Crowdinvesting goes viral

companisto-livekritikDas Unternehmen livekritik.de, die mit dem Gründer Rod Schmid auch Gast der letzten Crowdlounge war, hat drei Tage vor Abschluss des Crowdfundings eine wichtige Marke durchbrochen: mehr als 500 Gründer investierten etwas mehr als 80.000 Euro in das Unternehmen. Soweit wir das überblicken können, gibt es kein Unternehmen, dass auf den anderen Crowdinvesting-Plattformen in Deutschland diese hohe Anzahl an Investoren erreicht hat.

Es ist vermutlich sogar das Crowdinvesting-StartUpProjekt mit den meisten Investoren in Europa. In Europa gibt es bisher nur einige wenige Crowdinvesting-Plattformen wie GrowVC, Symbid oder Crowdcube. In den USA ist Crowdinvesting erst seit kurzem erlaubt und die Plattformen werden gerade gegründt. Im Rest der Welt gibt es daher kaum so viele Crowdinvesting-Plattformen wie im deutschsprachigen Raum.

Auf der holländischen Plattform Symbid, die auf einem Genossenschaftsmodell basierend bis zu 2,5 Millionen Euro, kamen ähnliche Investorenzahlen zusammen: dort hatte das Projekt Enviu 392 Investoren und erzielte 100.000 Euro. Auf Crowdcube wurde das Unternehmen The Rushmore Group mit 1 Million Pfund unterstützt, allerdings nur von 143 Investoren.

Companisto LogoAus Sicht des Crowdinvesting-Markts ist das interessante Ergebnis, dass die Plattform Companisto mit 5-Euro-Investitionen damit die Start-Up-Finanzierung einer breiten Masse ermöglicht. Zwar kam die Finanzierung nicht so schnell zustande wie bei anderen Projekten beispielsweise auf Seedmatch (Sugarshape), aber unter Marketing-Aspekten ist es sicherlich erfreulich für das Unternehmen livekritik.de, soviele potenzielle Werbebotschafter mobilisiert zu haben, die in den nächsten Monaten und Jahren für die Plattform sich einsetzen können.

Damit zeichnen sich drei Formen von Viralität ab, die durch Crowdinvesting ermöglicht wird. Einerseits die superschnelle Finanzierung, die auf Plattformen wie Seedmatch mit einem Investment ab 250 Euro eine entsprechende Aufmerksamkeit in den Medien generiert. Andererseits die hohe Investorenanzahl, die später in der Unternehmenskommunikation sehr hilfreich sein kann.

Sehr spannend ist aber auch, dass klassische Technologie-Unternehmen wie Sonnenrepublik eine Form des Crowdinvesting bevorzugen, welche eher weniger, dafür aber höhere Investitionen forciert. Auf Innovestment kann man erst ab 1000 Euro investieren, aber hat dafür die Möglichkeit, dass im Auktionsprozess vorab das Unternehmen eine deutliche Wertsteigerung erhält.

Diese Beispiele zeigen aber alle, wie vielfältig sich das Crowdinvesting in Deutschland entwickelt – von lückenschließender Seedfinanzierung hin zu einer spannenden Form der Wachstumsfinanzierung und damit einer viralen Unternehmenskommunikation. Dies wird auf der Crowdinvesting-Konferenz intensiv diskutiert.

Update: Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass das startnext-Projekt fairnopoloy 861 Unterstützer hat. Fairnopoly ist ein Mischprojekt aus Crowdfunding und Crowdinvesting. Es wurde eine Genossenschaft gegründet und kein klassisches Start-Up. Daher wurde das Projekt nicht als reines Crowdinvesting-Projekt mitgezählt. 4900 Genossenschaftsanteile á 50 Euro wurden angeboten – es ist nicht ganz klar, ob 4209 Anteile verkauft wurden oder die Differenz zwischen 4209 und 4900 – also 691 Anteile. Die 861 Unterstützer, die Crowdfunding und Crowdinvesting nutzen, haben gemeinsam entweder 4209 oder 691 Anteile gezeichnet, aber es ist nicht klar, wieviele der 861 Unterstützer wieviele Anteile gezeichnet haben.

One Reply

  • Sehr unterschiedliche Modelle von crowdinvesting, die im Netz sich tummeln. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Das gute ist, eine Alternative zur Bankfinanzierung. Nach Berlin, Köln und Dresden geht Hamburg an den Start.

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