Netzbasierte Beteiligungsformen werden bereits seit Jahren in unterschiedlichen Zusammenhängen eingesetzt. Ein neues Phänomen ist ePartizipation daher bei weitem nicht. In den Medien und auf Konferenzen taucht es als Buzzword seit mehreren Jahren auf. Problematisch ist, dass kein gemeinsames Begriffsverständnis festgestellt werden kann. Das führt dazu, dass das Etikett ‘ePartizipation’ viele Projekte und Konzepte schmückt, doch nicht überall ein gleiches Maß an ‘e’, an ‘Partizipation’ und an ‘ePartizipation’ beinhaltet ist.
Es erscheint notwendig, die verschiedenen Ansätze zu differenzieren und in Beziehung zu setzen. Eine Annäherung geschieht idealerweise auf zwei Ebenen: den Typen der Beteiligung und der Intensität des Einsatzes digitaler Instrumente.
Typen der Beteiligung
Mit der Unterscheidung der Typen von Beteiligung unterscheidet Sarah C. White (1996 S.144 ff.) vier Erscheinungsformen. Im Folgenden werden diese wiedergegeben und für den Bereich der ePartizipation eingeordnet:
- Die nominale Beteiligung umfasst eine legitimationsfördernde passive Unterstützung. Für den Bereich der ePartizipation können hierunter die Ansätze von Clicktivism und Slacktivism (z.B. Online-Lichterkette) eingeordnet werden.
- Mit der instrumentalen Beteiligung sind jene Formate umschrieben, in denen Betroffene sich aktiv an Teilen der Umsetzung eines Vorhabens mitwirken. Im digitalen Raum werden solche Aktivitäten auch unter dem Begriff Kollaboration (z.B. Brainstorming) zusammengefasst.
- Die repräsentative Beteiligung beinhaltet Formen der Interessensvertretung, bei der Betroffene ihre Meinung vertreten und darüber hinaus eine nachhaltiger Verantwortung für den Transfer übernehmen. In der digital gestützten Beteiligung können hier ePartizipations-Projekte zugeordnet werden, die über eine Meinungsbildung hinausgehen und zum Ziel haben, mit den Beteiligten gemeinsam Veränderungsprozesse anzustoßen.
- Bei der transformativen Beteiligung werden die Betroffenen in die Lage versetzt, aktiv an der Entscheidungsfindung und Umsetzung mitzuwirken, sodass die Beteiligung Mittel zur Stärkung und ein Selbstzweck zugleich ist. Für den Bereich der ePartizipation sind hierunter komplexe Verfahren zu verstehen, die eine dauerhafte Implementierung der Mitwirkung und Mitgestaltung zum Ziel haben.
Intensität des Einsatzes digitaler Instrumente
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von ePartizipations-Projekten ist die Intensität des Einsatzes digitaler Instrumente. Der Begriff der Intensität bezieht sich in diesem Kontext auf die Anteile an Zeit und Interaktion, die netzbasiert stattfinden. Unterschieden wird zwischen kaum digitaler Beteiligung (würde auch ohne digitale Instrumente funktionieren), überwiegend digitaler Beteiligung (digitale Instrumente sind relevanter Bestandteil) und nur digitaler Beteiligung (würde ohne digitale Instrumente nicht funktionieren).

Mit der vorliegenden Feldmatrix für ePartizipation soll hierfür eine Grundlage geschaffen werden, welche den verschiedenen Akteuren eine Hilfestellung zur multidisziplinären Auseinandersetzung ermöglicht. Sie ordnet an der y-Achse die Typen von Beteiligung (nach White) und an der x-Achse die digitale Intensität. Der “Einsatz” digitaler Instrumente umschreibt hierbei Anteile der digitalen Informations- und Abstimmungsprozesse an dem Gesamtprojekt.
Enges und weites Verständnis von ePartizipation
Ein enges Verständnis von ePartizipation umfasst all jene internetgestützen oder vorwiegend internetbasierten Vorhaben, die einen repräsentativen oder tranformativen Beteiligungscharakter aufweisen. Ein weites Verständnis von ePartizipation umfasst auch solche Vorhaben, die eher einer instrumentalen (z.B. digitale Kollaboration) oder nominalen (z.B. Slacktivism, Clicktivism) zugeordnet werden können. Beteiligungsvorhaben, bei denen der Einsatz digitaler Instrumente nur eine Randerscheinung ist, können nicht als ePartizipation bezeichnet werden.
Überspitzt könnte man die Extrempositionen aus verschiedenen Disziplinen begründen: Disziplinen, die sich überwiegend und fast ausschließlich netzbasierte agieren, haben ein sehr viel engeres Verständnis von ePartizipation, als Disziplinen, die unterschiedliche Ausprägungen beim Einsatz digitaler Instrumente verfolgen. So liegt es nahe, dass Informatiker ePartizipation als nur digital stattfindend beschreiben und Pädagogen bereits einen geringen Einsatz digitaler Instrumente als (Teil von) ePartizipation auffassen. Diese Extrempositionen sind natürlich stark verkürzt. In der Praxis wird man sich stets in dem weiten Feld dazwischen einordnen können.
Die Feldmatrix für ePartizipation zeigt auf, dass ein differenziertes Verständnis von Beteiligung und vom Einsatz digitaler Instrumente notwendig ist, um sich einem gemeinsamen Verständnis zu nähern. Sie bietet ein theoretisches Modell, anhand dessen Unterschiede deutlich werden. Gleichwohl können ePartizipations-Projekte in der Praxis so vielfältig sein, dass sie mitunter nicht einem einzigen Feld zugeordnet werden können und Mischformen entstehen.
Weiterführende Literatur:
- Albers-Heinemann, Tobias (2012): ePartizipation als neue Möglichkeit der medialen Beteiligung von Jugendlichen
- Fuentes Bautista, Martha (2012): Mapping “diversity of participation” in networked media environments. National Center of Digital Government.
- Karsten, Andreas (2012): A potpourri of participation models – Updated
- Kneuer, Marianne (2013): Mehr Partizipation durch das Internet?
- White, Sarah C. (1996): Depoliticising development: the uses and abuses of participation.
























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Das Jahresende steht bald vor der Tür und auch Weihnachten naht mit großen Schritten. Grund genug, um sich über das vergangene Jahr Gedanken zu machen und einen kleinen Rückblick zu wagen. Einen Rückblick auf all die Dinge, die man in diesem Jahr geschaffen, gelesen und gelernt hat. Das haben wir uns auch im letzten ikosom-Team-Meeting gedacht und uns kurzerhand dazu entschlossen, einen Teil dieses Rückblicks in Form eines Adventskalenders hier im Blog zu veröffentlichen. In den kommenden 24 Tagen wird jedes Team-Mitglied mindestens einen Beitrag beisteuern und so über sein(e) Highlight(s) aus 2013 berichten. Damit wir nicht wie wild darauf los schreiben, haben wir uns selbst drei grobe Bereiche auferlegt, die uns als thematische Richtschnur dienen:
Ulrike Langer ist wohl Deutschlands bekannteste freie Journalistin und betreibt das Blog
2014 wird das Jahr des Crowdfunding. Im
In Folge findet Ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen – aber Gründungsmitglied werden will, 
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Crowdfunding wird an vielen Stellen prominent im Koalitionsvertrag erwähnt, aber was heißt das für die Crowdfunding-Branche ingesamt in Deutschland? Welche Stellschrauben wird die Große Koalition, wenn sie denn zustande kommt, in den vier Kategorien des Crowdfundings drehen? Wo wird Crowdfunding erleichtert, wo erschwert werden und welche Plattformen werden ihr Geschäftsmodell überdenken müssen? Ein Ausblick.





Die Shift-Sendung der Deutschen Welle hat sich mit „Updates aus dem Jenseits“ beschäftigt, also dem Umgang mit dem Tod in der digitalen Welt. Anhand eines konkreten Falls werden die Schwierigkeiten für Angehörige und den digitalen Nachlass dargestellt. 






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Twittern wird Teil der Unternehmenskultur – diese These habe ich in einem Interview mit dem WDR5 vertreten. Die ganze Sendung von „Töne, Texte, Bilder“ findet sich hier: 






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Am 18.9.2013 wird es in der IHK Berlin wieder eine Crowdlounge geben. Diesmal geht es um die Frage, welche Auswirkung das Crowdinvesting auf Start-Ups hat, wenn sie in einer zweiten oder dritten Finanzierungsrunde sich Geld holen, zum Beispiel von Business Angeln, Venture Capital Fonds, Banken oder öffentlicher Förderung.
Wer bin ich und was mache ich