ikosom goes OpenScience! Was ist OpenScience?

Als wir im Januar 2010 ikosom gründeten, da wollten wir nicht weniger als einen spürbaren Beitrag für die Entwicklung eigenständiger Online-Forschung in Deutschland leisten. Ziel ist es den qualitativen Anspruch an Online-Forschung in Deutschland zu steigern, Wissensschaftsinhalte breiter zu kommunizieren, wissenschaftliche Prozesse für Interessierte verständlich zu machen und sie teilhaben zu lassen. Einiges davon konnten wir bereits in Projekten umsetzen.

Und jetzt nochmal zurück auf Los!

In den vergangenen Monaten haben wir viel über unseren Ansatz und unsere Visionen nachgedacht. Wir stellten fest, dass wir ganz normale Menschen sind, die eine normale Ausbildung erfahren haben, in normalen Strukturen verankert sind und oft ziemlich normal denken. Das reicht uns aber nicht. Wir möchten mehr. Wir möchten mit unserer Arbeit Sinn stiften und Strukturen verändern.

Von Anfang an wollten wir Wissenschaft als Startup betreiben und haben der traditionellen Wissenschaftsstruktur entsagt. Gerne arbeiten wir bei Studien mit dem Fraunhofer Institut, mit Universitäten und einzelnen Wissenschaftlern zusammen. Was wir aber nicht möchten ist uns vereinnahmen lassen oder aufgrund struktureller Vorgaben unsere Flexibilität einzuschränken.

Auf Klausuren und abendlichen Gesprächen denken wir häufig darüber nach, wohin sich ikosom entwickeln soll. Der  Weg ist noch nicht ganz klar – aber wir haben uns als ersten Schritt geöffnet und weitere Experten für einzelne Themenfelder hinzugewonnen.
Die Richtung haben wir bestimmt: ikosom goes OpenScience

Die OpenEverything-Bewegung manifestiert sich in der deutschsprachigen Wissenschaft vor allem durch den Veröffentlichungsstandard Open Access. OpenAccess selbst gibt es in unterschiedlichen Stufen bzw. Wegen. Mit OpenData wird die Öffnung von Datenschätzen in Behörden und in der Wissenschaft diskutiert und gefördert. Beides sind Ansätze, die für die Wissenschaft zunehmend an Relevanz gewinnen und traditionelle Strukturen in Frage stellen.

OpenScience! Was ist OpenScience?

Wir sind davon überzeugt, dass OpenScience sehr viel mehr ist als OpenAccess und OpenData. Es geht darum die Kultur und Haltung von Wissenschaft zu verändern. Interessierte sollen zu Mitforschern und Beteiligten gemacht werden. Ergebnisse müssen verständlich aufbereitet werden – nicht “nur” für die Wissenschaft, sondern für die Gesellschaft.

Bei unseren Recherchen mussten wir schnell feststellen, dass die Diskussion über OpenScience in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt. In der englischsprachigen Wikipedia gibt es zumindest einen Beitrag – in der deutschsprachigen Version Leerstelle.  Unter dem Begriff Öffentliche Wissenschaft gibt es seit 2009 einige Ansätze und Diskussionen und auch die Debatte über Citizen Science findet Resonanz.

Es sind wenige Menschen, die in Deutschland laut über OpenScience nachdenken. Das sind zum Beispiel Oliver Tacke und Christian Spannagel. Andere wie Jan Schmidt und Florian Freistetter sprechen wenig drüber, aber dokumentiere ihre Forschungsprozesse bereits öffentlich. Auch auf der diesjährigen re:publica wird die Debatte u.a. von Tacke, Monika König und Matthiasl Fromm aufgegriffen.

Helft uns bei der Selbstfindung – Was wird OpenScience?

Wir werden im Jahr 2013 das gesamte Institut nach dem Prinzip OpenScience führen. Die Herausforderung dabei ist, dass wir damit neue Wege beschreiten. Es gibt zwar einzelne Projekte, die dem OpenScience-Ansatz folgen, aber wir möchten alle unsere internen und öffentlichen Prozesse dokumentieren und öffnen. Wie genau? Das wissen wir noch nicht.

In den kommenden Wochen möchten wir öffentlich diskutieren, was OpenScience für Wissenschaft bedeutet. Was erwartet ihr von einem privaten Institut, wenn es OpenScience als Leitprinzip verankern möchte?

Wo sind die Entscheidungsspielräume? Was sind die Methoden? Wie wird OpenScience finanziert? Was sind mögliche Geschäftsmodelle? Was ist die Ideologie hinter OpenScience? Welche Rahmenbedingungen braucht OpenScience zum Funktionieren? Wann ist OpenScience erfolgreich? Weitere Fragen hat Oliver Tacke in seinem Beitrag auf Telepolis aufgeworfen.

Wir werden selbst einige Meinungsbeiträge veröffentlichen und laden alle Interessierten ein, sich an der Diskussion zu beteiligen. Bitte beteiligt Euch! Wir freuen uns über Beiträge in Euren Blogs (bitte Pingback zu diesem Aufruf), Gastbeiträge im ikosom-Blog (bitte Email an info@ikosom.de) oder durch die Diskussion in den Kommentaren.

Wir freuen uns auf Eure Meinung, Kritik und Anregungen!

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The ikosom goes OpenScience! Was ist OpenScience? by Institut für Kommunikation in sozialen Medien, unless otherwise expressly stated, is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Germany License.

17 Kommentare

  1. […] Als nächstes kommt OpenScience. Was ist OpenScience?! The Tag der Arbeit: ikosom, warum machen wir das eigentlich? by Institut für Kommunikation in sozialen Medien, unless otherwise expressly stated, is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Germany License. […]

    Pingback von Institut für Kommunikation in sozialen Medien » Tag der Arbeit: ikosom, warum machen wir das eigentlich? am 5. Mai 2012 um 11:54

  2. Find ich klasse, dass ihr euch OpenScience widmet! Thumbs up! :-)

    Ich kann gerade aktuell ein Interview bei ZEIT ONLINE WISSEN beisteuern. Insbesondere die Kommentare sind interessant – einfach mal kurz ZEIT nehmen ;-) und durcharbeiten! Man findet dort jede Menge Argumente pro und contra Open Science – und es schält sich ein differenzierteres Bild heraus.
    http://www.zeit.de/wissen/2012-05/open-science

    Kommentar von Christian Spannagel am 5. Mai 2012 um 11:57

  3. Ich steuere noch ein paar bunte Bildchen von der erwähnten re:publica bei: http://www.olivertacke.de/2012/05/03/offentliche-wissenschaft-auf-der-republica-2012/

    Kommentar von Oliver Tacke am 5. Mai 2012 um 17:33

  4. […] – Forschung und Lehre zum Mitmachen – bekam eine besondere Dynamik nicht zuletzt durch den Vorstoß von ikosom, ihr Institut im Jahr 2013 komplett gemäß der Leitidee von Open Science zu führen, und diese […]

    Pingback von Das war meine re:publica 2012 | . NetzFaktorei am 7. Mai 2012 um 22:44

  5. […] sich der traditionelle Forschungsapparat dem Thema nur langsam öffnet, dann braucht es eben private Institute wie ikosom, um den proof of concept vorzunehmen. Das Interview ist ein interessanter Impuls, aber es kann die […]

    Pingback von Institut für Kommunikation in sozialen Medien » Spannagel: “Nicht erst das Ergebnis, sondern bereits der Prozess von Forschung sollte öffentlich sein” am 9. Mai 2012 um 20:45

  6. […] Mai war auf dem Blog des Instituts für Kommunikation in Sozialen Medien zu lesen: „ikosom goes OpenScience“. Wenngleich noch in der Selbstfindungsphase befindlich, […]

    Pingback von OpenScience und Bloggen | www.hannes-jaehnert.de am 14. Mai 2012 um 15:08

  7. […] Studierender und entwickelten einen Fragebogen für eine empirische Erhebung. Gemäß unseres OpenScience-Ansatzes diskutierten wir den Fragebogenentwurf öffentlich im Blog und öffneten den Pretest für […]

    Pingback von Institut für Kommunikation in sozialen Medien » Herausforderungen im Studiendesign: Befragung der Crowdfunding-Unterstützer am 17. Mai 2012 um 15:51

  8. […] von Ikosom, dem privaten Institut für Kommunikation in sozialen Medien, war kürzlich zu lesen, dass sich das Institut zukünftig voll und ganz nach dem Ansatz des Open Science ausrichten wird. Wie genau dieser Wandel ablaufen soll, welche Methoden eingesetzt werden können, wie öffentliche […]

    Pingback von Open Science – Mehr Offenheit in der Wissenschaft! - anerkennung-sozial.de am 17. Mai 2012 um 22:27

  9. […] Cultural Engineering der Otto von Guericke-Universität Magdeburg tätig. Gemäß unseres OpenScience-Ansatzes möchte ich ein paar Problemstellungen, die mich im Vorfeld beschäftigen, gerne öffentlich […]

    Pingback von Institut für Kommunikation in sozialen Medien » OpenScience in der Lehre: Seminar “Strategisches Fundraising-Management” am 18. Mai 2012 um 22:40

  10. […] zu erfahren als es früher möglich war. Insbesondere der neuen Wissenschaft, in der zurzeit OpenScience, OpenAccess und OpenData diskutiert werden, sei dieses Tool wärmstens empfohlen. […]

    Pingback von Zitationsanalyse mit Google Scholar Citations | www.hannes-jaehnert.de am 22. Mai 2012 um 11:23

  11. Nachdem mich Jörg um eine Einschätzung ersuchte … Meine ersten Gedankenschnipsel zum Thema http://www.robertlender.info/blog/archives/3525-OpenScience

    Kommentar von Robert Lender am 3. Juni 2012 um 18:53

  12. hoi,

    bin gerade über Robert auf euch gestossen. Vielleicht kann ich da ein paar Ideen rein bringen mit dem Open Science Projekt von mir und ein paar Studi-Kollegen hier in Graz.

    Wir haben ein Media Wiki aufgesetzt, in dem Wissen im Kontext von Open Science gesammelt wird. So soll Schritt für Schritt an den Methoden gearbeitet werden, was sicher der aufwendigste Punkt ist. Und auch der Punkt, wo am meisten Pionierarbeit zu leisten ist und der kulturelle Widerstand am schwierigsten zu überwinden ist.
    http://wiki.alpine-geckos.at/wiki/Kategorie:Open_Science

    Aber wir sammeln da auch ganz pragmatisch einfach nur Infos & Tutorials zu Open Source Software oder Open Data Stores, wie auch Online Lehrveranstaltung, Urheberrechtslizenzen, Methoden und so weiter. Wie Wiki’s halt so sind, natürlich offen und jede_r kann mitmachen. Ist gerade erst am entstehen, aber in einem Jahr ist jetzt doch schon einiges voran gegangen und heuer im Sommer (Ferien) kommt der nächste Schub.

    Was ich besonders lustig finde, wir dokumentieren darin auch unsere Lehrveranstaltungen und geben mittlerweile die Beriche schon mit QR Code und bit.ly URL ab.

    Und nicht zu vergessen, auf der Website bloggen wir ab und an und haben eine Sammelstelle für Informationen nach Außen.
    http://openscience.alpine-geckos.at

    Werde im Sommer auch mal nach Berlin kommen, vielleicht geht sich da ja mal was aus.

    Grüße, Stefan

    Kommentar von Stefan Kasberger am 4. Juni 2012 um 22:32

  13. […] Open Science bietet heute die Möglichkeit, Forschungsergebnisse offen und transparent zu dokumentieren, die Verbreitung von Wissen zu beschleunigen und schneller neue Techniken und Verfahren zu entwickeln. Nutzt die Stiftung KinderHerz die Möglichkeiten von Open Science bei der Umsetzung von Forschungsprojekten? […]

    Pingback von Crowdfunding & Fundraising 2.0 - Interview mit Sylvia Paul von der Stiftung Kinderherz | B E R U F E B I L D E R - Simone Janson am 8. August 2012 um 15:40

  14. […] für Kommunikation in sozialen Medien. Im Blog von Ikosom findet sich ein Artikel mit dem Titel ikosom goes OpenScience! Was ist OpenScience?. Da liegt die Frage von Jörg natürlich […]

    Pingback von OpenScience | Nur ein Blog am 10. November 2012 um 18:51

  15. […] Öffnung ist ein praxisbezogener Beitrag zu unserer Diskussion über Open Science. Auch wenn das vorgeschlagene BarCamp kein wissenschaftliches Projekt ist, können die Prinzipien […]

    Pingback von Institut für Kommunikation in sozialen Medien » Alles transparent: Online-BarCamp ePartizipation am 26. März 2013 um 20:09

  16. […] fast einem Jahr haben wir hier im Blog “ikosom goes OpenSience” angekündigt. Damals schrieben Karsten Wenzlaff und ich […]

    Pingback von Institut für Kommunikation in sozialen Medien » OpenScience – was machen wir draus? am 2. April 2013 um 20:28

  17. […] von Ikosom, dem privaten Institut für Kommunikation in sozialen Medien, war kürzlich zu lesen, dass sich das Institut zukünftig voll und ganz nach dem Ansatz des Open Science ausrichten wird. Wie genau dieser Wandel ablaufen soll, welche Methoden eingesetzt werden können, wie […]

    Pingback von Open Science – Interessant für Soziale Arbeit Studenten :) | engelhardtpetrablog am 4. Dezember 2013 um 18:31

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