Studie zu Collaborative Consumption – Welche Kriterien gibt es für die Shareconomy-Plattformen?
ikosom forscht zum Trend Collaborative Consumption. In diesem Blogpost wollen wir die Kriterien veröffentlichen, die wir bei der Untersuchung der Plattformen berücksichtigen wollen. Wir freuen uns dazu über Euer Feedback.
Was ist Collaborative Consumption?
Nutzen statt Besitzen, Leihen statt Kaufen, Teilen statt Haben sind die Schlagworte zum Thema Collaborative Consumption. Es geht also darum, dass nicht jede_r mehr alles besitzen muss, sondern Ressourcen geteilt, getauscht und weitergegeben werden. Das Prinzip ist nicht unbedingt neu, die aktuelle Nachhaltigkeitsdiskussion gepaart mit den Möglichkeiten des Web 2.0 hat dem KoKonsum aber eine Renaissance beschert.
Neben den schon lange etablierten Formen wie Car- und Bikesharing kann inzwischen (fast) alles gemietet, geliehen, getauscht und geteilt werden, vom Parkplatz (unserparkplatz.de) über die Bohrmaschine und den Gemüsegarten (meine-ernte.de) bis hin zum Abendessen (foodsharing.de).
Die Vorteile: Ressourcen werden geschont, der_die Einzelne spart Kosten, Menschen begegnen sich in interessanten Netzwerken, …
Wir finden das unglaublich spannend und werden uns daher in den nächsten Monaten näher mit dem Thema beschäftigen.
Was haben wir vor?
Ziel ist es, eine Übersicht über die deutschsprachigen Plattformen zu erhalten und herauszufinden, wer was mit wem auf welche Weise und in welchem Ausmaß teilt. Die ersten Ideen zu Kriterien, deren Erfassung interessant sein könnte und die wir hier gern zur Diskussion stellen möchten, sehen so aus:
- Welche Ressource wird geteilt?
- Seit wann existiert die Plattform?
- Wie viele Nutzer_innen hat die Plattform?
- Handelt es sich um ein Verbrauchsgut (z. B. Nahrungsmittel), Gebrauchsgut (z. B. Auto) oder eine Dienstleistung?
- Auf welche Weise wird geteilt: Tausch, Verschenken, Weitergeben nach Gebrauch, gemeinsame Nutzung?
- Kollaborativ oder kooperativ? Wird dieselbe Ressource tatsächlich gemeinsam genutzt?
- Wer teilt mit wem: consumer-to-consumer, busines-to-business, business-to-consumer?
- Werden die Transaktionen mittels Geld abgewickelt? Gibt es alternative „Währungen“ wie Tauschpunkte o.ä.?
- Wie groß ist der Aktionsradius der Plattform: regional, überregional, international?
- Um welche Kategorie von Collaborative Consumption handelt es sich?
Zu 10.:
Es werden allgemein 3 Kategorien unterschieden (nach Botsman und Rogers(2010): What’s mine is yours):
- Produkt-Dienstleistungssysteme: Nutzen statt Kaufen im Sinne von Verleih/Vermietung, z. B. Maschinenverleih
- Redistributionsmärkte: Verkauf/Verschenken von gebrauchten Dingen, z.B. ebay
- Kollaborativer Lebensstil: tatsächlicher geteilter Konsum, z. B. Coworking-Spaces, Obstallmende, Nachbarschaftsautos
Wir brauchen Eure Meinungen!
Habt ihr Feedback zu den erarbeiteten Kriterien? Fehlt etwas Wichtiges oder findet ihr einen oder mehrere Punkte überflüssig?
Sollten wir alle drei Kategorien nach Botsman und Rogers mit einbeziehen oder uns lieber nur auf den kollaborativen Lebensstil fokussieren? Die spannende Frage hier: Wo zieht man die Grenze?
Wir sind gespannt auf Eure Hinweise und Ideen – kommentiert hier im Blog oder schickt uns eine Email an wallhaeuser@ikosom.de!
Lesetipps: Botsman, Rogers (2010): What's mine is yours, www.kokonsum.de
Bilder: Screenshots von mundraub.org, kokonsum.de und foodsharing.de
Digitale Kollaboration im Kontext des Lernens – Voraussetzungen, Herausforderungen und Nutzen
Innerhalb der Co:llaboratory-Initiative “Lernen in der digitalen Gesellschaft” haben sich Jörg Eisfeld-Reschke und Kristin Narr, gemeinsam mit Lisa-Maria Kretschmer, mit digitaler Kollaboration beschäftigt. Der Text ist im Abschlussbericht der Initiative erschienen und wird nun auch im ikosom-Blog veröffentlicht. Darüber hinaus sprachen die Autoren in der Reihe “Fachgespräche on Air” über ihre Arbeit und Ergebnisse (Link zur Aufzeichnung).
Jörg Eisfeld-Reschke, Lisa-Maria Kretschmer, Kristin Narr
Gemeinschaftliches Lernen, also das gemeinsame und zielgerichtete Lernen, Denken und Arbeiten in einer Gruppe, ist Kollaboration. Und Kollaboration ist gemeinschaftliches Lernen, da die beteiligten Personen sich in einem Prozess des Austausches und der Reflexion befinden.
Dem Kollaborationsbegriff liegt die aus dem Lateinischen (collaborare) stammende Bedeutung „zusammenarbeiten“ zugrunde. Davon ausgehend ist Kollaboration definiert als Zusammenarbeit von Individuen auf Basis einer Kooperation und geschaffenen Koordinations- und Kommunikationsvoraussetzungen unter Berücksichtigung der organisationalen und persönlichen Kontexte. Jede Kollaboration beruht auf Kooperation, der gemeinsame Absprachen und Konventionen zugrunde liegen, die die Zusammenarbeit regeln. Je nach Koordinationsgrad (Organisations- strukturen, Standardisierung von Produkten, Prozessen und Qualikationen) und Kommunikationskonventionen (synchron/asynchron, Feedbackschleifen) kann die Kollaboration verschiedene Intensitätsgrade annehmen (vgl. Behm 2009).
Menschen streben seit jeher danach, sich mit anderen zusammenzuschließen und gemeinsam aktiv zu werden. Nicht dieses Streben nach Kollaboration ist neuartig, sondern die Vielfalt an Technologien, dieses Vorhaben zu realisieren: Mittels technologischer Werkzeuge schließen wir uns mit neuer Leichtigkeit mit bekannten und unbekannten Personen zusammen – und das unabhängig von Ort und Zeit. Findet die Zusammenarbeit mit digitalen Medien und in (teil-)virtuellen Umgebungen statt, spricht man von digitaler Kollaboration.
Digitale Medien haben keinen Selbstzweck: Durch sie sind wir in der Lage, Umgebungen nach unseren Bedürfnissen zu kreieren und für unsere Zwecke in Gebrauch zu nehmen. Sie werden also je nach Kontext mit unterschiedlichen Zielsetzungen eingesetzt und können sowohl eine Erweiterung der Offlinezusammenarbeit als auch eine Plattform für alle gemeinsamen Arbeitsprozesse darstellen.
Bei der Betrachtung digitaler Zusammenarbeit stehen oftmals konkrete Werkzeuge und Instrumente im Vordergrund. Die Fragen sind vorrangig praxisorientiert und konzentrieren sich auf geeignete Anwendungen. Die Tools, Instrumente und Formen digitaler Kollaboration sind zweckgebunden und stehen in bestimmten Zusammenhängen. Daher rückt eine intensivere und übergeordnete Beschäftigung der damit verbundenen Voraussetzungen, Herausforderungen und Nutzen in den Mittelpunkt dieser Betrachtung.
Voraussetzungen digitaler Kollaboration
Kollaboration – analog wie digital – basiert auf einem positiven Menschenbild, das die Fähigkeit und Bereitschaft zu vertrauen, zu sozialem Denken und zu einem kollektiven Miteinander umfasst. Hinzu kommen der Wunsch und die Zustimmung, mit anderen zusammenzuarbeiten, mit ihnen zu teilen sowie die eigenen Arbeitsprozesse an den Bedürfnissen einer Gruppe auszurichten. Die Motivation dafür basiert auf einer individuellen Überzeugung, dass durch diese Form Zusammenarbeit effektiver und geeigneter erfolgen kann.
Um im digitalen Umfeld kollaborieren zu können, müssen zunächst die technischen Voraussetzungen geschaffen, Hardware zur Verfügung gestellt und ein gemeinsamer Zugang zu Instrumenten bereitgestellt werden. Je nach Intensität der digitalen Kollaboration sind auch der Zugang und die Bearbeitung derselben Arbeitsversion für die Zusammenarbeit notwendig.
Ausgehend von dieser funktionierenden technischen Infrastruktur können Verantwortungs- und Zuständigkeits-, aber auch Abhängigkeitssysteme neu ausgestaltet werden. Digitale Kollaboration ermöglicht dem Einzelnen und der Gruppe die Möglichkeit, selbstbestimmt und selbstverantwortlich im eigenen Tempo zusammenzuarbeiten. Sie setzt aber gleichzeitig eine gemeinsame Arbeitsorganisation und definierte Zuständigkeiten und Absprachen des Einzelnen und der Gruppe voraus. Das durch technische Veränderungen angestoßene Überprüfen klassischer Strukturen und die davon ausgehende Reorganisation von Gruppen ermöglicht die Veränderung von Hierarchien und je nach Intensität der Kollaboration das Testen neuer Abläufe und Formen der Zusammenarbeit.
Dies setzt jedoch voraus, dass die Gruppenmitglieder über individuelle Kompetenzen im Umgang mit digitalen Umgebungen und Instrumenten verfügen. Sowohl die Fähigkeiten zur Bedienung digitaler Instrumente als auch das notwendige Verständnis wird zumindest im geringen Maße vorausgesetzt. Für jene Personen, die in digitaler Kollaboration noch ungeübt sind, stellt sich im Besonderen die Herausforderung, einen Umgang mit dem potenziellen Informationsüberfluss und der Beschleunigung des Austauschens zu finden.
Digitale Kollaboration versetzt den Einzelnen und u.U. die Gruppe in eine stetige Reflexion über den eigenen Arbeitsprozess – ob bewusst oder unbewusst. Das meint zum einen, dass Einzelne sich als Bestandteil innerhalb eines gemeinsamen Prozesses wahrnehmen und sich in ihre Rolle und Aufgabe einfinden, und zum anderen, dass gängige Mechanismen, beispielsweise persönliche Vorgehensweisen, hinterfragt und möglicherweise aufgegeben werden.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass zu den Voraussetzungen digitaler Kollaboration zählt, Arbeitsprozesse an den gemeinsamen Bedürfnissen auszurichten und zu verhandeln. Neben den technischen Voraussetzungen (z.B. Hardwareaus- stattung, Internetzugang, Zugang zu digitalen Instrumenten) müssen auch soziale Faktoren (z.B. Verantwortung, Zuverlässigkeit, Kompromissbereitschaft) gegeben sein. Auf der individuellen Ebene setzt digitale Kollaboration die Fähigkeiten voraus, die digitalen Instrumente für sich in den Gebrauch nehmen zu können, gleichermaßen für andere nutzbar zu machen und den eigenen Arbeitsprozess durch die Wahrnehmung bzw. die Teilhabe an anderen Arbeitsprozessen zu reflektieren.
Herausforderungen digitaler Kollaboration
Wie bereits deutlich wurde, ist der Einsatz digitaler Instrumente in Kooperation und Kollaboration voraussetzungsreich für die beteiligten Personen und die Strukturen, in denen sie agieren. Anders als bei neuen Gruppen, die ohnehin gemeinsame Ver- abredungen für die Zusammenarbeit treffen müssen, fallen die Veränderungskosten für bestehende Gruppen deutlich ins Gewicht. Bestehende Arbeitsprozesse müssen übertragen und auf die Notwendigkeit von Anpassungen an den digitalen Workflow hin untersucht werden.
Die Heranführung an die Nutzung digitaler Instrumente geht in der Regel einher mit Fortbildungen und Übungen, welche die Kapazitäten zumindest in der ersten Zeit binden. Eine Gruppe wird erst dann wieder eine hohe Effzienz erreichen, wenn alle Mitglieder ein ausreichend hohes Anwendungsniveau erreicht haben. Andernfalls ist die Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
In der Regel beschränkt sich der Einsatz digitaler Medien nicht auf ein einzelnes Instrument, sondern auf ein Set an Instrumenten, deren Verwendung zunächst auf- einander abgestimmt werden muss. Für die Sicherstellung einer gemeinsamen und effzienten Verwendung werden zusätzliche Ressourcen in einer Moderation gebun- den, die zu einem gemeinsamen Verständnis, einer einheitlichen Nutzungsweise und aufeinander abgestimmten Prozessen führen soll.
Das deutsche Urheberrecht sieht vor, dass dem Urheber eines Werkes bzw. einer geistigen Schöpfung jegliche Rechte vorbehalten sind. Für den Fall, dass mehrere Personen an einem Werk beteiligt sind, gelten sie laut Urheberrechtsgesetz § 8 Abs. 2 als Miturheber. Änderungen am gemeinsamen Werk sind nur mit Zustimmung der Miturheber zulässig. Diese dürfen jedoch ihre Einwilligung zur Veröffentlichung, Verwertung oder Änderung nicht wider Treu und Glauben verweigern. Vor dem rechtlichen Hintergrund scheint es unabdingbar, weitergehende Vereinbarungen hinsichtlich der Weiterverwendung in Kollaboration entstandener Werke zu treffen.
Zu Recht werden beim Einsatz digitaler Instrumente Befürchtungen einer möglichen Verhaltens- und Leistungskontrolle laut. Überarbeitungsverläufe und Zeitstempel machen die Überprüfung und Zuordnung von Aktivitäten – wer trägt wann und wie viel bei – vermeintlich einfach. Diese Annahme ist insofern berechtigt, dass zumindest eine soziale Leistungskontrolle auch im digitalen Raum stattfindet. Für eine tatsächliche Leistungskontrolle sind die Nutzungsdaten digitaler Instrumente keinesfalls ausreichend. Sie können stets nur jenen kleinen Ausschnitt der Aktivitäten darstellen, die in gemeinsamen Instrumenten stattfinden. Für eine formale Einbeziehung digitaler Nutzungsdaten wäre ohnehin eine Mitbestimmungspflicht bindend sicherzustellen.
Nutzen digitaler Kollaboration
Selbst wenn eine Reihe von strukturellen, technologischen und sozialen Voraussetzungen erst geschaffen werden müssen, deren Etablierung Ressourcen bindet, kann sich diese Investition langfristig auszahlen.
Die Technologien erleichtern nicht nur die Vernetzung mit bekannten und unbekannten Personen, sondern anschließend ebenfalls – sobald neue organisationale Strukturen geschaffen und Zuständigkeiten geklärt sind – die Koordination gemeinsamer Aktivitäten. Gruppeninterne Kommunikation und Absprachen werden vereinfacht, da jeder potenziell über den Zugang zu relevanten Informationen verfügt und so Zeitverlust durch umständliche Kommunikationsschleifen minimiert wird. Nicht nur Kosten für Arbeitsräume und (Informations-)Transaktionen sinken, auch Frustration über Missverständnisse und dadurch entstehende Mehrarbeit kann vermieden werden.
Selbst inhaltlich zeichnen sich Vorteile ab – Stichwort: kollektive Intelligenz. Hat sich ein Team gebildet, stehen die individuellen Erfahrungen, das Wissen und Know-how zentral gebündelt zur Verfügung. ldeen können in Echtzeit mitgeteilt und durch das Feedback der Gruppe unmittelbar weiterentwickelt werden. Ein kurzes Nachfragen oder selbst nur die Kommunikation über einen Sachverhalt löst Denkblockaden und die eigene Argumentationslogik wird schon während des Entwicklungsprozesses auf die Probe gestellt. Durch die Vernetzung von Denken und Arbeiten kann eine Gruppe die Entstehung, Entwicklung und die konkrete Umsetzung von Ideen und Projekten von Beginn an gemeinsam erleben und so im Prozess miteinander und voneinander lernen.
Dies fördert nicht nur eine positive Teamdynamik, auch auf individueller Ebene wirkt diese Art der Zusammenarbeit motivierend. Zum einen wird durch die Möglichkeit – oder mehr noch Aufforderung – zur Partizipation der Einzelne in dem Gefühl bestärkt, dass die eigene Meinung gefragt ist und er auf das Gelingen eines gemeinschaftlichen Projekts tatsächlich einen Einfluss hat. Zum anderen sind aufgrund des transparenten Entstehungsprozesses Entscheidungen nachvollziehbar und stoßen somit potenziell auf mehr Verständnis und Akzeptanz.
Weiterhin ist – gegeben sei der technische Zugang – im digitalen Umfeld eine hier- archiefreiere Zusammenarbeit möglich. Im Analogen können ab einer bestimmten Gruppengröße die Mitglieder nicht mehr direkt interagieren. Um Aufgaben mit einer großen Anzahl an Beteiligten zu realisieren, ermöglichen klassische Management- und Kontrollstrukturen Kommunikation und Koordination mit möglichst geringem Aufwand. Mittels neuer Technologien lässt sich nun die Organisation dezentral auf vielen Schultern verteilen, wodurch traditionelle hierarchische Organisationsstrukturen obsolet werden. Die Möglichkeit, dabei anonym zu bleiben, verschafft zudem zu Beginn der Zusammenarbeit eine Freiheit, sich als Gleicher unter Gleichen zu bewegen. Nicht Alter, Geschlecht, Rang und Ethnizität stehen im Mittelpunkt. Viel- mehr erlangt man in der Gruppe im Laufe der weiteren Kollaboration Status und Anerkennung durch das stärkste Argument.
Je nach Intensität wird durch digitale Kollaboration die Effektivität von (Lern-)Prozes- sen gesteigert: durch die zentrale Bündelung von individuellen Erfahrungen, Wissen und Know-how, durch eine vereinfachte dezentrale Organisation und Koordination sowie durch eine hohe Motivation in der Gruppe und auf persönlicher Ebene durch die Chance auf Einflussnahme auf Entscheidungen und deren Transparenz.
Abschließende Betrachtung
Die analysierten Voraussetzungen für digitale Kollaboration, die Herausforderungen und der Nutzen digitaler Instrumente machen deutlich, dass es sich um ein viel- schichtiges und komplexes Phänomen handelt. Ein Phänomen, das aufwendig und ressourcenbindend ist. Die Herausforderungen sind bestimmt durch Umstellungen und Veränderungen der Arbeits- und Lernprozesse. Dennoch oder gerade deswegen stecken in digitaler Kollaboration Potenziale, die sich langfristig für den Menschen und die Gemeinschaft auszahlen.
Dabei geht es nicht darum, analoge durch digitale Instrumente zu ersetzen, sondern unterschiedliche Möglichkeiten je nach Kontext und Umgebung sinnvoll und gewinnbringend einzusetzen und nutzbar zu machen.
Das Bekannt- und Bewusstmachen der Herausforderungen und lösungsorientiertes Herangehen sind dabei die Schlüssel, die digitale Kollaboration ermöglichen. Dafür ist es nötig, die unterschiedlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten positiv einzubinden und nutzbar zu machen, den Einzelnen als Teil der Gruppe mit Aufgaben und Zuständigkeiten zu verstehen und eine stetige Reflexion der Arbeitsprozesse anzustreben.
Im vermeintlichen Widerspruch – gemeinschaftlich individuell lernen – liegt der große Nutzen digitaler Kollaboration. Die gemeinsame Ausgestaltung des Weges, begleitet durch Aneignung und Reflexion von Instrumenten und Umgebungen, führt zu einem Miteinander- und Voneinanderlernen unter allen Beteiligten.
Quellen und weiterführende Literatur
Behm, Astrid (2009): Ein formaler Rahmen zur Beschreibung von Kollaborationssituationen im Softwareentwicklungsprozess – Umgebungsparameter als Auswahlkriterien für CSCW-Werkzeuge. Dissertation. Universität Karlsruhe. Online verfügbar unter: http://digbib.ubka.uni-karlsruhe.de/volltexte/1000011862, Stand: 12.03.2013.
Eine Studie der Forschungsgruppe Kooperationssysteme an der Universität der Bundeswehr München liefert Erkenntnisse zu Zusammenarbeitskontexten, Intensitätsstufen von Kollaboration sowie dem eingesetzten Werkzeugmix.
Denner, Jonathan/Koch, Michael (2012): Digitale Team-Zusammenarbeit in jungen, innovativen Unternehmen – Eine qualitative Interview-Studie. Online verfügbar unter:http://www.soziotech.org/digitale-team-zusammenarbeit-in-jungen-innovativen-unternehmen-eine-qualitative-interview-studie/, Stand:16.02.2013.
Warum aus sozialpsychologischer Sicht das Lernen in Gruppen zu einer höheren Motivation führt und welche Rahmenbedingungen für Gruppenprozesse geschaffen werden müssen, wissen Dieter Frey und Martin Inle, Professoren für Sozialpsychologie.
Frey, Dieter/Inle, Martin (Hrsg.) (2008): Theorien der Sozialpsychologie. Soziales Lernen, Interaktion und Gruppenprozesse: Gruppen-, Interaktions- und Lerntheorien. Band 2. Bern/Göttingen: Huber.
Clay Shirky beschreibt, wie und warum durch digitale Kollaboration Aufgaben schneller, effizienter und hierarchiefreier gelöst werden können. Shirky, Clay (2008): Here Comes Everybody. The Power of Organizing Without Organization. New York: Penguin Books.
James Surowiecki begründet, warum Gruppen bessere Entscheidungen treffen als Individuen. Er stellt Problemtypen und Voraussetzungen zur erfolgreichen Problemlösung in Gruppen dar und illustriert seine theoretischen Denkanstöße mit Praxisbeispielen aus Unternehmen, Märkten und Demokratie.
Surowiecki, James (2005): The wisdom of crowds. London: Abacus.
Crowdlounge #07 zum Thema “Crowdfunding – Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte Kultureller Bildung im Land Brandenburg”

Am 6. Mai veranstalteten ikosom, das Regionalbüro Berlin-Brandenburg der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung, Plattform Kulturelle Bildung und die ZukuftsAgentur Brandenburg die Crowdlounge #07, einen Workshop, der sich thematisch mit dem Crowdfunding für Kunst- und Kulturprojekte auseinandersetzte. Als Medienpartner war das Onlineportal Kreatives Brandenburg involviert.
In einem einführenden Vortrag erläuterte Karin Blenskens vom ikosom Funktionsweise, Geschichte, Bedeutung und Potential von Crowdfunding.
Anschließend wurde ein Workshop durchgeführt. Stephan Popp von Vision Bakery und Anna Theil von Startnext gaben den insgesamt 90 Teilnehmer_innen in zwei Gruppen praktische Hinweise zur Präsentation eines Projekts auf einer Plattform. Speziell wurden die Budgetplanung, die Gestaltung von Video und Text sowie die Auswahl der Gegenleistungen diskutiert, wobei immer wieder betont wurde, dass alle Entscheidungen dazu sehr projektindividuell getroffen werden müssen.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Diskussion, in der Karin Blenskens mit Katja von Helldorff, Gründerin der Material Mafia, und Gabriele Konsor aus dem Team der Zeitschrift Wahrsager über ihre Crowdfunding-Erfahrungen sprach. Die Material Mafia hatte ihr Projekt über die Plattform Vision Bakery finanziert, der “Wahrsager” hatte die eigene Internetseite für das Crowdfunding genutzt. Die Vor- und Nachteile beider Formen wurden gegenübergestellt und diskutiert.
Neu bei ikosom: Claudia Gerbaud
Wer bin ich?
Mein Name ist Claudia Gerbaud. Ich bin 24 Jahre alt und wohne seit kurzem in der spannenden und dynamischen Stadt Berlin. Ursprünglich komme ich aus Frankreich, wo ich in einer kleinen Stadt in der Nähe des atlantischen Ozeans geboren wurde.
Mit einem Kopf voller Ideen habe ich meinen weg vom Atlantik über die Gironde, den Bosporus, die Oker und die Seine bis hin zur Spree gefunden.
Was mache ich?
Auf diese Reise hatte ich immer die Kommunikation und Kommunikationswissenschaften im Blick. Ich habe mich zuerst für Kommunikationswissenschaft im Allgemeinen interessiert und mich später auf Öffentliche und Politische Kommunikation in Frankreich und Europa spezialisiert. Erfahrungen habe ich in ganz Europa und auch in verschiedenen Themen der Kommunikationswissenschaft versucht zu sammeln um meine Perspektive zu öffnen sowie möglichst innovative Ideen zu entdecken.
Was mache ich bei ikosom?
Bei ikosom erlebe ich jeden Tag neue Erfahrungen mit einem sehr dynamischen und innovativen deutschen Institut für Kommunikation in sozialen Medien.
Aber um mehr konkret zu sein, arbeite ich bei ikosom hauptsächlich an dem Thema E-Partizipation und dort besonderes für das deutsch-französische ePartizipations-Projekt.
Neu bei ikosom: Monika Wallhäuser
Monika Wallhäuser, die neue Projektmitarbeiterin am ikosom stellt sich vor. Sie wird von Anfang Mai bis Ende Juli 2013 am ikosom arbeiten:
Nach dem Bachelorstudiengang im Fach Agrarwissenschaften in Rendsburg, Kiel und Gießen habe ich in 2011 einen Masterstudiengang der Fachrichtung Nutztierwissenschaften an der MLU Halle begonnen.
In Verbindung mit meiner Masterarbeit zum Thema Crowdfunding für landwirtschaftliche Betriebe mache ich ein dreimonatiges Praktikum am ikosom und freue mich darauf, viele Erkenntnisse aus dem Themenbereich soziale Medien in den landwirtschaftlichen Kontext mitnehmen zu können.
Parallel dazu bearbeite ich am ikosom ein Projekt zum Thema Collaborative Consumption.
Crowdscience: Crowdfunding-JD Teil V – Videoaufruf & Finanzierungsphase
Videoaufruf zur Crowdfunding-Kampagne auf ScienceStarter
Bitte werdet Fan und gebt uns eine kleine oder große finanzielle Unterstützung, dass wir die Studienergebnisse öffentlichkeitswirksam veröffentlichen können und die politischen Forderungen daraus in lokalen Aktionen umsetzen können.
Hier klicken und Fan werden: vielen Dank!
Hier das Video mit Projektgründer Simon Schnetzer sehen: http://www.youtube.com/watch?v=ncnsmrHkUWc&feature=youtu.be
Nächster Crowdconnect: 08.05.2013, 18:00 – 18:30 Uhr “Kampagnenstart am 15.05″
Sei live dabei im Video-Chat : https://proj.adobeconnect.com/crowdscience
Die Agenda und das open Protokoll der letzten und künftigen Sitzungen: https://docs.google.com/document/d/1oE3OxHNdqplYIvR67xUyOnlMjKHyBznn_JzCFHw8_qM/edit?usp=sharing (Google Doc)
Beim nächsten Crowdconnect geht es darum, wie wir schnell viele Unterstützer gewinnen können, damit wir auch Medien für unsere Aktivitäten interessieren können. Das Aktuelle Video ist ein Platzhalter und soll, ergänzt um Videomaterial von dem Symposium noch besser werden. Ob der Hund dann wieder dabei ist?
* * * Weitere Informationen * * *
Worum es geht und was bisher geschah ist immer zusammengefasst auf www.ikosom.de/projekte/crowdfunding-jungedeutsche/
Jugend im Netz: ikosom forscht “open” für Meinungsfreiheit & Toleranz
Der ikosom-Experte und Jugendforscher Simon Schnetzer führt die Jugendstudie “Meinungsfreiheit und Toleranz im Internet” als OpenScience-Projekt durch. Die Ergebnisse gibt’s jeden Freitag hier aktualisiert, aber für fundierte Aussagen benötigen wir noch mind. 500 Teilnehmer_innen. Jetzt mitmachen und weitersagen …
Für ein sicheres und Tolerantes Netz
“Meinungsfreiheit und Toleranz im Internet” (www.toleranzonline.de) ist eine Jugendstudie und Initiative, die das Ziel verfolgt, das Internet zu einem sicheren und respektvollen Ort zu machen. Die Initiative setzt auf Offenheit und Beteiligung, von der Studienentwicklung bis zur Auswertung und Nutzung der Ergebnisse. Die Ergebnisse sind online frei verfügbar und stellen eine Wissensgrundlage dafür dar, wie junge Menschen das Internet als Sozialraum erleben und wahrnehmen – welche Chancen und welche Risiken sie darin sehen: konkret geht es z.B. um Mobbing und andere negative Erfahrungen, das Verhalten gegenüber anderer, Freiheit im Internet und ePartizipation. Um die Ergebnisse erklären zu können und durch Bilder und Geschichten zu erzählen, waren ein Jugendforscher und ein Fotograf im Februar auf Interviewtour unterwegs durch Deutschland. Die Ergebnisse, Geschichten und Bewertung der Erkenntnisse werden digital und gedruckt als Studie veröffentlicht.
Studienteilnahme: www.toleranzonline.de/teilnahme (die Teilnahme ist noch bis 30.05.2013 möglich)
Studienergebnissse: www.toleranzonline.de/ergebnisse
Projektseite allgemein: www.toleranzonline.de
Zielgruppe: 14-34-Jährige in Deutschland und deutschsprachigem Ausland, insbesondere bis Anfang-20-Jährige

ikosom & andere Partner
ikosom betreut und begleitet die OpenScience-Durchführung des Projekts und fördert als Partner die Verbreitung des Studienaufrufs sowie die Auswertung, Nutzung und Verbreitung der Ergebnisse.
Das Projekt freut sich über weitere Partner (Initiativen, Vereine, Schulen, Städte, Organisationen, Jugendtreffs etc.), die ähnliche Ziele Verfolgen, junge Menschen zur Studienteilnahme aufrufen und die Ergebnisse und Erkenntnisse für ihre Arbeit nutzen. Bitte eine Mail mit Statement und Logo an partner@toleranzonline.de senden. Partner bisher: APROTO e.V. – Aktionen und Projekte pro Toleranz, IG BCE Jugend, ikosom – Institut für Kommunikation in sozialen Medien, KaJuTo – Kampagnen von Jugendlichen für Toleranz, youthpart, Rap4Respect, Stadt Hanau, YouTube/361° Respekt …
* * * Teilnahmeaufruf, bitte so oder verändert in Newslettern, soz. Netzwerken etc. verbreiten * * *
Deine Meinung für Respekt im Netz
Endlich eine Studie die keine Internet-Klischees bedient, weil sie von jungen Leuten selbst gemacht wird. Die Jugendstudie und Initiative www.toleranzonline.de beschreibt digitale Lebenswelten, identifiziert vermeidbare Risiken und findet ungenutzte Potenziale. Jetzt online teilnehmen und das Netz zu einem sicheren und respektvollen “Ort” machen – noch bis 31.05.2013 … und am Besten Freunde einladen auch mitzumachen : )
Hier geht’s zur Online-Teilnahme: www.toleranzonline.de/teilnahme
Studienergebnisse und Informationen: www.toleranzonline.de/ergebnisse
* * * PROJEKT-INFORMATIONEN * * *
Studienlogo: http://toleranzonline.de/wp-content/uploads/2012/12/headerlogo.png
Pressemitteilung: http://de.slideshare.net/JUGENDSTUDIE/datajockeynews-pm-20130326
Studienaufruf/Flyer: http://de.slideshare.net/JUGENDSTUDIE/wwwtoleranzonlinede-teilnahmeaufruf-kurzinformation-ccby-2013-www-datajockeyeu
Verantwortlich: Simon Schnetzer, DATAJOCKEY: Social Research & Dialogue (www.datajockey.eu), zuständig für die Gesamtkoordination von Studie, Initiative und Webauftritt
Finanzierung: Die Durchführung der Studie als OpenScience-Projekt wird durch die finanzielle Unterstützung von Google ermöglicht.
Wikipedia, PR und Unternehmen
Die Wikipedia ist vermutlich das bekannteste Crowdsourcing-Projekt. Wer sich schon mal daran versucht hat umfassende Änderungen an Beiträgen vorzunehmen oder einen neuen Artikel anzulegen, der wird rasch merken, dass die Community eine Reihe von Leitlinien und Regeln zur Qualitätssicherung entwickelt hat.

Der Wikipedia-Eintrag über die Wikpedia
Für Unternehmen ist Wikipedia ein relevanter Ort zur Sicherung der Unternehmensreputation. Ihr Ziel ist es, dass nach Informationssuchende dort aktuelle und relevante Informationen finden – Kritik eher weniger. Doch die Wikipedia ist kein Instrument der Unternehmens-PR, das haben auch schon einige größere Konzerne erleben müssen. Mitunter beauftragen sie Agenturen zur Verbesserung der einschlägigen Beiträge oder nehmen die Änderungen selbst vor. Die Wikipedia-Community selbst ist an der Klärung des Umgangs mit bezahltem Schreiben ebenfalls sehr interessiert. Zuletzt wurde eigens ein Community-Projekt dazu gestartet.
Wir möchten das Thema “Wikipedia, PR und Unternehmen” im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung erörtern. Als Referenten konnten wir Markus Franz (Sucomo Consulting) und Dr. Uwe Rohwedder (Wikipedia-Autor) gewinnen. Die Veranstaltung findet am 14. Mai 2013 von 19 bis 21 Uhr in der Markgrafenstraße 12-14 in Berlin statt.
Um Anmeldung über das Facebook-Event oder per Email an eisfeld-reschke@ikosom.de wird gebeten.
Crowdscience: Crowdfunding-JD Teil IV – Kampagnenstart & Dankeschöns
Start unserer Crowdfunding-Kampagne auf ScienceStarter
Seit 16.4. befinden wir uns offiziell in der Startphase für das Crowdfunding auf ScienceStarter. Jetzt geht es darum, dass wir mindestens 25 Fans gewinnen (das ist eine unverbindliche Interessensbekundung) und erste finanzielle Unterstützer. Da wir auch bei dem Crowdfunding open arbeiten wollen, führen wir weiterhin unsere montaglichen CrowdConnects durch, um die Finanzierungsziele, Dankeschöns und Kommunikationsstrategie zu entwickeln.
Hier klicken und Fan werden: vielen Dank!
Nächster Crowdconnect: 22.04.2013, 10:30 – 11:00 Uhr “Kommunikation & Netzwerk”
Hier reinklicken und live dabei sein: https://proj.adobeconnect.com/crowdscience
Beim nächsten Crowdconnect geht es darum, wie man die Kampgagne medial begleitet und darstellt. Was ist ein gutes Video als Aufruf und wie gut ist unseres bisher? Und wie kann man eine Crowd aufbauen: welche Netzwerke haben wir, wer könnte sich noch dafür interessieren und wie können wir diese für eine Unterstützung motivieren.
Der letzte Crowdconnect zu Dankeschöns (am 15.4.2013)
1) Zwischenstand zur öffentlichen Abstimmung über Projekt- und Finanzierungsziele
es haben bereits 22 TN an der Abstimmung mitgemacht, super Kommentare dafür abgegeben, warum das Projekt “junge Deutsche” weitergehen soll und den vorgeschlagenen Zielen Finanzierungspriorität gegeben. Man kann noch bis 29.04 daran teilnehmen: https://de.surveymonkey.com/s/crowdfunding-jungedeutsche_projektziele-und-finanzierung
2) Welche Dankeschöns sollen wir Unterstützer_innen anbieten?
es soll ein ehrlicher Dank sein, aber wenn es zu viel kostet und Zeitaufwand bedeutet, dann bringt es nicht so viel. In der einer Tabelle wurden Vorschläge diskutiert und im Nachgang in einer weiteren Priorisierungs-Abfrage zur Abstimmung aufgestellt. Die Abstimmung läuft hier: https://de.surveymonkey.com/s/crowdfunding-jungedeutsche_dankeschoens
Dokumentation: Video-Aufzeichnung des Crowdconnects und Protokoll in Form eines Open-Docs
* * * Weitere Informationen * * *
Worum es geht und was bisher geschah ist immer zusammengefasst auf www.ikosom.de/projekte/crowdfunding-jungedeutsche/



