Best of Online-Fundraising 2009

Im Rahmen des Fundraising2.0CAMP im Januar boten Katrin Kiefer und Jörg Reschke die Session „Best of Online-Fundraising 2009“ an. Für die Auswahl wurden jene Projekte und Aktionen ausgewählt, die konsequent Online-Instrumente einsetzen, einen wegweisenden und kreativen Ansatz darstellen sowie als Praxisbeispiel zur Nachahmung empfohlen werden können. Die Höhe der Spendeneinnahmen war kein primäres Auswahlkriterium, zumal die Spendenhöhe bei vielen Online-Aktionen mit Ausnahme der Spendenportale meist nicht zurückverfolgt werden kann.

Best of 1: Twestival

Im Februar 2009 fand das erste Twestival statt. An über 100 Orten weltweit trafen sich Twitter-Nutzer und sammelten dabei Geld für einen guten Zweck. Der Spendenerlös von $250.000 ging an die amerikanische Nonprofit-Organisation Charity:water, die sich für klares und sauberes Wasser in Entwicklungsländern einsetzt. Im September 2009 wurde die Aktion wiederholt, wobei dieses Mal die Erlöse jeweils an regionale gemeinnützige Organisationen gespendet wurden.

Die Mischung aus globaler Aktion und lokalen Treffen für einen guten Zweck ist ein Beispiel dafür, wie eine kurzfristige Massenmobilisierung über Twitter zur Verbindung zwischen Online-Medien und Offline-Vernetzung führen kann.

Best of 2: 2aid.org

Mit 2aid.org hat sich ein neuer Typus Nonprofit-Organisation gebildet. Die Aktiven kommunizieren nicht nur in ihrer externen Kommunikation über soziale Medien, sondern auch die komplette Organisationsstruktur wird über Social Web Tools abgebildet. Online-Volunteering ist demnach kein Instrument des Freiwilligen-Managements, sondern Grundlage der Organisationsstruktur. Die Online-NPO, die aus sozialen Medien entstanden ist, beteiligt auch ihre Stakeholder an der Projektausrichtung. So ergab die Befragung der Community, dass das erste Projekt von 2aid.org die Finanzierung eines Brunnens für das ugandische Dort Nakaseke ist. 2aid.org könnte sich in der Nutzung von sozialen Medien als Vorreiter für andere Nonprofit-Organisationen erweisen.

Best of 3: Aktion Uwe

Mit Aktion Uwe hat Ole Seidenberg aus einer zufälligen Begegnung mit dem Obdachlosen Uwe eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Im begleitenden Blog und den Videoaufnahmen kommt nicht nur Uwe selber zu Wort, sondern werden auch Rückschläge und Probleme offen kommuniziert. Die sehr persönliche Berichterstattung von Uwe und seinem Helfer ist absolut beispielhaft. Damit konnte für die relativ kleine Aktion eine enorme Medienpräsenz erreicht werden.

Best of 4: Betterplace

Im Jahr 2009 haben Spendenplattformen wie Betterplace, Helpedia, HelpDirect und Wikando reichlich Aufmerksamkeit von Medien und Nonprofit-Organisationen erhalten. Wegweisend für die Verbindung der Kultur des Social Web mit einer Spendenplattform sind die Instrumente, die Betterplace zum Aufbau von community-basierten Vertrauenselementen eingeführt hat. So werden im Rahmen des Profils einer Nonprofit-Organisation die Unterstützter des Projekts, Besucher, Fürsprecher und Blogeinträge als Relevanzmaße für die Bedeutung der Community ausgewiesen.

Trends für das Online-Fundraising 2010

Für das Jahr 2010 lassen sich vor allem drei bedeutende Entwicklungen für das Online-Fundraising voraussagen:

  1. Facebook-Causes werden voraussichtlich in Deutschland implementiert werden, wodurch das soziale Netzwerk als Einnahmequelle für Mikro-Fundraising von deutschen Nonprofit-Organisationen erschlossen werden kann.
  2. Spendeneinnahmen über mobile Endgeräte, insbesondere per SMS werden einen erheblich größeren Anteil an den genutzten Spendenwegen erreichen als in den Vorjahren (z.B. Spendino).
  3. Mobile Applikationen von Nonprofit-Organisationen werden erstmals nicht nur einseitig informieren, sondern tatsächliche Anwendungsbeispiele zur Ressourcengewinnung darstellen.

Präsentation auf Slideshare

Die Präsentation kann hier auf Slideshare angesehen werden.

Weitere Dokumentation und Diskussion der Session

In Kürze folgt auf dem Blog netzwerkPR eine Dokumentation der Diskussion zur Session „Best of Online-Fundraising 2009“.

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