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Einladung: ikosom im Gespräch mit brabbl, 28.04., 11 Uhr

Anfang April hat ikosom-Kollege Wolfgang Gumpelmaier ein Interview mit  Carsten Cielobatzki von brabbl geführt und hier im Blog veröffentlicht. brabbl ist ein Online-Werkzeug für “geordnete Diskussionen und Abstimmungen” und versteht sich als “Antwort auf das meist chronologische Chaos z.B. in Foren und Kommentarspalten”. Darüber hinaus ist die Art der Finanzierung über Crowdfunding und ein Genossenschaftsmodell besonders spannend.

Um dieses vielseitige Instrument allen Interessierten vorzustellen, haben wir Carsten Cielobatzki zu einem Hangout am 28.04.2014 um 11:00 Uhr eingeladen.

Er wird die Möglichkeiten des Mitbestimmungs-Tools  vorstellen, von seinen Ideen und Zukunftsvorstellungen erzählen.

Mit dabei sind die ikosom-Kollegen aus den Themenbereichen Partizipation und Crowdfunding.

Sind Sie auch dabei? Wir laden alle Interessierte herzlich dazu ein, sich zu beteiligen. Fragen können via Twitter und Google+ gestellt werden.

Das Gespräch findet via Google Hangout am 28.4.2014 um 11 Uhr statt. Den Link zum Hangout geben wir noch bekannt.

OER-Whitepaper 2014 erschienen und in Berlin vorgestellt

Bild: Sebastian Horndasch/Wikimedia Deutschland (CC BY-SA 3.0)

Bild: Sebastian Horndasch/Wikimedia Deutschland (CC BY-SA 3.0)

Zwei Jahre ist es her als das erste Whitepaper zu Open Educational Resources (OER) an Schulen in Deutschland vom Internet & Gesellschaft Collaboratory erschien. Die Diskussionen und Debatten um OER, also Lehr- und Lernmaterialien, die kostenlos genutzt, weiterbearbeitet und frei weitergegeben werden können, rissen seither nicht ab – im Gegenteil, denn vor allem 2013 und 2014 wurden sie intensiver geführt denn je. Das zweite OER-Whitepaper erscheint nun als komplette Überarbeitung des ersten und bietet einen aktuellen Einstieg und Überblick für Betroffene, Interessierte und Entscheidungsträger auf insgesamt 77 Seiten. Die Autoren Jöran Muuß-Merholz und Felix Schaumburg, die bereits das erste Whitepaper verfassten, erstellten eine umfassende Bestandsaufnahme  zum Thema OER in Schulen mit Grundlagen, Verständnisse, Akteurinnen und Akteuren sowie dem aktuellen Entwicklungsstand.

Neben der Druckfassung in kleiner Auflage steht die 2014er Edition des OER-Whitepapers in verschiedenen anderen Formaten zur Verfügung: oer-whitepaper.collaboratory.de.

Grafische Aufbereitungen, teilweise aktualisierte Inhalte zum Whitepaper und vieles mehr zum Thema OER gibt es unter: www.open-educational-resources.de.

Auf der Veranstaltung “Europe goes OER – Welchen Weg geht Deutschland?” von Wikimedia Deutschland wurde die druckfrische 2014er Edition des Whitepapers vorgestellt. Der Abend nahm insgesamt eine Bestandsaufnahme zu OER in Deutschland und Europa vor. Denn neben Jöran Muuß-Merholz, der das Whitepaper vorstellte (Video seines Vortrags), war auch Professor Fred Mulder, UNESCO Chair für Open Educational Resources an der Open Universiteit Nederland, zu Gast. Mulder sprach über den Stand von OER in anderen europäischen Ländern und referierte über die Idee von Open Education im europäischen und weiteren internationalen Kontext (Mulders Präsentation & Video seines Vortrags).

Im internationalen Vergleich, so machte Mulder in der anschließenden Diskussion deutlich, nehme Deutschland eher eine “konservative Haltung” ein, die “es in Opposition zu OER gebraucht habe” (vgl. Blogartikel von Ingo Bless). Der Abend und die vielfältigen Entwicklungen zeigen letztlich, dass uns das Thema OER auch in den nächsten Jahren noch beschäftigen wird und auch sollte.

Weitere Eindrücke der Veranstaltung sind auf Wikimedia Commons zu finden. Auf dem Blog des Bildungsservers hat Ingo Bless einen ausführlichen Artikel verfasst. Außerdem hat Ole Wintermann einen Beitrag zur Veranstaltung und Stand der Dinge im Bereich OER geschrieben.

Wie beim ersten Whitepaper waren Jörg Eisfeld-Reschke und Kristin Narr von ikosom auch bei Entstehung der 2014er Edition beteiligt. Eisfeld-Reschke gehörte dem Reviewteam an und Narr leitete das gesamte Projekt.

Dieser Blogbeitrag ist zuerst im Blog des Internet & Gesellschaft Collaboratory e.V. erschienen und steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY 3.0 DE

Crowdfunding-Studie der Deutschen Bank beleuchtet das heikle Thema der Unternehmensbewertung beim Crowdinvesting

dbresearch201404crowdfundingDie Forschungsabteilung der Deutschen Bank DB Research hat eine Studie herausgebracht, die den aktuellen Stand des Crowdfundings und Crowdinvestings beleuchtet. Bemerkenswert ist vor allem ein längeres Kapitel zur Unternehmensbewertung von Start-Ups beim Crowdinvesting. Zuerst wird ausführlich die unterschiedlichen Bewertungsmethoden der Plattformen vorgestellt, aber gleichzeitig auch in Frage gestellt, ob die Crowd die theoretischen Annahmen hinter den verschiedenen Bewertungsmethoden verstehen kann:

Aufgrund der vielen theoretischen Annahmen, die bei den unterschiedlichen Bewertungsmethoden getroffen werden, kann ein Interessenskonflikt bei einer unternehmenseigenen Bewertung nicht ausgeschlossen werden. Es besteht also durchaus die Gefahr, dass einigen potenziellen Investoren ein zu hoher Unternehmenswert kommuniziert wird, um erfolgversprechende Investitionsperspektiven vorzutäuschen und um höhere Finanzierungsbeträge erreichen zu können.

Die Autoren fordern einen Dialog zwischen den Aufsichtsbehörden und der Crowdfunding-Branche. Zum Glück ist dieser im German Crowdfunding Network schon im Gang.

Link zur Studie: http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000333161/Crowdfunding%3A+Tr%C3%BCbt+die+Euphorie+der+Crowd+das+Risikobewusstsein%3F.pdf;jsessionid=21ABD04C22ADA0C5A4D50D5D5EE61E4E.srv-net-dbr-de

Crowdfunding-Artikel im Rahmen der “10 trends in open innovation”

Das Aluminportal Deutschland hat im Auftrag der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit 10 innovations eine neue Webseite gelauncht, auf der in den kommenden Wochen 10 Trends zum Thema Open Innovation vorgestellt werden sollen.

Der erste Artikel ging vor rund zwei Wochen online und hat sich mit “Technology Hubs” beschäftigt. Nun wurde auch der zweite, von uns verfasste, Beitrag veröffentlicht: Crowdfunding - What‘s in it for development aid?

In diesem Gastartikel beschäftigen wir uns mit dem Status Quo, den Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von Crowdfunding in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

Dabei dreht sich in Kapitel 1 alles um die Geschichte des Crowdfundings, in Kapitel 2 erklären wir die unterschiedlichen Arten von Crowdfunding und fahren in Kapitel 3 mit einer Übersicht der unterschiedlichen Crowdfunding-Plattformen und deren Vorteile fort. Kapitel 4 widmet sich dem Potenzial von Crowdfunding, in Kapitel 5 geben wir dann konkrete Beispiele für den Einsatz von Crowdfunding im Bereich der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit. In Kapitel 6 ziehen wir schließlich unser Fazit und weisen noch einmal auf die Vorteile, aber auch Herausforderungen von Crowdfunding für Organisationen im Umfeld der IZ hin.

Alle zehn Artikel werden zudem auch in einer Print-Version erscheinen. Bis dahin wünschen wir euch eine hoffentlich interessante Lektüre unseres Artikels “Crowdfunding - What‘s in it for development aid?” und empfehlen euch zusätzlich das komplette Interview mit Khadi-Bag-Gründer Dave Balzer, das in unserem Gastbeitrag zitiert wird.

brabbl: Ein per Crowd finanziertes Mitbestimmungs-Tool (Interview)

brabbl logo“Eine Revolution in Sachen Mitbestimmung”, so heißt es in der Pressemitteilung zum Crowdfunding-Start von brabbl. Mit ihrer Crowdfunding-Kampagne haben die Macher hinter dem Tool sehr schnell unsere Aufmerksamkeit erhalten. Denn wann gibt es unsere beiden ikosom-Themen “Partizipation” und “Crowdfunding” schon in einer solch vielversprechenden Kombination. Insgesamt 100.000 € wollen Carsten Cielobatzki und sein Team für die Weiterentwicklung des Projekts über die Crowd einsammeln, die Fundingschwelle des Crowdinvesting-Projekts von 40.000 € wurde diese Woche bereits erreicht. Welche Visionen hinter brabbl stehen und in welche Richtung sich das Diskussionstool in Zukunft entwickeln soll, das hat uns Carsten in einem Interview erzählt.

Wolfgang: Hallo Carsten! Was genau ist brabbl?

Carsten: Hallo Wolfgang! brabbl ist ein Online-Werkzeug, das geordnete Diskussionen und Abstimmungen ermöglicht. brabbl ist unsere Antwort auf das meist chronologische Chaos z.B. in Foren und Kommentarspalten. Durch die Pro- und Contra-Struktur von brabbl sowie die Bewertungsfunktionen werden konstruktive Diskussionen gefördert. Leser einer Diskussion finden auf diese Weise schnell die am besten bewerteten Argumente und können daher leicht in einen Diskurs einsteigen. Außerdem kann über das Meinungsbarometer abgestimmt, das Meinungsbild erfasst und so Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Diskutieren mit brabbl kann so zielführend sein und Spaß machen!

Wolfgang: Was wären Einsatzgebiete für euer Tool?

Carsten: Mit der freien Plattform kann jedes beliebige Thema öffentlich diskutiert werden. Dies soll dauerhaft kostenlos und werbefrei möglich sein. So soll brabbl es den Nutzern ermöglichen gesellschaftliche Themen zu diskutieren und sich über diese zu informieren, indem auf einen Blick die am besten bewerteten Pro- und Contra-Argumente zu sehen sind. Aber auch im Privaten kann diskutiert werden, indem man eine versteckte Diskussion oder Umfrage anlegt und den dazugehörigen Link an die Teilnehmer sendet. So kann man z.B. mit Freunden oder Kollegen über ein internes Thema diskutieren und zu Ergebnissen kommen. Schon bald soll es brabbl auch als White Label Lösung zur Integration in andere Webseiten geben. Der Kunde kann brabbl dann auf seiner eigenen Seite einsetzen und so z.B. unter einem Artikel Lesern die Möglichkeit zur Diskussion geben. Dies macht in unseren Augen mehr Sinn als die endlosen, chronologischen Kommentarspalten. Außerdem kann brabbl als Kommunikationswerkzeug in Unternehmen und Organisationen eingesetzt werden. Diese können dann auf ihrer eigenen brabbl-Seite intern diskutieren, Arbeitsgruppen anlegen und die Diskussionen und Umfragen verwalten. brabbl kann so z.B. in weit vernetzten Unternehmen oder Organisationen dazu genutzt werden, die Mitarbeiter oder Mitglieder zu beteiligen und demokratische Entscheidungen herbeizuführen.

Wolfgang: Ihr habt euch für Crowdfunding und ein Genossenschaftsmodell entschieden. Warum?

Carsten: Chronologisch gesehen war es umgekehrt: Wir haben uns zuerst für die Genossenschaft entschieden und dann erkannt, dass eine Finanzierung über Crowdfunding perfekt zu diesem Modell passt. Wir wollten ein nachhaltiges Unternehmen, das wie unser Tool auf Beteiligung und Mitbestimmung setzt. Daher haben wir uns für das Genossenschaftsmodell entschieden, da dieses demokratisch organisiert ist und wir über die Satzung auch noch Gestaltungsmöglichkeiten hatten. Hier haben wir unter anderem unsere Grundwerte definiert. Außerdem fanden wir die Vorstellung schön, dass brabbl den Menschen gehört, die es nutzen und Lust haben an dem Projekt zu partizipieren. Über die Einlagen möglichst vieler solcher Genossinnen und Genossen soll die Grundfinanzierung sicher gestellt werden. Bei diesem Modell drängt sich eine Kombination mit dem Konzept des Crowdfundings nahezu auf, denn auch hier wird über die Masse – den Schwarm – finanziert und nicht über wenige Investoren. Der Unterschied liegt darin, dass die Unterstützer bei uns nicht spenden, sondern der brabbl eG beitreten und dadurch direkt über die Geschicke des Unternehmens mitbestimmen können und an Gewinnen beteiligt werden. Daher handelt es sich auch eher um ein Crowdinvesting als um ein Funding.

Wolfgang: Ihr habt die Fundingschwelle von 40.000 Euro genommen. Was heißt das nun?

Carsten: Erstmal heißt das, dass wir unser kleines Ziel schon einmal erreicht haben. Mit diesem Geld können wir schon einige unserer definierten Ziele umsetzen. Z.B. können wir der brabbl-Plattform, die ja als Beta-Version bereits online ist, ein paar Funktionen hinzufügen und wir können unser Konzept für brabbl-Pro umsetzen. Dies ist eines unserer Kernprodukte, die in Zukunft den Betrieb von brabbl finanzieren sollen. Mit brabbl-Pro erhalten z.B. Organisationen und Unternehmen die Möglichkeit eine eigene interne Diskussions-Seite zu verwenden und auf dieser eigene Themen, Diskussionen und Umfragen zu sammeln und zu verwalten. Auch können Diskussionsgruppen erstellt werden und eigenen Inhalte redigiert werden. Mitglieder können sich dadurch sehr einfach an Entscheidungen beteiligen und ihr Wissen einbringen. Das überschreiten der Schwelle heißt aber auch, dass es jetzt weiter geht und wir alles geben, um unser Ziel von 100.000 Euro zu erreichen. Denn dann können wir noch weitere sehr wichtige Funktionen umsetzen: die API, eine Schnittstelle zur Integration von brabbl auf anderen Webseiten oder die Übersetzung in andere Sprachen.

Wolfgang: Netzbasierte Entscheidungsfindung – Zukunftsvision oder schon Realität?

Carsten: Wir von brabbl glauben natürlich, dass in der netzbasierten Entscheidungsfindung die Zukunft liegt. Es gibt viele Beispiele die auch heute schon zeigen, dass diese Form der Entscheidungsfindung viele Möglichkeiten eröffnet und daher auch schon Anwendung findet. Ein prominentes Beispiel dafür ist z.B. Doodle. Hier werden täglich Termine gefunden und beschlossen. Dies ist jedoch erst der Anfang. Die Gesellschaft wird immer stärker vernetzt wodurch reale Distanzen schwinden. Gleichzeitig sind Unternehmen und Organisationen im realen Raum weit verstreut. Daher werden Lösungen gebraucht, die die digitale Kommunikation in diesen komplexen Strukturen verbessert. Das Internet bietet die Chance Beteiligung und Mitbestimmung unabhängig von Ort und Zeit zu organisieren. Wir stellen uns eine Anwendung in vielen Bereichen vor: Z.B. kann brabbl eine direkte Kommunikation zwischen Bürgern und Politik ermöglichen. Mitglieder von weit verzweigten Organisationen können ohne aufwendige Versammlungen gemeinsam entscheiden. brabbl soll mit seinen Grundfunktionen und den geplanten Erweiterungen hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten.

Wolfgang: Vielen Dank für das Gespräch!

Carsten: Ich danke!

Die Crowdinvesting-Kampagne von brabbl läuft noch 7 Tage und ist über den folgenden Link erreichbar: brabbl – Das Mitbestimmungs-Tool der Zukunft 

 

Crowdfunding im Film wird auch in Deutschland immer relevanter

Erfolgreichste Film-Crowdfunding-Projekte im Kino

Vor einigen Wochen feierte Stromberg – Der Film in den deutschen Kinos Premiere. Mittlerweile haben über 1 Million Menschen den Film auf der Leinwand gesehen und das ist “crowdfuntastisch”, wie es Hauptdarsteller Christoph Maria Herbst in einer kleinen Grußbotschaft formuliert. Und zwar nicht nur für die Filmemacher selbst, sondern auch für alle Crowd-Investoren. Über 3300 Menschen halfen 2011 mit, das Projekt real werden zu lassen und innerhalb einer Woche war die 1 Million Euro Marke geknackt. ”Seit dem ersten Kinobesucher wurde 1 Euro pro verkauftem Ticket für die Rückführung der Investoreneinlagen angesammelt. Das Beste aber ist: ab dem 1.000.001. Besucher haben die Investoren nicht nur ihr Geld zurückverdient, sondern machen auch einen Gewinn – denn von jedem weiteren verkauften Ticket geht ein Anteil von 0,50 € an die Investorengemeinschaft und wird sechs Monate nach Filmstart erstmals zusammen mit der Einlage ausbezahlt.”, heißt es auf der Webseite zum Film.

In den USA ging in der vergangenen Woche ein noch erfolgreicheres Crowdfunding-Projekt an den Kino-Start: Veroncia Mars. Mit über 5,7 Millionen Dollar ist es das größte Film-Crowdfunding-Projekt auf Kickstarter. Im Unterschied zu Stromberg wurden die Unterstützer aber nicht an den Einnahmen beteiligt, sondern erhielten exklusive Prämien, etwa eine Einladung zu einem Veronica Mars-Fan Event während der San Diego Comic Con, eine Einladung zur Premiere in Los Angeles oder New York oder sogar eine Spezial-Vorführung in einem Kino in deiner Nähe. Das Schöne an diesem Crowdfunding-Erfolg ist, dass der Rechteinhaber Warner Bros. sich dazu entschieden hat, den Film gleichzeitig im Kino und On-Demand zu veröffentlichen – eine Praktik, mit der kleinere Studios bereits seit Jahren experimentieren. Durch Crowdfunding ermöglichte Innovationen halten also mittlerweile selbst bei großen Hollywood-Produktionen Einzug.

Crowdfunding in der deutschen Filmbranche 2013

Mittlerweile ist Crowdfunding auch im deutschsprachigen Film angekommen. Das zeigt unter anderem eine Infografik, die Anfang der Jahres im CrowdsourcingBlog.de veröffentlicht wurde. Knapp ein Viertel aller Crowdfunding-Projekte auf den Plattformen Startnext, Visionbakery, wemakeit, Inkubato, Indiegogo, Kickstarter oder Pling sind demnach Film-Projekte, deren Einnahmen machen rund ein Drittel an der Gesamtsumme deutschsprachiger Projekte aus.

Dass Crowdfunding nicht nur von Stars initiiert werden muss, um erfolgreich zu sein, das habe ich in meinem Gastbeitrag im UPLOAD-Magazin vor einigen Wochen versucht hervorzuheben. Auch im dieswöchigen Interview mit der wochenwebschau ist mir die Frage nach Erfolgskriterien wieder gestellt worden. Meine (leider sehr kurze) Antwort dazu seht ihr im Video unten. Zusammengefasst braucht es aber vor allem viel Engagement, eine gute Vorbereitung und eine aktive Community. Denn nur mit einem bestehenden Netzwerk lässt sich ein Crowdfunding-Projekt in die Gänge bringen.

Apropos Netzwerk, vor einigen Wochen erfolgte die Gründung des German Crowdfunding Network, dem Branchenverband der deutschsprachigen Crowdfunding Szene. Innerhalb des GCN gibt es verschiedene Taskforces zu unterschiedlichen Themen, etwa auch die Taskforce Filmfinanzierung und öffentliche Kulturförderung. Darin beschäftigen wir uns damit, auf welche Weisen sich Crowdfunding und das traditionelle Förderwesen annähern und sich gegenseitig befruchten können. Jeder, der sich in dieser Taskforce mit seinen Erfahrungen und Wünschen einbringen möchte, ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf euch!

10 Gründe, warum das German Crowdfunding Network auf einem guten Kurs ist

Eine natürlich nicht unvoreingenommene Reflektion zum Gründungsprozess des German Crowdfunding Networks:

1)      Die persönlichen Begegnungen motivieren und begeistern!

Crowdday, Crowddialog, Crowdbiz– die Veranstaltungsvorbereitungen laufen in vollen Zügen. Danke an alle, die hier Veranstaltungen vorbereiten und unsere Branche zusammenbringen – die Treffen sind sehr motivierend für  unser Netzwerk.

2)    Wir erleben und gestalten eine neue Crowdkultur!

Ich erlebe bei allen GCN-Mitgliedern eine große Begeisterung für die gesellschaftsverändernde Kraft des Crowdfunding. Danke an alle, die aktiv daran arbeiten, dass Crowdfunding mehr ist als nur eine Finanzierungsoption, sondern eine kleine Revolution von unten, die vieles auch auf den Kopf stellt.

3)     Wir kartographieren den neuen Kontintent Crowdfunding!

Die Studie von Ivo Blohm zeigt es: es muss noch viel Forschung passieren, viele Daten gesammelt werden. Aber was mich am GCN begeistert, ist die frische Zusammenarbeit zwischen Unis, FHs, privaten Forschungsinstituten wie ikosom und Freelancern. Danke an die vielen Wissenssammler im GCN!

4)     WTF is Kickstarter? Let’s go Crowdfans ;-)

Was ich auch schön finde, ist das simmer neue spannende Plattformen an den Markt gehen und niemand angesichts von schon sehr großen Plattformen es aufgibt, neue Ideen zu entwickeln. Danke an alle, die hier sich etwas trauen! Danke aber auch an die anderen Plattformen, die nicht aufhören, innovativ zu sein!

5)      BILD, BamS, Glotze? Crowdfunding überall!

Vor kurzem hat RTL über Crowdfunding berichtet, aber gefühlt nimmt jeden Tag die Berichterstattung über Crowdfunding zu. Mittlerweile wird in Zeitungsartikeln noch nicht mal mehr Crowdfunding erklärt, sondern kurz umschrieben und vorausgesetzt, dass die Leute das wissen. Danke an alle, die über ihre Blogs, über ihre Pressekontakte dafür sorgen, dass Crowdfunding mehr Öffentlichkeit bekommt.

6)     Von Verband zu Verbänden!

Wir hatten vor kurzem ein sehr konstruktives Gespräch mit der DIHK, wir werden noch im März mit weiteren Verbänden, zum Beispiel den Deutschen Kulturrat sprechen. Die Gespräche sind immer von großer Neugier und positiver Grundhaltung bestimmt. Die Angebote der Verbände bezüglich Kooperationen sind klasse – danke daher an alle, die helfen, diese Kontakte herzustellen und zu verfestigen.

7)      Der einheitliche Rechtsrahmen für Crowdfunding wird von uns mitbestimmt!

Im Koalitionsvertrag steht dereinheitliche Rechtsrahmen als Ziel drin. Wie dieser aber genau aussieht, dass wird in der Politik natürlich diskutiert – mit uns. Es gab in letzter Zeit viele Gespräche auf der politischen Ebene, mit Landes- und Bundespolitikern aller Parteien. Danke an alle, die dabei mitgewirkt haben, hier gemeinsame Positionen im Netzwerk zu finden und mit der Politik zu diskutieren!

8)     Crowdfunding vor Ort macht noch mehr Spass!

Neben den vielen großen überregionalen Treffen sind auch die ersten regionalen Treffen geplant, zum Beispiel am 17. März abends in Frankfurt. Solche lokalen Treffen werden zunehmen und gleichzeitig helfen, die Politik und die Wirtschaft vor Ort zu überzeugen. Danke, an alle, die das vor Ort voranbringen!

9)     Ein Crowdfunding Network auch in Österreich!

Am 19. März gibt es das erste Treffen des Austrian Crowdfunding Networks. Wir hatten beim GCN ja lange die Diskussion, wie wir über die Ländergrenzen kooperieren wollen, da es ja auch zahlreiche Mitglieder aus Österreich im GCN gibt. Ich finde es gut, dass sich vor Ort jetzt eine Struktur herausbildet und denke, da wird man gut zusammenarbeiten können. Also danke an alle, die das dort voranbringen. Und auch danke an die Schweizer, Franzosen, Dänen, Polen und Briten im GCN, es ist gut, wenn Crowdfunding als Europaprojekt denken!

10)   Crowdfunding kann man auch lernen!

Die Gespräche, einen IHK-Kurs fürs Crowdfunding zu machen, laufen ziemlich gut. Ich glaube, das wird helfen, Crowdfunding auch noch seriöser zu machen, wenn es für die Projektmacher und Startups da draussen konkrete Ansprechpartner gibt, die beim Crowdfunding helfen können. Danke an alle, die da mitmachen!

 

Kickstarter hat eine Milliarde erwirtschaft – was heißt das für Crowdfunding in Deutschland?

Kickstarter One Billion DollarsKickstarter hat heute auf seinem Blog berichtet, dass sie mittlerweile eine Milliarde über Crowdfunding eingenommen haben und abgesehen von der Provision und den Payment-Gebühren einen Großteil davon an die erfolgreichen Crowdfunding-Projekte ausgeschüttet haben. Was heißt das für die Crowdfunding-Szene in Deutschland und in Europa? Hier die wichtigsten Fragen:

1)      Sind eine Milliarde Dollar viel?

Ja und nein. Für den Crowdfunding-Sektor weltweit ist das Kickstarter-Ergebnis sehr gut. Es zeigt, wie schnell die Plattform wächst. Es zeigt auch, dass die Forbes-Voraussage des weltweiten Crowdfunding-Markts von sechs Milliarden Dollarn im Jahr 2015 realistisch, vielleicht sogar etwas zu vorsichtig geschätzt ist.

2)      Ist Kickstarter damit zum Monopolisten geworden?

Nein. Ein Monopolist kann die Preise auf dem Markt diktieren, weil die Kunden keine Auswahl mehr haben. Dem ist bei weitem nicht so: es gibt Hunderte von Plattformen in den USA, der Crowdinvesting-Markt wächst sehr stark, einige Crowdlending-Plattformen sind auf dem guten Weg, Kickstarter zu überholen. Auch im reward-based Crowdfunding ist Kickstarter nicht die einzige Plattform – es gibt zahlreiche andere reward-based Plattformen, die eine eigene Nische besetzen.

Aber viel wichtiger noch: mit Indiegogo gibt es eine ernstzunehmende Alternative. Viele Künstler und Kreative nutzen auch Indiegogo, wenn sie Angst haben, dass die strengen Kriterien für Kickstarter auf ihr Projekt nicht zutrifft, zum Beispiel wenn es einen politischen Charakter hat.

3)      Ist Kickstarter die größte Plattform weltweit und wird sie es bleiben?

Jein und nein. Jeder, der das behauptet, kann keine Zahlen als Backup festlegen. Indiegogo veröffentlicht zum Beispiel keine Zahlen. Es gibt nur Schätzungen, die zumindest zeigen, dass Kickstarter gegenüber Indiegogo zwar weniger Projekte in den USA hat, dafür aber international wesentlich mehr Projekte.

Ich bin mir sicher, dass Kickstarter weiter wachsen wird. Spannend aber bleibt zum Beispiel, welche Rolle Chinesische oder indische Plattformen in der Zukunft spielen werden. Ich bin mir auch sicher, dass die Crowdlending-Plattformen vollkommen unterschätzt werden –ihr Wachstum ist bei kaum einem Journalisten auf dem Schirm.

4)      Worin besteht der Erfolg von Kickstarter?

Aus meiner Sicht besteht der Erfolg von Kickstarter aus drei Komponenten:

a)      Das Design von Kickstarter ist sehr simpel und sehr einfach – dadurch war es auch visuell für viele Künstler und Kreative ansprechend. Sie fühlten sich dazu mehr hingezogen als zu Indiego, das etwas düster wirkt. Die Benutzerführung bei Kickstarter ist intiutiver als bei Indiegogo.

b)      Amazon als Investor hat die Marke Kickstarter massiv in den Markt gedrückt, viel investiert an Werbung und vor allem an personellen Ressourcen. Langfristig ist das Ziel von Amazon nicht nur als General-Shop zu agieren, sondern auch als General-Vorfinanzier von Produkten.

c)      Frühzeitig wurde von Künstlern entdeckt, dass Crowdfunding ein hervorragendes Marketing-Potenzial hat. Musiker wie Amanda Palmer oder Filmemacher wie Spike Lee versuchten mehr oder weniger erfolgreich, Crowdfunding zum Aufbau einer Fangemeinde zu nutzen. Kickstarter wird auch im Spielebereich zunehmend vor allem genutzt, um Nutzer zu erreichen, weniger um Spiele zu finanzieren.

 

5)      Wird Kickstarter Europa dominieren? Wird Kickstarter in Deutschland alle Plattformen wegfegen?

Nein und nein. Kickstarter ist in UK und in den Niederlanden gestartet. Der Erfolg ist bisher eher vernachlässigbar – die anderen Reward-based Plattformen in UK waren nicht sehr weit entwickelt und daher schaffte Kickstarter dort relativ schnell, im Markt einen gewissen Marktanteil zu erreichen.

In den Niederlanden sieht es ganz anders aus: die Crowdfunding-Landschaft ist dicht und innovativ. Bis jetzt nehme ich nicht wahr, dass Kickstarter dort massiv andere Plattformen kaputt macht.

In Deutschlang gibt es über 70 Plattformen, in Europa wahrscheinlich mehr als 500 Plattformen. Klar wird Kickstarter in Deutschland etwas verändern – es wird zu mehr Aufmerksamkeit für Crowdfunding kommen. Ob aber die Plattformen weniger werden, das würde ich arg bezweifeln.

 

6)      Ist Startnext sowas wie das deutsche Kickstarter?

Nein. Erstens ist Startnext kein Kickstarter-Klon, sondern die Plattform hat viele wesentliche Innovationen gemacht, welche spannend für die Crowdfunding-Szene sind. Als wichtigstes Element beispielsweise die Startphase, die Projektstarter zwingt, erstmal ihre Fans zu mobilisieren.

Obwohl Startnext eine sehr große Reward-Based Plattform ist, so ist ihr Erfolg im Vergleich zu Kickstarter noch sehr klein. Wenn man einfach nur die Bevölkerungszahl als Vergleich nimmt, dann müsste Startnext jetzt nicht im niedrigen Millionenbereich sein, sondern schon einige Hundert Millionen Euro umgesetzt haben.

Startnext ist als Plattform sehr innovativ, aber auch in Deutschland gibt es zahlreiche Alternativen, wie zum Beispiel Visionbakery. Es bilden sich auch ständig neue Plattformen, wie zum Beispiel vor kurzem Crowdfans in Berlin. Ich sehe auch hier eher, dass die Plattformlandschaft sich ausdifferenziert.

 

 

Facebook ist der Disney-Konzern des 21. Jahrhunderts – und Whatsapp dient vor allem der Revitalisierung der Marke

Wenn Whatsapp ein Film wäre, dann wäre es StarWars – einfaches Konzept, große Fanbasis, gekauft durch einen Giganten zur Revitalisierung der eigenen Marke.

Der Kauf von Whatsapp durch Facebook durch Cash und Aktienoptionen dominierte gestern die sozialen Netzwerke. Die 12 Milliarden in bar, 4 Milliarden in Aktien und 3 Milliarden in Aktienoptionen an die Eigentümer von Whatsapp sind auf die rund 450 Millionen Whatsapp-Kunden ein Kaufpreis von 36 Dollar pro Kunde (Quelle 1, Quelle 2).

Im Augenblick hat Whatsapp keine Einnahmen durch Werbung (Quelle), aber die kostenlose App ist im AppleStore als auch im GooglePlayStore einer der beliebsten weltweit (Platz 5 weltweit – Quelle).

Vor allem aber war in den wichtigsten Märkten der Welt die App beliebt. Der AppAnalyst Distimo beispielsweise veröffentlichte im April 2013 diese Infografik, welche die Dominanz von Whatsapp verdeutlicht (Quelle):

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Nun wird viel darüber spekuliert, welche Hintergründe hinter dem Whatsapp-Deal stecken. Whatsapp bewegt sich jedenfalls in einem wachsenden Markt, der aber gegen disruptive Kommunikationspraktiken nicht abgesichert ist. Der globale Markt für SMS wird sich nach Marktschätzungen auf knapp 160 Milliarden Dollar im Jahr 2017 einpegeln und danach wieder schrumpfen (Quelle). Wachstumsfaktoren sind (noch) die zahlreichen neuen Käufer von Handys ohne Smartphone-Fähigkeiten. Von Analysten wie Benedict Evans wird sogar argumentiert, dass die Anzahl derIn-App-Messages schon größer sind als die globale Anzahl der SMS.

Whatsapp hat als Umsatzquelle ein Abomodell. Das erste Jahr ist kostenlos, ab dem zweiten Jahr muss man $ 0,99 bezahlen (Quelle). Wieviel von den 450 Millionen Nutzern schon Bezahlkunden sind, ist schwer zu schätzen. Für 2013 wurde ein Umsatzu von 20 Millionen US-$ gemeldet, was darauf schließen lässt, das bisher weniger als 25 Millionen Nutzer ein Abo haben (Quelle).

Whatsapp war bisher werbefrei. Marc Zuckerberg hat im Investment-Call gestern abend selber ausgeschlossen, dass Werbung die zentrale Überlegung hinter dem dem Kauf von Whatsapp ist, allerdings hatte er das gleiche auch schon für Facebook behauptet.

Ein wichtiger Aspekt wird daher die Internationalisierung sein. Schom im letzten Jahr zeigte sich, dass in vielen Schwellenländern Whatsapp gegenüber dem Facebook-Messenger eindeutig überlegen war (Quelle). Lange Zeit schien Marc Zuckerberg eher zu versuchen, über Käufe von Whatsapp-Konkurrenten international zu expandieren, aber durch das schelle Wachstum sah er wohl keine andere Chance.

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Immer wieder wird auch der “Wert” der Daten diskutiert, so zum Beispiel von Henning Tillmann (Quelle):

Weil [Facebook] nun Zugriff auf jede private Kommunikation von den Nutzerinnen und Nutzern hat. Zugriff auf jeden Gruppenchat, in dem sich über den neusten Film im Kino unterhalten wird. Ebenso kann es jede romantische Konversation zwischen zwei Verliebten (und die dazugehörigen Bilder) oder jedes gesundheitliche Problem, über die ihr mit eurem besten Freund über Whatsapp schreibt, mitlesen. Da Whatsapp auch noch Zugriff auf eure Ortsdaten verlangt, auch Infos, wo ihr gerade oder häufig (= eure Wohnung) seid. Denkt dran: Eure Daten sind Facebook viel wert.

Die Daten an sich haben ja erst einen Wert im Kontext einer Analyse, die verkauft wird. Bei aller (berechtigten) Kritik (z.B. auch von irights) an der Datenverarbeitung innerhalb von Whatsapp, so bin ich skeptisch, ob Facebook oder Whatsapp ein Geschäftsmodell auf der Analyse von privaten Nachrichten aufbauen kann, ohne dass Werbung eine wichtige Rolle spielt. Gleichzeitig ist es so, dass wir weit davon entfernt sind, sagen zu können wie Nutzerdaten, Tracking, Werbung und Suche sich auf den mobilen Endgeräten entwickelt sind. Benedict Evans hat das sehr gut formuliert (Quelle):

Finally, mobile social apps are not, really, about free SMS. Mobile discovery and acquisition is a mess – it’s in a ‘pre-pagerank’ phase where we lack the right tools and paths to find and discover content and services efficiently. Social apps may well be a major part of this.

Die wichtigste Analyse aber lieferte Kara Swisher:

But a mobile presence is a must-do in the current digital environment, and this massive acquisition makes it clear that Facebook has decided that its core strategy will be to create or buy up must-have apps that consumers demand to have on their mobile devices.

It’s a little like deciding to be Disney, said one source, owning all the good content brands. If Facebook is Disney (by the way, its COO, Sheryl Sandberg, is on the entertainment giant’s board), then Instagram is the Disney Channel (the kids love it!) and WhatsApp is ESPN (everyone loves it!).

Facebook geht es also viel weniger darum, unmittelbar die Kundenbasis von Whatsapp sich einzuverleiben, Anzeigen zu schalten oder das Abomodell auszubauen. Es geht vielmehr darum, sich bei vielen Kommunikationsformen ein Standbein zu sichern und so langfristig den Wert von Facebook als social networking Plattform zu erhalten. Das ist auch dringend notwendig, denn Facebook verliert massiv junge Nutzer.

Whatsapp ist also so etwas wie der Kauf des Star Wars Franchise von George Lucas durch Disney- ein Versuch, eine etwas ins Altern gekommene Marke zu revitalisieren. Es bleibt zu hoffen, dass aber auch die Innovationsfähigkeit von Facebook dadurch gesteigert wird. Wie das aussehen, beschreibt TheVerge-Autorin Ellis Hamburger (Quelle):

It’s unclear how much say Koum will have in future Facebook products, but by including him in its board, Facebook is also diversifying its thought process. Facebook’s internal slogan is “move fast and break things,” but WhatsApp has done the polar opposite. While competitors, Facebook Messenger included, added features, removed them, came alive, and went under, WhatsApp held fast to its belief in one goal: to replace texting.

Jugendstudie “Toleranz Online 2014″ erschienen

Heute erscheint die Jugendstudie „Toleranz Online 2014“ von DATAJOCKEY in Kooperation mit ikosom: die Jugend im Netz, in Geschichten, Zahlen und Zitaten. Endlich einmal keine Internet-Klischees. Unverblümt berichten Jugendliche von einem besseren Internet.

Toleranz Online - Cover - ©2014 Datajockey

Toleranz Online 2014 ist eine Jugendstudie über Respekt, Freiheit und Sicherheit im Internet. Die Ergebnisse zeigen, wie brisant das Thema ist: 58% der 14-17-jährigen Studienteilnehmer_innen haben schon negative Erfahrungen im Internet gemacht, 49% wurden bereits beleidigt, 14% gestalkt und 12% bedroht. Die Konsequenzen beleidigender Kommentare sind den meisten Jugendlichen nicht bewusst – weder die psychologischen, noch die strafrechtlichen. Gute Aufklärungsarbeit ist aus der Sicht Jugendlicher der beste Weg für ein sicheres Internet und mehr Respekt.

Eine trotzige Studienteilnehmerin streckt den Zeigefinger ins Bild und sagt: „Ich stehe zu meiner Meinung, egal ob online oder offline!“. Die Mehrheit der befragten „Digital Natives“ (14-34-Jährige) ist nicht gleichgültig bzgl. ihrer Meinungsäußerungen online: 59% fühlen sich im Internet weniger frei ihre Meinung zu äußern. Was können Jugendliche, die Internetwirtschaft oder Lehrer für mehr Respekt und Sicherheit im Internet tun? Die Antwort ist vielfältig: gute Medienbildung ermöglichen, Realitäten im Netz begreifen, Respektkultur fördern, Transparenz bzgl. Regeln schaffen und klare Ansprechpartner für Sicherheit benennen.

Das Ziel des Projekts „Toleranz online“ ist es, durch Forschung und Trainings zu mehr Sicherheit und Respekt im Internet beizutragen. www.toleranzonline.de ist ein Jugendforschungsprojekt, das nach Open Science-Manier offen, partizipativ und transparent im deutschsprachigen Raum durchgeführt wird. In der Studie „Toleranz Online 2014“ sind die Ergebnisse durch anschauliche Infografiken, spannende Zitate und authentische Geschichten greifbar und lebendig aufbereitet.

Die Studie wurde von DATAJOCKEY: Social Research & Dialogue in Kooperation mit ikosom, dem Institut für Kommunikation in sozialen Medien erstellt und im Diplomica Verlag herausgegeben.

Die Projektseite www.toleranzonline.de hält weitere Einblicke und Studienergebnisse bereit. Die Studie kann im Diplomica Verlag bestellt werden.

Ansprechpartnerin für ikosom ist die Koautorin der Studie Kristin Narr.