Wer bezahlt für Open Science? Und was bringt Crowdfunding wirklich?

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Seit 35 Tagen ist unsere Crowdfunding-Kampagne für das Projekt „junge Deutsche“ nun aktiv und wir haben ganze € 511 gesammelt. Ein Drittel unseres ersten Finanzierungsziels und ein Zwanzigstel von dem, was wir brauchen. Open Science klingt hip und cool. Für mich klingt es bescheuert, wenn es bedeutet, dass ich alle Arbeit und Kosten selbst trage!

Ich habe „junge Deutsche“ allein und aus Ersparnissen angefangen, aus dem Baby ist ein großes Projekt geworden und wir brauchen jetzt Geld, um damit weitermachen zu können. Ein bisschen Ego ist auch dabei, denn ich wollte wissen, ob es anderen mehr als nur ein Kompliment, Schulterklopfer oder virtuellen Daumen wert ist.

„I need a dollar, dollar, a dollar is what I need. So if I share with you my story would you share a dollar with me?”

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(unser Dankeschön, gesungen von Aloe Blacc)

Was soll finanziert werden, und worum geht es wirklich?

Es geht jedenfalls nicht darum, sich von dem Geld der Crowd ein schickes Gehalt zu zahlen. Was an Funding reinkommt, deckt keine Personalkosten sondern nur andere Kosten, die wir sonst aus Ersparnissen bezahlen müssten. Das habe ich (Simon, der Projektgründer) in den letzten drei Jahren gerne getan, aber so kann es nicht weitergehen! Viele soziale Projekte – und Crowdfunding-Kampagnen zählen vermutlich dazu – sind eigentlich eine Art Selbstausbeutung. Der Lohn ist natürlich ein gutes Gefühl etwas sinnvolles getan zu haben. Man macht sich megaviel zusätzliche Arbeit, um nicht mehr alleine für diese wichtige Sache zu bezahlen und andere zu involvieren. Wenn das Funding erfolgreich läuft, verschafft es etwas mediale Aufmerksamkeit und Bekanntheit. Aber rein geldtechnisch wäre es effektiver, die Zeit anstatt mit Crowdfunding in einem Job zu arbeiten und das Einkommen ins Projekt zu stecken. Natürlich gibt es supererfolgreiche Kampagnen, aber das sind wenige und eher die Ausnahme.

 

Wer ist meine Crowd und wie erreiche ich sie?

Die „Crowd“ (eine Menge) ist ein schwammiger Begriff, der erst im konkreten Projektkontext und Umfeld der beteiligten Akteure definiert werden kann … und muss. Eine Crowd besteht aus:

  • dem sozialen Umfeld der Beteiligten:  Freund_innen, Bekannte, Nachbarn, Familie …
  • an dem Thema interessierte: Kooperationspartner, Fachmedien, Blogger, Kunden …
  • an den Ergebnissen interessierte: Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Stiftungen, Engagement-Initiativen, Lehrer_innen, Student_innen, Medien, Crowdfunding-Interessierte …
  • und so weiter.

Wie erreiche ich die, und warum sollen die mit ihren Ersparnissen, Budgets etc. herausrücken? Es gibt 1.000 Möglichkeiten zu kommunizieren: Rundschreiben, Bloggen, Email, Anrufen, … Auf jeden Fall kostet es viel Zeit und viele Mails, Status-Updates landen einfach ungelesen im digitalen Nirvana. Ich habe keine Ahnung, wie man das Problem mit überschaubarem Aufwand lösen kann. Denn selbst die Berichterstattung über Radio oder Zeitung haben in unserem Fall (die Info in einem Artikel/Interview und einer Notiz im Blog zur Sendung), außer für den Pressespiegel, nichts gebracht.

Grundsätzlich geht nichts über eine ehrliche und gute Story – und die muss irgendwie Flügel bekommen. Hey, so schlecht ist die Story unseres Projekts doch gar nicht, oder?

 

Alle Daten umsonst: cool! Aber wer bezahlt für Open Science?

Wir haben in vielen Monaten in offener und partizipativer Methode das Studienkonzept und den Fragebogen für „junge Deutsche 2012/13“ entwickelt und schon über 4.000 Verbesserungsvorschläge junger Menschen für Deutschland gesammelt. Wir sind bereit, all diese Daten quasi umsonst, für jeden zugänglich ins Netz zu stelle! Für Datensätze von diesem Umfang und dieser Qualität bezahlen Unis, Unternehmen etc. in der Regel viel Geld. Wir sind bereit, diese gesellschaftlich wichtigen Daten für einen vergleichsweise minimalen Unkostenbeitrag zur Offenlegung frei zu teilen. Wir wollen, dass die Daten open sind und mehr Leute damit arbeiten können … Aber nicht zum Nulltarif!

Meine Freunde finden gut, dass ich das Projekt mache, aber dass die Ergebnisse open sind, ist ihnen herzlich egal. Meine Gespräch mit Leuten der Open Data-Szene waren auch nicht zielführend. Es sei wichtig, dass Daten offengelegt und verständlich zugänglich gemacht werden. Es geht um Transparenz und das Prinzip, nicht darum, ob sie am Ende von jemandem genutzt werden.

Wenn das Finanzierungsziel für Open Data nicht erreicht wird, werden wir die Daten nicht offenlegen. Alternativ werden wir die Daten zum Verkauf anbieten. Das entspricht nicht dem Spirit des Projekts „junge Deutsche“, aber es muss auch klar sein, dass wir nicht ewig umsonst arbeiten können und obendrein noch uns entstehende Kosten tragen.

 

Was bringt’s?

Mal wieder ein „erstes mal“ und eine spannende Erfahrung. Tolle Unterstützung von einigen guten Leuten: Wolfgang Gumpelmaier, Karsten Wenzlaff, Jörg Eisfeld-Reschke, Klaudia Krauss, Marc Ludwig, Thorsten Witt, Kreisbote, Radio Fritz, FM4 und viele andere. Geld? Hm, let’s see. Unser Crowdfunding geht noch 10 Tage und es ist noch nicht aller Tage Abend.

 

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Ein Kommentar

  1. […] zu Simon’s Crowdfunding-Projekt zu “Junge Deutsche”, mit dem wir unsere eigenen Erfahrungen in diesem Bereich sammeln […]

    Pingback von Institut für Kommunikation in sozialen Medien » Adventskalender: Crowdfunding-Themen 2013 bei ikosom am 18. Dezember 2013 um 11:25

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