-Studie mit anschließender Diskussion über die Bedeutung für User, Plattformbetreiber und rechtliche Rahmenbedingungen (www.toleranzonline.de).

English description: Interactive workshop-format on freedom of speech and tolerance online with impulses from the 2013 youth & internet study www.toleranzonline.de. The objective of the session is to share and develop, how the internet can become a safer and more respectful social space.

Referent/Speaker: Simon Schnetzer, ikosom-Experte für digitalen Gesellschaftswandel, Jugendforscher und Social Entrepreneur (www.datajockey.eu / www.jungedeutsche.de / www.toleranzonline.de)

Hintergrundinformation zur Social Media Week

Vom 23. – 27. September 2013 findet zum vierten Mal die Social Media Week in Berlin statt. Neben der Social Media Week in der deutschen Hauptstadt werden sich weltweit in acht weiteren Städten – u.a. Bogota, London, Los Angelos und Mumbai- Spezialisten und Interessierte im Bereich digitaler Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft unter dem Motto “(Re)Balance – rethinking traditional structures” zusammenfinden.

Die Veranstaltung bietet mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops über Trends und Entwicklungen in Social Media eine interessante Kommunikationsplattform für Anbieter, Forscher und Nutzer. Der Fokus der Konferenz richtet sich auf aktuelle Themen in der Politik, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft.

Auch 2013 wird ikosom wieder einige spannende Vorträge zum Programmteil beitragen. Mehr dazu hier …

Crowdlounge zur Finanzierung nach dem Crowdinvesting

2013-08-14-Crowdlounge goes IHK-v1.0Am 18.9.2013 wird es in der IHK Berlin wieder eine Crowdlounge geben. Diesmal geht es um die Frage, welche Auswirkung das Crowdinvesting auf Start-Ups hat, wenn sie in einer zweiten oder dritten Finanzierungsrunde sich Geld holen, zum Beispiel von Business Angeln, Venture Capital Fonds, Banken oder öffentlicher Förderung.

Am Mittwoch, den 18. September 2013, in der „Crowdlounge goes IHK Berlin!“ im Großen Vortragssaal des Ludwig-Erhard-Hauses um 17:30 stehen die Türen offen, ab 18 Uhr moderiert Karsten Wenzlaff von ikosom die Vorträge und Podiumsdikussion.

Mit dabei sind Martin Fröhlich (PaperC), Florian Ellsaesser (Frontrowsociety) und Frederik Fischer (tame). Ihre fachliche Expertise bringen Guido Wegner (Berliner Volksbank) und Florian Steger (hub:raum) ein. Wie schon bei der letzten Veranstaltung werden außerdem wieder Vertreter von diversen Crowdfundingplattformen anwesend sein.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Die Veranstaltung ist kostenfrei, man sollte sich aber über die Homepage der IHK Berlin anmelden.

17:30 Einlass
18:00 Begrüßung durch Karsten Wenzlaff (ikosom)
18:10 Vorstellung der Start-ups und hub:raum
18:10 – 18:30 Impulsvortrag von Guido Wegner (Berliner Volksbank): Die Banken und Mittel aus Crowdfunding
18:30 – 19:00 Paneldiskussion mit den Start-ups, hub:raum und der Berliner Volksbank (Moderation: Karsten Wenzlaff)
19:00 – 19:30 Q&A
anschließend Get-Together

Crowdfunding-Gastbeitrag in Stiftung & Sponsoring (Ausgabe 4/2013)

Für die aktuelle Ausgabe 4/2013 von Stiftung & Sponsoring, dem Fachmagazin für Non-Profit-Management und -Marketing, habe ich einen Artikel mit dem Titel „Crowdfunding – Eine echte Alternative zu öffentlicher und privater Finanzierung“ beigesteuert. Darin gebe ich eine allgemeine Einführung in das Thema, erkläre kurz die Funktionsweise und gehe dann auf das Potenzial sowie die Bedeutung von Crowdfunding für gemeinnützige Organisationen ein. Freundlicherweise wurde uns der Artikel zur weiteren Verbreitung zur Verfügung gestellt, sodass wir ihn hier vollständig bereitstellen können:

Crowdfunding – Eine echte Alternative zu öffentlicher und privater Finanzierung by Wolfgang Gumpelmaier

Artikel ursprünglich erschienen in Ausgabe 4/2013 von Stiftung & Sponsoring.

Social Media Week Berlin (23.-27. September 2013)

Vom 23. – 27. September 2013 findet zum vierten Mal die Social Media Week in Berlin statt. Neben der Social Media Week in der deutschen Hauptstadt werden sich weltweit in acht weiteren Städten – u.a. Bogota, London, Los Angelos und Mumbai- Spezialisten und Interessierte im Bereich digitaler Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft unter dem Motto „(Re)Balance – rethinking traditional structures“ zusammenfinden.

Social Media Week Berlin #smwberlinDie Veranstaltung bietet mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops über Trends und Entwicklungen in Social Media eine interessante Kommunikationsplattform für Anbieter, Forscher und Nutzer. Der Fokus der Konferenz richtet sich auf aktuelle Themen in der Politik, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft.

Auch 2013 wird ikosom wieder einige spannende Vorträge zum Programmteil beitragen. In diesem Jahr werden vor allem gesellschaftliche Probleme wie zum Beispiel Online Toleranz oder digitale Welt für Seniorinnen und Senioren durch ikosom zum Gegenstand der Social Media Week gemacht.

Hier ein Überblick über die Sessions von und mit ikosom:

  • „Toleranz Online 2013“ by Simon Schnetzer
  • „Sozial und digital im Alter – Wie Seniorinnen und Senioren Social Media nutzen und wie man sie erreichen kann“ by Kristin Narr
  • „Online-Fundraising für NPOs – Tools und Instrumente“ by Jörg Eisfeld-Reschke
  • „Grenzübergreifende ePartizipations-Projekte
  • – Wie geht das und worauf muss ich achten?“ by Klaudia Krauss & Jörg Eisfeld-Reschke
  • „Social Media Measurement – Tools & Cases“ by Patrick Widera
  • „Why Facebook and Twitter are anti-social – the social media revolution AGAINST the social networks“ by Karsten Wenzlaff

Nähere Informationen zu Inhalt und Zeitpunkt der Sessions folgen in Kürze hier im Blog.

Neu bei ikosom: Hannah Kerber

Hannah KerberWer bin ich und was mache ich

Mein Name ist Hannah Kerber. Ich bin 22 Jahre alt und im Saarland geboren. Zum Studieren hat es mich an die Weinstraße in der Pfalz nach Landau gezogen. Im März habe ich dort meinen Bachelor Sozialwissenschaften mit der Vertiefung „Medien und politische Kommunikation“ beendet. Bevor ich das Masterstudium im Oktober aufnehmen werde wollte ich mir zunächst zwei lang gehegte Wünsche erfüllen. Zum einen ein Auslandsaufenthalt in Afrika und zum anderen ein Praktikum in Berlin. Seit einer spontanen Spendenaktion an meiner ehemaligen Schule im Alter von 12 Jahren für die Opfer der Flutkatastrophe 2004 habe ich ein sehr großes Interesse bzgl. Fundraising entwickelt.

Was mache ich bei ikosom

Besonders interessant ist für mich das online Fundraising aber auch andere Felder im Bereich interne und externe Unternehmenskommunikation in sozialen Medien. ikosom bietet mir dabei einen aufschlussreichen Einblick in das social marketing. Nach einem Praktikum in der Abteilung Kommunikation bei CARE Deutschland-Luxemburg e.V. möchte ich bei ikosom vor allem Erfahrungen im Bereich Fundraising und Forschung sammeln. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem jungen und motivierten Team von ikosom.

Social Media in der Schule und das Problem mit dem Datenschutz

Ende Juli 2013 gab das Kultusministerium in Baden-Württemberg eine Handreichung heraus, nach der die Verwendung von sozialen Netzwerken für die dienstliche Verarbeitung personenbezogener Daten generell verboten ist.

Genauer umfasst das sowohl die Kommunikation der Lehrkräfte untereinander und zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern als auch das Speichern und Verarbeiten personenbezogener Daten.

Soziale Medien können allerdings weiterhin im Unterricht verwendet werden, um beispielsweise den kompetenten Umgang mit ihnen zu üben und die unterschiedlichen Funktionen der einzelnen Plattformen zu behandeln.

Eine Zusammenfassung der Handreichung ist auf der Website des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg zu finden. Leider lässt diese Meldung viele Punkte ungeklärt und einige Fragen offen. Aber der Reihe nach.

 Was erreicht werden sollte: Sicherheit

Das Kultusministerium in Baden-Württemberg machte deutlich, dass es nicht um das Verbieten von Sozialen Medien generell gehe, vielmehr beziehe man sich auf das geltende Landesdatenschutzgesetz. Um etwaigen Unsicherheiten bei der Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern entgegenzutreten, wurde die Handreichung im Sinn von Leitlinien erarbeitet. Es gehe nicht darum, bestimmte Dinge unter Strafe verbieten zu wollen, sondern handele sich um einen Hinweis auf die aktuell bestehende datenschutzrechtliche Situation, so Kultusminister Andreas Stoch im Interview mit dem SWR.

Datenschutzrechtlich sind Social Media-Angebote nicht erst seit gestern in der Diskussion, vor allem, wenn es um deren pädagogischen Einsatz geht. Die Speicherung und Weiterverbreitung personenbezogener Daten ist oftmals undurchsichtig und problematisch, da die Nutzerinnen und Nutzer kaum bis gar keinen Einfluss nehmen können. Und ja, das stellt durchaus ein Problem dar. Das wird in diesen Tagen klar, in denen uns immer deutlicher vor Augen geführt wird, welchen Einfluss und welche Macht Social Media haben.

Das Dilemma ergibt sich aus der alltäglichen Praxis. Facebook ist beispielsweise für viele Schülerinnen und Schüler die Informations- und Kommunikationsplattform. Lehrkräfte stehen daher oft vor der Herausforderung, dass sie diese praktischen Zugänge nutzen wollen oder auch selbst das Bedürfnis haben, sich neuer Kommunikationswege zu bedienen. Letztlich sind es oft ganz praktische Überlegungen, die Lehrerinnen und Lehrer dazu bewegen, auch via Social Media mit den Jugendlichen in Kontakt zu bleiben, gemeinsame Vorhaben zu planen und Diskussionen durchzuführen.

Die Schülerinnen und Schüler tatsächlich zu erreichen und in einer ihnen bekannten Umgebung anzusprechen, ist oft ein ausschlaggebender Punkt. Zudem können neue Formen und Lernumgebungen gemeinsam erprobt werden.

Hier eine Regelung zu finden, ist eigentlich eine logische Konsequenz. Aber stellt eine Handreichung, wie die aus Baden-Württemberg, eine angemessene und sinnvolle Lösung dar? Und wenn die Kommunikation über einige Kanäle nun unzulässig ist, wo bleiben dann die Alternativen?

 Was erreicht wurde: Unsicherheit

Nach den Meldungen aus Baden-Württemberg geben auch andere Länder ähnliche Vorhaben bekannt: Schleswig-Holstein und Bayern haben bereits vergleichbare Lösungen. Andere geben zu verstehen, dass die Nutzung von Facebook und Co. nicht untersagt, aber auch nicht empfohlen wird (s. auch Handelsblatt).

Die Vermutung liegt nahe, dass solche Handreichungen nicht etwa Klarheit in den komplizierten Sachverhalt bringt, sondern mehr Unsicherheit und Verwirrung schaffen. Lehrkräften in ihrer Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern bestimmte Wege zu verbauen und andere zuzulassen, ist vor dem Hintergrund dynamischer Kommunikationsformen ein schwieriges Unterfangen. Sich auf bereits bekannte Wege, beispielsweise die Kommunikation per E-Mail zu berufen, hemmt die Beteiligten und geht an den üblichen Kommunikationswegen der Schülerinnen und Schüler vorbei.

Lehrkräfte sollten vielmehr beim Einsatz digitaler Medien in der eigenen Unterrichtspraxis unterstützt und bestärkt werden, neue Lernformen auszuprobieren und unbekannte Lernumgebungen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu erkunden – Social Media bieten dafür zahlreiche Möglichkeiten. Mit ihrer Hilfe können offene und partizipative Lernumgebungen geschaffen werden.

Die rechtlichen Schwierigkeiten dürfen nicht dazu führen, dass Social Media gänzlich außen vor gelassen werden. Vielmehr müssen die Sicherheitsfragen in den Blick genommen und den Schülerinnen und Schülern bei all der Begeisterung eine kritische, reflektierte Haltung und kompetenter Umgang nahegelegt werden. Das gilt insbesondere für personenbezogene Daten und die aktuelle datenschutzrechtliche Situation.

Kann daher die Lösung wirklich darin bestehen, einige dieser Wege einfach zu versperren? Weder werden Alternativen angeboten, noch gibt es Unterstützung: Lehrkräfte, die digitale Medien distanziert betrachten oder sie ablehnen, werden sich bestätigt fühlen, jene, die bereits erfolgreich damit arbeiten, gehemmt. Die Probierfelder, die wir im Kontext digitaler Medien dringend brauchen, werden durch solche Festsetzungen ausgebremst.

 

Der Artikel von Kristin Narr wurde zuerst auf Carta veröffentlicht und steht unter einer Creative Commons Namensnennung – 3.0 Deutschland Lizenz. http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/

 

Facebook in Beteiligungsprozessen – wie ein neues Jugendhaus online geplant wurde

In Biberach, einer Kreisstadt in Oberschwaben mit rund 32.000 Einwohner, fand dieses Jahr etwas Außergewöhnliches statt: Jugendliche planten gemeinsam mit der Stadt das neue Jugendhaus. Ihre Wünsche und Entscheidungen, wie das Jugendhaus aussehen soll, diskutierten die Jugendlichen in einer Facebook-Gruppe.

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Toleranz Online 2013: OpenScience-Jugendstudie gemeinsam schreiben

Lust an der Studienerstellung „Toleranz Online 2013“ mitzugestalten und Ko-Autor_in zu werden?

Mitmachen: Seit dem 15. Juli arbeiten wir nun intensiv an der Erstellung der Studie „Toleranz Online 2013“. Auch diese Phase ist offen und partizipativ und wir laden dich/euch herzlich ein, daran mitzuwirken. Den Zeitplan und die groben Inhalte der verschiedenen Kapitel seht ihr hier (der Link ist: https://docs.google.com/document/d/13Ecn78D4kaTe3RmMS1lOnq2msi8KYy6CGsE899rrhyA/edit?usp=sharing)

!! Die zweite öffentliche Beteiligungsphase beginnt heute, 13.08.2013 zum 2. Kapitel: „Meinungen online: Der Einfluss des Internets auf die Meinungen junger Menschen – allgemein und im Politischen“

Schreibt bitte eine Mail an mich (Simon) und ich gebe euch für die jeweiligen Google-Docs zur Bearbeitung in der öffentlichen Beteiligungsphase frei. Jede_r Teilnehmer_in dieser Phase wird dadurch Ko-Autor_in und natürlich in der Studie dafür gewürdigt! Vielen Dank für eure Unterstützung und Ideen.

Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit dem ikosom-Team bei der Veröffentlichung, die Medienpartnerschaft mit Spiesser.de und die Einladung von Respekt! – Kein Platz für Rassismus die Studie am 13. Oktober auf der Bühne bei der Frankfurter Buchmesse der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Studienergebnisse: Am 1. Juli haben wir die Erhebungsphase für die aktuelle Studie beendet und alle Ergebnisse finden sich umsonst zum Herunterladen unter www.toleranzonline.de/ergebnisse.

Dank: Vielen herzlichen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie für eure Zeit, eure Meinungen und die vielen wichtigen und guten Ideen, um das Netz sicherer und toleranter zu machen!!

Auf eine spannende Studie für mehr Respekt & Toleranz im Netz,

Simon Schnetzer

ikosom-Experte für digitalen Gesellschaftswandel
Gründer von DATAJOCKEY: Social Research & Dialogue

„Misch mit!“ – Der Online-Jugend-Bürgerhaushalt von Marzahn-Hellersdorf

Bürgerhaushalte gibt es in Deutschland mittlerweile einige, Online-Jugendhaushalte stellen aber immer noch eine Seltenheit dar. Im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist die Beteiligung junger Bürger an kommunalen Haushaltsentscheidungen jedoch seit 2008 fixer Bestandteil. Im Jahr 2005 wurde dort das Pilotprojekt „Partizipative Haushaltsplanaufstellung, -entscheidung und -kontrolle im Bezirk“ gestartet, mit dem Ziel die Bürger verstärkt in kommunale Finanzentscheidungen mit einzubeziehen. Bereits in dieser frühen Phase wurde festgelegt, „dass junge Menschen ab 14 Jahren in dieses Projekt miteinbezogen werden sollen“. Das geht aus dem 2006 vorgelegten Abschlussbericht hervor, der die Grundlage für die Einführung eines Bürgerhaushalts in Marzahn-Hellersdorf darstellt.

Mischen Sie mit!

Dank der positiven Ergebnisse dieses Pilotprojekts ist der so genannte „Bürgerhaushalt“ – also die Möglichkeit zur Mitbestimmung des Einsatzes finanzieller Mittel – seit 2008 Realität. Immer mehr Menschen beteiligen sich seither bei öffentlichen Veranstaltungen in den Stadtteilzentren, in schriftlicher Form und vor allem über das Online-Beteiligungsportal „Mischen Sie mit!“ an der Mitgestaltung des Bezirksbudgets.

Screenshot Mischen Sie mit
Online-Beteiligungsportal „Mischen Sie mit!“ – http://www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/buergerhaushalt/

Für den Bürgerhaushalt 2014/2015 wurden im vergangenen Jahr insgesamt 214 Verbesserungsvorschläge, aber auch Ideen für Einsparungsmaßnahmen eingereicht und anschließend online bewertet. Dabei kamen über 4000 Stimmen und über 300 Kommentare aus der Bevölkerung. Die zehn bestbewerteten Vorschläge und fünf Sparvorschläge der Internetabstimmung wurden dem Bezirksamt und der Bezirksverordnetenversammlung übergeben, die in weiterer Folge darüber entscheidet, „welche der Vorschläge ganz oder teilweise in den Haushaltsplan aufgenommen oder nicht aufgenommen werden können“, heißt es auf der Beteiligungsplattform.

Jugend und Beteiligung in Marzahn

Auch wenn es um die Integration Jugendlicher in den Partizipationsprozess geht, hat die Bezirksverwaltung Marzahn-Hellersdorf ihre Hausaufgaben gemacht. Eine Broschüre klärt Kinder und Jugendliche über die Möglichkeiten der Online-Beteiligung auf. Zudem erhalten die Jugendlichen über eine extra Facebook-Seite sowie ein eigens eingerichtetes Blog Informationen dazu, wie sie ihre Meinung zu öffentlichen Finanzfragen kundtun können. Via E-Mail oder ein Formular im Blog, das ohne Registrierung nutzbar ist, können die Jugendlichen ihre Vorschläge melden und an die zuständigen Stellen schicken.

www.misch-mit.de
„Misch Mit!“-Blog – http://buergerhaushalt.wordpress.com/

Daneben werden die Jugendlichen mit diversen Aktionen und Veranstaltungen gezielt an den Bürgerhaushalt herangeführt, etwa in Workshops an den Grundschulen zum Portal „Mischen Sie mit!“ oder mit der Entwicklung eines Bildungskoffers, der vor allem Multiplikatoren motivieren soll, sich an politischen Prozessen zu beteiligen. Die Koordination und Durchführung dieser Maßnahmen hat das bezirkliche Kinder- und Jugendbüro (KJB) übernommen.

Der Erfolg dieser pädagogischen Begleitmaßnahmen wirkt sich auch positiv auf die Online-Partizipation aus. Laut Frauke Groner vom Kinder und Jugendbüro beteiligen sich seit der Einführung immer mehr Kinder und Jugendliche über die Online-Plattform „Mischen Sie mit!“ am Bürgerhaushalt. In dieser zentralen Anlaufstelle fließen alle Einreichungen, Bewertungen, Kommentare und Beschlüsse zusammen. „Im aktuellen Bürgerhaushalt kamen online ca. 700 Stimmen von Kindern und Jugendlichen, also knapp 18% aller abgegeben Stimmen“, weiß Groner.

In den kommenden Jahren soll das sogar noch mehr werden, wie Oliver Märker von der ePartizipations- und Bürgerbeteiligungsagentur Zebralog weiß: „Es ist generell ein steigender Trend in Sachen (Online-) Bürgerbeteiligung zu beobachten. Einerseits, weil es mehr Angebote gibt und sich die Verwaltung und die Politik stärker öffnet. Andererseits, weil mehr Druck aus der Bevölkerung kommt und die Bürger, speziell auch Jugendliche, Beteiligungsmöglichkeiten aktiv einfordern.“

Sichtbarkeit und Verbindlichkeit der Ergebnisse

„Die (zeitnahe) Sichtbarkeit der Ergebnisse ist eine zentrale Gelingensbedingung für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“, heißt es im Dossier von Lisa Peyer auf Buergerhaushalt.org, der zentralen Anlaufstelle in Deutschland für alle Interessierten zu Fragen rund um das Thema Bürgerhaushalt. Das bestätigt auch Frauke Groner: „Kinder und Jugendliche brauchen ganz sichtbare Ergebnisse. Die Prioritäten liegen dabei sehr oft im unmittelbaren sozialen Umfeld, z.B. wenn der eigene Jugendclub geschlossen werden soll oder ähnliches.“ So hat die Bezirksverwaltung von Marzahn-Hellersdorf unter anderem ein Ampelsystem zur Darstellung des Umsetzungsstandes der Vorschläge eingerichtet. Zudem können alle bisher umgesetzten Vorschläge auf einer eigenen Unterseite des Beteiligungsportals eingesehen werden. Beim Bürgerhaushalt 2012/2013 wurden die von Kindern und Jugendlichen eingereichten Vorschläge zusätzlich mit dem Kürzel „KiJu“ versehen, die Zuordnung erfolgte über die Registrierung, die jeder Vorschlagende vornehmen musste.

Graffiti-Bild
Graffiti-Wand – Umgesetzter Vorschlag aus dem Bürgerhaushalt 2010

„Die Ergebnisse, egal wie sie methodisch gewonnen wurden, müssen zeitnah durch die Politik entschieden werden und es muss den Jugendlichen in einer verständlichen und ansprechenden Sprache zurückgemeldet werden, was mit ihren Vorschlägen passieren wird. Ganz wesentlich ist, dass ein Kreislauf zustande kommt, der von der Vorschlagsabgabe bis zu Umsetzung/Nicht-Umsetzung alle Prozesse abbildet und allen Bürgern, aber vor allem Jugendlichen leicht zugänglich gemacht wird”, ergänzt Märker.

Eine Schwierigkeit sieht Groner in den unterschiedlichen Zuständigkeiten, da manche Vorschläge direkt vom Bezirksamt behandelt werden, andere wiederum sind Ländersache. „Gerade Kindern und Jugendlichen sind die Zuständigkeiten oft noch schwieriger zu vermitteln als Erwachsenen“, weiß Groner. Mit viel Aufklärungsarbeit, zum Beispiel in Schulen, versucht das KJB diesen Unsicherheiten aber entgegenzuarbeiten.

Jugendliche müssen Verwaltungsprozesse verstehen und sich auf diese einstellen können. Es ist aber auch eine Frage des gegenseitigen Verständnisses, denn auch die Verwaltung selbst sollte sich auf die junge Zielgruppe einstellen und verständliche Informationen bereitstellen. Dabei sollte allerdings auch klar sein, dass Bürgerhaushalte oftmals nur einen kleinen Ausschnitt von Beteiligung an Haushaltskonsultation zulassen.

In Marzahn-Hellersdorf konnten aus dem Bürgerhaushalt 2010/2011 bereits 40 Vorschläge umgesetzt werden, darunter der Spielplatz auf dem Wilhelmplatz. Für das kommende Budget wurden von den Jugendlichen wieder zahlreiche Vorschläge eingereicht, etwa eine bessere finanzielle Ausstattung der Bibliotheken oder die Errichtung einer legalen Fläche für Graffiti bzw. öffentliche Kunst. Ob und wie die Wünsche der Jugend in Marzahn-Hellersdorf Realität werden, entscheiden auch in den kommenden Jahren nicht zuletzt die Jugendlichen selbst mit.

Dieser Bericht ist für das Projekt youthpart angefertigt worden und wurde zuerst im Rahmen des Dialog Internet veröffentlicht. Dieses Werk bzw. dieser Inhalt von Wolfgang Gumpelmaier und Kristin Narr (ikosom) steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/

 

Foliensatz „Einführung E-Commerce“

ikosom ist inhaltlicher Partner des ARTWert SommerCampus 2013 in Berlin. In diesem werden die verschiedenen Varianten des Vertriebs von künstlerisch-kreativen Produkten im Web beleuchtet: von Plattformen wie Etsy und DaWanda über eigene Online-Shops als Freeware bis hin zu individuell programmierten Lösungen.

Im Mittelpunkt stehen dabei die konzeptionellen Fragen des eCommerce, aber natürlich erörtern wir auch die finanziellen, technischen, rechtlichen und vor allem Marketing-Aspekte in verschiedenen Modulen. Ziel des ARTWert SommerCampus 2013 ist es, allen die bereits dabei sind, planen oder überlegen, ihre kreativen Produkte (auch) mittels Online-Shops zu vermarkten, Grundlagen zu vermitteln, Impulse zu geben, und gemeinsam Kriterien für die beste Entscheidung zu entwickeln.

Die Seminarunterlagen des Einführungs-Workshops von Jörg Eisfeld-Reschke umfasst die folgenden Themenbereiche:

  • Grundbegriffe
  • Grundlagen
  • Geschäftsmodelle
  • Distribution
  • Kostenstruktur im E-Commerce
  • Der Weg zum Online-Shop
  • Bezahlverfahren
  • Gütesiegel

Der Foliensatz ist hier im Blog anzuschauen und direkt auf Slideshare zum Download verfügbar.

„Europa ist meine Zukunft, wenn…“ Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault bedankt sich bei der Jugend für ihre Vorschläge

Das Deutsch-Französische Jugendwerk hat das ePartizipations-Projekt „Europa ist meine Zukunft, wenn…“  mit Unterstützung von ikosom durchgeführt. Das Projekt erreichte am 5. Juli 2013 in der Maison de la Mutualité in Paris mit der Übergabe des Abschlussdokuments
„Appell der deutschen und französischen Jugend an die Politik” seinen Höhepunkt .

Appell_Uebergabe_MG_0551  „Appell der deutschen und französischen Jugend an die Politik”
Das Dokument wurde im Rahmen des Festakts zu 50 Jahren DFJW offiziell von zwei jugendlichen ProjektteilnehmerInnen an die Jugendministerinnen von Deutschland und Frankreich, Dr. Kristina Schröder und Valérie Fourneyron, überreicht. Der Appell weckte in der Politik so viel Interesse, dass am Tag der Feierlichkeiten auch VertreterInnen anderer Ministerien der deutschen und französischen Regierungen an der Übergabe teilnahmen.

Am selben Tag, kurz nach der Überreichung, wurde dem Appell in der Rede zu Ehren des 50-jährigen Bestehens des Deutsch-Französischen Jugendwerks des französischen Premierministers eine zentrale Rolle eingeräumt. Die Veranstaltung fand im Hôtel de Matigon statt, dem Amtssitz des französischen Premierministers. Jean-Marc Ayrault bedankte sich in seiner Rede bei den Jugendlichen, die an dem Projekt „Europa ist meine Zukunft, wenn…“ teilgenommen haben, für ihre Vorschläge.

Dabei betonte er die Bedeutung des politischen Engagements der Jugendlichen: „Wir brauchen euch, die neue Generation. Wir brauchen euch, um die deutsch-französische Freundschaft zu leben und unserer gemeinsamen Geschichte neue Kapitel hinzuzufügen.“ (original: „Nous avons en effet besoin de vous, la nouvelle génération. Nous avons besoin de vous pour faire vivre l’amitié franco-allemande et ajouter de nouveaux chapitres à notre histoire commune.“)

Für die Frankophilen, hier der Link zur kompletten Rede des Premierministers

Allgemeine Information zum ePartizipations-Projekt:

Mit „Europa ist unsere Zukunft, wenn…” führte das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) in Zusammenarbeit mit ikosom das erste grenzübergreifende, mehrsprachige ePartizipations-Projekt in Europa durch, welches sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene richtete.

Das Projekt sollte sichtbar machen, was sich junge Deutsche, junge Franzosen und junge Europäer im Alter zwischen 13 und 30 Jahren heute für ihre Zukunft in Europa wünschen, indem ihnen eine Plattform geboten wurde, auf der sie diese Wünsche und Forderungen ausdrücken und sich darüber mit anderen Teilnehmern austauschen konnten. Abschließendes Ergebnisziel des Projektes war es, eine Sammlung von Forderungen und Handlungsvorschlägen der Jugendlichen an die Politik zu überreichen.

Das ePartizipations-Projekt gliederte sich in zwei Hauptelemente: einen Videowettbewerb und eine aus drei Phasen bestehende Online-Konsultation. Alle Inhalte der Projekt-Website waren in deutscher und französischer Sprache verfügbar.

Mehr Informationen über das Projekt auf der Ergebnisseite:

http://50jahre.dfjw.org/epartizipation

In den kommenden Wochen werden wir weitere Artikel zum Konzeptionsprozess, den verschiedenen Schritten und Phasen der Projektentwicklung auf unserem Blog veröffentlichen.

Stay tuned!

Start des DFJW-Blogprojekts „Junge Wahlbeobachter“ in Kooperation mit ikosom

Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) veranstaltet in Kooperation mit ikosom das Blogprojekt „Junge Wahlbeobachter“ / << Jeunes observateurs en campagne >>. Im Zeitraum von Mitte Juli bis Ende September 2013 berichten zehn junge Menschen aus Deutschland und Frankreich über ihre Ansichten, Eindrücke und Perspektiven auf die Bundestagswahl 2013. Der Auftaktworkshop fand Mitte Juli in Berlin statt. Die Jugendlichen lernten einander kennen, sprachen über Themen, die sie im Zusammenhang mit der Bundestagswahl interessieren und erprobten das Bloggen mit verschiedenen Formaten.

Im Teamvideo erklären die Jugendlichen selbst, was hinter dem Projekt steckt und was sie vorhaben.

 

Screenshot III - Junge WahlbeobachterDas Herzstück des Projekts bildet der zweisprachige Blog www.junge-wahlbeobachter.de als Ort für Diskussionen und Austausch. Jede Woche veröffentlichen die Jugendlichen dort Artikel zu Themen, über die sie im Zusammenhang mit der Bundestagswahl berichten und in den Austausch treten möchten. In regelmäßigen Online-Redaktionssitzungen werden die bisherigen Beiträge besprochen und neue geplant.

 

 

Der Blog wächst und gedeiht

Viele spannende Beiträge sind bereits entstanden. Sie beschäftigen sich mit den politischen Systemen in Deutschland und Frankreich, mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden, stellen die Wahlen in Deutschland in einen gesamteuropäischen Zusammenhang und nehmen konkrete Jugendthemen in den Blick.

Coline beschäftigt sich mit „Campagne d’été“ – „Sommerwahlen“, die in Frankreich undenkbar wären.

Sie stellt fest: „En France, l’été, on est en vacances. Les politiciens ne sont pas là, ils sont partis aux quatre coins du pays. La presse quotidienne réduit ses pages, nous parle de faits divers ou de conseils pour bien dormir les nuits de canicule. D’où ma surprise de constater que les élections en Allemagne se tiennent en Septembre. La campagne électorale a donc lieu… en été ?!“

Deutsche Übersetzung: Frankreich ist im Sommer im Urlaub. Politiker sind am Strand, in der Presse wurden nur Artikel über Reise und Kultur veröffentlicht. Deswegen bin ich absolut überrascht, dass die deutsche Wahl im September stattfindet: soll das etwa heißen, dass der Wahlkampf im … Sommer ausgetragen wird?

Und Julia fragt sich in ihrem Blogbeitrag „Strategisch wählen – aber wie?“, wie man am besten wählen soll und stellt verschiedene Optionen vor: „Die Auswahl an Parteien und Kandidaten ist allemal groß genug. Das ist genau mein Problem. Deins auch? Ich frage mich, WIE ich wählen soll, damit am Ende auch etwas Anständiges dabei herumkommt.

Schauen Sie vorbei und erzählen Sie es weiter!

Schauen Sie doch einmal selbst vorbei und hinterlassen Sie ihren Eindruck als Kommentare auf dem Blog! Die Jugendlichen sind auf Ihre Meinungen sehr gespannt: www.junge-wahlbeobachter.de

Crowdfunding – eine Finanzierungsalternative für die Landwirtschaft?

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Crowdfunding und Landwirtschaft, das sind zwei Dinge, die wohl kaum jemand spontan miteinander verbinden würde. Eine genauere Betrachtung zeigt aber, dass die Idee gar nicht so abwegig ist  – denn das Interesse an der Finanzierung von Nahrungsmittelproduktion steigt. ikosom beschäftigt sich daher intensiv mit diesem Trend und wird dazu eine Studie herausbringen. Die ersten Ergebnisse können am 29. Juli in einer Session bei  ununi.tv diskutiert werden.

screenshot_greenhousecf„Gib mir Geld für den Bau meiner Hofmetzgerei und du bekommst ein Fleischpaket“ – so hat beispielsweise ein amerikanischer Freiland-Schweinemastbetrieb über Kickstarter seine hofeigene Fleischverarbeitung finanziert. Mit 369 Unterstützer_innen sammelte der Betrieb mehr als 30.000 $ ein. Auch einige Gemüseproduzenten haben die Möglichkeit inzwischen entdeckt: sie finanzieren z.B. den Bau von Gewächshäusern über die Crowd.

 

screenshot agfunderNeben den klassischen landwirtschaftlichen Projekten finden sich auch viele Urban Farming-Projekte auf den Crowdfunding-Plattformen, beispielsweise die Errichtung einer Aquaponik-Anlage (einer Kombination von Fisch-und Gemüseproduktion) in Berlin, die über die Plattform Wemakeit.ch unterstützt werden konnte.

 

screenshot_threerev
Mit der Zahl der landwirtschaftlichen Projekte wächst die Zahl der auf den Bereich Ernährung und Landwirtschaft spezialisierten Crowdfunding-Plattformen. Im equity-Bereich können Anleger künftig auf Agfunder.com in landwirtschaftliche Betriebe investieren. Reward-based Crowdfunding für Food und Farm-Projekte gibt es beispielsweise auf threerevolutions.com.

Warum Crowdfunding für die Landwirtschaft?

Die Nachfrage nach regionalen und ökologisch erzeugten Lebensmitteln steigt. In Zusammenhang mit dem wachsenden Interesse an der Herkunft dessen, was täglich auf dem Teller landet, leistet Crowdfunding mehr als die reine Finanzierung landwirtschaftlicher Investitionen: es vernetzt Verbraucher_innen und Betriebe, schafft Vertrauen und Transparenz. Verbraucher_innen erhalten Einblick in die Produktion und können gezielt die Projekte unterstützen, die sie für sinnvoll halten. Direktvermarkter profitieren von den Marketing-Effekten, die mit einer Crowdfunding-Kampagne einhergehen.

Damit sind Vorteile für beide Seiten gegeben – und die Idee des Crowdfundings im Bereich Landwirtschaft erscheint gar nicht mehr so abwegig.

Neugierig geworden?

Am Montag, dem 29.7.2013 um 12:30 Uhr geht es im Crowdfunding-Talk auf ununi.tv um landwirtschaftliche Crowdfunding-Projekte: http://www.ununi.tv/node/191. Schaltet ein!

From SmartPhone to SmartDrone

Smartphones sind nicht viel schlauer als Handys – echte mobile Technologie hat mehr mit Drohnen zu tun als uns vielleicht lieb ist. Was wir deshalb gründen sollten: Ein ThinkTank für smarte, mobile Technologie die nichts mit dem Handy zu tun hat.

Ich finde es fast schon bedrückend, dass alle Welt das kleine, batterie-getriebene Etwas in unseren Händen „smartphone“ nennt, nur weil es Internet, GPS und Foto hat. Es ist nicht viel smarter als die klobigen Telefone der ersten Handy-Generation, denn es klebt nach wie vor an der Hand oder steckt in der Hosentasche. Was ist smart daran, wenn ein von Ladekabeln und Funkmasten abhängiges Plastik-Chip-Metall-Ensemble lediglich mehr und mehr Funktionen akkumuliert und jeder Journalist das als Durchbruch „mobiler“ Technologie zelebriert?

Der Durchbruch mobiler Technologie wird dann kommen, wenn nicht jeder ein „iPhone“ mit sich herumträgt, sondern eine „iDrone“ – eine personalisierte, nicht hackbare Drohne, die einige Hundert Meter über einem schwebt. Kein Nokia Smartphone, sondern eine „Nokia Smartdrone“. Kein „Samsung Galaxy“ in der Jacke, sondern ein „Samsung Full Galaxy“ in der Luft.

flickrdrone

Für viele mag schon die Überlegung daran gruselig erscheinen: den blauen Sommerhimmel voll mit dem Gewirr von quadromotorigen fliegenden Einheiten. Schlimmer als „Chemtrails“ und alle Überwachungskameras der Welt. Aber wie ein sehr spannender Artikel namens „Drones: Not just for Killing anymore“ auf Salon.com beschreibt, gibt es schon jetzt viele, die aktiv über die  zivile Nutzung von Drohnen nachdenken:

 “The systems have evolved to the point where what used to seem like an RC toy can now be used as a tool for a variety of applications such as taking pictures of your child’s birthday party, monitoring the health of plant life at a community park or delivering a ring at a wedding.”

Das kann man noch weiterdenken. Man stelle sich vor, die eigene „Smartdrone“ könnte schnell zur Post fliegen und einen Brief abholen. Oder zum Supermarkt um etwas Milch zu holen. Oder könnte beim Autofahren schauen, wie sich der Verkehr voraus entwickelt und dann schlau das Auto steuern.

Der technische Durchbruch kommt dann, wenn die eigene Smartdrone mit sozialer Technologie ausgestattet wird, sich kombinieren kann mit anderen Smartdrones und selbständig senden. Man kann sich vorstellen, wie Konzertaufnahmen werden, wenn Hunderte von Drohnen gleichzeitig streamen. Oder wie man bei menschlichen und natürlichen Katastrophen die Smartdrones zur Aufklärung einsetzt.

Natürlich gibt es auch jede Menge offener Fragen. Wie geht man mit dem Schutz der Privatsphäre um, wenn jeder einem eine Drohne vor das Fenster setzen kann:

According to a woman there, a “stranger set an aerial drone into flight over [her] yard … the man insisted that it is legal for him to fly an aerial drone over our yard and adjacent to our windows. He noted that the drone has a camera, which transmits images he viewed through a set of glasses. He purported to be doing ‘research.’”

Der Einsatz von Drohnen ist keine rein militärische Frage. Die Debatte darum wird ja im Augenblick gerade vor allem im Hinblick auf das Töten von Menschen geführt – und das ist richtig, denn wenn man die militärische Anwendung und deren zivile Konsequenzen anschaut, dann möchte einem oft das Kotzen kommen. Am eindrucksvollsten hat das wohl das Daten-Visualisierungsprojekt „Out of Sight – out of Mind“ gezeigt.

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Aber es hilft nichts, allein die militärische Komponente zu thematisieren, ohne die zivile Komponente zu analysieren. Carsten Sinns in seinem recht mutigen Blogpost diskutiert zum Beispiel, warum er im Zweifelsfall doch für den Einsatz von Drohnen im Krieg wäre. Er wirft die Frage auf, ob nicht doch militärische Überlegungen zugunsten dem Einsatz der Drohne überzeugen könnten. Aber die Frage ist viel weitgehender: wie können wir eigentlich als Gesellschaft die Vorteile und Nachteile echter, persönlicher, im wahrsten Sinne des Wortes „mobiler“ Technologie diskutieren, wenn wir Drohnen nur als Killerroboter wahrnehmen?

Meines Erachtens benötigen wir dazu einen ThinkTank, der über Technologie „Beyond mobile“ und ihren Einfluss auf die digitale Gesellschaft nachdenkt. Ich fand es erstaunlich, wie wenig bei der letzten re:publica die vier oder fünf Drohnen über dem Kopf der Versammelten eine Debatte auslösten, zumindest wesentlich weniger als das Herumtragen einer gefakten GoogleGlass-Brille. Es spricht viel dafür, dass die digitale Gesellschaft ihre mobile Technologie nicht versteht.

In spätestens einer Legislaturperiode werden wir uns intensiv damit beschäftigen müssen, was Technologie bedeutet, wenn man „mobil“ bis zum Ende konsequent durchdenkt. Es wäre Zeit, schon jetzt damit anzufangen.

#Followerpower: @Dawanda und @Etsy – Shopbetreiber gesucht

dawandaetsyAb nächsten Donnerstag findet der SommerCampus von Artwert statt – diesmal zum Thema „eCommerce„. Wichtige Plattformen für die Kreativwirtschaft sind natürlich Dawanda und Etsy, auf denenen Künstler, Kreative und Handwerker ihre Produkte vermarkten können.

Wir hatten bisher erfolglos probiert über die Plattformen versucht, an Shopbetreiber zu kommen, die Lust haben, während des Sommercampus in einem kurzen Vortrag ein bißchen über ihre Dawanda/Etsy-Strategie zu sprechen. Da die Plattformen aber den Kontakt nicht herstellen wollen, würden wir gerne unser Netzwerk in Gang setzen: Kennt ihr jemanden, der über etsy oder dawanda erfolgreich seine Produkte vermarktet?

Es gibt natürlich auch ein Honorar für den Vortragenden  und für das erfolgreiche Herstellen eines Kontaktes auch eine Überraschung von ikosom. Wenn ihr jemanden kennt, einfach kurze Email an wenzlaff@ikosom.de. Danke für Eure Hilfe!

Online-Communities und Depression – ein Internet-Paradox

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Photo by Pedro Figueiredo/Flickr, cc by-nc-nd 2.0

In der aktuellen Ausgabe des International Journal of Internet Science ist ein spannender Artikel erschienen, der sich mit Online-Communities zum Thema Depression beschäftigt und untersucht, inwiefern diese zum Wohlbefinden der Community-Teilnehmer beiträgt:

This cross-sectional study aimed to explore the association between the intensity of participation in online depression communities and the benefits users gain from participation. The study was based on an online survey of 631 users in 16 English language-based online depression communities. Results indicated that there were several differences between heavy, medium and light users with regard to their participation patterns, but they did not differ in their background characteristics and hardly varied in their interests. There were also no differences between the groups in their level of depression. However, there were many significant differences in perceived benefits gained, which demonstrated that heavy users reported receiving emotional support online and experiencing offline improvement more than medium and light users, and medium users reported these benefits more than light users. These findings suggest that contrary to some previous arguments regarding possible adverse consequences of intensive Internet use, heavy use of online depression communities is associated with positive results. Thus, it may even contribute to the general well-being of people with depression. Future research of the various associations between Internet use and psychological well-being should examine specific online activities, and explore diverse audiences including disadvantaged populations.

Wie schon im Abstract erwähnt, gibt es eine hohe Korrelation zwischen den Heavy-Community-Nutzern und der Verbesserung der Depression. Dies wird in der Zusammenfassung in der Studie nochmal herausgearbeitet:

The fact that the heavy users were not more depressed than medium and light users, but at the same time reported more improvement in their condition (e.g., more hope and better coping) suggests that had they not participated in the communities, they would have suffered a higher level of depression. This suggestion is in line with the findings of Houston and colleagues (2002), which demonstrated resolution of depression among heavy users. It may also find support in studies that indicated that social use of the Internet was associated with decreased depressive symptoms and anxiety (e.g., Morgan & Cotten, 2003; Selfhout et al., 2009). Moreover, the fact that the light users were more “veteran” than others but not less depressed and benefitted the least from participation, suggests that it is not the duration of use, but rather the intensity of it, that matters.

The current study demonstrates that for people with depression having frequent online communication with others in their condition may be very helpful, regardless of whether they receive help, provide it to others, or both. Such communication with others who are able to understand what they are going through may redeem users of the isolation that often accompanies depression, make them realize that they are not alone, and empower them.

Therefore, the current study may join previous research (e.g., Amichai – Hamburger & Furnham, 2007; Campbell et al., 2006, Shaw & Gant, 2002) that commended the Internet for its potential to contribute to increased well – being, arguing that the participation in online depression communities may be viewed as an effective complimentary means for coping with depression.

More generally, the findings of this study verify the need to examine the “Internet paradox” and the various associations between Internet use and psychological well-being among more diverse audiences and in a greater resolution than previous research did.

Crowdfunding für klassische Musik

Im Vorfeld zu einem Crowdfunding-Workshop mit der Jungen Deutschen Philharmonie in Frankfurt habe ich Projekte aus dem Umfeld der klassischen Musik recherchiert. Überraschenderweise fand ich dazu mehrere Beispiele, sogar einige aus dem deutschsprachigen Raum. Aufgefallen ist mir dabei, dass die meisten Projekte sich in eine der folgenden vier Funding-Kategorien einordnen lassen, wobei es natürlich Überschneidungen zwischen den Kategorien gibt:

(CD-) Aufnahmen: Die Projektinhaber finanzieren sich via Crowdfunding eine Konzert-Aufnahme, die für die Produktion einer DVD/CD verwendet wird.

Ein Beispiel dafür ist das Projekt „DVD Götterdämmerung Voigt/Tate“ der Hamburger Symphoniker, das auf startnext 23.130 Euro für die geplante DVD-Aufzeichnung des Symphoniekonzertes mit Deborah Voigt und Jeffrey Tate einsammeln konnte. Interessant ist hier, dass diese Summe von nur 22 Supportern eingezahlt wurde. Das liegt daran, dass Projektstarter Alexander Busche mehrmals Beträge von Großsponsoren in den Topf geworfen hat, die offensichtlich über das Crowdfunding auf das Projekt aufmerksam wurden. Zudem konnte er die ursprüngliche Zielsumme von 40.000 Euro halbieren, da sich aufgrund des Crowdfundings ein gewisser „Rabatt-Effekt“ eingestellt hat, wie er auf seiner Projektseite selber schreibt: „Nicht zuletzt dank dieser Plattform und der Präsenz, die das Projekt schon im Vorfeld durch die Crowdfunding-Aktion bekommen hat, ist es gelungen, die avisierten Partnerfirmen so sehr für das Projekt zu begeistern, dass sie uns unschlagbar gute Angebote gemacht haben und alle Resourcen Ihrer eigenen Firmen so bündeln, dass wir nun mit 20.000 Euro aufzeichnen können.“

(Spezial-) Veranstaltungen: Die Projektinhaber finanzieren sich via Crowdfunding eine oder mehrere Veranstaltungen oder Konzert-Touren.

So wird aktuell etwa für die „Deutschlandtour der Jungen Waldorf-Philharmonie“ Geld gesammelt. Insgesamt 5.000 Euro sollen mit Hilfe der Crowd zusammenkommen, um das Jugendorchester zum 10-Jährigen Jubiläum auf eine Konzert-Tour nach Berlin, Hamburg und Kassel zu schicken. Sehr nett fand ich hier, dass man sich hier mit der kleinsten Prämie á 10,- Euro an Schüler und Studenten richtete und ihnen auf diese Weise den Erwerb von ermässigten Karten ermöglichte. 

Musik-Experimente: Die Projektinhaber finanzieren sich via Crowdfunding ein innovatives, experimentelles Vorhaben. 

Serj Tankin ist vor allem als Lead-Sänger der Alternative-Metal-Band System of a down bekannt. Auf Kickstarter hat er 2012 für das Projekt „ORCA, The New Symphony by Serj Tankian: Live Show & Album“ über 40.000 Dollar von den Fans für die Inszenierung seiner ersten Symphonie erhalten. Sowohl Sänger als auch Crowdfunding-Plattform sind zwar aus den USA, die Premiere fand jedoch mit dem Karussell Orchestra (bestehend aus Mitgliedern des Bruckner Orchesters) im Brucknerhaus in Linz/Österreich statt.

Auch das Projekt „Open Goldberg Variations – Setting Bach Free“ passt am besten in diese Kategorie, weil es laut Initiator Robert Douglass nicht das klassische Klassik-Publikum ansprach, wie er in einem sehr lesenswerten Live-Chat erklärte: „Eigentlich waren die Leute meistens sehr technologie interessierte. Hacker Freaks und Programmierer die stundenlang Musik hören während die Arbeiten – die haben unseres Projekt sehr geschätzt. Nur die wenigsten gehören dem typischen klassischen Publikum.“

Jugend-Projekte: Die Projektinhaber finanzieren sich via Crowdfunding ein Projekt mit Bezug zur Jugend/Jugendarbeit. 

Bildschirmfoto 2013-07-01 um 23.19.26Generell fällt auf, dass sich viele Crowdfunding-Projekte aus dem Klassik-Bereich an die junge Zielgruppe richten, wobei laut Crowdfunding-Report der Popakademie die am stärksten vertretenen Altersgruppen die 20-49jährigen sind und sich die Jüngeren eher zurückhalten. Dennoch scheint es zu funktionieren, wie zum Beispiel das Projekt „jung | klasse | KLASSIK – Der Musiksommer im Braunschweiger Land 24.6“ aus dem Jahr 2012 beweist.

Auf der Crowdfunding-Seite heißt es dazu: „Ein wichtiges Anliegen ist es, jungen Menschen einen Zugang zur Musik, sei es nun Klassik, Jazz oder auch zeitgenössischer Musik, zu eröffnen. Gelingen soll dies durch ein Angebot an erstklassigen Künstlern und einer Preisstruktur, die es auch Menschen mit geringem Kulturbudget ermöglicht, die Konzerte zu besuchen.“ Offensichtlich mit Erfolg, denn momentan läuft bereits die zweite Crowdfunding-Aktion zum diesjährigen Festival: jung I klasse I KLASSIK – Der Musiksommer im Braunschweiger Land.

Crowdfunding für Klassik – was ist noch möglich?  

Auch wenn in DE-AT-CH bereits erste Schritte in Richtung Klassik-Crowdfunding gemacht wurden, so bin ich der Meinung, dass da noch viel möglich ist. Mich würde interessieren, ob euch noch andere Einsatzgebiete im Zusammenhang mit Orchester und/oder klassischer Musik einfallen? Oder ob ihr Projekte aus diesem Bereich kennt, die ihre Sache besonders gut gemacht haben? Aber auch welche Bereiche ihr gerne funden würdet? Wie immer freue ich mich über eure Kommentare.

Appel à participation: projet de Blog franco-allemand « Jeunes observateurs en campagne » !

L’Institut für Kommunikation in sozialen Medien (IKOSOM) et l’Office franco-allemande pour la jeunesse (OFAJ) organisent ensemble, dans le cadre des élections allemande, le projet de blog « Jeunes observateurs en campagne»

Dans le cadre de ce projet, 10 jeunes français et allemands auront la possibilité à partir de mi-juillet et ce jusqu’à fin septembre 2013 de faire part, via le Blog, de leurs impressions, opinions et points de vue sur les élections au Bundestag 2013.

Ce projet s’adresse aux jeunes :

  • entre 18 et 29 ans
  • ayant une bonne compréhension de l’allemand et du français
  • ayant de l’expérience dans la rédaction de texte (ex: journal de l’école…)
  • ayant un intérêt pour la politique

Les langues de travail du projet et du blog seront le français et l’allemand. Du 12 au 14 juillet ainsi que du 13 au 16 septembre 2013 se tiendront à Berlin deux séminaires de travail. Par ailleurs, un séminaire de rédaction en ligne sera organisé toutes les deux semaines.

Foto by Maik Meid (@frnetz)

L’objectif de ce projet est de mettre en lumière les opinions et points de vue des jeunes français et allemands concernant la campagne menée pour les élections au Bundestag. Le blog ayant pour but d’être une plateforme d’échange et de discussion.

Dans le cadre du projet, les frais de voyage (max : billet en 2ème classe (train) ou classe économique (avion)) et d’hébergement (en chambre double) seront pris en charge ou remboursés.

Envoyez votre candidature dès maintenant !

Les intéressés peuvent envoyer leur candidature jusqu’au 7 juillet 2013 à IKOSOM.

Ausschreibung: Deutsch-französisches „Junge Wahlbeobachter“-Blog zur Bundestagswahl 2013

Das Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom) veranstaltet zusammen mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) das Blogprojekt „Jugendliche Wahlbeobachter“. Im Zeitraum von Mitte Juli bis Ende September 2013 berichten zehn junge Menschen aus Deutschland und Frankreich über ihre Ansichten, Eindrücke und Perspektiven auf die Bundestagswahl 2013.

Das Projekt richtet sich an junge Menschen

  • im Alter von 18 bis 29 Jahren,
  • mit einem guten Verständnis der deutschen und französischen Sprache,
  • mit Erfahrungen im Schreiben von Texten (z.B. Schülerzeitung) und
  • mit einem Interesse für Politik.

Die Arbeitssprachen des Projekts und des Blogs sind deutsch und französisch. Vom 12. bis 14. Juli und vom 13. bis 16. September finden Workshops in Berlin statt. Alle zwei Wochen wird zudem eine Redaktionssitzung online organisiert.

Foto by Maik Meid (@frnetz)

Ziel ist es, dass die Perspektiven von jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich auf die Bundestagswahl in Deutschland sichtbar und das Blogprojekt ein Ort für Diskussionen Austausch wird.

Die Kosten für Anreise (max. 2. Klasse Bahn oder Spartarif Flug) und Unterkunft (Doppelzimmer) werden erstattet bzw. übernommen.

Jetzt bewerben!

Interessierte können sich bis zum 7. Juli 2013 bei ikosom bewerben. Das Anmeldeformular gibt es auf deutsch und französisch.

4. Branchentreffen Crowdfunding – 10. Juli 2013 – 10-16 Uhr

Am 10. Juli 2013 kommt es zum vierten Branchentreffen Crowdfunding, mit dem Schwerpunkt der Aktivitäten der Crowdfunding-Szene in Europa und der verschiedenen Regulierungsszenarien. Das Branchentreffen ist wie immer nicht-öffentlich und die Ergebnisse bleiben im Kreis  der Teilnehmenden, um eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre zu gewährleisten. Eingeladen sind in erster Linie die Crowdfunding-Plattformen, Mitglieder des Crowdsourcing-Verband und des European Crowdfunding Networks. Wer Interesse hat, kann hier das Interesse an der Teilnahme kurz bestätigen.

Im Anschluss an das Branchentreffen gibt es einen öffentlichen Workshop zur AIFM-Richtlinie mit einem Input von Dr. Oliver Glück (GSK)

Wieso ist es so schwierig, Europa auf virtuellem Wege näher zu kommen?

Heute war die letzte Online-Session des Projekts „Europe-So-Close„. Das Projekt ist eigentlich revolutionär: über 8 Sitzungen zu vier Oberthemen (Daseinsvorsorge, EU-Haushalt, Datenschutz, Jugendarbeitslosigkeit) wurden Mitglieder des Europäischen Parlaments mit Interessensvertretern an einen virtuellen Tisch gebeten, eine Stunde lang wurde sich ausgetauscht, Themen kontrovers diskutiert und die Bürger Europas konnten direkt an ihre Vertreter ihre Fragen und Ideen loswerden. Eigentlich eine tolle Idee, oder?

Wenn man sich die Liste der ReferentInnen anguckt, dann war das Projekt ein voller Erfolg, denn unser Projektteam hat es geschafft, zu allen Themen diejenigen auszuwählen, die direkt am Geschehen dran waren und diese kommentieren konnten. Wir haben als Team den Kontakt aufgenommen zu Hunderten von Blogs, Twitterern und Facebook-Gruppen und so die Sitzungen immer wieder angeteasert. Trotzdem lässt mich das Projekt aber auch etwas ratlos zurück, denn die Diskussionen in den virtuellen Webinaren fanden fast ausschließlich zwischen den Experten statt, die Bürger Europas haben eher passiv zugeschaut.

Am besten hat es eine unserer Mitarbeiterinnen heute auf den Punkt gebracht: „Ich wußte eigentlich gar nicht, was ich fragen soll.“ Sie ist jung, hat studiert, gehört zu den Europäerinnen, die wie selbstverständlich in anderen Ländern Europas arbeiten und leben wollen, sie ist politisch interessiert und macht sich sicherlich genauso wie die Abgeordneten viele Gedanken, wie man die Krise Europas lösen könnte. Aber doch baute sich in den Sessions eine seltsame Distanz auf, obwohl die MEPs alle sehr zugänglich waren und sich auf das Experiment der virtuellen Sitzungen eingelassen haben. MEPs wie Franziska Keller, Jutta Steinruck, Axel Voss, Jürgen Klute, Jens Geier, Othmar Karatas, Eva Lichtenberger, Sabine Verheyen, Josef Weidenholzer, Thomas Händel oder die Mitarbeiter von Amelia Andersdotter oder Evelyn Regner waren immer freundlich und zu Diskussionen bereit.

Woran lag es nun? Ich versuche mich mal an ein paar erklärenden Punkten:

Wer mit Europa ernsthaft diskutieren will, muss sich ernsthaft einarbeiten – und das kostet Zeit und Mühe, die europäische Bürger nicht aufbringen wollen.

Ich hatte das Vergnügen, selber eines der acht Sitzungen moderieren zu dürfen, zum Thema Datenschutz. Und obwohl ich mich eigentlich recht gut auskenne im Datenschutz, musste ich mich natürlich auch vorbereiten. Will man von plakativen Fragen à la „Bist Du für mehr oder weniger Datenschutz?“ absehen, dann muss man sich tief in die Materie der Gesetzesvorhaben einarbeiten, man muss die Positionen der Parteien und der Abgeordneten kennenlernen, die unterschiedlichen Rollen von Parlament, Rat und Kommission kennen, verstehen, wie der Gesetzgebungsprozess funktioniert.

Das ist auf nationaler Ebene schon nicht einfach, aber vermutlich den meisten politikinteressierten Menschen geläufig.Aber auf europäischer Ebene ist es schon für ein einziges Themenfeld sehr viel schwieriger, weil wesentlich mehr Akteure involviert sind, es im Parlament keine klare Trennung in Opposition und Regierung gibt und vieles mehr. Für die europäischen Bürger ist es wesentlich schwieriger, sich über europäische Politik zu informieren als über die Politik in den Hauptstädten der EU-Mitgliedsstaaten. Dabei liegt es nicht am fehlenden Informationen, sondern eher an der Tatsache, dass zu jedem Thema unzählige Informationsportale existieren. Es liegt also weniger an der Intransparenz Europas, sondern eher am Information-Overkill in Europa.

Dies wird durch die sozialen Medien noch verschärft. Das Europäische Parlament hat, wie soll das auch anders sein, einen Twitter-Account in fast jeder Amtssprache der Europäischen Union. Die Abgeordeten twittern. Die Kommissare twittern. Die Mitarbeiter der Kommission twittern. Die unzähligen EU-Institutionen, wie der Rat der Regionen twittern. Es ist also sehr einfach möglich, direkt den Draht zu den Mitarbeitern zu bekommen, die für die jeweilige Institut die Kommunikation verantworten. Die Mitarbeiter sind auch nach meiner Erfahrung alle sehr dialogbereit gewesen, haben gehelfen die Sessions bekannt zu machen. Aber wenn man die europäische Twittersphäre beobachtet, fällt es auf, dass dort wenige sind, die aktiv zuspitzen, Thesen vertreten. Die europäische Öffentlichkeit in den sozialen Netzwerken ist weitestgehend unter sich, so scheint es.

Nicht der Dialog, sondern der Protest bestimmt das Bild von Europa – dank Netzpolitik.org und Lobbyplag

Wenn über europäische Themen diskutiert wird, dann immer als Abwehrmaßnahme gegen Brüssel. Bestes Beispiel sind dafür die ACTA-Proteste und deren Mobilisierung auf Plattformen wie netzpolitik.org. Ein aktuelles Beispiel ist die EU-Richtlinie zur Vergabe von EU-Dienstleistungskonzessionen, die aufgrund einer Europäischen Bürgerinitiative entscheidend verändert worden ist.

Protest ist nicht falsches, aber sie ist ein Zeichen dafür, dass die (digitale) Zivilgesellschaft von der Komplexität Europas überfordert ist. Kaum jemand zum Beispiel berichtet darüber, dass das Europäische Parlament sich bei dem Streit um die digitale Überwachungspraxis der Amerikaner sich massiv in Position gebracht hat, viel stärker noch als sich die meisten Regierungsvertreter der Mitgliedsstaaten es sich trauen würden.

Leider ist es so, dass gerade die Initiativen sehr viel Aufmerksamkeit bekommen, die wie Lobbyplag noch anti-europäischen Ressentiment vertiefen, ohne selber einen konstruktiven Dialog zu führen. Ich halte es für sinnvoll, wenn man die Gesetzesvorhaben der Europäischen Union dahingehend transparenter macht, dass man wie zum Beispiel im Fall der Datenschutzrichtlinie die Vorschläge von Lobbyisten, NGOs und Unternehmen veröffentlicht. In einer Demokratie ist es wichtig und richtig, dass die Politik auf die Kritik von außen reagiert und das geht nur, wenn Interessen gleichberechtigt zu Wort kommen. Die Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament hat ein solches System aber schon seit Jahren in Betrieb, es wäre daher sinnvoller gewesen zu überlegen, wie man ein solches System verbessern kann, die Daten besser visualisieren, den Zugang zu den MEPs zu gestalten, die Argumente die hinter den Änderungsvorschlägen sich versammeln, klarer zu machen. Das alles ist ziemlich harte Arbeit und führt sicherlich nicht zu Grimme-Nominierungen. Aber es würde sich lohnen.

Für mich war das einer der ernüchterndsten Erfahrungen bei Europe-So-Close: wenn man den Menschen, die lautstark für oder gegen ein politisches Vorhaben in Brüssel sind, die Möglichkeit bietet, direkt mit den jeweiligen MEPs über die Anliegen zu sprechen, dann machen sich einige still und heimlich davon. Je lauter eine Lobbygruppe öffentlich über „die da in Brüssel“ herziehen, desto weniger haben sie Argumente, um sie im direkten Gespräch auszutauschen.

Virtuelle Dialoge sind wichtig, aber der direkte Kontakt von Bürgern und Politikern lässt sich nicht virtualisieren

Wir hatten Mittwoch letzter Woche Hannes Swoboda bei uns im ikosom-Büro. Der Fraktionsvorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion hatte sich Zeit genommen, um sich über Kreativwirtschaft in Berlin zu informieren. Er kam zu uns auf die Dachterasse, aß Pizza und trank ClubMate.

Es gab keinen Livestream, kein Chat, keine Tweets. Ich hatte aber den Eindruck, dass das Gespräch mindestens genauso tiefgehend war wie die Gespräche im virtuellen Raum. Die Frage, die sich mir stellt, ist: Wie kann der virtuelle Raum des Internets den politischen Dialog verbessern, partizipativer und transparenter machen. Vielleicht müssen nicht die Formate des analogen Raums auf den digitalen Raum übertragen, sondern eigene politische Formate entwickeln.

Tilo Jung ist das mit seiner Youtube-Serie „Jung&naiv“ auf bezaubernde Weise gelungen – vielleicht müsste man das ganze für Europa in diese Richtung denken. Fragen stellen und zwar so lange, bis man Antworten bekommt.

In diesem Sinne: danke ans gesamte Europe-So-Close-Team und an David Röthler als Projektleiter, dass er uns von ikosom miteinbezogen hat!

Self-Branding für Journalisten – zukünftige Finanzierungsformen für Journalisten zwischen Social Payments und Crowdfunding

Schon seit einigen Wochen erlaubt Flattr das Unterstützen von Inhalten, deren Urheber noch nicht bei Flattr sich angemeldet haben – sogenannte Unclaimed Flattrs. Zuvor hatte das Kachingle schon bei anderen Inhalten probiert und im Fall der New York Times sich eine derbe Abfuhr erhalten. Diese Unclaimed Flattrs ermöglichen es, zum Beispiel auf Youtube Videojournalisten oder Medienorganisationen zu unterstützen, ohne dass diese angemeldet sind. Stefan Mey hat heute auf Spiegel.de darüber berichtet.

Ursprünglich hatte ich gedacht, dass das wirklich super wäre – jeder Inhalt ist im Netz anhand seiner URL eindeutig identifizierbar und so könnte man für alle Inhalte im Netz schnell und problemlos ein paar Cents überweisen. Wenn ich jemandem Aufmerksamkeit gebe, dann durch einen Link bei Facebook oder Twitter – Flattr oder Kachingle könnten also meine Timeline scannen und dann  einfach die URL-Besitzer der jeweiligen Links entlohnen. Einfacher würde es nicht gehen.

Das Problem scheint mir zu sein, dass die Nutzer weder Flattr noch Kachingle richtig trauen, sie trauen aber den großen Medienorganisationen, deren Marken, sie trauen den bekannten Journalisten, die sich als Marken etabliert haben. Wie ist es aber für die vielen Journalisten, die als Freie für verschiedene Medienseiten im Netz schreiben, die ihre Artikel bei verschiedenen Blogs und Online-Portalen untergebracht haben? Für sie ist das System von Flattr oder Kachingle zu aufwendig und zu kompliziert.

Für die Leser ist es genau das gleiche. Gerne würde ich Journalisten, die ich gut finde, immer mal wieder etwas zu kommen lassen, wenn ich ihre Artikel gut finde. Wenn ich obigem Stefan Mey ein paar Cents zukommen lasse möchte, muss ich mir sein Flattr-Profil raussuchen oder sein Paypal-Profil, aber auf seinem Spiegel-Artikel ist sein Flattr-Account nicht eingetragen.

robsnowseemeMich macht es nachdenklich, dass Crowdfunding-Plattformen wie emphas.is oder Krautreporter so gut funktionieren. Ein Teil des Erfolgs liegt sicherlich darin, dass Journalisten über diese Plattformen dauerhafte Reputationen aufbauen können. Die Frage stellt sich, was passiert, wenn man das Thema Self-Branding weiterdenkt und mit einem Bezahlsystem kombiniert?

Die New Yorker-Plattform see.me hat das für den Künsterbereich sehr erfolgreich umgesetzt. Die Künstler können sich dort wie im alten MySpace eigene Profile anlegen, die sogar ziemlich schick aussehen. Der Clou kommt, wenn man auf den Button „Support me“ klickt: Dann können Kleinstbeträge überwiesen werden, aber auch Tickets oder CDs verkauft werden.

clippings.meIst das nun Crowdfunding oder Social Payments? Wir haben das immer abgegrenzt, dass wir sagten, dass Crowdfunding für noch nicht existierende Inhalte, aber Social Payments für schon existierende Inhalte genutzt werden. See.me ist ein ziemlich spannender Hybrid beider Welten, weil einfach die Persönlichkeit des Künstlers finanziert wird.

Da wo Flattr und Kachingle scheitern, weil sie nicht genügend an der Reputation des einzelnen Urhebers ansetzen, da wo die Paywalls scheitern, weil sie zu unvernetzt an einzelnen Medienangeboten kleben, da könnte ein See.me für Journalisten ansetzen. Plattformen wie http://clippings.me/ führen immerhin schon die Artikel eines Journalisten zusammen. Self-Branding plus Social Payment, also clippings.me oder see.me plus Flattr/Kachingle, das könnte wieder etwas Bewegung in die eingeschlafene Social Payment Debatte bringen.

 

Der vermeintliche Sieg der Verlage im Leistungsschutzrecht

Die Sektgläser klingeln, Google muss jetzt bei den Verlagen anfragen, wenn es die Inhalte der Online-Zeitungen für die Seite GoogleNews nutzen möchte. Aus Sicht der Verlage klingt das so:

Die Mitteilung von Google, Inhalte künftig nur noch bei Einwilligung in Google News aufzunehmen, ist für die Verlage ein erster Erfolg auf der Grundlage des Leistungsschutzrechts. Es gibt den Presseverlegern ein eigenes Exklusivrecht, sie können die Nutzung ihrer Inhalte in bestimmten Online-Diensten deshalb künftig von ihrer Einwilligung abhängig machen. Ab dem 1. August muss Google sich an diese neue Rechtslage halten. Und diese verpflichtet Google, genau jene Zustimmung einzuholen, um die das Unternehmen die Verlage jetzt bittet.

Für Google ist das ein Paradigmenwechsel. Kaum ein Unternehmen hat sein Geschäftsmodell so konsequent auf dem „Opt-out“-Prinzip aufgebaut wie Google – alles ist erlaubt, so lange niemand „nein“ sagt. Diesem Prinzip hat der Gesetzgeber mit der Schaffung des Leistungsschutzrechts eine klare Absage erteilt. Und mit seiner Entscheidung, die Nutzung von Presseerzeugnissen deutscher Verlage künftig von deren Zustimmung abhängig zu machen, erkennt Google dies ausdrücklich an und akzeptiert den urheberrechtlichen Grundsatz, dass vor der Nutzung von Inhalten die Zustimmung des Rechteinhabers eingeholt werden muss. Genau das ist der Zweck des neuen Leistungsschutzrechts. Genau dafür haben die Verlage gekämpft.

Google sieht das natürlich ganz anders, dort wird so getan, als ob es der Gnädigkeit von Google entspricht, die Verleger in dem Angebot von GoogleNews einzubeziehen und Google sich einfach aus Gründen der rechtlichen Absicherung jetzt die Einwilligung holt, die Inhalte kostenlos zu verwerten.

 

Beides ist natürlich Unsinn. Die Verleger wären ehrlich, wenn sie sagen würden, dass das größte Hindernis nicht etwa Google ist, sondern die Uneinigkeit der Verleger selbst. Wenn sie erreichen wollen, dass Google wie in Frankreich „freiwillig“ einen größeren Anteil derWerbeerlöse mit den Verlegern teilt, dann müssten sie ein Anbieterkartell bilden und den defacto-Monopolisten Google dazu zwingen, auf ihre Preisvorstellungen einzugehen. Damit wird das Leistungsschutzrecht ein Fall für das Kartellamt. Continue reading „Der vermeintliche Sieg der Verlage im Leistungsschutzrecht“