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Foto: Christoph Hoffmann

Der Einsatz von sozialen Medien im Bereich des Hochschulmarketings ist längst kein Novum mehr.  Der überwiegende Teil der deutschen Hochschulen und akademische Auslandsdienste ist sich der  Notwendigkeit und des Potentials von Facebook, Twitter & Co bewusst und mit Präsenzen auf den gängigen Plattformen vertreten. Bei näherer Betrachtung mangelt es diesen aber sowohl an aktiver und regelmäßiger Pflege als auch an einem ungezwungenen Umgang. Das könnte unter anderem mit der immer noch stark ausgeprägte Angst vor dem Kontrollverlust und einer unzureichenden idellen Bereitsschaft zur dialogorientierten Kommunikation erklärt werden.

Oft fehlt es aber schlichtweg an den dafür benötigten strukturellen Voraussetzungen, den finanziellen und personellen Ressourcen, die für eine aktive  Betreuung der Profile zwingend notwendig ist. So klagen die Verantwortlichen häufig über den entstanden Mehraufwand, den sie nur unzureichend bewältigen können. Infolgedessen mangelt es den Hochschulen ebenfalls an einer klar definierten strategische Zielsetzung, einer Social Media Policy, die Hauptvoraussetzung für einen erfolgreichen Auftritt ist.  Vor diesem Hintergrund sollte noch einmal eine ganz grundlegende Frage aufgeworfen werde: Warum macht es aber überhaupt Sinn Hochschulmarketing mit sozialen Medien zu betreiben?

Die Argumente, die für ein aktives Engagement der Hochschulen sprechen, sind dabei mehr als offensichtlich.  Für die vergleichsweise deutlich abgrenzbare Zielgruppe der Hochschulberatung, bestehend aus Studieninteressierten, Studierenden (im In- und Ausland) und Alumnis, ist das Internet die primäre Informationsquelle bei der Hochschulwahl.  Und das sowohl in quantitaiver als auch qualitativer Sicht, wie Studien der HIS belegen. Zunehmend spielen dabei auch soziale Medien eine bedeutende Rolle.  Es muss davon ausgegangen werden, dass die Information und Beratung in sozialen Medien auf diese Wahl einen erheblichen Einfluss haben. Die Habituisierung sozialer Netzwerke innerhalb der Lebenswelt der 14-29 Jährigen kann nicht nur innerhalb Deutschlands beobachtet werden. Laut der von MTV Networks iniierten ersten internationalen Social Media Youth Studie nutzen mittlerweile 58% dieser Altersgruppe Online-Communities oder soziale Netzwerke.

Dass die Information und Beratung mit sozialen Medien auf diese Wahl einen erheblichen Einfluss haben, betont auch Elmar Schulz, Referent für Wissenstransfer der Hochschulrektorenkonferenz (HRK):  „Wenn Schüler überlegen, ob sie studieren wollen, dann findet der Entscheidungsprozess zu einem großen Teil in sozialen Foren, wie Facebook oder Schüler- beziehungsweise StudiVZ, statt„. Die Möglichkeiten die sich durch ein aktives Engagement der Hochschulen in sozialen Netzwerken ergeben, gehen dabei weit über bloße Beratung hinaus. Die aktuelle Handreichung der HRK verweist in diesem Zusammenhang auch auf die zahlreichen E-Learning-Angebote. Eine Vorreiterrolle nimmt hier z.B. die LMU München ein, deren Pod- und VCasts-Angebot von Seminaren und Vorlesungen mitllerweile über 10 Millionen Aufrufe verzeichnet.

Die institutionelle Verankerung von sozialen Medien in der Öffentlichkeitsarbeit der deutschen Hoschulen ist aber sicherlich nur eine Frage der Zeit. Bis dahin bleibt nur Überzeugungsarbeit zu leisten und sich vielleicht in Erinnerung zu rufen, wo die Idee zum bis dato weltweit erfolgreichsten sozialen Netzwerk geboren wurde: an einer Universität.

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