Handhabungskriterien bei Social Media Glossaren

Avatar, Tags, Podcast, Feeds… Nicht mal jedes Kind der Generation „Digital Natives“ könnte all diese Wörter definieren. Ein Social Media Glossar hat also durchaus seine Berechtigung. Einen Sinn dagegen hat es nur, wenn es qualitativ hochwertig und gut nutzbar ist. Letzte Woche wurde schon die Frage nach möglichen Problemfeldern behandelt. Doch um ein gutes Social Media Glossar zu bieten, sollten auch gewisse Kriterien bei zur Handhabung beachtet werden:

Übersicht über die Handhabungskriterien:

  • Länge der Erklärungen
  • Visualisierung der Erklärungen
  • Kommentarfunktion
  • Suchfunktion

Länge der Erklärungen:

Wenn man über die Länge der Erklärungen redet, hilft es sich zu fragen, was ein Glossar eigentlich ist. Auf duden.de findet man folgende Definition: „selbstständig oder als Anhang eines bestimmten Textes erscheinendes Wörterverzeichnis [mit Erklärungen]“. Diese Erklärungen könnte man auch Definitionen nennen. Heißt also konkret: In die Erklärung von Facebook gehört nicht Mark Zuckerbergs Geschichte mit rein. Denn ein Glossar ist ein schnelles Nachschlagewerk, das eine Basis für weitere Recherche. Leser, die nur kurz ein Wort suchen wollen, springen ab, wenn ein romanartiger Text auftaucht. Deswegen: kurze und prägnante Erklärungen. Idealerweise in maximal zwei Sätze, so wie es die Glossare der FAZ, SMO14 GmbH und buzz attack gelöst haben. Außerdem reizt eine kurze, verständliche Definition dazu, sich weitere auch durchzulesen.


Erklärungen bei buzz atack

Visualisierung der Erklärungen:

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ weiß der Volksmund. Und im Grunde geht es darum, die vielenLern-Typen anzusprechen. Dabei sind Bilder in der Definition hilfreich. Jedoch sollte drauf geachtet werden, dass sie auch nur zum Einsatz kommen, wenn sie wirklich sinnvoll sind. Von Erklärungen, die überladen sind von Bildern, haben wenige Nutzer etwas. Spannend ist, dass von acht betrachteten nur das Glossar von SMO 14 – Digitale Markenführung Bilder als Ergänzung gewählt hat. Dabei visualisieren und erklären sie das Abstrakte und lockern trockene Definitionen auf. Auch die Einbettung von Videos kann bei bestimmten Wörtern Sinn machen. Was allerdings keins der betrachteten Glossare gemacht hat.


Visualisierung der Erklärungen bei  SMO 14 – Digitale Markenführung

Kommentarfunktion:

Social Media ist eine Entwicklung, die momentan noch keine Anstalten macht, anzuhalten. Dieser Entwicklung muss ein Glossar standhalten, um qualitativ hochwertig zu sein. Dabei kann die Kommentarfunktion behilflich sein; natürlich nur insofern sie für produktive und fachliche Beiträge genutzt wird. Es kann somit auf Fehler hingewiesen und Ergänzungen gebracht werden. Diese wiederum müssen zwar nicht zwingend in die Erklärungen eingebaut werden oder zu neuen Einträgen führen, können aber als Austausch von Erfahrungen und Fragen durchaus behilflich und vertiefend wirken. Voraussetzung für diesen ganzen Prozess ist allerdings, dass Nutzer die Kommentarfunktion auch benutzen. Deswegen empfiehlt es sich, sie explizit aufzufordern.


Kommentarfunktion der FAZ

Suchfunktion:

Bei der Recherche zu Social Media Lexika haben sich drei unterschiedliche Suchfunktionen herauskristallisiert.

  • Gezielte Suche durch Eingabe der Wörter in eine Suchmaschine
  • Auflistung der Anfangsbuchstaben
  • Auflistung aller Wörter


Suchfunktion der FAZ

Zwei unterschiedliche Motive kann der Nutzer eines Social Media Glossars haben:

  • Er sucht gezielt nach Wörtern
  • Er will sich im Allgemeinen über Social Media informieren und klickt sich durch die Wörter.

Für die ersten Gruppe ist die Eingabe von Wörtern oder die Anfangsbuchstaben zu Suche unumgänglich. Für Nutzer, die sich informieren wollen, sind insbesondere die Auflistung aller Wörter oder der Anfangsbuchstaben am hilfreichsten. Um beide Suchgruppen anzusprechen, sollten dementsprechend alle der oben aufgelisteten Suchmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Eine weitere Möglichkeit, die keins der betrachteten Glossare bietet, könnte man unter Stammbaumsuche zusammenfassen. Also eine Einteilung der Begriffe in Überthemen als Ergänzung zu den bereits oben erwähnten Suchfunktionen. Beispielsweise wäre die Gruppe Soziale Netzwerke denkbar. Darunter sollte man u.a. „Facebook“ finden, was wiederum die Wörter wie „liken“, „posten“, „Pinnwand“ beinhalten könnte. Diese Überthemen erleichtern, Begriffe im Gesamtzusammenhang zu erkennen. Sie geben der Fülle an Wörtern eine Ordnung und helfen, nach Themen konzentriert zu suchen.

Resümee:

Bei der Recherche hat sich gezeigt, dass keins der betrachteten acht Glossare alle Handhabungskriterien erfüllt. Auch die Kommentarfunktion wird sehr selten – meistens gar nicht – von Nutzern verwendet. Es zeigt sich also, dass ein Social Media Glossar zu Beginn die Kommunikation mit seinen Usern suchen muss, aber auch insbesondere User anlocken muss. Vielleicht liegt das an der großen Konkurrenz namens Wikipedia, die bei einer Wortsuche über eine Suchmaschine sehr weit oben erscheint. Allerdings können sich Social Media Glossare, insofern sie gut durchdacht sind, als wahre Kronjuwelen für den Nutzer herausstellen.

Es zeigt sich, dass viele Social Media Glossare noch am Anfang stehen und lernen müssen, sich in den Sphären des Internets zu etablieren. Als Nachschlagewerk auch genutzt zu werden, ist kein leichtes Verfangen. Um Qualität zu erlangen, können aber die erklärten Handlungskriterien Länge der Erklärungen, Visualisierung der Erklärungen, Kommentarfunktion, Suchfunktion Problemfeldern Definition von Social Media,Verfasser und Umgang mit den Zielgruppen, Aktualität, Umfang und Präsentationsformen behilflich sein.

Zum Schluss wäre es noch interessant zu erfahren, ob Sie Social Media Glossare benutzen? Wenn ja welche? Und wenn nicht, weshalb? Welche Funktionen müsste es bieten, damit Sie eins benutzten würden?

Liste der betrachteten Glossare:

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