Carta Salon: „Was tun?! Die Rückkehr des Politischen – zwischen Aktivismus und Aktionismus“.

The Carta Salon on 24th of March promises to be very fascinating event:

Es soll um die Frage gehen, was jeder/ einzelne und wir gemeinsam machen können in diesen Zeiten. „Unser System kämpft ums Überleben“, sagt Harvard-Politikwissenschaftler Sascha Mounk. Und was tun wir?

Es geht ja viel rum in letzter Zeit: in Parteien eintreten, neue Parteien gründen, eigene Projekte entwickeln, Plattformen bauen, demonstrieren und protestieren, aber auch Abwendung und panischer bis geordneter Rückzug… Für viele, die sich politisch eher zurück gehalten haben bislang, ist das auch mit einigen Fragezeichen und Unsicherheiten verbunden nach vermeintlich fetten Zeiten.

Eingeladen haben wir dazu auch Romy Krämer (Geschäftsführerin von der Guerilla Foundation), Jasmin Siri (Politische Soziologie, Bielefeld / LMU München), Dieter Rucht (Vorsitzender des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung). Die Moderation übernehmen Bettina Fackelmann und Christian Neuner-Duttenhofer.

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Crowdfunding & Peer-to-Peer-Workshop für Vereine, NGOs, Stiftungen und Non-Profit-Organisationen

Am 5. November 2017 werden wir in Dresden einen Workshop zum Thema Crowdfunding & Peer-to-Peer-Fundraising für Vereine, NGOs, Stiftungen und Non-Profit-Organisationen durchführen.

Agenda und Ort sowie die Teilnahmebedingungen werden wir Ihnen hier hier zeitnah mitteilen. Die Teilnehmeranzahl wird allerdings auf 50 Personen beschränkt sein. Wenn Sie Interesse an dem Workshop haben, dann kontaktieren Sie uns bitte.

Fears and Drivers for Crowdfunding – Motivation von Crowdfunding-Unterstützern

In einer Studie im Rahmen des Projekts „Crowd-Fund-Port“ erheben wir zur Zeit, ob es Unterschiede in der Motivation und den Bedenken von Unterstützern in verschiedenen Ländern gibt.

Die Studie ist nicht repräsentativ – das kann sie gar nicht sein bei der Vielzahl an Unterstützern. Ziel ist es zu erfassen, ob es Unterschiede in den Einstellungen gegenüber Crowdfunding in den Partnerländern gibt, also ob in Polen oder Kroatien Crowdfunding anders wahrgenommen wird als in Italien oder Deutschland.

Wir würden uns über eine zahlreiche Beteiligung freuen. Wer Interesse hat, kann am Ende der Unterstützung gerne eine Emailadresse angeben – wir versenden dann den kostenlosen Report an die Empfängeradresse. Continue reading „Fears and Drivers for Crowdfunding – Motivation von Crowdfunding-Unterstützern“

Crowd-Fund-Port: Co-Creation Workshops

Im Rahmen unseres Projektes „Crowd-Fund-Port“ führen wir eine Umfrage unter Plattform-Betreiben durch (PDF).

Die EU hat alle Projektpartner einen Co-Creation Workshop durchzuführen. Da es in Deutschland sehr viele Plattformen gibt, werden wir stattdessen einen virtuellen Co-Creation-Workshop durchführen, in dem wir einen kurzen Fragebogen an die Plattformen senden werden und bei Treffen der Plattformen in Hamburg und Frankfurt das Projekt kurz vorstellen werden. Continue reading „Crowd-Fund-Port: Co-Creation Workshops“

Crowdfunding Tools for Boosting Campaigns – Crowdfunding Werkzeuge für Kampagnen

In the context of the UNDP Alternative Finance Lab  and the Crowdfunding Academy we have collected a list of Crowdfunding Tools which are available on the market. We have published a list of Social Media Tools (2014) and Communication Tools for Youth Particpation (2012).

You can also find some these tools at this pinterest collection „Crowdfunding Service Providers„.

Update 6.3.2017: For our learning material, me and Wolfgang Gumpelmaier are currently updating this list.

Campaign Tools

Agencies

Whitelabel Software

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Crowdfunding – for Refugees – a short and incomplete list of campaigns and projects from Germany, Austria, Switzerland and the rest of the world

2015-10-20-www.refupreneur.eu- http www.refupreneur.eu -11-39-51At the CEO Fall Meeting in Berlin, I held a presentation on the topic „How Crowdfunding can solve the refugee crisis“. Below you can find a list of Crowdfunding projects which I presented at the conference. I organized them according to the type of need that the project tries to solve.

Continue reading „Crowdfunding – for Refugees – a short and incomplete list of campaigns and projects from Germany, Austria, Switzerland and the rest of the world“

Crowdfunding for innovation and research

20150721_Experiment_NanoParticles_Science_Health_ProjectHow Crowdfunding predicts trends in society, how research can benefit from Crowdfunding and why it is necessary to combine Science and Crowdfunding – by Karsten Wenzlaff.

Crowdfunding platforms exist for about a decade now, and for more than five years in Germany. While analyzing this market, we noticed something peculiar: trends in society, especially trends around consumer behaviour emerge 2 to 3 years on Crowdfunding platforms before they reach the mass market. Why is this case?

Firstly, the people who are creating new Crowdfunding platforms are highly innovative. They see a gap in funding for a specific niche and then create a platform to bring together money and ideas. Not all of these platforms succeed, more often platforms are created and after a few months the platform ceases to exist. Not enough traction was created, not enough projects were shown on the platform. But for those that succeed, they can often claim to be the first to have developed an innovative funding method. Continue reading „Crowdfunding for innovation and research“

Reward-Based or Equity-Based Crowdfunding for Market Research by German Mittelstand

20150715_Bergfuerst_CHWolf_Wearable Crowdfunding is increasingly used for market-research – not just funding, but also for marketing and market research. A recent example is C.H.Wolf (Glashütte), which is raising growth funds on the German Equity Crowdfunding Platform Bergfuerst. The campaign has attracted about 200.000 Euros of its 500.000 Euro goal.

C.H.Wolf is an usual company. It can reference a history of 170 years, but has been refounded only last year. Its owners are not Berlin-type Startup people but rather settled Mittelständler – medium-sized companies which often export their hiqh-quality products, but are not often on the mind of a typical startup journalist.

Interestingly, the campaign not only serves raising the funds, but also tries to achieve a number of marketing goals. The background of the company, well-know East German watchmaker town Glashütte, is displayed favorably, recent products such as the „Special Bootsmann“ (a high-end watch for Yacht Owners) is presented as well. Some form of preselling is also evident – for every 7.000 Euros invested, investors can buy a Special Edition Watch for 2000 Euros.

C.H.Wolf is only a recent example of watches being funded on Crowdfunding platforms. In the last 4 years, a number of new smart watches (Wearables) have been funded on Kickstarter and Indiegogo. Their functionality have pre-shadowed the functions of the AppleWatch and sometimes even surpassed the innnovativeness of the AppleWatch. Continue reading „Reward-Based or Equity-Based Crowdfunding for Market Research by German Mittelstand“

Medizin und Pflege wird vom Crowdfunding erobert – LARACompanion auf Aescuvest und B-Cared auf Visionbakery

Der Markt für medizinische Geräte wächst und wächst, weil die Lebenserwartung und das Einkommen steigt und damit auch der Wunsch nach ausgefeilter Medizintechnik. BCC Research schätzt, dass pro Jahr knapp 400 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden für medizinische Geräte. Zunehmend sind auch „personal medical devices“ verfügbar – die Health-Apps auf den Smartwatches von Apple und Co zeigen den Trend von Konsumenten, ihre medizinischen Daten bequem und flexibel überwachen zu können.

20150715_Indiegogo_uBiome_Project_HealthBislang gab es einige Crowdfunding-Projekte im Bereich Medizin, vor allem auf den großen Reward-Based Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo. Auf Indiegogo wurde beispielsweise mit uBiome ein Projekt finanziert, welches sich auf die Analyse der körpereigenen Mikroben spezialisierte.  Die Kampagne nahm mehr als 350.000 US-Dollar ein. Continue reading „Medizin und Pflege wird vom Crowdfunding erobert – LARACompanion auf Aescuvest und B-Cared auf Visionbakery“

Reddit ist die beste Form der Krisen-PR für die GDL

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer ist sicherlich bei vielen Bahnfahrern nicht besonders beliebt, obwohl die Mitglieder lediglich ihre Grundrechte ausüben. Wenn sogar die Politik sich zugunsten eines Tarifpartners einschaltet, obwohl es ja auch eine im Grundgesetz verankerte Tarifautonomie gibt, dann zeigt sich, wie schnell man mit etwas Populismus mittlerweile auf Wählerfang gehen kann.

[AMA  Ich bin GDL-Mitglied und Lokomotivführer. Fragt mich alles!   de_IAmA

Wie es anders gehen kann, zeigt ein junger Lokführer. Bei der Internet-Plattform Reddit.com veranstaltet er einen „AMA – Ask me Anything-Diskussionsthread„. Jeder kann hier fragen stellen und die Community kann die besten Fragen und Antworten nach oben wählen. Die Fragen sind erstaunlich direkt („Wieviel verdienst Du?“), die Antworten auch („1900 Euro mit Zuschlägen“).

Es zeigt sich, dass manchmal die beste Möglichkeit der Kommunikation Transparenz und Ehrlichkeit ist. Schade, dass sich zuwenige Unternehmen, Gewerkschaften, Parteien und Politiker auf so etwas einlassen. Barack Obama hatte das vor drei Jahren schon gemacht. Wir sind gespannt, wann die Bundeskanzlerin ein Ask me Anything zur BND-Affäre erlaubt.

Offene Fragen in der Crowdfunding-Beratung

Wir erhalten sehr viele Anfragen von Crowdfunding-Interessierten, die mit uns telefonieren wollen wegen eines möglichen Crowdfunding-Projekts für ihr Produkt, ihre Dienstleistung oder ihre Organisation.

In der Regel vereinbaren wir dann ein Beratungsgespräch, wo eine Reihe an Fragen durchgegangen werden und man natürlich für die Punkte Antworten aufschreibt – das hilft dann bei der Planung der Kampagne. Bisher hatte ich das auf einem kleinen Spickzettel auf dem Handy stehen, aber weil sehr viele Fragen kamen, hier nun als Blogpost. Kommentare ausdrücklich erwünscht! Continue reading „Offene Fragen in der Crowdfunding-Beratung“

Präsident Obama aka @potus ist fortschrittlicher als @regsprecher und @pontifex hat dazu gelernt

Heute begann Präsident Obama, auch bekannt als Vater zweier Töchter, Basketball-Star, Internetberühmtheit und Friedensnobelpreisträger zu twittern – und zwar nicht als @barackobama, sondern als @potus. Wem auch immer der Account früher gehörte, der Präsident hat wohl eigene Möglichkeiten, den Twitter-Account sich registrieren zu lassen.

@POTUS joins Twitter

Natürlich freuen sich darüber auch seine Ehefrau, die dann doch schon etwas länger dabei ist.

@Flotus congratulates

Und Bill Clinton, der in seinem privaten Umfeld eine aussichtsreiche Aspirantin auf den Twitternamen @Potus hat, fragt natürlich ganz selbstbewußt, ob Obama plant, den Twitter-Account seinem Nachfolger bzw. seiner Nachfolgerin zu hinterlassen – Obama bejaht dies.

@billclinton congratulates

Damit unterscheidet sich im Amtsverständnis schon etwas von Regierungssprecher Steffen Seibert aka @regsprecher, der seinen Twitter-Account nicht weitergeben will. Vielleicht sollte man den Papst fragen, denn erst sollte @pontifex mit dem Rücktritt von Benedikt XVI geschlossen werden, mittlerweile hat sich ein ebenbürtiger Nachfolger gefunden.

Wenn ein Instagram-Meme zur Fernsehwerbung wird

Der Fernsehsender Vox wirbt gerade ganzflächig in Deutschland für die neue Fernsehshow „Outlander„. Wem kommt das dafür benutzte Bild seltsam bekannt vor?

outlander

Die Ästhetik einer ausgestreckten Hand, die nach der rückwärtig ausgestreckten Hand einer jungen Dame greift, ist vielen Instagram-Nutzern bekannt. Der Fotograf Murad Osmann nutzt eine ähnliche Ästhetik bei seinen Globetrotter-Snapshots mit seiner Freundin.

Murad Osmann  @muradosmann Instagram-Fotos und -Videos

Die Ästhetik des linearen Fernsehens orientiert sich am nicht-linearen Konsum sozialer Medien, weil die Marketing-Experten der Sender glauben, damit die junge Zielgruppe besser zu erreichen können. Gleichzeitig wird fast jedes lineare Fernsehereignis zu einem Internet-Meme – die kreative Krönung der Fernsehmacher besteht darin, dass eine kurze Szene sich auf Instagram, auf Imgur oder in den Whatsapps dieser Welt als Meme wiederfindet. Vox scheint das wohl vorweg nehmen zu wollen.

Crowdfunding Industry Report 2015 und Crowdfunding Real Estate Report 2015 erschienen

2015CF Report Pages

Am 31. März 2015 wurde der Crowdfunding Industry Reports 2015 erstellt, der für die globale Crowdfunding-Branche die wichtigsten Markttrends und Szenarien zusammenstellt. Parallel wurde auch der Crowdfunding Real Estate Report veröffentlicht. Beide Reports können hier bestellt werden:

Die wichtigsten Ergebnisse:

The strong growth in 2014 was due in part to the rise of Asia as a major crowdfunding region. Asian crowdfunding volumes grew by 320 percent, to $3.4 billion raised. That puts the region slightly ahead of Europe ($3.26 billion) as the second-biggest region by crowdfunding volume. North America continued to lead the world in crowdfunding volumes, growing by 145 percent and raising a total of $9.46 billion.

Crowdfunding-Regulierung in den Niederlanden und in Frankreich – Lektionen für die Regulierung von Crowdfunding in Deutschland

Für diesen Artikel wurden interviewt:

  • Gijsbert Koren – Douw& Koren
  • Simon Douw – Director Nederlandse Crowdfunding Association
  • Fabien Risterucci – FR Prospektif

Danke für die gute Zusammenarbeit!

Inspiration für die deutsche Regulierung – Ausgangssituation in Frankreich und den Niederlanden

Die Regulierung des Crowdfunding-Markts in Deutschland im Kleinanlegerschutzgesetz führt zu vielen Nachteilen für die Crowdfunding-Branche – dies hat nicht nur das German Crowdfunding Network als Branchenvertretung mehrfach dargelegt, sondern auch eine Reihe andere Verbände.
Wenn man die Regulierungsansätze in anderen europäischen Ländern stellt man schnell fest, dass die Regierungen in der Regel Gesetze erlassen, welche die noch junge Crowdfunding-Branche stärken sollen. Die Gründe dafür sind vielfältig, in Großbritannien beispielsweise gibt es schon historisch bedingt eine sehr liberale Finanzmarktordnung, in den skandinavischen und baltischen Ländern sieht man Crowdfunding als Teil eines wachsenden und unterstützenswerten Sektors im Bereich des „FinTech“, also internet-basierter Lösungen für Finanzmarktprodukte.
In Italien und Spanien wird Crowdfunding als Möglichkeit der Lückenfinanzierung für ausgefallene öffentliche Investitionen verstanden. Man kann diese Unterschiede auf wirtschaftlich und kulturell sehr unterschiedliche Ausgangssituationen in Bezug auf Kapitalmarktregulierung und Innovationsfreudigkeit erklären.
Wenn man sich aber unsere unmittelbaren Nachbarn, Frankreich und die Niederlande, betrachtet, dann ist es schwer, die Regulierungsunterschiede auf kulturelle Unterschiede zurückzuführen, denn beide Kapitalmärkte sind von ihrer Struktur und ihrem Regulierungsansatz dem deutschen Regulierungsansatz ähnlich. Im Unterschied zu Deutschland ist Crowdfunding-Regulierung nicht Teil eines anderen Gesetzes, sondern ein eigenständiger politischer Prozess. Continue reading „Crowdfunding-Regulierung in den Niederlanden und in Frankreich – Lektionen für die Regulierung von Crowdfunding in Deutschland“

Alternative Finance Report: „3 Milliarden Euro in 2014, 7 Milliarden Euro in 2015“

movingmainstreamkeystatisticsDas Alternative Finance Center der Universität Cambridge hat einen Report „Moving Mainstream“ veröffentlicht. Spannend ist, dass das Volumen für 2015 auf 7 Milliarden steigen könnte. Insgesamt sind europaweit fast 3 Milliarden Euro durch Crowdfunding finanziert worden, davon in Deutschland 140 Mio Euro. Deutschland ist damit der drittgrößte Markt in Europa nach Großbritannien und Frankreich. Der europäische Crowdfunding Markt ist 2014 um 144% gewachsen, allein 201 Millionen Euro im Bereich von Early-Stage-Finanzierungen.
Es wurden in Deutschland bisher 236 Millionen Euro via Crowdfunding finanziert, die Wachstumsrate betrug 113% von 2013 auf 2014. Crowdlending im Bereich Peer-to-Peer hat mit 80 Mio Euro im Jahr 2014 das größte Volumen, wobei Crowdinvesting mit 174% am stärksten wächst.Ein großer Teil der Plattformen gaben an, mit der aktuellen geplanten Regulierung sehr unzufrieden zu sein.

Wir haben bei dem Report dahingehend mitgeholfen, dass wir die Daten für Deutschland zusammengestellt und analysiert haben.

European Benchmarking Report über die Einschränkungen für Crowdfunding/Crowdinvesting

Der Finanzausschuss des Bundesrats hat dem Bundestag empfohlen, auf europäischer Ebene eine Übersicht über die verschiedenen Einschränkungen bezüglich Crowdfunding und Crowdinvesting zu machen. Hier eine Übersicht über die wichtigsten europäischen Märkte:

Niederlande

Ausnahme von der Prospektus-Richtlinie: 2,5 Mio Euro
Maximales Einzelinvestment: 20.000 Euro pro Person pro Jahr, maximales Einzelinvestment von 2500 Euro pro Projekt, Beschränkung auf 100 Investments pro Plattform

Österreich

Ausnahme von der Prospektus-Richtlinie: 250.000 Euro
Kein Maximales Einzelinvestment
Kein Eigenkapital notwendig für Plattformen

Frankreich

Ausnahme von der Prospektus-Richtlinie: 1 Mio Euro
Kein Maximales Einzelinvestment
Kein Eigenkapital notwendig für Plattformen

Belgien

Ausnahme von der Prospektus-Richtlinie: 300.000 Euro
Maximales Einzelinvestment von 1000 Euro pro Person
Kein Eigenkapital notwendig für Plattformen

Italien

Ausnahme von der Prospektus-Richtlinie: 5 Mio Euro
Kein Maximales Einzelinvestment
Kein Eigenkapital notwendig für Plattformen

Finnland

Ausnahme von der Prospektus-Richtlinie: 1,5 Mio Euro
Kein Maximales Einzelinvestment
Kein Eigenkapital notwendig für Plattformen

Deutschland

Ausnahme von der Prospektus-Richtlinie: Bislang 100.000 Euro (außer für Partiarische Darlehen), mit KASG 1 Mio Euro
Maximales Einzelinvestment von 10.000 Euro pro Person
Kein Eigenkapital notwendig für Plattformen

Großbritannien

Ausnahme von der Prospektus-Richtlinie: 5 Mio Euro
Maximales Einzelinvestment pro Person beschränkt auf 10% des Vermögens
Kein Eigenkapital notwendig für Plattformen

United States

(noch nicht in der Umsetzung)
Crowdinvesting für weniger als 100.000 US-$: Letzter Steuerbescheid des Projekts
Crowdinvesting für mehr als 100.000 US-$, bis zu 500.000 US-$: Steuerbescheid geprüft durch Buchhalter
Crowdinvesting für mehr als 500.000 US-$: Steuerbescheid geprüft durch Wirtschaftsprüfer

Investoren dürfen nicht mehr als 2000 US-$ oder 5% des jährlichen Einkommens pro Jahr investieren, aber maximum 100.000 US-$.

Crowdfunding als Verkaufsmotor für E-Commerce – Crowdlounge #10

Datum: 13.01.2015
Zeit: 18:00 – 21:00
Veranstaltungsort: SUPERMARKT

Kreative, die ihr Produkt über eigene Online-Shops oder E-Commerce-Plattformen vertreiben, nutzen zunehmend Crowdfunding als Methode, um ihr Produkt bei den Kunden zu testen. Darüber holen sie sich Feedback und erhalten eine Vorstellung davon, worauf ihre Kunden beim Kauf achten. Einige Plattformen bieten schon E-Commerce-Lösungen an, die es auch nach dem Crowdfunding ermöglichen, die Produkte über die Plattformen zu vertreiben.
Zunehmend gibt es auch Crowdfunding-Plattformen, die sich auf Pre-Selling spezialisieren: dort müssen erst genügend Käufer*innen zusammen kommen, bevor ein Produkt fabriziert wird. In unserer nächsten Crowdlounge werden wir mit Plattformen, Start-ups und Projektemacher*innen darüber sprechen, wie Crowdfunding als Verkaufsmotor für die eigenen Produkte eingesetzt werden kann.
Zugesagt haben bisher 3 Kultur- und Kreativpilot*innen 2014:

Julia Depis & Judith Trifonoff | Newniq
https://www.newniq.com/
Gerald Dissen | ROOM IN A BOX
http://roominabox.de
Moderation: Karsten Wenzlaff | ikosom & German Crowdfunding Network

WeTeK / ARTWert und ikosom führen mit der Crowdlounge eine unregelmäßige, interaktive Veranstaltungsreihe rund um das Thema Crowdfunding durch. Die Crowdlounge richtet sich an alle an Crowdfunding Interessierten sowie an konkrete Crowdfunding-Projekte, die Fragen haben oder ihr Projekt vorstellen möchten. Sie findet, oft auch mit weiteren Partnern, in Berlin und Brandenburg statt und informiert anhand von individuellen Crowdfunding-Erfahrungsberichten und Expertengesprächen zu verschiedensten Fragestellungen rund um dieses Thema.

Die Teilnahme an der Crowdlounge ist kostenfrei, wir bitten jedoch um eine Anmeldung hier auf Eventbrite: http://www.crowdlounge10.eventbrite.de/

Die TOP 10+ Crowdfunding-Projekte im Film 2014

In den vergangenen Jahren haben wir als Crowdfunding-Berater viele Film-Projekte beobachtet und begleitet und bei diversen Veranstaltungen, etwa der Social Media Week Berlin oder zuletzt beim Crowd Dialog in München, zahlreiche Filmemacher kennengelernt, die ihre Filme via Crowdfunding (teil-) finanziert haben. Daher entstand die Idee, zum Jahresende eine kleine Liste unserer persönlichen Favorites aus dem Jahr 2014 zu veröffentlichen.

Dabei ging es uns weniger darum, ein Ranking zu erstellen, sondern vielmehr darum, die Vielfalt und Lebendigkeit von Crowdfunding allgemein, aber speziell im Filmbereich aufzuzeigen. Insofern ist unsere Liste nicht nach Top-Verdienern sortiert und wir beschränken uns nicht auf Projekte mit großem Medien-Hype. Dafür haben wir Projekte ausgewählt, die wir aus mindestens einem Grund erwähnenswert finden und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Hier also unsere TOP 10 FILM-CROWDFUNDING PROJEKTE 2014:

The Dreamlands

Nachdem der Filmemacher Huan Vu mit seiner H.P.Lovecraft Verfilmung „The Dreamlands“ beim ersten Crowdfunding-Versuch scheiterte, startete er noch einmal mit einer Kombination aus reward-based Crowdfunding auf Indiegogo und equity-based Crowdfunding auf der eigenen Webseite durch. Mit Erfolg: knapp EUR 150.000 sammelte er auf diese Weise von den Fans ein, die nun zur Produktion des Fantasy-Klassikers verwendet werden.

Fonotune

Auf einen Indiefilm freue ich mich besonders: Fonotune. Diese „electric fairytale“ konnte via Kickstarter über USD 42.000 einsammeln. Der Film mischt verschiedene Elemente aus japanischem Kino, Grafikdesign, Comics und Musik und ist „ein ungewöhliches Roadmovie, in dem wir drei sehr unterschiedliche Charaktere auf ihrer episodenhaften Odyssee am letzten Tag vor dem Weltuntergang begleiten“, verriet mir Toby Fleischer, einer der Produzenten, im Interview auf www.socialfilmmarketing.com. Dass es beim Crowdfunding angenehme Nebeneffekte gibt, beweist auch der Umstand, dass aufgrund der Kickstarter-Kampagne das deutsche Kultlabel Rapid Eye Movies die Verleihrechte für den Film erworben hat.

Leo Bud Welch Documentary Movie

Der Linzer Filmemacher Wolfgang Almer hat vor wenigen Wochen mit den Dreharbeiten zu seinem Dokumentarfilm über den US-Blues Musiker Leo Welch begonnen, der dieses Jahr im Alter von 82 Jahren sein Debütalbum veröffentlichte. Für die Realisierung benötigten er und seine Kollegen noch das nötige Kleingeld und weil öffentliche Förderungen und andere Finanzierungswege zu lange auf sich warten ließen, haben sich Wolfgang und sein Team für Crowdfunding entschieden. Ein paar Tipps für seine Kickstarter-Kampagne hat sich Wolfgang im Vorfeld in meinem Online-Crowdfunding-Workshop geholt und letztendlich konnte er die Kampagne zum Leo “Bud” Welch Documentary Movie erfolgreich abschließen.

Nowitzki. Der perfekte Wurf

Eine Neuerung im Bereich des Film-Crowdfundings gab es dieses Jahr mit dem Film „Der perfekte Wurf„, einer Doku über den Basketball-Star Dirk Nowitzki. Der Film wurde nämlich über die lending-based Crowdfunding-Plattform Zencap teil-finanziert. Innerhalb von nur einem Tag kamen EUR 100.000 in Form von Kleinkrediten für das Projekt zusammen. Den 72 Kreditgebern des Crowdfunding-Projekts „Der perfekte Wurf“ wurde dafür eine Rendite von 5,51%  versprochen.

Lena Love

Mit CineDime ging 2014 auch die erste Crowdinvesting-Plattform für Filme in Deutschland online. Das erste Projekt Lena Love kann aktuell noch unterstützt werden und liegt bei knapp 20%. Dabei wird sich mit dem Crowdfunding-Erfolg oder Misserfolg zu diesem Jugendthriller auch zeigen, ob und wie sich equity-based Crowdfunding im Filmbereich hierzulande etabliert kann. Denn neben CineDime steht mit Filmkraut eine weitere Plattform in den Startlöchern und für beide bleibt zu hoffen, dass der Start ins Film-Crowdinvesting mit Erfolg gekrönt ist.

On the Bride’s side

Von diesem italienischen Projekt habe ich erst vor Kurzem gehört, aber der Film schaffte es dennoch in meine Bestenliste. Denn das Projekt „Io sto con la sposa“ erreichte nicht nur eine beeindruckende Summe von über EUR 98.000 auf Indiegogo, sondern überzeugt vor allem auf Grund seiner Geschichte. Der Dokumentarfilm erzählt von der Reise fünf fliehender Palästinenser und Syrier, die über Lampedusa nach Milan kommen. Dort wird ihnen von zwei Italienern geholfen, ihr Reiseziel zu erreichen: Schweden. Ihre Tarnung: eine Hochzeitsgesellschaft. Was hier leicht amüsant klingt, hat durchaus ernsten Charakter. Vor allem weil die Filmemacher mit der Veröffentlichung ihres Films 15 Jahre Haft riskierten. Chappeau!

Geschichten hinter vergessenen Mauern

Enno Seifried hat 2012 mit seinem Team den ersten Teil seines Dokumentarfilms „Geschichten hinter vergessenen Mauern“ via Crowdfunding finanziert und war vom Zuspruch und Support überwältigt. Ein Jahr darauf folgte Teil 2, auch hier kam das Geld aus der Crowd. Aber weil die Fans mehr wollten und auch die Recherche-Arbeiten weiteres Material zu Tage brachten, entschied sich Enno dazu, einen dritten Teil zu drehen. Auf der Crowdfunding-Plattform Visionbakery sammelt er dafür über EUR 22.000 ein, um seine zeitgeschichtliche Film-Trilogie zu beenden.

Iron Sky – The Coming Race

Der finnische Kultfilm Iron Sky gilt ja als DER crowdgesourcte Film schlechthin. Mit einer Mischung aus Crowdfunding, Merchandising-Einnahmen und klassischen Produzentengeldern wurde Teil 1 2012 fertiggestellt und in die Kinos gebracht. Bei „The Coming Race“ setzt das Team nun erneut auf die Crowd: eine Crowdinvesting-Kampagne war bereits erfolgreich und brachte über EUR 260.000, davor gab’s eine reward-basierte Crowdfunding-Aktion, mit der über EUR 182.000 eingesammelt werden konnten. Aktuell funden Regisseur Timo Vuorensola und seine Kollegen erneut. Dieses Mal geht’s um EUR 500.000, fast 85% sind bereits erreicht. Ich bin gespannt, ob sich das „Freikaufen“ durch die Crowd auf die – vor allem humoristische – Qualität von Teil 2 auswirken wird.

Augenhöhe – Film und Dialog

Ein spannendes Projekt aus Deutschland ist der Film Augenhöhe, in dem es darum geht, „wie wir im 21. Jahrhundert leben und arbeiten wollen: selbstbestimmt, eigenverantwortlich, wertschätzend, respektvoll – kurz: „artgerecht“ und auf Augenhöhe“. Der Film „zeigt lebendige Beispiele dafür und gibt Pionieren der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts eine Stimme.“, so die Beschreibung zum Crowdfunding auf Startnext. Dabei soll das Projekt nicht nur als Film erscheinen, sondern die Macher entwickeln daneben Veranstaltungsformate, „die ZuschauerInnen des Films miteinander in Dialog bringen sowie Materialien und Methoden, die den Wandel im eigenen Unternehmen unterstützen können.“ Das fanden viele Menschen zeitgemäß und unterstützten den Film mit über EUR 52.000.

Tour International Danubien

Daniel Weißbrodt hat ein Buch veröffentlicht. Und zwar eine Reise-Reportage durch alle zehn Anrainerstaaten der Donau. Weil ihn das Thema „Donau“ fasziniert, macht er nun als Quereinsteiger einen Film über die Tour International Danubien, die längste Paddelfahrt der Welt, die durch acht Länder geht. Er war mit der Kamera dabei und hat seinen Dokumentarfilm mittels Crowdfunding finanziert.

Argentiniens geraubte Kinder

In meinem Crowdfunding-Workshop beim Crowd Day 2014 in Köln war Jenny Hellmann eine der TeilnehmerInnen. Sie und ihre Kollegin Regina Mennig standen zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Start ihrer Crowdfunding-Aktion zu „Algo mío – Argentiniens geraubte Kinder„, einer Doku über die Opfer der argentinischen Diktatur: Kinder von damals Verfolgten, die bei Militärfamilien aufwuchsen und 30 Jahre später ihre wahre Identität entdecken. Mittlerweile ist der Film mit Hilfe der Crowd finanziert und die beiden arbeiten an der Fertigstellung.

Where to, miss?

Auch Where to, miss? ist ein Dokumentarfilm, der via Crowdfunding realisiert werden konnte. Neben der interessanten Thematik des Filmes – Frauen auf der Suche nach Gleichberechtigung – hat mich vor allem die Film-Webseite inklusive integrierter Crowdfunding-Funktionalität begeistert. Mit der Producerin Bianca Laschalt habe ich deswegen ein Interview geführt, in dem ich einige interessante Dinge erfahren habe. Das Interview gibt’s hier: Dokumentation über die ersten Taxifahrerinnen in Indien.

New Films on the Block

Sechs Filmemacher des Abschlussjahrgangs der unabhängigen Filmschule filmArche Berlin schließen sich zusammen und crowdfunden als New Films on the Block gemeinsam ihre Abschluss-DVD. Ich finde das Projekt deswegen spitze, weil man dabei auch ein bisschen hinter die Kulissen blicken kann und ich die Idee super finde, sich zu einem Team zusammenzuschließen, um gemeinsames Crowdfunding zu betreiben.

Das war’s. Wir hoffen, ihr habt den einen oder anderen Film für euch entdecken können. Es gibt natürlich noch viele andere Filme, die dieses Jahr unser Interesse geweckt haben und ihr dürft sie uns gerne in den Kommentaren nennen 😉 Für all jene, die 2015 eine Crowdfunding-Kampagne planen und natürlich für alle anderen Film-Interessierten haben wir abschließend noch ein paar Lese-Tipps:

Wir wünschen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Crowdfunding Jahr 2015!

[BQV] Neue Formen des Wirtschaftens | SLOW POLITICS 13.-15.11.

berliner_gazette_logo*SLOW POLITICS* | Internationale Konferenz | 13.-15. November 2014
Supermarkt | Brunnenstr. 64 | Berlin
Info: www.berlinergazette.de/slowpolitics

Wir freuen uns auf den Track 4 | „Bitcoin Meets Blue Marble“

Die anhaltende Umweltkrise und die Zusammenbrüche verschiedener
gesellschaftlicher Systeme (u.a. Finanzmarkt) erschüttern unsere
bürgerliche Bequemlichkeit und mobilisieren Menschen aus allen möglichen
gesellschaftlichen Milieus. Überall entstehen Bürgerenergieprojekte. Sie
nehmen die kommunale Energieversorgung in die eigene Hand, um sie
klimafreundlich und selbstbestimmt zu gestalten. Berliner Bürger etwa
wollen das Stromnetz kaufen und genossenschaftlich verwalten.
Gleichzeitig teilen immer mehr Menschen Autos, nutzen Tauschbörsen oder
verschenken Essen, das sie nicht brauchen. Dezentrale Formen des
Wirtschaftens verbreiten sich. Die Basis dafür bilden neue digitale
Währungen – beispielsweise Bitcoin. Gemeinsam haben diese Initiativen,
dass sie sich für eine sinnvolle Verteilung von Ressourcen einsetzen.
Doch begreifen sich die Akteure als Teil einer größeren Bewegung? Ein
derart holistischer Ansatz im Zeichen der Blue Marble kommt heutzutage
allenfalls auf der lokalen Ebene zum Tragen. In sogenannten Transition
Towns etwa. Kann er Schule machen und im größeren Maßstab umgesetzt
werden? Wie können neuartige Allianzen dazu beitragen?

*Public Talk* | „Bitcoin Meets Blue Marble“ | Samstag, 15.11. | 17:45
Mit Luise Neumann-Cosel (buerger-energie-berlin.de) & Paula Bialski
(Leuphana Universität). Moderation: Ela Kagel (Berlin). Die Public Talks
erfordern keine Anmeldung. Der Eintritt ist frei.

*Workshop* | „Bitcoin Meets Blue Marble“ | 13. & 14.11. | ganztägig
Der Workshop rückt Berlin in den Fokus als inoffizielles Zentrum der
Nischen- und Subkulturen, der informellen Expertengruppen und
alternativen/kreativen Milieus. Aus dieser Welt bringt der Workshop
erprobte Ansätze zu Alternativen in Energieversorgung mit neuen
Bewegungen aus dem Bereich der Sharing Economy und der digitalen
Währungen zusammen. Interviews mit den Akteuren zu der Frage „Sind wir
Teil einer größeren Bewegung?“ bilden die Basis für einen Kurzfilm, der
im Workshop entsteht.

Die Gäste sind Paula Bialski (Leuphana Universität), Thomas Dönnebrink
(OuiShare), Camilla Elle (utopie-magazin.org), Christophe Guené
(Kreditunion), Barbara Hennecke (buendnis-buergerenergie.de), Annette
Jensen (taz.de), Luise Neumann-Cosel (buerger-energie-berlin.de), Ute
Scheub (taz.de), Andrea-Liane Spangenberg (bioenergiedorf-coaching.de),
Akseli Virtanen (robinhoodcoop.org), Karsten Wenzlaff (Institut für
Kommunikation in Sozialen Medien), Nikolai Wolfert (leila-berlin.de).
Die Moderatoren sind Tatiana Abarzua (berlinergazette.de) und Ela Kagel
(Supermarkt).

*Anmeldung*: Der Workshop richtet sich an AktivistInnen und findet am
13. und 14. November von 10-18 Uhr statt. Am 15.11. werden die
Ergebnisse präsentiert (10-12 Uhr). Die Workshop-Plätze sind begrenzt.
Interessierte können sich bis zum 10.11. anmelden. Email:
bgcon14@supermarkt-berlin.net. Die Gebühr beträgt 30,- inkl. Catering.

SLOW POLITICS ist ein Projekt der Berliner Gazette und wird durch
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, Gemeinnützige Hertie-Stiftung
und ZEIT-Stiftung gefördert. Sponsoren sind Streampark TV, TAB
Ticketbroker und Webmagazin. Partner sind Bündnis Bürgerenergie e.V.,
Exberliner, Heinrich-Böll-Stiftung, Institut für Kommunikation in
Sozialen Medien, KnightMozilla OpenNews, Pfefferwerk AG, Sapporo Media
Arts Lab, Social Impact, Supermarkt und ThoughtWorks Werkstatt Berlin.

Wo haben die Crowdfunding-Plattformen ihren Sitz im deutschprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz)?

Wir haben die Firmensitze der Plattformen analysiert und innerhalb ihrer Regionen gruppiert:


Sitz der
Plattform
Status der Plattform Name der Plattform
Bayreuth Aktiv Filmkraut
Berlin Aktiv Aurango
    Betterplace
    Companisto
    Companisto
    crowdener.gy
    Crowdfans
    deepr
    Ecocrowd
    finmatch
    Friendfund
    Fundedbyme
    gigflip
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  Wird gelaunched IniCat
Dresden Aktiv Dresden Durchstarter
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Düsseldorf Aktiv Auxmoney
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Frankfurt Aktiv bankless24
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Graz Aktiv Conda
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Hamburg Aktiv Addact
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  Inaktiv Crowdstein
  Wird gelaunched Civum
    Die Beteiligungsplattform
Kassel Aktiv Unikat
Köln Aktiv Deutsche Mikroinvest
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Leipzig Aktiv Visionbakery
Mainz Aktiv LeihDeinerStadtGeld
    LeihDeinerUmweltGeld
München Aktiv CineDime
    Deutsche Mikroinvest
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    Mashup Finance
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  Inaktiv ipoGO AG
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Paderborn Wird gelaunched Padercrowd
Stuttgart Aktiv Crowd Nine
    Fairplaid
    Youcan2
    greenXmoney
Wien Aktiv Respekt.net
Zürich Aktiv Investiere.ch
    Wemakeit
     

Welches Science-Projekt soll bei @onespark in Berlin dabei sein? Sag Juror @kasi Deine Crowd-Meinung!

Das OneSpark-Festival findet am 12. und 13. September 2014 statt – ein riesiges Crowdfunding-Festival in Berlin.

Ich bin in der Jury für den Bereich Science und darf dort die Projekte aussuchen, die sich auf dem Festival zeigen dürfen. Wollt ihr mir helfen?

Schaut mal hier rein: http://www.beonespark.com/berlin/discover/creator_projects?category=science – welche Projekte findet ihr spannend? Ich freue mich über Eure Kommentare bis morgen um 12 Uhr!

One Spark START Berlin Banner

Trendblogger-Redaktionssitzung mit Wolfgang Gumpelmaier

trendbloggerlogoAm 31. August um 15 Uhr wird die nächste Trendblogger-Redaktionssitzung stattfinden. Den Zugang erhält man über diesen Link: http://proj.adobeconnect.com/trendblogger. Gast wird diesmal ikosom-Teammitglied Wolfgang Gumpelmaier, der mit den Trendbloggern über das Monatsthema Lifestyle und Medien diskutieren wird.

In diesem Monat waren die vorgestellten Medientrends sehr vielfältig: Tools für Gehörlose, Läster-Apps, Tandemploy, Schock-App Pavlok, Fitness-App Yayog, Smartphone-Abstinenz und die Sharing-App Domerang Eine Übersicht über Zukunftstrends findet sich hier.

Darüberhinaus wurden auch eine Reihe an Journalismus-Startups vorgestellt: Correct!v, Wortwalz, Boas Noticias, Hacerbilgic und Contributoria

44 hilfreiche Social Media Tools für Einsteiger und Fortgeschritte

In Vorträgen und Workshops werden wir immer gebeten, welche Tools wir empfehlen können, um die Nutzung von sozialen Medien so einfach wie möglich zu machen, Diskussionen im Netz in Gang zu bringen, Reichweite zu steigern und vieles mehr. Diese Liste hier ist sicherlich keineswegs vollständig, aber vielleicht gibt es den einen oder anderen, der bestimmte Tools noch nicht kennt.

Weitere Tools posten wir auch immer wieder auf unserer Facebook-Seite, bei Twitter oder bei Pinterest. Weitere Tool-Sammlungen gibt es unter anderen von Wolfgang Gumpelmaier.

ikosom_Institut_für_Kommunikation_in_sozialen_Medien_on_Pinterest_-_2014-07-08_11.27.23

Namenssuche für Internet-Projekte

Nach freien Domains suchen:

http://www.domai.nr

Schauen, ob Social Media Accounts in den Netzwerken frei sind:

http://namechk.com/

http://knowem.com

Blogsysteme

Kostenlos Blog einrichten:

http://www.wordpress.com

WordPress als OpenSource Software herunterladen:

http://www.wordpress.org

Bilder für Artikel finden (CC-Bilder verwenden):

http://www.flickr.com

Präsentationen hochladen und fürs Web bereitstellen:

http://www.slideshare.com

http://www.prezi.com

Tools rund um Facebook

Testen, wie ein Link aussieht, wenn ihn Facebook anzeigt:

https://developers.facebook.com/tools/debug/

Eine Facebook-Ad einrichten:

https://www.facebook.com/ads/create

Facebook mit anderen sozialen Netzwerken verknüpfen:

https://ifttt.com/

Social Media Monitoring

Mehrere Twitter- und Facebook-Accounts bzw. Hashtags zentral beobachten:

http://netvibes.com

Für den Einstieg in erste Social Media Analysen:

http://www.quintly.com/

Für den Vergleich von Facebook-Seiten

http://www.fanpagekarma.de

Für umfangreiches Reporting von Blogs, Social Media und klassische Nachrichtenquellen

http://www.ubermetrics-technologies.com/

Für Vergleich vieler öffentlicher Accounts:

https://pluragraph.de/ 

Weitere Microblogging-Systeme neben Twitter

Für Bilder:

http://www.Instagram.com

http://www.eyeem.com/

Für Bilder und Texte

http://www.tumblr.com

Für Bilder und Infografiken

http://www.pinterest.com

Twitter-Tools 

Mehrere (Twitter-)Accounts administrieren:

http://www.hootsuite.com

Im Team Twitter nutzen

http://www.some.io

Kurzvideos für Twitter teilen:

https://vine.co/

Twitter als Suchmaschine nutzen:

http://www.tame.it

Twitter- und Facebook-Accounts synchronisiert etwas posten lassen

http://www.Thunderclap.it

 

Umfragen erstellen

Klassische Umfragen

http://www.surveymonkey.com

 

Umfragen und Crowdsourcing

http://www.allourideas.org/

 

Teamkoordination

Termine gemeinsam finden:

http://www.Doodle.com

https://dudle.inf.tu-dresden.de/

 

Projekte organisieren:

https://trello.com/

https://basecamp.com/

 

Teammessaging:

http://www.Whatsapp.com

http://www.Threema.com

 

Dateien verwalten

http://www.Dropbox.com

http://www.Wuala.com

http://drive.google.com

https://owncloud.org/

 

Kollaboratives Arbeiten

Gemeinsam Notizen erstellen

http://etherpad.org/

 

Gemeinsam Texte speichern

http://www.evernote.com

 

Gemeinsam Flussdiagramme erstellen

http://www.Draw.io

 

Gemeinsam Bookmarks sammeln:

http://www.diigo.com

 

Diskussionen führen

Entscheidungen im Team herbeiführen

http://www.Tricider.com

 

Öffentliche Diskussionen anregen:

http://www.Publixsphere.com

http://www.Brabbl.comPhoto by mkhmarketing

Club-Journalismus bei @krautreporter – Warum man das Experiment unterstützen sollte

Das Magazin „Krautreporter“ will innerhalb von einem Monat 900.000 Euro von 15.000 Unterstützern sammeln und dafür eine neue Form des Online-Journalismus etablieren. Heute ist der letzte Tag und es wird spannend bis zum Schluss, aber es lohnt sich, das Experiment zu unterstützen. Einige der Gründe hat Sascha Lobo schon aufgeführt:

Aus meiner Sicht gibt es noch ein paar Ergänzungen:

Krautreporter erfordert Mut – und mutige Journalisten brauchen wir.

Die wichtigste Charaktereigenschaft der Journalisten und Journalistinnen hinter dem Projekt ist ihre Experimentierfreudigkeit. Keiner weiß am Anfang eines Crowdfunding-Projekt, ob es klappt, welche Kritik kommt, ob es schnell oder langsam geht. Jedes Crowdfunding-Projekt ist anders – und jedes ist spannend für sich. Es gibt keine Garantie, dass es klappt. Ich finde es toll, dass es Journalisten gibt, die sich das einfach mal trauen und damit zeigen, dass später das Projekt auch weiterhin Experimente wagen wird.

Krautreporter waren lernfähig – und lernfähige Journalisten brauchen wir.

Es gab jede Menge Kritik, teilweise berechtigt, teilweise unberechtigt. Mein Eindruck war, dass diese Kritik angenommen, aufgenommen, weiterverarbeitet und konstruktiv genutzt worden ist. Man kann nicht innerhalb einer Kampagne alles umkrempeln und alles neu machen, man kann auch Fehler nicht einfach weglöschen, aber in Deutschland wird immer erwartet, dass jedes Konzept perfekt ist und damit verderben wir uns den Spass beim Ausprobieren.

Krautreporter ist eine Blaupause für leserfinanzierte Medienhäuser – davon kann es ruhig noch mehr geben.

Man hat es an der frühen Unterstützung von Menschen wie Jakob Augstein, Frank Schirrmacher und Konstantin Neven-DuMont gemerkt: Krautreporter ist mehr als nur ein Projekt mit einer großen Summe, sondern kann als Vorbild für leserfinanzierte Online-Medienhäuser dienen, welche die Quersubvention aus Werbung nicht in ihr Geschäftsmodell integrieren wollen. Ich bin mir sicher, dass es in Zukunft in Europa noch mehr solche Projekte geben wird und Krautreporter zeigt, dass es möglich ist, mehr als nur projektbasiert Crowdfunding erfolgreich zu machen.

Krautreporter sorgt für eine neue Form des Clubjournalismus – mehr Clubgeist bitte

Krautreporter setzt die Paywall nicht vor den Inhalt, sondern vor die Community. Das Kommentieren von Artikeln wird den Unterstützern vorbehalten sein. Das läutet eine neue Ära im Journalismus ein, weil man sich nun Gedanken machen kann, wie man die Community-Funktionen innerhalb einer Seite so werthaltig machen kann, dass die Unterstützung gerechtfertigt ist. Communities sind auch bereit, eine gemeinsame Sache zu finanzieren und sie tragen auch die Verantwortung dafür, dass die Sache weitergeht – die taz ist das beste Beispiel dafür.

Krautreporter erzählen eine Geschichte, die alle überrascht.

Vielleicht dachten die Krautreporter, dass die Geschichte des Projekts darin besteht, ein tolles Projekt finanziert zu haben. Die Geschichte aber ist mittlerweile anders: tolles Projekt wurde gelaunched, erhielt viel Aufmerksamkeit, viel Kritik, es war alles knapp – am Ende klappt es doch. Rebound-Kids for Journalism!

Krautreporter ist Open Source Journalismus.

Die Krautreporter versprechen, innerhalb der Seite auch über ihre Quellen zu reden, Texte im Rohentwurf zum Kommentieren freizugeben, Daten zu teilen – OpenSource und OpenInnovation wird auf den Journalismus ausgedehnt und das ist eine tolle Sache.

Krautreporter ist Open Source Crowdfunding.

Die Plattform hinter Krautreporter – Sparker von Bitcrowd – wird nach dem Magazin als Open Source Software gelaunched und wird damit Bewegung in den Crowdfunding-Markt ingesamt bringen.

Der Erfolg von Krautreporter hat mit dem Crowdfunding nichts zu tun – ob das Experiment geglückt ist oder scheitert, sehen wir einem Jahr.

Alle, die in der letzten Woche über das Scheitern gesprochen haben – Crowdfunding-Projekte sind nicht allein erfolgreich, wenn sie die Finanzierungssumme zusammen haben, sie sind dann erfolgreich, wenn sie ihr inhaltliches Ziel umgesetzt haben. Ich finde, dann kann man schauen, was aus dem Projekt geworden ist. Vielleicht werden die Erwartungen nicht erfüllt, vielleicht übererfüllt – aber wer jetzt schon versucht, zu analysieren, was zum Erfolg und Mißerfolg führte, der versteht nicht, dass das richtige Experiment erst morgen losgeht.

@Krautreporter als Magazin gestartet

Die Crowdfunding-Plattform Krautreporter hat sich in ein Magazin umgewandelt, das nach dem Vorbild des holländischen DeCorrespondent eine Kampagne zum Erlangen von 15.000 Abonennten durchführt. Auf Carta habe ich die Auswirkungen auf Medienunternehmen beschrieben, auf Future-Crowdfunding die Kampagne nochmal kurz vorgestellt.

Crowdfunding-Statistiken von Indiegogo

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In ihrem neuen Handbuch für Crowdfunding-Projekte veröffentlicht Indiegogo ein paar spannende Statistiken:

  1. Teams of two or more people typically generate 94% more funding than projects run by a single campaigner.
  2. Campaigns with a pitch video raise an average of 114% more than campaigns that don’t.
  3. 89% of campaigns overfund, by an average of 30%.
  4. Campaigns that run between thirty and forty days raise the most money.
  5. The 25$ Perk is the most claimed perk on Indiegogo.

Via Future-Crowdfunding.de

10 wichtige Sessions auf der #rp14

Noch eine knappe Woche bis zur re:publica und die ganze Welt macht eine Auswahl von schönen Sessions: mein ikosom-Kollege Julian Heck hier, meine Trendblogger-Kollegen Lukas und Heng hier und hier.Jetzt bin ich an der Reihe – diese Sessions sollte man sich mal näher angucken.

Mit AC Coopens am OpenMike kann man spannende Medienunternehmen kennenlernen. AC Coopens hat ein richtig gutes Gespür für Medientrends und die digitale Ökonomie. Im Rahmen des Open-Mike wird sie einen Wettbewerb leiten, bei dem sich innovative Formate und Medienunternehmen einer hochkarätigen Jury stellen wird. Die drei Sessions gibt es hier.

Michael Metzger sagt uns, warum Urban Gaming so ein wichtiger Trend ist.Michael Metzger ist ein alter Bekannter von uns ikosomologen aus der Jugendpresse. Im ScienceSlam am Mittwoch abend stellt er seine Magisterarbeit vor. Zum Science Slam sollte man aber auch gehen, weil Comic-Zeichner Johannes Kretzschmer aka beetlebum einen Vortrag hält.

Joel Dullroy wird zum digitalen Nomaden. Joel ist einer der Initiatoren der Social Media Week und der europäischen Freelancer Gewerkschaft. In seiner Session wird er sich mit Arbeitskulturen in der digitalen Welt auseinandersetzen.

Christina Pautsch erklärt das Design von Innovationen. Christina, die auch hier bei ikosom gearbeitet hat, wird uns erzählen,wie man Innovationen rund um den Menschen schafft, vermutlich mit Praxisbeispielen.

Mit Michael Seemann aka mspro auf der Suche nach den dezentralen Netzwerken. mspro wird man bei seiner Session Session zum Thema Dezentrale soziale Netzwerke finden.

Kixka Nebraska redet über flüchtige Accounts. Kixka Nebraska bringt angehenden Journalisten in Hamburg bei, wie das Internet funktioniert. In ihrem Vortrag erzählt sie, welche Rolle flüchtige Inhalte im Netz spielen.

Brigitte Zypries spricht über die digitale Agenda.. Die parlamentarische Staatssekretärin hat die digitale Agenda ihres Hauses schon ordentlich vorangebracht. Bin gespannt, welche Inputs sie zur #rp14 mitbringt.

Annika Stenzel nimmt uns die Angst vorm Lokaljournalismus. Annika Stenzel war Referentin bei den Trendbloggern und engagiert sich bei Vocer. Sie wird über die Rolle des Kiezes und über Lokaljournalismus diskutieren.

Michael Praetorius diskutiert das Versagen. Der bekannte Web-TV-Moderator nimmt sich mit einigen sehr spannenden internationalen Gästen das Thema vor, was man beim Scheitern lernen kann, Teil der Kreativlounge auf der #rp14.

Wohin führt uns die Crowd? Lisa Altmeier und Steffi Fetz erzählen. Die Journalistinnen von Crowdspondent haben rund um die WM-Themen recherchiert. Wird sicherlich sehr spannend, wenn man mal sieht, wie das in der Praxis geklappt hat.

Crowdfunding-Studie der Deutschen Bank beleuchtet das heikle Thema der Unternehmensbewertung beim Crowdinvesting

dbresearch201404crowdfundingDie Forschungsabteilung der Deutschen Bank DB Research hat eine Studie herausgebracht, die den aktuellen Stand des Crowdfundings und Crowdinvestings beleuchtet. Bemerkenswert ist vor allem ein längeres Kapitel zur Unternehmensbewertung von Start-Ups beim Crowdinvesting. Zuerst wird ausführlich die unterschiedlichen Bewertungsmethoden der Plattformen vorgestellt, aber gleichzeitig auch in Frage gestellt, ob die Crowd die theoretischen Annahmen hinter den verschiedenen Bewertungsmethoden verstehen kann:

Aufgrund der vielen theoretischen Annahmen, die bei den unterschiedlichen Bewertungsmethoden getroffen werden, kann ein Interessenskonflikt bei einer unternehmenseigenen Bewertung nicht ausgeschlossen werden. Es besteht also durchaus die Gefahr, dass einigen potenziellen Investoren ein zu hoher Unternehmenswert kommuniziert wird, um erfolgversprechende Investitionsperspektiven vorzutäuschen und um höhere Finanzierungsbeträge erreichen zu können.

Die Autoren fordern einen Dialog zwischen den Aufsichtsbehörden und der Crowdfunding-Branche. Zum Glück ist dieser im German Crowdfunding Network schon im Gang.

Link zur Studie: http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000333161/Crowdfunding%3A+Tr%C3%BCbt+die+Euphorie+der+Crowd+das+Risikobewusstsein%3F.pdf;jsessionid=21ABD04C22ADA0C5A4D50D5D5EE61E4E.srv-net-dbr-de

10 Gründe, warum das German Crowdfunding Network auf einem guten Kurs ist

Eine natürlich nicht unvoreingenommene Reflektion zum Gründungsprozess des German Crowdfunding Networks:

1)      Die persönlichen Begegnungen motivieren und begeistern!

Crowdday, Crowddialog, Crowdbiz– die Veranstaltungsvorbereitungen laufen in vollen Zügen. Danke an alle, die hier Veranstaltungen vorbereiten und unsere Branche zusammenbringen – die Treffen sind sehr motivierend für  unser Netzwerk.

2)    Wir erleben und gestalten eine neue Crowdkultur!

Ich erlebe bei allen GCN-Mitgliedern eine große Begeisterung für die gesellschaftsverändernde Kraft des Crowdfunding. Danke an alle, die aktiv daran arbeiten, dass Crowdfunding mehr ist als nur eine Finanzierungsoption, sondern eine kleine Revolution von unten, die vieles auch auf den Kopf stellt.

3)     Wir kartographieren den neuen Kontintent Crowdfunding!

Die Studie von Ivo Blohm zeigt es: es muss noch viel Forschung passieren, viele Daten gesammelt werden. Aber was mich am GCN begeistert, ist die frische Zusammenarbeit zwischen Unis, FHs, privaten Forschungsinstituten wie ikosom und Freelancern. Danke an die vielen Wissenssammler im GCN!

4)     WTF is Kickstarter? Let’s go Crowdfans 😉

Was ich auch schön finde, ist das simmer neue spannende Plattformen an den Markt gehen und niemand angesichts von schon sehr großen Plattformen es aufgibt, neue Ideen zu entwickeln. Danke an alle, die hier sich etwas trauen! Danke aber auch an die anderen Plattformen, die nicht aufhören, innovativ zu sein!

5)      BILD, BamS, Glotze? Crowdfunding überall!

Vor kurzem hat RTL über Crowdfunding berichtet, aber gefühlt nimmt jeden Tag die Berichterstattung über Crowdfunding zu. Mittlerweile wird in Zeitungsartikeln noch nicht mal mehr Crowdfunding erklärt, sondern kurz umschrieben und vorausgesetzt, dass die Leute das wissen. Danke an alle, die über ihre Blogs, über ihre Pressekontakte dafür sorgen, dass Crowdfunding mehr Öffentlichkeit bekommt.

6)     Von Verband zu Verbänden!

Wir hatten vor kurzem ein sehr konstruktives Gespräch mit der DIHK, wir werden noch im März mit weiteren Verbänden, zum Beispiel den Deutschen Kulturrat sprechen. Die Gespräche sind immer von großer Neugier und positiver Grundhaltung bestimmt. Die Angebote der Verbände bezüglich Kooperationen sind klasse – danke daher an alle, die helfen, diese Kontakte herzustellen und zu verfestigen.

7)      Der einheitliche Rechtsrahmen für Crowdfunding wird von uns mitbestimmt!

Im Koalitionsvertrag steht dereinheitliche Rechtsrahmen als Ziel drin. Wie dieser aber genau aussieht, dass wird in der Politik natürlich diskutiert – mit uns. Es gab in letzter Zeit viele Gespräche auf der politischen Ebene, mit Landes- und Bundespolitikern aller Parteien. Danke an alle, die dabei mitgewirkt haben, hier gemeinsame Positionen im Netzwerk zu finden und mit der Politik zu diskutieren!

8)     Crowdfunding vor Ort macht noch mehr Spass!

Neben den vielen großen überregionalen Treffen sind auch die ersten regionalen Treffen geplant, zum Beispiel am 17. März abends in Frankfurt. Solche lokalen Treffen werden zunehmen und gleichzeitig helfen, die Politik und die Wirtschaft vor Ort zu überzeugen. Danke, an alle, die das vor Ort voranbringen!

9)     Ein Crowdfunding Network auch in Österreich!

Am 19. März gibt es das erste Treffen des Austrian Crowdfunding Networks. Wir hatten beim GCN ja lange die Diskussion, wie wir über die Ländergrenzen kooperieren wollen, da es ja auch zahlreiche Mitglieder aus Österreich im GCN gibt. Ich finde es gut, dass sich vor Ort jetzt eine Struktur herausbildet und denke, da wird man gut zusammenarbeiten können. Also danke an alle, die das dort voranbringen. Und auch danke an die Schweizer, Franzosen, Dänen, Polen und Briten im GCN, es ist gut, wenn Crowdfunding als Europaprojekt denken!

10)   Crowdfunding kann man auch lernen!

Die Gespräche, einen IHK-Kurs fürs Crowdfunding zu machen, laufen ziemlich gut. Ich glaube, das wird helfen, Crowdfunding auch noch seriöser zu machen, wenn es für die Projektmacher und Startups da draussen konkrete Ansprechpartner gibt, die beim Crowdfunding helfen können. Danke an alle, die da mitmachen!

 

Kickstarter hat eine Milliarde erwirtschaft – was heißt das für Crowdfunding in Deutschland?

Kickstarter One Billion DollarsKickstarter hat heute auf seinem Blog berichtet, dass sie mittlerweile eine Milliarde über Crowdfunding eingenommen haben und abgesehen von der Provision und den Payment-Gebühren einen Großteil davon an die erfolgreichen Crowdfunding-Projekte ausgeschüttet haben. Was heißt das für die Crowdfunding-Szene in Deutschland und in Europa? Hier die wichtigsten Fragen:

1)      Sind eine Milliarde Dollar viel?

Ja und nein. Für den Crowdfunding-Sektor weltweit ist das Kickstarter-Ergebnis sehr gut. Es zeigt, wie schnell die Plattform wächst. Es zeigt auch, dass die Forbes-Voraussage des weltweiten Crowdfunding-Markts von sechs Milliarden Dollarn im Jahr 2015 realistisch, vielleicht sogar etwas zu vorsichtig geschätzt ist.

2)      Ist Kickstarter damit zum Monopolisten geworden?

Nein. Ein Monopolist kann die Preise auf dem Markt diktieren, weil die Kunden keine Auswahl mehr haben. Dem ist bei weitem nicht so: es gibt Hunderte von Plattformen in den USA, der Crowdinvesting-Markt wächst sehr stark, einige Crowdlending-Plattformen sind auf dem guten Weg, Kickstarter zu überholen. Auch im reward-based Crowdfunding ist Kickstarter nicht die einzige Plattform – es gibt zahlreiche andere reward-based Plattformen, die eine eigene Nische besetzen.

Aber viel wichtiger noch: mit Indiegogo gibt es eine ernstzunehmende Alternative. Viele Künstler und Kreative nutzen auch Indiegogo, wenn sie Angst haben, dass die strengen Kriterien für Kickstarter auf ihr Projekt nicht zutrifft, zum Beispiel wenn es einen politischen Charakter hat.

3)      Ist Kickstarter die größte Plattform weltweit und wird sie es bleiben?

Jein und nein. Jeder, der das behauptet, kann keine Zahlen als Backup festlegen. Indiegogo veröffentlicht zum Beispiel keine Zahlen. Es gibt nur Schätzungen, die zumindest zeigen, dass Kickstarter gegenüber Indiegogo zwar weniger Projekte in den USA hat, dafür aber international wesentlich mehr Projekte.

Ich bin mir sicher, dass Kickstarter weiter wachsen wird. Spannend aber bleibt zum Beispiel, welche Rolle Chinesische oder indische Plattformen in der Zukunft spielen werden. Ich bin mir auch sicher, dass die Crowdlending-Plattformen vollkommen unterschätzt werden –ihr Wachstum ist bei kaum einem Journalisten auf dem Schirm.

4)      Worin besteht der Erfolg von Kickstarter?

Aus meiner Sicht besteht der Erfolg von Kickstarter aus drei Komponenten:

a)      Das Design von Kickstarter ist sehr simpel und sehr einfach – dadurch war es auch visuell für viele Künstler und Kreative ansprechend. Sie fühlten sich dazu mehr hingezogen als zu Indiego, das etwas düster wirkt. Die Benutzerführung bei Kickstarter ist intiutiver als bei Indiegogo.

b)      Amazon als Investor hat die Marke Kickstarter massiv in den Markt gedrückt, viel investiert an Werbung und vor allem an personellen Ressourcen. Langfristig ist das Ziel von Amazon nicht nur als General-Shop zu agieren, sondern auch als General-Vorfinanzier von Produkten.

c)      Frühzeitig wurde von Künstlern entdeckt, dass Crowdfunding ein hervorragendes Marketing-Potenzial hat. Musiker wie Amanda Palmer oder Filmemacher wie Spike Lee versuchten mehr oder weniger erfolgreich, Crowdfunding zum Aufbau einer Fangemeinde zu nutzen. Kickstarter wird auch im Spielebereich zunehmend vor allem genutzt, um Nutzer zu erreichen, weniger um Spiele zu finanzieren.

 

5)      Wird Kickstarter Europa dominieren? Wird Kickstarter in Deutschland alle Plattformen wegfegen?

Nein und nein. Kickstarter ist in UK und in den Niederlanden gestartet. Der Erfolg ist bisher eher vernachlässigbar – die anderen Reward-based Plattformen in UK waren nicht sehr weit entwickelt und daher schaffte Kickstarter dort relativ schnell, im Markt einen gewissen Marktanteil zu erreichen.

In den Niederlanden sieht es ganz anders aus: die Crowdfunding-Landschaft ist dicht und innovativ. Bis jetzt nehme ich nicht wahr, dass Kickstarter dort massiv andere Plattformen kaputt macht.

In Deutschlang gibt es über 70 Plattformen, in Europa wahrscheinlich mehr als 500 Plattformen. Klar wird Kickstarter in Deutschland etwas verändern – es wird zu mehr Aufmerksamkeit für Crowdfunding kommen. Ob aber die Plattformen weniger werden, das würde ich arg bezweifeln.

 

6)      Ist Startnext sowas wie das deutsche Kickstarter?

Nein. Erstens ist Startnext kein Kickstarter-Klon, sondern die Plattform hat viele wesentliche Innovationen gemacht, welche spannend für die Crowdfunding-Szene sind. Als wichtigstes Element beispielsweise die Startphase, die Projektstarter zwingt, erstmal ihre Fans zu mobilisieren.

Obwohl Startnext eine sehr große Reward-Based Plattform ist, so ist ihr Erfolg im Vergleich zu Kickstarter noch sehr klein. Wenn man einfach nur die Bevölkerungszahl als Vergleich nimmt, dann müsste Startnext jetzt nicht im niedrigen Millionenbereich sein, sondern schon einige Hundert Millionen Euro umgesetzt haben.

Startnext ist als Plattform sehr innovativ, aber auch in Deutschland gibt es zahlreiche Alternativen, wie zum Beispiel Visionbakery. Es bilden sich auch ständig neue Plattformen, wie zum Beispiel vor kurzem Crowdfans in Berlin. Ich sehe auch hier eher, dass die Plattformlandschaft sich ausdifferenziert.

 

 

Facebook ist der Disney-Konzern des 21. Jahrhunderts – und Whatsapp dient vor allem der Revitalisierung der Marke

Wenn Whatsapp ein Film wäre, dann wäre es StarWars – einfaches Konzept, große Fanbasis, gekauft durch einen Giganten zur Revitalisierung der eigenen Marke.

Der Kauf von Whatsapp durch Facebook durch Cash und Aktienoptionen dominierte gestern die sozialen Netzwerke. Die 12 Milliarden in bar, 4 Milliarden in Aktien und 3 Milliarden in Aktienoptionen an die Eigentümer von Whatsapp sind auf die rund 450 Millionen Whatsapp-Kunden ein Kaufpreis von 36 Dollar pro Kunde (Quelle 1, Quelle 2).

Im Augenblick hat Whatsapp keine Einnahmen durch Werbung (Quelle), aber die kostenlose App ist im AppleStore als auch im GooglePlayStore einer der beliebsten weltweit (Platz 5 weltweit – Quelle).

Vor allem aber war in den wichtigsten Märkten der Welt die App beliebt. Der AppAnalyst Distimo beispielsweise veröffentlichte im April 2013 diese Infografik, welche die Dominanz von Whatsapp verdeutlicht (Quelle):

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Nun wird viel darüber spekuliert, welche Hintergründe hinter dem Whatsapp-Deal stecken. Whatsapp bewegt sich jedenfalls in einem wachsenden Markt, der aber gegen disruptive Kommunikationspraktiken nicht abgesichert ist. Der globale Markt für SMS wird sich nach Marktschätzungen auf knapp 160 Milliarden Dollar im Jahr 2017 einpegeln und danach wieder schrumpfen (Quelle). Wachstumsfaktoren sind (noch) die zahlreichen neuen Käufer von Handys ohne Smartphone-Fähigkeiten. Von Analysten wie Benedict Evans wird sogar argumentiert, dass die Anzahl derIn-App-Messages schon größer sind als die globale Anzahl der SMS.

Whatsapp hat als Umsatzquelle ein Abomodell. Das erste Jahr ist kostenlos, ab dem zweiten Jahr muss man $ 0,99 bezahlen (Quelle). Wieviel von den 450 Millionen Nutzern schon Bezahlkunden sind, ist schwer zu schätzen. Für 2013 wurde ein Umsatzu von 20 Millionen US-$ gemeldet, was darauf schließen lässt, das bisher weniger als 25 Millionen Nutzer ein Abo haben (Quelle).

Whatsapp war bisher werbefrei. Marc Zuckerberg hat im Investment-Call gestern abend selber ausgeschlossen, dass Werbung die zentrale Überlegung hinter dem dem Kauf von Whatsapp ist, allerdings hatte er das gleiche auch schon für Facebook behauptet.

Ein wichtiger Aspekt wird daher die Internationalisierung sein. Schom im letzten Jahr zeigte sich, dass in vielen Schwellenländern Whatsapp gegenüber dem Facebook-Messenger eindeutig überlegen war (Quelle). Lange Zeit schien Marc Zuckerberg eher zu versuchen, über Käufe von Whatsapp-Konkurrenten international zu expandieren, aber durch das schelle Wachstum sah er wohl keine andere Chance.

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Immer wieder wird auch der „Wert“ der Daten diskutiert, so zum Beispiel von Henning Tillmann (Quelle):

Weil [Facebook] nun Zugriff auf jede private Kommunikation von den Nutzerinnen und Nutzern hat. Zugriff auf jeden Gruppenchat, in dem sich über den neusten Film im Kino unterhalten wird. Ebenso kann es jede romantische Konversation zwischen zwei Verliebten (und die dazugehörigen Bilder) oder jedes gesundheitliche Problem, über die ihr mit eurem besten Freund über Whatsapp schreibt, mitlesen. Da Whatsapp auch noch Zugriff auf eure Ortsdaten verlangt, auch Infos, wo ihr gerade oder häufig (= eure Wohnung) seid. Denkt dran: Eure Daten sind Facebook viel wert.

Die Daten an sich haben ja erst einen Wert im Kontext einer Analyse, die verkauft wird. Bei aller (berechtigten) Kritik (z.B. auch von irights) an der Datenverarbeitung innerhalb von Whatsapp, so bin ich skeptisch, ob Facebook oder Whatsapp ein Geschäftsmodell auf der Analyse von privaten Nachrichten aufbauen kann, ohne dass Werbung eine wichtige Rolle spielt. Gleichzeitig ist es so, dass wir weit davon entfernt sind, sagen zu können wie Nutzerdaten, Tracking, Werbung und Suche sich auf den mobilen Endgeräten entwickelt sind. Benedict Evans hat das sehr gut formuliert (Quelle):

Finally, mobile social apps are not, really, about free SMS. Mobile discovery and acquisition is a mess – it’s in a ‚pre-pagerank‘ phase where we lack the right tools and paths to find and discover content and services efficiently. Social apps may well be a major part of this.

Die wichtigste Analyse aber lieferte Kara Swisher:

But a mobile presence is a must-do in the current digital environment, and this massive acquisition makes it clear that Facebook has decided that its core strategy will be to create or buy up must-have apps that consumers demand to have on their mobile devices.

It’s a little like deciding to be Disney, said one source, owning all the good content brands. If Facebook is Disney (by the way, its COO, Sheryl Sandberg, is on the entertainment giant’s board), then Instagram is the Disney Channel (the kids love it!) and WhatsApp is ESPN (everyone loves it!).

Facebook geht es also viel weniger darum, unmittelbar die Kundenbasis von Whatsapp sich einzuverleiben, Anzeigen zu schalten oder das Abomodell auszubauen. Es geht vielmehr darum, sich bei vielen Kommunikationsformen ein Standbein zu sichern und so langfristig den Wert von Facebook als social networking Plattform zu erhalten. Das ist auch dringend notwendig, denn Facebook verliert massiv junge Nutzer.

Whatsapp ist also so etwas wie der Kauf des Star Wars Franchise von George Lucas durch Disney- ein Versuch, eine etwas ins Altern gekommene Marke zu revitalisieren. Es bleibt zu hoffen, dass aber auch die Innovationsfähigkeit von Facebook dadurch gesteigert wird. Wie das aussehen, beschreibt TheVerge-Autorin Ellis Hamburger (Quelle):

It’s unclear how much say Koum will have in future Facebook products, but by including him in its board, Facebook is also diversifying its thought process. Facebook’s internal slogan is „move fast and break things,“ but WhatsApp has done the polar opposite. While competitors, Facebook Messenger included, added features, removed them, came alive, and went under, WhatsApp held fast to its belief in one goal: to replace texting.

Wie finanziert man OpenScience? Buch erschienen!

Opening ScienceWir freuen uns sehr, dass ein Buch erschienen ist, dass nicht nur OpenScience in vielen Facetten beleuchtet, sondern in dem auch ein Artikel enthalten ist, welches sich mit Finanzierungsformen für OpenScience beschäftigt. Natürlich diskutieren wir darin auch insbesondere das Thema Crowdfunding in der Wissenschaft.

Weitere Informationen zum Bestellen und Lesen des Buches gibt es hier auf der Publikationsseite. Dort gibt es auch einen Link dazu, wie man den Artikel kostenlos lesen kann.

IOSCO Studie zum Thema Crowdlending und Crowdinvesting

Mit der International Organisation of Securities Commission (IOSCO) hat neben der UN eine weitere internationale Organisation sich mit dem Thema Crowdinvesting befasst und einen eigenen Report zu dem Thema herausgeben.

Einen Kurzbericht gibt es auf Crowdfunding-Insider:

The main takeaway from the report is the size of the global crowdinvesting ecosystem. Based on self-reported data, the size of this industry has reached approximately $6.4 billion in 2013.

Another interesting data point from the report is the rate of default among global players in the peer-to-peer lending industry. Prosper leads the list of eight platforms with a 7.0% default rate while Zopa comes in lowest with a 0.2% rate of default.

Much of the growth in crowdinvesting is attributed to the peer-lending industry, which the IOSCO says has experienced 90% year-over-year growth.

Sehr interessant sind aber die Ausführungen zur Einordnung des Crowdlending-Markts. Hier werden die Umsatzzahlen der großen Crowdlending-Plattformen mit den BIS-Zahlen zum Kreditmarkt der Banken verglichen. Man sieht hier deutlich, dass Crowdlending trotz starken Wachstums immer noch ein zartes Pflänzchen ist.

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Welche Steuern muss ich beim Crowdfunding zahlen?

In Crowdfunding-Diskussionen und -Workshops gibt es immer wieder die Frage, wie Crowdfunding steuerrechtlich behandelt wird. Ich probiere an dieser Stelle mal eine Übersicht zu geben unter Berücksichtigung der zahlreichen Diskussionen dazu in diversen Blogs, in der Facebook-Gruppe Crowdfunding und im German Crowdfunding Network.

Im Wesentlichen beschränke ich mich hier auf das Reward-Based Crowdfunding. Die Ausführungen sind nicht als Rechtsberatung zu verstehen, sondern es empfiehlt sich immer einen Anwalt oder Steuerberater zu kontaktieren, bevor man ein Crowdfunding-Projekt beginnt, insbesondere dann, wenn das Projekt einen Umfang im fünfstelligen Eurobereich hat.

Die Diskussion ist natürlich lange nicht abgeschlossen, insofern ist das vorliegende nur mal ein Zusammenstellen meiner Recherchen in dem Bereich. Ich bin aber selbst nicht Steuerberater, insofern kann ich mich natürlich auch irren. Für Kommentare und Ergänzungen bin ich dankbar.

Welche Form des Rechtsgeschäft ist Reward-Based Crowdfunding?

Die kurze Antwort: Es entsteht ein Kaufvertrag.

Wenn jemand über eine Reward-Based Crowdfunding-Plattform ein Projekt unterstützt, dann gehen die AGBs der meisten Plattform davon aus, dass dies einen Kaufvertrag zwischen Geldgeber und Geldempfänger konstituiert, unabhängig davon die Prämie materieller Natur (CD, Download eines Films, Eintrittskarte) oder immaterieller Natur (Widmung, Danksagung, Nennung im Booklet, Logopräsenz) ist (§433ff BGB).

Da in der Regel das Crowdfunding über das Internet zustande kommt, gelten die besonderen Vorschriften für Fernabsatzverträge (§312ff BGB), insbesondere das Widerrufsrecht (§312d BGB).

Ist Crowdfunding eine Schenkung, die steuerfrei ist?

Die kurze Antwort: Nein.

Bei Beträgen, die ohne Gegenleistung gegeben werden, wird teilweise argumentiert, dass hier eine Schenkung vorliegt (zum Beispiel in diesem Blogpost). Tino Kressner argumentiert ebenso in seinem Blog bei startnext. Im Erbschaftssteuergesetz ist auch die Schenkung zwischen Privatpersonen geregelt und dort wird ein Freibetrag von 20.000 Euro pro Person festgelegt, der steuerfrei ist (§16 ErbStG).

Ich persönlich bin mir aber unsicher, ob diese Analyse richtig ist. Eine Schenkung muss in der Regel unentgeltlich (§ 516 BGB) erfolgen. Unentgeltich bedeutet nicht nur, dass die Schenkung nichts kosten darf, sondern auch dass keine Gegenleistung erfolgen darf (§ 320ff BGB). Das bedeutet aber einerseits, dass für viele der Crowdfunding-Projekte Dankeschöns, Prämien, Perks und Gegenleistungen im Zuge der Geldzahlung erworben werden können, kann ohnehin nicht von einer Schenkung geredet werden.

Aber auch für einen Crowdfunding-Betrag ohne Gegenleistung ist der Begriff der Schenkung nicht angebracht. Man könnte leicht argumentieren, dass bei einem Crowdfunding-Projekt mit der Realisierung eines bestimmten Vorhabens geworben wird, insofern jeder gegebene Geldbetrag an das Versprechen geknüpft ist, bei erfolgreicher Finanzierung das beworbene Projekt auch umzusetzen. Selbst wenn also keine Gegenleistung verlangt wird, ist das gesamte Crowdfunding-Projekt eine Gegenleistung für den Geldgeber.

Noch viel weniger ist der Begriff der Schenkung geeignet, wenn der Empfänger mit dem Crowdfunding-Projekt die Ausgaben für ein kommerzielles Projekt finanziert. Wer also ein Buch finanziert, welches er danach verkaufen will, und die Erstellung des Buchs als Crowdfunding-Projekt sich finanzieren lässt, kann vor dem Finanzamt sehr schlecht argumentieren, dass hier ein Geschenk vorgelegen hat. Es könnte ja durchaus sein, dass jemand das Crwodfunding-Projekt erstmal ohne Kauf einer Prämie finanziert, weil er später im Laden beabsichtigt, das Buch zu kaufen. Hinzu kommt, dass eine Schenkung in der Regel von Privatpersonen an Privatpersonen vorgenommen wird – und nicht von Privatpersonen an Unternehmen, die das als Erlös verbuchen müssten.

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass es zwar die Möglichkeit gibt, Schenkungen mit Auflagen zu versehen und teilweise wird das auch so verstanden, dass Crowdfunding einem Schenkungsvertrag mit Auflagen entspricht, aber auch hier sind die obigen Zweifel (Gegenleistungen, Privat-an-Unternehmen-Schenkung) angebracht.

Der Begriff der Schenkung ist nicht trivial, deswegen würde ich empfehlen, als Projektbetreiber nicht davon auszugehen, dass die Crowd mir etwas schenken will. Es ist auch kein Trinkgeld, denn das wäre zwar eine unentgeltliche Schenkung, aber an einen Arbeitnehmer, der für seinen Arbeitgeber eine Dienstleistung zugunsten des Kunden erfüllt (§ 107 Abs. 3 GewO). Das ist bei Crowdfunding-Projekten in der Regel nicht der Fall, weil das Projekt ja nicht als Dienstleistung eines Arbeitnehmers für einen Arbeitgeber durchgeführt wird. Auch hier gilt aber das Prinzip der Unentgeltlichkeit.

Auch wenn einige Finanzämter und Plattformen den Begriff der Schenkung akzeptieren, so ist davon auszugehen, dass über kurz oder lang nicht aufrecht erhalten wird. Wer also ein Crowdfunding-Projekt gemacht hat und nach einigen Jahren eine Betriebsprüfung erlebt, kann hier garantiert mit Nachforderungen rechnen, wenn er bestimmte Steuern nicht entrichtet hat.

Muss ich als Crowdfunding-Projektbetreiber ein Gewerbe anmelden?

Die kurze Antwort: Wenn das Crowdfunding-Projekt unternehmerischen Charakter hat, dann ja.

Ein Gewerbe anzumelden, ist nicht immer notwendig wenn man etwas verkauft, denn es gibt ja auch Möglichkeit des Privatverkaufs (Flohmärkte, Anzeigenblätter, ebay), aber die Grenzen für Privatverkäufe sind vom Gesetzgeber relativ eng gesetzt. Es hängt vor allem ab, was derjenige macht, der das Crowdfunding-Projekt betreibt.

In Deutschland muss man immer ein Gewerbe anmelden, wenn man langfristig unternehmerisch tätig sein will und Gewinnabsichten erzielen will (§15 EStG Absatz 2). Bei Crowdfunding-Projekten, die klar eine kommerzielle Natur aufweisen oder einem langfristigen Aufbau eines Unternehmens dienen, ist im Zweifel eine Gewerbeanmeldung immer angebracht.

Ausnahmen für die Gewerbeanmeldung gibt es für bestimmte freiberufliche Tätigkeiten, zum Beispiel als Apotheker oder Anwalt – die Ausnahmen werden in § 6 der Gewerbeordnung bestimmt.

Muss ich Einkommensteuer bezahlen?

Die kurze Antwort: Ja.

Ein Crowdfunding-Projekt ist in der Regel einkommensteuerpflichtig für Privatpersonen, Einzelunternehmer und Unternehmer in Personengesellschaften (GbR). Die Crowdfunding-Umsätze können aber mit den Ausgaben für Crowdfunding gegengerechnet werden und ergeben so den Gewinn bzw. das Einkommen. Da Crowdfunding-Projekte in der Regel konkrete Ausgabeziele haben, sollte das kein Problem sein, die Ausgaben zu belegen. Falls dennoch ein Gewinn entstanden ist, muss dieser ganz normal versteuert werden, bei vielen Crowdfundern wird dazu eine einfache Gewinn- und Verlustrechnung ausreichen.

Wenn eine Kapitalgesellschaft (UG, GmbH) hinter dem Crowdfunding-Projekt steht, muss auf den Gewinn in der Regel Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer bezahlt werden.

Muss ich Umsatzsteuer bezahlen?

Die kurze Antwort: Ja.

Unternehmer sind in der Regel umsatzsteuerpflichtig. Als Kleinunternehmer kann man sich von der Umsatzsteuer befreien lassen, wenn diese Voraussetzungen gegeben sind:

  • Im vorangegangenen Kalenderjahr darf der Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuern nicht höher als 17.500 Euro gewesen sein und
  • im laufenden Kalenderjahr darf der Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuern voraussichtlich nicht höher als 50.000 Euro sein

Bei Gründung muss gegenüber dem Finanzamt der voraussichtliche Gesamtumsatz realistisch geschätzt werden. Im Gründungsjahr ist allein auf den voraussichtlichen Gesamtumsatz des laufenden Kalenderjahres abzustellen, der inklusive Umsatzsteuer 17.500 Euro nicht übersteigen darf.

In der Konsequenz heißt dies, dass ein Crowdfunding-Projekt nicht mehr als 17.500 Euro umfassen sein darf, wenn man in der Zukunft von der Umsatzsteuer befreit bleiben möchte.

Wenn mehrere Leute gemeinsam ein Crowdfunding-Projekt machen, dann sind sie eine gemeinsame GbR und man kann dann den Umsatz auf verschiedene Personen aufteilen. Die Personen müssen aber dann einen entsprechenden Anteil in ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Am besten sollte man die Aufteilung schriftlich festhalten.

Die Höhe der Umsatzsteuer beträgt in der Regel 19%. Wenn einzelne Prämien mit einem verringerten Umsatzsteuersatz belegt sind (beispielsweise Bücher – vollständige Liste), muss man bei den verkauften Prämien genau ausrechnen, wie hoch der Marktpreis des Gutes innerhalb der Prämie ist. Wer also eine Prämie zu 100 Euro verkauft, in der ein Buch enthalten ist, welches später zu 20 Euro im Laden verkauft wird, der bezahlt 7% Umsatzsteuer auf das Buch und 19% Umsatzsteuer auf den Rest. Andrea Kamphuis ist diejenige, die diesen Aspekt zuerst in die Debatte eingebracht hat.

Muss ich eine Abgabe an die Künstlersozialkasse zahlen?

Die kurze Antwort: Ja, aber nur auf die Honorare der Dienstleister, die sich über die KSK versichern dürfen, und wenn man das Crowdfunding-Projekt unternehmerischer Natur ist.

Die Künstlersozialkasse ist die Sozialversicherung für bestimmte Berufe der Kultur- und Kreativwirtschaft, zum Beispiel Designer. In Deutschland ist jedes Unternehmen, welches regelmäßig auf Dienstleistungen aus diesen Berufen zurückgreift, abgabepflichtig für die KSK. Auch Vereine sind unter bestimmten Umständen verpflichtet, eine KSK-Abgabe zu zahlen, die Gemeinnützigkeit spielt keine Rolle (Infos).

Wer als Endverbraucher diese Dienstleistungen in Anspruch nimmt, braucht keine KSK-Abgabe zu zahlen. Aber wer über ein kommerziell orientiertes Crowdfunding-Projekt die Dienstleistungen in Anspruch nimmt, müsste vermutlich KSK-Abgaben zahlen. Ich bin auch der Meinung, dass die Plattformbetreiber eigentlich KSK-Abgaben leisten müssten.

Die Künstlersozialabgabe bezieht sich auf die Entgelte an die Künstler und Publizisten. Für 2014 muss man 5,2% auf die Honorare an die KSK abführen.

Sigmar Gabriel, Campact, Facebook, Google+ und Blogs – Warum wir dankbar sein können für diese Form des politischen Dialogs

campact-gabriel-appellEs beginnt mit einer Aktion von Campact – Sigmar Gabriel möge die Energiewende nicht absägen. 133.000 Leute haben den Appell schon unterschrieben, der u.a. behauptet:

Energieminister Sigmar Gabriels „Eckpunkte“ für ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind ein Geschenk für die Kohle- und Atomlobby: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien soll abgewürgt werden. Weniger Zubau beim Ökostrom bedeutet: Mit Kohle wird ungebremst weiter Strom erzeugt – auf Kosten des Klimas. Und der Atomausstieg kommt wieder unter Druck.

facebook-gabriel-campactSigmar Gabriel antwortet auf seinem Facebook-Profil, das immerhin etwas mehr als 28.000 Leute erreichen kann:

Ich habe in der Vergangenheit hier auf Facebook mehrfach Campact-Aktionen unterstützt. Diesmal tue ich das nicht, weil ich finde, dass Campact – vorsichtig formuliert – nicht sauber mit den Fakten umgeht. Um das zu erläutern, muss ich ein bisschen ausholen.

Und er tut das auch ausführlich, nimmt die Argumente und Behauptungen von Campact Stück für Stück auseinander. Campact lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und schreibt einen längeren Rechtfertigungsblogpost:

campact-blog-gabriel

Auch wir müssen ein „bisschen ausholen” um Ihnen darzulegen, dass wir sehr wohl „sauber mit den Fakten umgehen”.
Eines möchten wir vorausschicken. Für Sie und die Sozialdemokrat/innen geht es aus unserer Sicht im nächsten halben Jahr um eine Richtungsentscheidung:
Stehen Sie weiter zu dem, was Vordenker Ihrer Partei wie Hermann Scheer und Erhard Eppler einst erdacht und auf den Weg gebracht haben, die die Energiewende als dynamischen Jobmotor, als gigantische Chance für die Wirtschaft und als Königsweg aus der Klimafalle begriffen?

In dem Blog werden Gabriels Argumente nochmal auseinandergenommen.

googleplus-campactUnd was bleibt für uns – die wir keine Energieexperten sind, weder die Positionspapier der Großen Koalition genau kennen noch die Argumente der Energieerzeuger oder der Klimawandelkämpfer? Wir können nur staunend mitlesen, uns freuen, dass der Wirtschaftminister in den direkten Dialog mit NGOs tritt und dafür nicht das Schrödersche Mediendreieck von Bild, BAMS und Glotze bedient.

Denn die traditionellen Medien können nicht filtern, sie können sich nicht die Soundbites herauspicken, die sie in 30 Sekunden Tagessschau oder 200 Zeilen Leitartikel verwenden können. Kein Fernsehsender, keine Zeitung kann es uns abnehmen, sowohl Blogpost als auch das Statement von Sigmar Gabriel komplett zu lesen und uns eine eigene Meinung zu bilden. Wir können kommentieren, teilen, lachen, nachdenken, ärgerlich sein, aber niemand entlässt uns aus der Verantwortung, nachzudenken! Wer den Campact Appell unterzeichnet, muss sich mit den Argumenten des Appellierten auseinandersetzen. Und das ist gut so!

Eins bleibt uns nur – bei Facebook, Google+ und den anderen Kanälen diejenigen unterstützen, die den Dialog in Gang gebracht haben.

European Crowdinvesting – What are the next steps? Ideas for a European Crowdinvesting Share

For a long time, the European Crowdfunding Platforms were in a comfortable space:

  1. National regulators would scarcely consider Crowdinvesting an important topic, amidst the turmoil of the European Debt Crisis and the impending need to reign in the Banking Industry.
  2. Politicians of all parties would comment favorably on the innovative and creative approach to financing.
  3. National Crowdinvesting Platforms would seek their nice (both in terms of products and equity instrument) and would not be harmed much from other European competitors.
  4. The American platforms were busy building up their business model in the states, after the SEC finally allowed them to do any business in terms of Crowdinvesting at all.

Things have changed considerably. Continue reading „European Crowdinvesting – What are the next steps? Ideas for a European Crowdinvesting Share“

Warum unterstützen Menschen Künstler beim Crowdfunding, obwohl es Kunst umsonst gibt? Weil sie es können!

Money Sells — Artists on the Internet — MediumKim Boekbinder hat auf Medium.com ein bemerkenswertes Argument gebracht, warum Menschen Künstler unterstützen, obwohl sie viele Formen von Kunst kostenlos bekommen können:

Many people still think of crowd-funding as charity. But crowdfunding art isn’t about charity. It is about the crowd having agency. You and me, music lovers, art enthusiasts, avid readers of fiction and non-fiction, we can directly support the artists, writers, and even scientists we believe in. That isn’t charity, that’s world changing. Art, science, and technology have traditionally been funded by large institutions, churches, corporations, publishers, labels, rich patrons…etc. The internet has given us all the opportunity to be engaged in the creation of new art and new knowledge without the need to be corporations, advertisers, religions, or governments.

Sie nimmt dann das Beispiel eines Films, welches sie für 5$ unterstützen wollte. Der Künstler war Andrew Huang, der Film hieß Solipsist und Andrew Huang wurde zum bekannten Filmemacher, der unter anderem mit Björk zusammenarbeite.

I spent $5 on coffee today, and as far as my life is concerned that $5 I spent on coffee is gone. But the $5 I gave to Andrew Huang will keep having value to me.

Das ist auch der Grund, warum ich mich so auf die Gründung des German Crowdfunding Networks freue. Mein Beitag für das Selbstverständnis des German Crowdfunding Networks wäre:

Wir unterstützen Crowdfunding, weil wir die Welt um uns herum verändern wollen – und weil wir es können

SOLIPSIST from Andrew Thomas Huang on Vimeo.

Wie Google die Wikipedia kaputt macht

leonardo da vinci   Google Search

Zwei folgendenschwere Trends gibt es in mehreren Sprachversionen der Wikipedia zu beobachten:

  • Die Anzahl der Wikipedia-Editoren geht zurück.
  • Der Traffic auf Wikipedia geht zurück.

So berichtet es das Blog Wikipediocracy. Gleichzeitig sieht es auch den Verursacher – den Google Knowledge Graph. Wie im obigen Bild ersichtlich, wird bei fast jeder Suchanfrage ein Ausschnitt aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel gezeigt.

Google hopes that the short, visually appealing semantic data that it displays in the Knowledge Graph will be sufficient to answer your immediate needs, thus keeping you on Google and not letting you slip off to another website to learn more about the subject. Google began to roll out Knowledge Graph to English-language search engine users on a staggered basis through mid-2012. Sure enough, by February 2013, the English Wikipedia began to show its page-view decline. With the success of the English-language Knowledge Graph results, Google expanded the feature to other European language search customers in December 2012. And just as predictably, the visitor traffic to those language Wikipedias began to drop in the early to middle months of 2013.

Wikipedia steht damit vor dem gleichen Problem wie die Zeitungsverleger – einerseits sorgt Google via großzügiger Spenden dafür, dass die Wikipedia finanziell sich trägt, gleichzeitig untergräbt sie den weiteren Aufbau der Wikipedia-Community. Im gleichen Dilemma sind die Zeitungsverleger – sie erhalten Traffic via Google, können sich aber trotz Leistungsschutzrechts nicht gegen die Snippets wehren.

Die Wikipedia bzw. die dahinterstehende Wikimedia Foundation müsste eigentlich zwei Dinge tun: von Google kein Geld mehr annehmen und alle Inhalte unter einer Non-Commercial Creative Commons Lizenz stellen. Dann wären aber nicht nur die Google Snippets weg, sondern auch viele andere, die das Wissen der Wikipedia nutzen und darauf Geschäftsmodelle aufgebaut haben.

Was meint ihr – wie sollte Wikipedia reagieren?

Update:

Es gab eine Reihe spannender Kommentare via Twitter. Markus Franz schickte folgenden spannenden Link:

Dort heißt es:

Alarmierend in viererlei Hinsicht:
Leute, die bei Google bleiben, sehen keine Spendenaufrufe. Momentan ist das kein Problem, da die Foundation in Geld schwimmt, aber langfristig könnte sich das ändern und dazu führen, dass Wikipedia wieder mehr von Großspendern wie Google finanziert wird. So ja auch in Dirk Frankes Artikel vorhergesagt.
Leute, die bei Google und dergleichen bleiben und Wikipedia gar nicht besuchen, korrigieren keine Tippfehler usw. in Wikipedia. Wenn die Seitenaufrufe für Wikipedia (non-mobile) um 30% fallen, verringern sich auch die Gelegenheiten dafür, dass ein Besucher hier ein Konto registriert und zum Mitarbeiter wird, um 30%. Da sich die Foundation eh schon Sorgen um den Mitarbeiterschwund macht, ist eine solche Entwicklung unter diesem Aspekt wohl kein Grund zum Jubeln.
Sichtbarkeit und Einfluss des Markennamens Wikipedia werden durch eine solche Entwicklung ebenfalls geschwächt. Früher oder später könnte es dazu kommen, dass Wikipedia keine Top-Ten-Website mehr ist, und darauf ist man ja stolz.
Wikipedianer haben sich immer gegen Werbung in Wikipedia gewehrt. Wenn es langfristig dazu kommt, dass immer mehr Wikipedia-Inhalte auf mit Werbung ausgestatteten Google-Seiten und dergleichen gesehen werden, könnten sich die Mitarbeiter eines Tags blöd vorkommen, dass sie im Prinzip umsonst für Google schaffen, während Google Milliarden mit den von ihnen erstellten Inhalten verdient. Andreas JN466 14:51, 9. Jan. 2014 (CET)

Weitere Tweets zu der Debatte:

Trendblogger-Redaktionssitzung im Januar mit Julian Heck zum Thema Hyperlocal Journalism

trendbloggerlogoAm 5. Januar 2014 um 15 Uhr (MEZ) findet die erste Redaktionssitzung der Trendblogger statt. Begleitet wird die Redaktionssitzung von Julian Heck, der schon im Dezember uns für ein Interview zur Verfügung stand. Er hat die Trendblogger im Dezember 2013 bei ihren Ausflügen in den „hyperlocal journalism“ begleitet und davon auch auf seinem Blog Lokalblogger.de berichtet.

An der Redaktionssitzung kann jeder teilnehmen. Sie gliedert sich ungefähr so:

  1. Blattkritik zu den Artikel im Monat Dezember 2013
  2. Evaluation des Trendblogger-Projekts
  3. Planung des Monatsthemas für Januar 2014

Teilnehmen kann man einfach über diesen Link: https://proj.adobeconnect.com/_a789908106/trendblogger. Das Monatsthema im Januar wird sein: „Medien- und Technologietrends 2014“. Im Dezember war das Monatsthema „Hyperlocal Journalism„. Hier die wichtigsten Artikel:

Adventskalender: Linktipps für eine unterhaltsame Weihnachtszeit

Der Adventskalender nähert sich dem Höhepunkt. Daher hier nochmal drei „Informationsquellen“, falls Euch die Feiertage zuviel werden.

Wo soll das alles enden?

…fragt Björn Braune jeden Tag. Seine Antwort gibt er mit vielen GIFs und Videolinks und kuratiert die besten Fundstücke von Reddit, Imgur und anderen Blogs wie Schleckerstein. Kostprobe? Let it snow

Mit ner Anzeige?

…die besten Commercials finden sich auf der Adweek. Darunter auch jede Menge Weihnachtscommercials. Wer das Apple-Commercial noch nicht gesehen hat, sollte sich vielleicht zuerst diesen Film angucken:

Dann schon lieber im Salon!

…, denn Salon.com ist ein linkes, fast schon sozialistisches Online-Magazin in den USA. Es ist voll mit beissender Kritik an den Verhältnissen in den USA, spannenden Reportagen, aber auch lustigen Kommentaren zu TV-Serien in den USA oder zur Popkultur. Und wer wissen will, was im neuen Jahr passiert, kann hier mitraten:

ikosom-advent-23Wir wünschen allen Salon-Sozialisten, GIF-Fetischisten und Ad-Addictions ein paar schöne Feiertage!

Schreibt uns doch mal, welche tollen Blogs ihr für das nächste Jahr 2014 empfiehlt!

Warum IAC Media @JustineSacco jetzt nicht feuern sollte…

buzzfeedsacco

Vermutlich gibt es niemanden, der nicht von Justine Sacco, der PR-Chefin der Medien-Firma AIC gehört hatte. Fast alle internationalen Online-Medien und auch viele deutschsprachigen Online-Portale haben über den Tweet berichtet, den Sacco vor ihrem Flug nach Südafrika absandte.

Es ist keine Frage – so ein Tweet ist nicht nur eine grandiose Dummheit, sondern im Kern rassistisch, selbst wenn es nur als Witz gemeint war. Aber die Reaktion auf den Tweet hat der Autorin wohl deutlich gezeigt, dass sie zu weit gegangen war.

Ihre Firma hatte daher erstmal nur geantwortet:

“This is an outrageous, offensive comment that does not reflect the views and values of IAC. Unfortunately, the employee in question is unreachable on an international flight, but this is a very serious matter and we are taking appropriate action.”

Von einigen Medien wurde das als Indikator verstanden, dass die Mitarbeiterin entlassen wurde. Aber dem ist anscheinend nicht so – bisher wurde zwar das Profil und die Kontaktadressen entfernt, aber es gibt kein Statement, dass die Firma ihre Mitarbeiterin entlassen hat.

Erstmal die Mitarbeiterin abschirmen

Ich hab mich gefragt, was man selbst machen würde, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin so einen Unfug auf Facebook oder Twitter schreiben würde? Wir hatten die Situation schon bei ikosom, dass es Diskussionen um private Tweets gab, die von Teilen des ikosom-Teams als diskriminierend empfunden worden sind.

Als Arbeitgeber steht man in so einem Fall in einer besonderen Verantwortung. Man kann natürlich mit Dingen nicht einverstanden sein, die ein Mitarbeiter in einer privaten Nachricht in den sozialen Netzwerken verfasst. Man kann auch sagen, dass ein solcher Tweet mit den Werten einer Firma nicht übereinstimmt. Aber ein solcher Konflikt sollte dann erstmal zu einem Gespräch führen – und im besten Fall zu einer Entschuldigung durch die Mitarbeiterin.

Haben Sie eine Social Media Policy für private Tweets? Gibt es dafür Notfallpläne?

Selbst wenn das Vertrauen so stark zerstört ist, dass eine Zusammenarbeit langfristig nicht mehr möglich ist, so sollte doch die Firma wenigstens probieren, die Mitarbeiterin vom Medienrummel und der Aufmerksamkeit der sozialen Netzwerken etwas abzuschirmen. Es ist gut, dass AIC im Augenblick zu der ganzen Angelegenheit nichts sagt, denn mehr ist dazu auch nicht mehr zu sagen.

Außer vielleicht, dass selten in einer Social Media Policy ein Verfahren vorgeschlagen wird, wie bei so einem Fall vorzugehen ist. Jede Firma hat eine Notfallprozedur für Feuer im Büro, jede Firma hat ein Sicherheitsprotokoll, wenn die Server gehackt wurden. Aber haben Firmen eine Regelung, was passiert, wenn ein Mitarbeiter etwas privat schreibt, dass zu einem Shit-Storm führt? Vermutlich nicht.

Die positiven Seiten des Shitstorms

Wahrscheinlich ist besser, wenn man die positiven Antworten des Internets hervorhebt, und weniger die aggressiven Reaktionen, welche die Privatsphäre von Justine Sacco noch mehr zerstören. Sinnvoll ist zum Beispiel, wenn man auf rassistische Tweets mit Ironie antwortet:

Oder wenn jemand die Domain www.justinsacco.com auf eine NGO für Afrikahilfe umleitet. Immerhin hat da jemand nachgedacht.

Rassimus-Workshops statt kurzfristiger Krisen-PR

Aber wahrscheinlich ist es langfristig die beste Strategie, wenn eine Firma wie AIC zeigt, dass sie den Tweet zum Anlass nimmt, mit ALLEN Mitarbeitern über Rassismus, und über Alltagsrassismus zu reden. Vielleicht könnte auch ein Teil des Unternehmensgewinns an die AIDS-Hilfe gespendet werden. Das wäre dann mehr als nur Krisen-PR.

Adventskalender: Ungewöhnliche Orte für internationale Medientrends

ikosom-advent-21Im Rahmen unseres Adventskalender wollten wir auch ein paar Infoquellen vorstellen – ich versuche das mal für den Bereich der internationalen Medientrends. Hier sind die Informationsquellen, die ich nutze – ich hoffe, sie können Euch inspirieren:

  1. trendbloggerlogoDieTrendblogger.deSeit gut zwei Jahren betreuen wir das Projekt „Die Trendblogger„. Und natürlich dürfen diese in der Liste hier nicht fehlen. Jeden Monat schreiben Studierende aus der ganzen Welt über spannende Tools, Medientrends und medienpolitische Diskussionen, zum Beispiel Queer-Journalismus, Listicles,Innovative Fernsehformate,Datenjournalismus, Zukunft des Fernsehens.
  2. Cracked.comNeben Buzzfeed die lustigste aller Listicles-Seiten und immer wieder mit sehr schön geschriebenen Kritiken zu Technik- und Medientrends. Beispiel gefällig? Der Executive Editor schreibt, warum die Technologiefirmen Apple, Samsung, Sony, Google und Facebook sowenig innovationsfähig sind:

    Yep, it’s thinner than the old iPad — thin enough to hide behind a pencil, in fact! And thank God for that, because the sheer thickness of the previous iPad models made me want to shit myself with rage. It was a whopping 8.8 millimeters thick, while the iPad Air is only 7.5 millimeters. Several members of our team own the old iPad models, and time and time again we sent out assignments and time and time again got the reply, „I’m sorry, David, my iPad is simply too thick for that task.“

  3. TheVerge.comBesser als Wired, Mashable, Techcrunch finde ich die Artikel von TheVerge. Schön auf den Punkt gebracht, kurz und technologielastig aber gleichzeitig journalistisch. Mein Lieblingsartikel: Das Lego-Auto welches mit Luft betrieben wird.

Adventskalender: Kollaborativer Konsum: Teilen – nicht nur zu Weihnachten

ikosom-advent-16Noch 8 Tage bis Weihnachten. Über die Weihnachtsmärkte wabert ein Duft von Lebkuchen und gebrannten Mandeln, das Radio dudelt „Leise rieselt der Schnee“ und man besinnt sich wieder auf das Zwischemenschliche. Teilen und Helfen haben Saison. Zeit, um in der Adventskalender-Kategorie „Publikationen“ einen Blick auf unsere Studie „Collaborative Consumption“ zu werfen.

Nicht nur zu Weihnachten gewinnt das Teilen von Ressourcen zunehmend an Bedeutung.  Unter dem Begriff „kollaborativer Konsum“ bzw. „collaborative consumption“ hat sich in den letzten Jahren eine neue, digital geprägte Kultur des Teilens entwickelt. Über Online-Plattformen kann vom Auto bis zum Abendessen inzwischen beinahe alles geteilt, getauscht oder geliehen werden. Eine spannende Entwicklung vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Diskussion um Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung.

Im Mai haben wir bereits angekündigt, uns diese Entwicklung näher anschauen zu wollen. Inzwischen ist die Studie fertig. Wir haben die Daten von mehr als 100 Plattformen erfasst und ausgewertet, Literatur zum Thema gewälzt und versucht, herauszufinden, in welchem Umfang geteilt wird, wer mit wem teilt und warum.

Was wir vorgefunden haben ist ein wachsender Markt, der sich auf Basis der technischen Möglichkeiten und eines Wertewandels stetig vergrößert und professionalisiert. Aus einer einfachen Übertragung des Flohmarkt-Prinzips auf das Internet ist eine breite Vielfalt an neuen Geschäftsmodellen entstanden. Bei einigen stehen weiterhin Werte wie Gemeinschaft und ökologische Ziele im Vordergrund. Gleichzeitig entdecken auch große kommerzielle Anbieter den Markt für sich. Am besten ist das im Bereich Carsharing zu beobachten, wo neben P2P-Plattformen auch immer mehr Automobil-Hersteller in den Markt einsteigen. Carsharing ist der wohl größte Bereich, die Erhebung hat aber deutlich gezeigt, dass das Spektrum der geteilten Güter sehr weit ist. Ebenso das Spektrum der zu Grunde liegenden Motivationen. Hier existieren eingeschworene Communites neben transaktionsorientierten Abwicklungen.

Insegesamt ist kollaborativer Konsum eine aufstrebende Nische, die neue Ideen des Umgangs mit Ressourcen verwirklicht, aber auch vor neuen Problemen steht, z.B. der Frage, wie das notwendige gegenseitige Vertrauen der Nutzer_innen hergestellt und erhalten werden kann.

Die weitere Entwicklung bleibt auf jeden Fall spannend! Die Studie zum aktuellen Stand ist demnächst im Onlineshop erhältlich.

Pinterest 30 Tage vorher, Facebook 2 Tage vorher – Was Buzzfeed in den sozialen Netzwerken gelernt hat

Das folgende Video sollte für jeden Social Media Manager ein Pflichtvideo sein. Die Macher hinter Buzzfeed, einem der größten Listicle-Portale, erklären in einem sehr anschaulichen Video, wie ihre Nutzer die Social Media Kanäle nutzen und wie sich das wiederum auswirkt auf den Content.

Ein Beispiel: 30 Tage vor Halloween beginnt Buzzfeed Kürbisrezepte auf Pinterest zu posten, aber erst 2 Tage vor Halloween wird der gleiche Content auf die Facebook-Seiten von Buzzfeed gepostet. Warum? Hier sehen wir den Unterschied zwischen der Mediennutzung auf Facebook und Pinterest:

buzzfeedcontentfacebookpinterestWährend Facebook-Content nur 1-2 Tage richtig verbreitet, verteilt sich Pinterest-Content über mehrere Tage und Wochen. Continue reading „Pinterest 30 Tage vorher, Facebook 2 Tage vorher – Was Buzzfeed in den sozialen Netzwerken gelernt hat“

Adventskalender: Crowdfunding in der Darstellenden Kunst

Zum heutigen dritten Adventssonntag stellen wir heute vier gelungene Beispiele für Crowdfunding im Bereich Theater vor. Nachzulesen in unserer aktuellen Broschüre „Crowdfunding auf großen und kleinen Bühnen„:

prime time theater 2013

Finanzierung der laufenden Kosten

Unter dem Motto „Nah sehen statt Fernsehen“ bringt das kleine private Berliner prime time theater seit 2003 mit großem Erfolg Persiflagen auf gängige Fernseh-Soaps auf die Theater-Bühne. Im Sommer 2013 initiierte das prime time theater anlässlich der 85. Folge der Kult-Sitcom „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“ eine Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung der laufenden Kosten der Produktionen.

Orion oder der Flug der süßen Aprikose 2013Finanzierung eines einelnen Projekts

Nicht nur für frei finanzierte, sondern auch für subventionierte Theater kann Crowdfunding ikosom-advent-15das Mittel der Wahl sein, wenn es darum geht, besondere Projekte zu realisieren. So finanzierte der Jugendclub der renommierten Berliner Sophiensaele im Sommer 2013 Musiker, Bühnenbild und Kostüme der Produktion  „Orion oder der Flug der süßen Aprikose“.

Paperhand Puppet InterventionCrowdfunding für ein Papier-Handpuppen-Festival (USA)

Bereits zum 14. Mal fand im Sommer dieses Jahres in Saxapahaw, North Carolina, die Paperhand Puppet Intervention statt. Möglich wurde dies durch die in einer Crowdfunding-Kampagne erzielten Gelder, mit denen u.a. die Produktion der Puppen, die Veranstaltungsräume und die Proben finanziert werden konnten.

Startnext Spuk unterm Riesenrad 2013Crowdfunding in Folge: Zwei Kampagnen in aufeinanderfolgenden Jahren für eine Sommertheater-Produktion

Gleich zwei erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen gelangen dem gemeinnützigen Verein „White Elephant Collective e.V.“ für das Freiluft-Sommertheater für Kinder „Spuk unterm Riesenrad“: Premiere feierte die Theaterbearbeitung der gleichnamigen TV-Serie der ehemaligen DDR im Sommer 2012, die Wiederauflage 2013 konnte mithilfe einer zweiten Kampagne ebenfalls realisiert werden.

Mehr zum Thema Crowdfunding für Darstellende Kunst gibt es im ikosom-Handbuch „Crowdfunding auf großen und kleinen Bühnen“, das vor kurzem in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin erschien. Verfügbar ist das Handbuch als PDF oder als gedruckte Version.

Adentskalender: Pay-with-a-tweet – kostenlose Dokumente verteilen und Reichweite erzeugen

Paywithatweet ist ein Tool, um PDFs oder andere Dokumente zu verteilen, sich aber mit einem Tweet, einen Facebook-Like oder einen Linkedin-Post „bezahlen“ zu lassen. Man erhält also kein Geld, sondern Aufmerksamkeit und Reichweite.

Warum Pay-with-a-Tweet?

ikosom-advent-10Ähnlich wie beim Tool Thunderclap kann das Tool genutzt werden, um die eigene Social Media Reichweite um die Follower und Fans des eigenen Netzwerks zu steigern. Es wird also eine Ökonomie der Aufmerksamkeit bedient, die kostenlose Information gegen wertvolle Sichtbarkeit tauscht.

paywithatweet

Wo nutzt ikosom pay-with-a-tweet?

Wir haben das Handbuch-Crowdfunding und die Publikation „Future of Crowdfunding“ über Paywithatweet vertrieben.

Wie funktioniert pay-witha-tweet?

Man lädt zum Beispiel ins Blog, zu Scribd oder in die Dropbox eine Datei hoch, definiert einen Tweet- oder Facebook-Text und bindet dann das Paywithatweet-Modul in die Seite ein. Das geschieht über einen iframe oder HTML-Code, der von Paywithatweet automatisch erzeugt wird. Wenn der Paywithatweet-Link auf Facebook oder Twitter geteilt wurde, wird der User im Anschluss zur Download-Seite der gewünschten Datei weitergeleitet. „Bezahlen“ kann man übrigens nicht nur mit Facebook oder Twitter-Post, sondern auch mit einem Status-Update auf Linkedin oder vKontakte, einem russischen Social Network. Die gewünschten Kanäle können dabei mittels Checkbox zu- oder abgeschalten werden.

Der folgende Film erklärt es ganz gut:

Wie kann man Paywithatweet auswerten?

Man kann die Links immer als bit.ly-Links definieren und so mitzählen, wie oft Paywithatweet verwendet wurde. Ebenso kann man bei Google-Analytics dann den bit.ly Link auswerten und sehen, wieviel Reichweite erzeugt wurde.

bitlycrowdfundinghandbuchstats-667x1024

Lohnt sich Pay-with-a-Tweet?

Ja – und nein. Bei manchen Publikationen, die sehr neu sind, kann man über Paywithatweet einen kleinen Hype erzeugen. Aber zu oft angewandt, verliert Paywithatweet den Reiz.

Why spending money on other people makes you happy – and how this relates to Crowdfunding

Michael Norton, Professor at the Harvard Business School, is talking about the connection between Money and Happiness. For anyone into the field of Crowdfunding, this is a very educating talk. Norton cites his experiments asking people to spend money on themselves or on other people.

The interesting, yet maybe obvious result is that it makes you more happy to spend money on other people. This holds true in a lot of cultural settings – in Canada as well as Uganda. Jump to 2:22 in order to see why spending on prosocial causes makes you really happy.

Another interesting thing he mentions at around 8:30 is that team-motivation increases fivefold if people are allowed to spend money on team activities instead of just pocketing money. Continue reading „Why spending money on other people makes you happy – and how this relates to Crowdfunding“

Ulrike Langer im Interview zur deutschen und amerikanischen Lokalblogger-Szene

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In Deutschland wächst die Szene der hyperlokalen Blogs stetig, aber die Kollegen in den USA haben ihnen schon einiges voraus. Lokalblogger sollten sich professionalisieren, unternehmerischer denken und Kooperationen mit etablierten Medien eingehen. Außerdem sei die Rolle der Community nicht zu unterschätzen. Das meint die freie Medienjournalistin Ulrike Langer im Interview mit unserem Kollegen Julian Heck, der das Portal Lokalblogger.de betreibt.

Zum vollständigen Interview bitte HIER entlang.

Feedly vs Leistungsschutzrecht

Feedly ist ein Tool, welches ermöglicht, RSS-Feeds sehr entspannt auf mobilen Endgeräten zu lesen, abzuspeichern, zu Bookmarken und vieles mehr. Dazu muss es aber den angezeigten Inhalt zwischenspeichern, Vorschaubildchen erzeugen, Überschriften übernehmen, Teasertexte anzeigen und vieles mehr. Defacto wird vermutlich der gesamte Text zwischengespeichert.

Die Publishing-Industrie als auch die Blogger haben in der Regel das ganze mitgemacht, weil beim Teilen von Links innerhalb von Feedly die Original-URL geteilt wurde. Bei Vollansicht eines Artikels oder beim Bookmarken wurde damit der gesamte Artikel, die dazugehörige Werbung und die Kommentare geladen, was aus Sicht eines Online-Inhalte-Anbieters die entscheidende Nutzung war.

Seit Freitag nachmittag ging Feedly darin über, in den geteilten Links nicht mehr die Original-URL zu verwenden, sondern eine interne Feedly-URL, die dazu führte, dass der gesamte Traffic innerhalb der Datenbank blieb. Auch andere Dienste wie Readability hatten ähnliches schon mal ausprobiert.

Nate Hoffelder schreibt wie viele andere Blogger dazu seine Entrüstung auf: Continue reading „Feedly vs Leistungsschutzrecht“

Adventskalender: Crowdfunding-Bundle zum Nikolaus

ikosom-advent-6Zum Nikolaustag möchten wir unseren Leserinnen und Lesern gerne etwas schenken. Aus diesem Grund gibt es heute, am 6. Dezember 2013, die drei am häufigsten bestellten Crowdfunding-Publikationen im Bundle:

Alle drei Publikationen zusammen kosten heute kein Geld. Stattdessen bitten wir darum, dass die Aktion in Facebook oder Twitter verbreitet wird:

Der Nikolaus ist leider vorbei, ab sofort können die Bücher wieder normal bestellt werden.

Weitere Publikationen und Tools werden von uns im Rahmen des Adventskalenders vorgestellt.

Adventskalender: Crowdfunding-Studie 2013-2014 – Analyse, Perspektiven und Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmens- und Projektfinanzierungsformen


crowdfunding-studie-2013-2014Die Universität St. Gallen und deren Competence Center Crowdsourcing sowie das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik, das Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom), der Deutsche Crowdsourcing-Verband und MarketingSociety haben gemeinsam die „Crowdfunding-Studie 2013-2014 herausgegeben, die hier bestellt werden kann. Die Studie enthält Analyse, Perspektiven und Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmens- und Projektfinanzierungsformen.
Continue reading „Adventskalender: Crowdfunding-Studie 2013-2014 – Analyse, Perspektiven und Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmens- und Projektfinanzierungsformen“

Der ikosom-Adventskalender 2013

ikosom-adventDas Jahresende steht bald vor der Tür und auch Weihnachten naht mit großen Schritten. Grund genug, um sich über das vergangene Jahr Gedanken zu machen und einen kleinen Rückblick zu wagen. Einen Rückblick auf all die Dinge, die man in diesem Jahr geschaffen, gelesen und gelernt hat. Das haben wir uns auch im letzten ikosom-Team-Meeting gedacht und uns kurzerhand dazu entschlossen, einen Teil dieses Rückblicks in Form eines Adventskalenders hier im Blog zu veröffentlichen. In den kommenden 24 Tagen wird jedes Team-Mitglied mindestens einen Beitrag beisteuern und so über sein(e) Highlight(s) aus 2013 berichten. Damit wir nicht wie wild darauf los schreiben, haben wir uns selbst drei grobe Bereiche auferlegt, die uns als thematische Richtschnur dienen:

  • Tool-Vorstellung: hier berichten wir über hilfreiche Programme, die uns im digitalen Alltag nützlich erscheinen und ans Herz gewachsen sind.
  • Publikationen: an dieser Stelle möchten wir einen kleinen Überblick über alle ikosom-Veröffentlichungen 2013 schaffen.
  • Informationsquellen: über welche Kanäle wir uns updaten, uns informieren und inspirieren lassen, erzählen wir in dieser Kategorie.

Ende des Jahres werden wir dann einen zusammenfassenden Beitrag mit allen Links veröffentlichen. In der Zwischenzeit  seid ihr natürlich alle herzlich dazu eingeladen, euch in Form von Kommentaren an unserem Adventskalender zu beteiligen. Wir freuen uns darauf! Schöne Adventszeit wünscht euch das gesamte ikosom-Team!

Die Trendblogger_innen und Gender-Queer-Journalismus

Am Samstag, den 30 November um 15 Uhr (MEZ) wird Ulrike Langer bei der Redaktionssitzung der Trendblogger dabei sein. Die Redaktionssitzung findet statt am Samstag, den 30. November 2013 um 15 Uhr. Einloggen kann sich jeder über unser Adobe-Connect-Tool: proj.adobeconnect.com/trendblogger – einfach als Gast anmelden. In der Blattkritik geht es vor allem um die Artikel im Dossier „Feminismus, Queer- und Genderblogs.

ulrikelangerUlrike Langer ist wohl Deutschlands bekannteste freie Journalistin und betreibt das Blog www.medialdigital.de wo sie über digitale Medieninnovationen berichtet. Seit Juli 2011 lebt sie in Seattle. Bei medialdigital schreibt sie regelmäßig über Neues, Interessantes und Seltsames aus der digitalen Medienszene und vom digitalen Medienwandel, außerdem ist sie Autorin bei einer Reihe von Fachzeitschriften, u.a. die Journalistenzeitschrift mediummagazin und die Marketing-Fachzeitschrift Horizont.

Das Thema des nächsten Monats ist Hyperlocal Journalism. Betreut wird dies von unserem ikosom-Kollegen Julian Heck vom Blog lokalblogger.de. Continue reading „Die Trendblogger_innen und Gender-Queer-Journalismus“

Das German Crowdfunding Network wird gelauncht – wer will als Gründungsmitglied Crowdfunding in Deutschland, Österreich und der Schweiz voranbringen?

2014 wird das Jahr des Crowdfunding. Im Koalitionsvertrag wurde Crowdfunding verankert, Ende Januar wird in Berlin das erste landesweite Crowdfunding-Portal an den Start gehen, welches die Berliner Crowdfunding-Projekte vorstellt und das German Crowdfunding Network wird gelauncht.

Als Arbeitsgruppe im Rahmen des Deutschen Crowdsourcing Verbands existierte das German Crowdfunding Netzwerk seit 2012. Seitdem gab es sechs Branchentreffen und die Veröffentlichung des Crowdsourcing-Reports . Jetzt wird es Zeit, Crowdfunding als eigenständiges Thema mehr Bedeutung zu bringen.

crowdfunding_germanyIn Folge findet Ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen – aber Gründungsmitglied werden will, kann sich registrieren:

Wer kann Mitglied im German Crowdfunding Network werden?

Mitglied im German Crowdfunding Network kann jede natürliche Person werden, die sich dem Thema Crowdfunding verbunden fühlen, insbesondere natürlich jeder, der schon mal ein Crowdfunding-Projekt gestartet hat oder eine Crowdfunding-Plattform betreibt, aber auch Crowdfunding-Berater, Crowdfunding-Wissenschaftler und Crowdfunding-Regulatoren. Continue reading „Das German Crowdfunding Network wird gelauncht – wer will als Gründungsmitglied Crowdfunding in Deutschland, Österreich und der Schweiz voranbringen?“

#Crowdfunding im Koalitionsvertrag – Was die #GroKo beschließen hätte können…

Koalitionsvertragstitelvisions-finalIn diesen Artikel „Crowdfunding im Koalitionsvertrag: was heißt das für die Crowdfunding-Branche in Deutschland?“ erläutert, was die Große Koalition für die nächsten vier Jahre geplant hat. Der Schwerpunkt liegt erwartungsgemäß auf dem Thema Crowdinvesting, die anderen vier Arten des Crowdfundings werden nur versteckt erwähnt.

Wenn die Regierung nicht nur kleine Schritte, sondern auch große Schritte gehen möchte, dann sollte sie doch etwas über den eingeschränkten Raum des Verhandlungstisches hinausschauen. Hier ein paar Vorschläge dazu, die sich zum Teil aus den Überlegungen unserer Future of Crowdfunding Konferenz ergeben:

1. Crowdfunding ist mehr als eine Brücke über eine Finanzierungslücke – sondern eine disruptive Emanzipationsbewegung für Produzent und Käufer!

Crowdfunding wird oft vor allem unter dem Finanzierungsaspekt gesehen, ist aber viel mehr als das: sie stellt einen direkten Draht zwischen Verkäufer und Käufer her. Die Verkäufer – Künstler, Unternehmer, Visionäre – können sich mit der Bitte um Feedback, Analyse und Wissen direkt an ihr Publikum, ihre Unterstützer und ihre Kunden wenden.

Dadurch werden viele Intermediäre scheinbar überflüssig, wenn sie nicht merken, dass das Wissen um das Herstellen von Verbindungen keine Frage von Monopolen, Verwertungsrechten oder Einkaufslogistik ist, sondern Teil eines guten, nachhaltigen Geschäftsmodells. Musik- und Buchverlage, Banken, Museen und Galerien, PR-Agenturen und Venture Capital Fonds können das Wissen um Crowdfunding nutzen, um sich innovative neue Produkte und Dienstleistungen auszudenken. Und wenn sie es nicht machen, dann machen es die Produzenten selber.

Crowdfunding ist also vor allem ein Innovationstreiber! Wer das anerkennt, muss dafür sorgen, dass Crowdfunding bei offiziellen Förderanträgen, sei es bei der Wirtschafts-, bei der Forschungs- oder bei der Kulturförderung als Eigenmittel anerkannt wird, auch wenn es rechtlich das nicht immer ist. Continue reading „#Crowdfunding im Koalitionsvertrag – Was die #GroKo beschließen hätte können…“

ikosom needs a new desk – right meow!

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Das war unsere Aussicht vom Büro. *schnüff* Foto (C) John Piephans.

Wir müssen leider zum Ende des Jahres aus unserem Büro mit fabelhafter Dachterrasse ausziehen, weil ein neuer Vermieter sich entschieden hat, die Wände unseres Büros abzureißen. Obwohl wir darüber sehr traurig sind, freuen wir uns aber, auf diese Weise neue Perspektiven in Berlin zu entdecken.

Daher freuen wir uns über Hinweise von Euch, wenn ihr jemanden kennt, der 3-4 Arbeitsplätze plus Konferenzraum anbietet oder selber auf der Suche nach einem Büro ist und sich ein Gemeinschaftsbüro vorstellen kann. Sachdienliche Hinweise werden unter info@ikosom.de entgegen genommen.

Foto: jaimekop (cc-by-nd 2.0) http://www.flickr.com/photos/jaimekop/5728658692/lightbox/
Foto: jaimekop (cc-by-nd 2.0)

Crowdlounge #09: „Crowdfunding und Storytelling: Wie Crowdfunding Filmemachern und Journalisten helfen kann, ihr Publikum zu erreichen“

wetek.logoFür Journalisten und Filmproduzenten kann Crowdfunding ein Mittel sein, um schnell und unkompliziert eine Finanzierungslücke zu schließen. Darüber hinaus kann Crowdfunding auch genutzt werden, um das Netzwerk zu erweitern und neue Kontakte zu erschließen, zum Beispiel bei Dokumentarfilmen und investigativen Recherchen, die sich mit Themen befassen, für die es vielleicht keine Filmförderung gibt oder sich kein Verleih findet oder kein Verleger, der bereit ist eine Geschichte zu finanzieren. In der Crowdlounge werden Projektmacher sich vorstellen, die eigene Crowdfunding-Projekte durchgeführt haben und die aus dem Bereich Film und Journalismus kommen.

Wann: 2. Dezember, 17.30 Uhr – 18.30 Uhr (Einlass ab 17.00 Uhr)
Wo: Deutsche Kinemathek, Potsdamer Straße 2, Berlin

Gäste:

Samuel Perriard (http://wemakeit.ch/projects/schwarzer-panther)
Anke Schiemann (http://www.indiegogo.com/projects/i-heart-berlin-film)
Daniela Ramin (http://www.startnext.de/maulwurfn)
Peppa Meissner (http://www.inkubato.com/en/projekte/bar25)

Link zum Facebook-Event: http://www.facebook.com/events/267913690023756/

Link zum Meetup: http://www.meetup.com/Crowdfunding-Germany/events/152812202/

Link zur Anmeldung via Eventbrite: https://www.eventbrite.de/e/crowdlounge-09-crowdfunding-und-storytelling-tickets-9394981643?ref=estw

WeTeK / ARTWert und ikosom führen mit der Crowdlounge eine regelmäßige, interaktive Veranstaltungsreihe rund um das Thema Crowdfunding durch. Die Crowdlounge richtet sich an alle an Crowdfunding Interessierten sowie an konkrete Crowdfunding-Projekte, die Fragen haben oder ihr Projekt vorstellen möchten. Sie findet, oft auch mit weiteren Partnern wie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, in Berlin und Brandenburg statt und informiert anhand von individuellen Crowdfunding-Erfahrungsberichten und Expertengesprächen zu verschiedensten Fragestellungen rund um dieses Thema.

Im Anschluss daran findet der Zukunftsdialog der Senatsverwaltung Berlin statt:

Wann: 2. Dezember 2013, 18.30 Uhr
Wo: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen

Crowdfunding: Die Masse macht´s? – Wenn Viele die Ideen von Einzelnen finanzieren

Unter diesem Titel lädt die Landesinitiative Projekt Zukunft und das Inforadio rbb erneut zum Zukunftsgespräch ein.

Alle für einen, das ist das Prinzip von Crowdfunding. Welche Chancen liegen in dieser neuen Finanzierungsform für Kunst und Kultur? Denn besonders für Künstler und Kreative ist Crowdfunding eine willkommene Möglichkeit, ihre Werke unabhängig von Labels, Verlagshäusern oder Produktionsfirmen zu veröffentlichen. Sichert Crowdfunding nun also die unabhängige Kulturproduktion? Und welche Chancen eröffnen sich für den Journalismus und kulturelle Projekte aus der Interaktion mit der eigenen Zielgruppe? Für den Journalismus hat sich bereits die Erkenntnis ergeben, dass die öffentliche Bereitschaft, Geld für gute Informationen auszugeben, durchaus vorhanden ist. Und auch in den Bereichen Film und Musik zeigt sich, dass viele besondere Projekte auf diesem Weg eine Chance haben, realisiert zu werden, die bei traditionellen Produktionsfirmen nicht finanziert wurden.

Man könnte annehmen, Crowdfunding sei die Lösung aller Probleme. Doch immer häufiger wird Crowdfunding auch als Marketinginstrument verwendet, um bereits im Vorfeld möglichst viel Aufmerksamkeit für die Produkte zu generieren und sich die Einbeziehung der potentiellen Käufer zu Nutze zu machen. So lautet zumindest der Vorwurf von Kritikern in Richtung prominenter Künstler.

Was hat es also mit Crowdfunding auf sich und wo liegen die Chancen und Perspektiven dieses neuen Finanzierungsmodells für den künstlerischen und kulturellen Bereich? Sichert es die unabhängige Kulturproduktion oder schafft es neue Abhängigkeiten?

Diese und weitere Fragen sollen im 65. Zukunftsgespräch mit folgenden Gästen diskutiert werden:

Sebastian Esser ist Journalist und Gründer von Krautreporter.de, einer Crowdfunding-Plattform für Journalisten, die Anfang 2013 gelauncht wurde und auf der seitdem zahlreiche Projekte erfolgreich finanziert worden sind.

Barbara Fischer ist seit vielen Jahren Fundraiserin, Kulturmanagerin und seit April 2012 für Wikimedia Deutschland als Kuratorin für Kulturpartnerschaften tätig.

Tanja Dückers ist Autorin und Journalistin. Sie lebt in Berlin und schreibt regelmäßig Essays für Zeitonline und engagiert sich dabei für gesellschaftspolitische Themen.

Anke Schiemann ist Regisseurin des Films I (HEART) BERLIN, für dessen Postproduktion sie auf der Plattform Indiegogo Geld sammelte. Der Film begibt sich von Berlin nach den USA. Dorthin sind in den letzten 250 Jahren mehr als 7 Millionen Deutsche ausgewandert und gründeten an verschiedenen Orten ihr eigenes Berlin.

Karsten Wenzlaff ist Gründer und Geschäftsführer des Instituts für Kommunikation in sozialen Medien (Ikosom). Er ist Crowdfunding-Experte und Verfasser der ersten europäischen Crowdfunding-Studie und der ersten Studie, die sich mit Crowdfunding in Deutschland beschäftigt hat.

Moderation:

Harald Asel, Inforadio vom rbb
Publikumsfragen werden vor der Veranstaltung gesammelt, so dass die Zuschauer interaktiv in die Gestaltung der Diskussion einbezogen werden. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter projektzukunft@ariadne-an-der-spree.de wird gebeten.

Ablauf

ab 17:00 Uhr Einlass

17:30-18:30 Crowdlounge zum Thema Filmfinanzierung
(Veranstalter: Ikosom, WeTek / ArtWert)

18:30-18:45 Getränkepause

18:45-19:00 Vorstellung der neuen Crowdfunding-Plattform

19:00-20:30 Zukunftsgespräch

ab 20:30 Get Together

Eine Veranstaltung der Berliner Landesinitiative Projekt Zukunft bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung in Zusammenarbeit mit Inforadio (rbb).

Das Podiumsgespräch wird aufgezeichnet und am Sonntag, den 15.12. 2013 um 11.05 Uhr (Wdh 21:05 Uhr) im Rahmen der Sendereihe Forum im Programm von Inforadio (93,1 MHz) ausgestrahlt.

Crowdfunding im Koalitionsvertrag: was heißt das für die Crowdfunding-Branche in Deutschland?

KoalitionsvertragstitelCrowdfunding wird an vielen Stellen prominent im Koalitionsvertrag erwähnt, aber was heißt das für die Crowdfunding-Branche ingesamt in Deutschland? Welche Stellschrauben wird die Große Koalition, wenn sie denn zustande kommt, in den vier Kategorien des Crowdfundings drehen? Wo wird Crowdfunding erleichtert, wo erschwert werden und welche Plattformen werden ihr Geschäftsmodell überdenken müssen? Ein Ausblick.

Ich hatte das besondere Vergnügen, seit einigen Jahren im Kreativpakt eV. tätig zu sein. Dieser Zusammenschluss von unterschiedlichen Menschen aus der Kreativbranche, die vielfach zu den engsten Unterstützern von Frank-Walter Steinmeier gehören, wurde gebeten, in Zusammenarbeit mit der SPD-Bundestagsfraktion eine Art Arbeitsprogramm zu erstellen, welches die SPD nach der Bundestagswahl 2013 umsetzen wollte. Das hier nachlesbare Thesenpapier findet sich in Ausschnitten auch im geleakten Koalitionsvertrag vom 24.11.2013 wieder.

Equity-Based Crowdfunding (Crowdinvesting) im Koalitionsvertrag

Crowdfunding findet sich des öfteren wieder, aber nicht immer mit dem Begriff des Crowdfunding. Zum einen in der Zusammenfassung auf Seite 16 wird es im Bereich der Wirtschaftsförderung angesprochen:

Hierfür ist ein eigenständiges Regelwerk erforderlich. Auch neue Finanzierungsformen wie Crowdfunding („Schwarmfinanzierung“) brauchen einen verlässlichen Rechtsrahmen.

Auf Seite 134 wird ein neues Gründungsdarlehen eingeführt und mit Crowdfunding verknüpft:

Wir wollen ein neues Instrument in Form eines bedingt rückzahlbaren Gründungsdarlehens in Zusammenarbeit mit der KfW schaffen. Die Gewährung des Darlehens kann dabei an die Nutzung von Crowdfunding („Schwarmfinanzierung“) geknüpft werden.

Reward-Based Crowdfunding im Koalitionsvertrag

Wer dabei Crowdfunding nur auf den unternehmerischen Begriff des Crowdinvesting reduziert sieht, mag prima facie recht haben. Allerdings nicht ganz, denn Crowdfunding im Kultursektor ist an einigen Punkten „versteckt“ worden. Das hat in erster Linie damit zu tun, dass für die Kulturpolitik vor allem die Länder zuständig sind. Die neue Bundesregierung setzt dazu Schwerpunkte, benennt Lücken und versucht sich bei einer Reform der Künstlersozialkasse, die wohl mehr als überfällig ist. Wo kommen dann innovative Finanzierungswege vor?

In der Einführung heißt es auf Seite 10:

 So wird die Koalition die Unterstützung im Rahmen der „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ der Bundesregierung fortsetzen und intensivieren. Programme der Wirtschaftsförderung sind stärker auch fü Kulturbetriebe zu öffnen. Gleichzeitig sollte der in den Förderprogrammen des Bundes zugrunde gelegte Innovationsbegriff für die Kultur- und Kreativwirtschaft geöfnet und erweitert werden. Neben besserer Beratung bedarf es neuer Modellprojekte und Förderung von Forschung, Entwicklung und Technologie. Fördermöglichkeiten für die Kultur- und Kreativwirtschaft sollten in einer Datenbank dargestellt werden. Die Beteiligung Deutschlands an EU-Förderprogrammen muss durch bessere Beratung erhöht werden.

Was hat das alles mit Crowdfunding zu tun? Zum einem ist zu nennen, dass die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ganz wesentlich dazu beigetragen hat, reward-based Crowdfunding als Finanzierungsinstrument bekannt zu machen. Wir haben selber auf zahlreichen Veranstaltung der Initiative und des von ihr getragenen Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft das Thema Crowdfunding einem breiten Publikum vorzustellen. Das ist also ein gutes Signal der Kulturpolitiker in beiden Parteien.

Die Öffnung der Wirtschaftsförderung für Kulturbetriebe und die Ausweitung des Innovationsbegriffs für die Kultur- und Kreativwirtschaft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bedeuten, dass auch Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft um die oben erwähnte Unterstützung von Start-Ups und innovativen Produkten bewerben können – auch hier ist ein Bezug zum Crowdinvesting gegeben. Aber indirekt wird den staatlich betriebenen Kulturinstitutionen geraten, sich weniger als Kulturinstitutionen, sondern stärker als Kulturunternehmen zu verstehen, die sich eben auch über die Crowd finanzieren werden müssen.

Die Tatsache, dass die Fördermöglichkeiten für die Kultur- und Kreativwirtschaft in einer Datenbank dargestellt werden sollen, zeigt, dass es den Kulturpolitikern darum geht, die vielen Töpfe der Kulturförderung klarer zu strukturieren. Das Erfassen ist ein erster Schritt, sie öffentlich stärker zu legitimieren. Dazu wird auch gehören, dass man überlegt, wie man den Zugang der Crowd zu den Entscheidungswegen der Kulturförderung verbessert. Aber so klar das in einen Koalitionsvertrag reinzuschreiben, hätte bedeutet, sich den Ärger der Kulturpolitiker der Länder zu holen – und das wollen die Kulturpolitiker des Bundes sich wohl nicht erlauben.

Und auch beim Zugang zu EU-Förderung ist einiges im Argen. Das Problem ist nicht so stark die bessere Beratung, sondern dass EU-Mittel im Bereich der Kulturförderung kofinanziert werden müssen. Da die Länder das aber oft nicht auf die Reihe bekommen, verfallen ein großer Teil der Gelder. Auch hier wird Crowdfunding in Zukunft eine Rolle spielen, als Möglichkeit der Ergänzung von Kulturmitteln der Länder.

Wo wird also der Gesetzgeber aktiv werden? Die Top5:

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My answer to this question: „I want to research the motivation behind Crowdfunding – can you help me?“

www.flickr.com/photos/philippeboukobza/2240996789/
www.flickr.com/photos/philippeboukobza/2240996789/

ikosom gets a lot of requests from students abour our Crowdfunding research. And we like to help because the cooperation with students provides lots of great insights. There is one topic, however, where we always get asked a similar question and to avoid writing the same email over and over, I try to answer via a blog post. The blog post is in English because I think that other Crowdfunding Researchers in Europe are also dealing with the same question and I want to invite them to comment.

This is the question:

„I am currently writing a thesis on Crowdfunding and I am researching the motivation for Crowdfunding. There is not much literature and I am conducting a survey – can you please help me?“

The question motivates people in all fields of Crowdfunding. We get art students, literature students, business students, law students, politics students and journalism students to ask us this question, in fact about twice per week. It seems asking „Why do people crowdfund?“ is really at the front of the brain of everyone who researches Crowdfunding for the first time.

Here is my answer:

First, the question is not „Why do people support Crowdfunding projects, but why not?“

There are hundreds, no thousands, of examples where Crowdfunding was used in the last centuries – and way before the Internet came and the arrival of Sellaband, Artistshare, Indiegogo and Kickstarter allowed Crowdfunding online. Humans have worked and cooperated for millenia. There is nothing new about Crowdfunding. Really, the question is: what keeps people from supporting each other? What are obstacles towards Crowdfunding.

It is very simple to tackle this question. You could look at it from a design perspective. You can look at it from a legal perspective. From a cultural perspective. Find the obstacles in Crowdfunding, then you find why people Crowdfund!

Secondly, if you want to get started with this question, then you need to learn about psychology.

I can really recommend reading the Master Thesis of Michel Harms on the Motivation of Crowdfunding. You can read it here: http://www.crowdfunding.de/research/ (Don’t be fooled, the website is not a good crowdfunding knowledge repository – but might be soon.) In a very nice way, he explains a small but also already quite complex model for analysing motivational factors behind Crowdfunding. His model provides a couple of dozen factors that can be an incentive for a financial support through crowdfunding – and that is a lot.

It is vital to understand that Crowdfunding is both a financial tool of fundraising and a social tool of communication. There is no easy answer to say why people use Crowdfunding and there is no easy answer to say why people respond to that.

Thirdly, there is lots of literature. Lots, and lots, and lots. Please explain to me: what can your thesis contribute?

Already in the German-speaking countries, there is a plethora of Crowdfunding literature, some of which can be found here: http://www.ikosom.de/2013/04/07/wir-crowdsourcen-eine-crowdfunding-literatur-liste/

Let’s start with only one motivation: the incentive to get a financial reward, such as interest on a loan. In order to assess that motivation, you need to dive deeply into the literature of financial services, economic theory and psychologic theories around rational behavior. And this is only the starting point why people should use crowdlending, for example.

So, instead of researching an almost unresearchable field, there are lots of topics that need to be researched around Crowdfunding and which are more feasible. We can help find a great research project which is new and interesting. The motivation behind Crowdfunding isn’t such a topic.

Fourthly, if you insist, then at least specify which Crowdfunding you want to research?

We get a lot of requests along the lines of „I want to research on Crowdfunding but I can’t find literature that is available.“ Again, there is lots of literature available, but if you ask us, then please specify which field of Crowdfunding are you interested.

Motivation behind funding a start-up on an equity-platform is hugely different from funding a creative project on a reward-based platform. You need to show that you have already understood that the research in that field is ongoing and that there are established structures, such as this: http://www.ikosom.de/2013/04/08/die-vier-arten-von-crowdfunding-infografik/

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You can challenge all that – but imagine you are conducting research around nuclear physics and you approach someone and say: „I want to learn about these tiny spinning things“. The reply would be „Are you talking about molecules, neutrons, protons, atoms, the Higgs-Bosom-particle?“

Fifthly, if you want to do a survey, think first: how would you get the data?

Your study can be a purely theoretical one, that’s good. Your study can be a pure research of the existing literature. That’s great as well. But if you are trying to do some sort of empiricial research, think about how you get your data.

In order to find people which you ask about their motivation to crowdfund a project, you need to get to them. You need to contact them. Here is the problem:

  • The platforms can’t give you their user data because that is forbidden, at least if they take data securitiy seriously.
  • The projects might be hesitant to give you the emails of their supporters because they don’t want to spam their fans.
  • If you just put up a survey and then go around the internet and ask people to fill out the survey, you get a huge bias, because you will only get those people who have had a positive experience from Crowdfunding.

There is, in my opinion, only one way to approach this: in a controlled behavioural experiment with a representative group of people. That would give meaningful data.

Sixthly, if you write about it, then share the results.

There is no point if you just write about it and nobody can read it afterwards. Set up a blog. Include the Crowdfunding community in your thought process. Discuss with us. And maybe asks us and we can point you to an interesting questions that is maybe not so obvious, but still relevant and interesting.

Think about what you can do for us. Here are some examples (but in German): http://www.ikosom.de/2013/06/05/studierende-ihr-wollt-was-von-uns-aber-was-konnt-ihr-uns-zuruckgeben/

 

Question photo
Photo by Marco Bellucci

Kann #Crowdsourcing zur Kontrolle des illegalen Drogenhandels besser geeignet sein als das Abschalten der anonymen Handelsplätze?

Silk Road war ein Marktplatz im Netz, wo unter anderem Drogen anonym gehandelt werden konnte. Vor einem Monat wurde die Handelsbörse geschlossen und ihr Betreiber verhaftet, wie damals schon Conor Friedersdorf auf TheAtlantic berichtet:

The Department of Justice’s version of events should never be assumed correct.  But if their claims are true, authorities had no choice but to shut down the enterprise: among other transgressions, Ulbricht is accused of paying $150,000 to bring about the murder of a hacker who threatened to compromise the anonymity of Silk Road users unless he was paid a substantial sum in blackmail money (the complaint gives us good reason to doubt that a murder in fact happened)

Friedersdorf schreibt aber, dass das Schließen eines Handelplatzes für illegale Waren nicht nur positive, sondern auch negative Konsequenzen haben könnte (Quelle Neunetz, Techdirt):

On many thousands of occasions, drug dealers in foreign countries decided that, rather than using armed truck drivers, bribed customs agents, desperate drug mules, thuggish regional distributors, and street level drug dealers who used guns to defend their territory, they’d just mail drugs directly to their far away customers. Of course, folks at the beginning of the supply chain were still often violent drug cartels who one hates to see profit. But from the perspective of the many innocents who suffer from the black market supply chains involved in traditional drug sales, narcotics via mail order would seem to be a vast improvement.

Ein wichtiger Aspekt der Seite war die Community: das gegenseitige Bewerten der anonymen Profile von Händlern und Käufern sorgte für ein gewisses Maß an Transparenz und Sicherheit; die Nutzung von Bitcoin sorgte für Anonymität und vermindertes Risiko, dass die Daten an Behörden ausgeliefert wurden; die Plattform agierte wie ebay oder andere eCommerce-Plattformen als Mittelhändler und sorgte dafür, dass die Transaktionen funktionieren.

Relativ schnell ergaben sich neue Silk Road Klone, deren größtes Manko aber die fehlende Community war, wie Joseph Cox bei Motherboard berichtet:

Diese Deep Web Marktplätze folgen der selben Logik und der selben Prozedur – wenn du einen abschaltest, dann wandert die Community einfach weiter. Dabei birgt schon das Abschalten eines Marktplatzes durchaus Gefahren, denn bei gewissermaßen regulierte – wenn auch illegale – Händler, kannst du immerhin die Bewertungen und Reviews checken, bevor du deine Drogen kaufst. Das gibt dir im Idealfall nicht nur reinere Ware, sondern auch größere Sicherheit beim Drogenkauf.

Wenn die Politik also einerseits harte Drogen nicht legalisieren möchte, andererseits aber den Handel mit Drogen de facto nicht verhindern kann, dann wäre eigentlich die schlauste Lösung, dass man Black Market Places wie Silk Road duldet, so lange bestimmte Regeln eingehalten werden.

Die Regeln könnten zum Beispiel dazu dienen, die Community-Effekte zu verstärken, zum Beispiel:

  • Jede Transaktion muss bewertet werden, selbst wenn sie anonym ist.
  • Die Bewertungen der Verkäufer muss jederzeit einsehbar sein.
  • Die Plattform macht aktives Community Management und löscht Accounts, welche die Plattform mißbrauchen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DEA Community Guidelines für Black Market Places herausgibt, aber wenn man in Deutschland sich anschaut, wie die Polizei bestimmte Drogenmarktplätze in Berlin toleriert solange die Lage nicht eskaliert, so ist es nicht abwegig, dass die Drogenbehörden gewisse Toleranzschwellen für Black Market Places definieren.

 

 

Branchentreffen beim Crowddialog, Einladung zur Mitgliedsversammlung und Roadmap fürs Crowdfunding-Netzwerk

ikosom als Partner beim Crowddialog 2013

crowddialogscreenshotikosom ist Partner des Crowddialogs, der am 21. November stattfindet. Im Umfeld des Crowddialogs werden wir auch einen Intensiv-Master-Kurs zum Thema Crowdfunding durchführen. Wir freuen uns auf den spannenden Kongress und die vielen kompetenten Referenten!

Einladung zur Mitgliederversammlung des Deutschen Crowdsourcing-Verbands 2013

Unmittelbar vor dem Crowddialog wird die Mitgliederversammlung und ein Branchentreffen des Deutschen Crowdsourcing-Verbands stattfinden. Hier die Formalia: Continue reading „Branchentreffen beim Crowddialog, Einladung zur Mitgliedsversammlung und Roadmap fürs Crowdfunding-Netzwerk“

Hat Twitter ein Geschäftsmodell als Big-Data-Hub?

Mein Kollege Marcel Weiß hat eine sehr ausführliche Analyse des Twitter-Geschäftsmodells verfasst und dabei im wesentlichen die drei Erfolgsfaktoren von Twitter und ihre aktuelle Umsetzung überprüft:

1. Sie haben mit dem asymmetrischen Follower-Prinzip die robustere Vernetzungsart gegenüber dem vorher verbreiteten Sich-Gegenseitig-Befreunden eingeführt und populär gemacht.

2. Sie haben mit der Begrenzung auf Text und 140 Zeichen einen starken Fokus auf Einfachheit gelegt und damit sehr viel Kreativität und nicht vorhersehbare Nutzungsarten ermöglicht.

3. Sie haben mit einer sehr offenen Plattform-Politik frühzeitig gezeigt, welche Möglichkeiten in Webplattformen liegen. Ohne die die Clients ermöglichende Plattform würde es Twitter heute so nicht mehr geben.

Marcel argumentiert, dass zumindest beim Punkt 2 und Punkt 3 im Augenblick nicht mehr erfüllt sind und daher langfristig die Attraktivität der Plattform abnimmt. Er schlussfolgert daher:

Im Gegensatz zu Facebook, dem ich nach wie vor eine rosige Zukunft vorhersehe, bin ich bei Twitter verhalten pessimistisch. Das Nutzerwachstum von Twitter ist sehr langsam. Gleichzeitig ist Twitter mit 231,7 Millionen aktiven Nutzern nicht groß genug, um ohne Wachstum stabil bleiben zu können.

In vielen Punkten kann ich Marcel recht geben, aber ich würde gerne zwei Anmerkungen machen, die mich dazu führen, nicht ganz so pessimistisch zu sein.

Zum einen ist es so, dass gerade zahlreiche jüngere Internet-Nutzer wieder von Facebook abwandern, weil ihnen die Möglichkeiten, ihren eigenen Content und die Sichtbarkeit gegenüber Eltern, Lehrern, Fremden einzuschränken, bei Facebook nicht mehr gegeben waren. Dies erklärt meines Erachtens einen Teil des Erfolgs von Instagram und auch die Nutzung von Twitter als soziales Netzwerk.

Twitter hat nicht die Repuation, über kurz oder lang jede Privacy-Einstellung aufzulösen, Twitter sorgt nicht für eine Vorfilterung der Inhalte, Twitter ermöglicht die passive Nutzung des Mediums und das reine Beobachten – alles Dinge, welche die Facebook-Plattform nicht mehr kann.

Facebook wächst in andere Alterssegmente hinein, wird unhandlicher zu nutzen. Twitter ist im Kern immer noch ein reiner Push- und Pull-Mechanismus für Informationshappen. Damit ist es als Indikator für Relevanz viel mächtiger als Facebook. Und hier liegt meines Erachtens ein großer ökonomischer Vorteil: man kann mit Twitter-Suchmaschinen wie tame.it viel einfacher relevante Inhalte aufspüren als beispielsweise mit der Facebook-Suche.

Das bedeutet nicht, dass Twitter diesen Vorteil versteht und zu nutzen bereit ist. Ich teile den Eindruck, dass die Investoren von Twitter allein auf das Werbe-Geschäftsmodell setzen und wenig Innovationsfreunde zeigen. Das ist vermutlich ihr größtes Hindernis.

#PraiseFox – Stephen Colbert (@stephenathome) macht ein Mashup aus @foxnews und @RottenTomatoes‎

realhumanpraiseDie Mitarbeiter von FoxNews wurden bezahlt, besonders schöne, Fox lobenden Kommentare auf ihren eigenen Blogs zu hinterlassen, aber als anonyme Internet-Benutzer, berichtet mediamatters und salon.com:

On the blogs, the fight was particularly fierce. Fox PR staffers were expected to counter not just negative and even neutral blog postings but the anti-Fox comments beneath them. One former staffer recalled using twenty different aliases to post pro-Fox rants. Another had one hundred. Several employees had to acquire a cell phone thumb drive to provide a wireless broadband connection that could not be traced back to a Fox News or News Corp account. Another used an AOL dial-up connection, even in the age of widespread broadband access, on the rationale it would be harder to pinpoint its origins.

Der Comedian Stephen Colbert hat darauf hin einen eigenen Twitter-Account @realHumanPraise ins Leben gerufen, der Movie Reviews aus Rotten Tomatoes mit Fox News Moderatoren kombiniert und alle 2 Minuten ein Mashup twittert, mittlerweile an über 35000 Follower.


 

Der Mythos „Internetministerium“

D64, das Netzwerk der digitalen Unternehmenslobby innerhalb der SPD, hat ein Positionspapierchen herausgebracht, welches an prominenter Stelle ein Internetministerium fordert:

1. Ein Bundesministerium für Digitales, Kreativwirtschaft und Technologie als Querschnitts-Ressort, dass die wichtigsten Felder abdeckt.

Und auch Kai Biermann schreibt in seinem Abriss über den Stand der Koalitionsverhandlungen:

Nicht ganz so weit ist die Frage, ob es künftig einen Internetminister oder eine Internetministerin geben wird. Verhandelt wird zumindest darüber, wenn auch nicht gleich über ein ganzes Ministerium. Die Politiker beider Seiten scheinen sich einig zu sein, dass sie Netzpolitik ernster nehmen müssen. Als Ergebnis könnte die Position eines Staatsministers geschaffen werden, der ähnlich dem Kulturstaatsminister ein Staatssekretär mit schönerem Titel wäre.

Ich versteh nicht so ganz, warum diese Forderung in letzter Zeit solch eine Dynamik entwickelt und kann mir das nur damit erklären, dass in den Koalitionsverhandlungen im Bereich der digitalen Politik noch Posten geschaffen werden müssen. Ich habe aber noch immer das Mantra diverser Netzpolitiker in den Ohren, die forderten, dass Netzpolitik in allen Bereichen der Politik verankert werden soll und es daher besser sei, in allen Ministerien eine netzpolitische Agenda zu entwickeln.

Ein Internet-Ministerium, so die Hoffnung, könnte dafür sorgen, dass der digitalen Entwicklung in der Gesellschaft mehr Bedeutung beikommt, dass Forschungsgelder für digitale Zukunftsfragen gebündelt werden können, dass es gelingt, die großen Konfliktfelder wie beim Urheberrecht anzugehen. Beispielhaft hat das der von mir geschätzte Jan Moenikes aufgeschrieben:

Dass dem MINT-Bereich in Deutschland heute eine sehr große gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung zukommt, wird hoffentlich niemand mehr bestreiten. Daher sei an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber kurz auf folgende Kennziffern verwiesen: Der Umsatz mit Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik steigt 2013 auf 153 Milliarden Euro. Mehr als 900.000 Jobs sind in Deutschland damit direkt verbunden. Damit aber erweist sich der MINT-Bereich ökonomisch nicht als weniger bedeutend wie beispielsweise die Landwirtschaft.

Die bessere Forderung: Bundesinternetamt

Ich halte die Idee der Schaffung eines progressiven „Internet-Ministerium“ für einen Mythos, der in absehbarer Zeit nicht umgesetzt wird. Progressive Veränderung in der Gesetzgebung forciert nicht ein eigenes Ministerium, sondern eher eine inhaltlich relevante, international vernetzte, nachgeordnete Behörde, die dem Thema Netzpolitik innerhalb der Ministerialbürokratie, in Verbund mit den relevanten Stellen in Brüssel und im Bund-Länder-Dialog helfen kann, aus der Nische des digitalen Aktivismus herauszukommen.

Das historische Beispiel dafür ist das Umweltbundesamt. Mehr als 10 Jahre vor dem Umweltministerium gegründet, führten die Aktivitäten des UBA ab Mitte der 1970er in Westdeutschland zu einer kompletten Veränderung wichtiger Rechtsbereiche: im Strafrecht, im Verbraucherschutzrecht, im Bebauungsrecht, im Verkehrsrecht. Das parallel gegründete Ministerium für Umwelt in der DDR hatte kaum den gleichen Einfluss. Und auch das nach Tschernobyl gegründete Umweltministerium in der BRD brauchte selbst mit einem Politiker wie Töpfer eine ganze Weile, ehe es sich gegen die anderen Ministerien durchsetzen konnte. Continue reading „Der Mythos „Internetministerium““

Handbuch „Crowdfunding für große und kleine Bühnen“ erschienen – mit Vergleich der reward-based Crowdfunding Plattformen im deutschsprachigen Raum

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Für die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ haben wir im Sommer ein Handbuch für Crowdfunding-Kampagnen mit dem Titel „Crowdfunding für große und kleine Bühnen“ erarbeitet. Inhaltlich gibt das Handbuch auf rund 20 Seiten einen knappen, aber höchst informativen Überblick über Crowdfunding in der darstellenden Kunst.

crowdfunding-handbuch-2013-titelblattDabei streifen wir thematisch verschiedenste Bereiche und gehen unter anderem auf die Crowd beim Crowdfunding und die Crowd als Wissenslieferant ein, erklären die vier Arten von Crowdfunding, vergleichen unterschiedliche Plattformen miteinander, beantworten FAQs und geben zudem Tipps zur Vorbereitung der eigenen Crowdfunding-Kampagne. Illustriert wird das Handbuch mit zahlreichen Screenshots von erfolgreichen Kampagnen aus dem Bereich des Theater-Crowdfunding.

In dem Handbuch haben wir die verschiedenen Plattformen verglichen, deren Gebührenmodelle aufgezeigt und die unterschiedlichen Funktionen der Plattformen präsentiert. „Crowdfunding für große und kleine Bühnen“ kann über den ikosom-Shop als eBook oder Print on Demand bezogen werden oder mit einen Tweet heruntergeladen werden – weitere Informationen hier.

Listicles – Sind Seiten wie Buzzfeed, Cracked und StupidStation die Zukunft des Journalismus?

trendbloggerlogoAuf unserem Projekt „DieTrendblogger“ wurden in diesem Monat das Thema „Listicles“ diskutiert. Die Gründe dazu hatte ich hier schon mal erläutert. Die Trendblogger, die gerade in der ganzen Welt von Australien über Südamerika bis nach Kalifornien verteilt sind, haben spannende Artikel dazu geschrieben. Hier eine kleine Auswahl: Continue reading „Listicles – Sind Seiten wie Buzzfeed, Cracked und StupidStation die Zukunft des Journalismus?“

Crowdfunding Master Classes in Berlin und München: „Wie man eine Crowdfunding-Campaign organisiert und den Crowdfunding Canvas nutzt“

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Gijsbert Koren, Crowdfunding-Berater aus den Niederlanden, wird am 12. und 22. November 2013 in Berlin und München mit uns einen Workshop organisieren. Teilnehmen können alle, die eine Crowdfunding-Kampagne organisieren und sich über Erfolgsfaktoren informieren wollen. Verwendet wird dafür eine neu entwickelte Methode namens Crowdfunding-Canvas.

Crowdfunding Canvas EN

Crowdfunding is booming. In a few years time, hundreds of crowdfunding initiatives and platforms have been created. Some are extremely successful, while others are not. What is the key to crowdfunding success and how can you use crowdfunding for your project or company? That is what this workshop is all about.

Whether you are an artist, startup or growing company, crowdfunding can be used to raise capital. Next to raising capital,  there are many other reasons to use crowdfunding, like engaging your customers and getting more visibility. In this workshop, you will get a good picture about the opportunities and challenges of crowdfunding and how you can use it for your own project or company.

During this workshop, we will use proven tools to create the basis for your crowdfunding success. One of tools is the Crowdfunding Canvas, which you can use to structure campaign.

gijsbertGijsbert Koren ist Gründer von Douw&Koren, einer der führenden Crowdfunding-Beratungsfirmen in den Niederlanden. Douw&Koren führt Marktforschung durch, entwickelt Crowdfunding-Staregien und unterstützt Crowdfunding Kampagnen.

Hier kann man die Workshop-Tickets bestellen:

Dies sagen andere Leute über Gijsbert Koren:
WakaWakaKickstarter

“Douw&Koren’s advice resulted in 160% result on Kickstarter ($48,000) and reaching our Symbid target (€75,000) weeks ahead of time! They know what crowdfunding is, they know how to approach a campaign and they were very creative in thinking out of the box for last minute solutions.”
Camille van Gestel, WakaWaka Light.
“I enjoyed the crowdfunding workshop that Douw&Koren provide because it was a very useful introduction into the field of crowdfunding. Clearly Douw&Koren are experts on the subject and they enjoy sharing this information with others in a humorous yet professional manner.”
Marike Goossens, scientist.
“Douw&Koren gave us a lot of great input for our crowdfunding campaign. Through their advice, we were able to improve our pitch and make our campaign’s message much more succinct. The guys from Douw&Koren have a lot of good ideas and experience in the crowdfunding space.”
Ben El-Baz, Szceit.

Wenn Facebook die geheime Identität zerstört…

In der schwedischen Metro erschien ein spannender Artikel über die Folgen der Verbreitung einer Facebook-Suche:

The story on Facebook was very touching. A father published a photo of his missing children and asked for help finding them. And thousands helped sharing the post and finally one person recognized the children and let him know where to find them.

The missing information was that the woman was living under protection and with a new identity after leaving the man. Now he found out where she was. She was forced to move again – to a women’s shelter.

Die Frau hatte wohl ein legitimes Interesse, ihre Kinder zu schützen. Andererseits aber wäre es wohl für viele Eltern, deren Kinder entführt worden sind, ein sinnvolles Instrument, wenn die Gesichtserkennung auf Facebook helfen könnte, verschwundene Personen zu finden. Wie soll sich die Gesellschaft in solchen Dilemmata verhalten?

Interview im Neuen Deutschland zum Thema „Politisches Bloggen“

neuesdeutschland-politischesbloggenIch wurde vom Neuen Deutschland zum Thema Politisches Bloggen interviewt – hier das Interview zur Dokumentation:

Nd: Wie schätzen Sie die Blogger-Landschaft in Deutschland ein? Was ist das Spezifische an deutschen Bloggern?

Wenzlaff: Wenn man die USA mit Deutschland vergleicht, dann ist die Bloggerszene in den USA wesentlich stärker und sehr polarisierend, sowohl von links als auch von rechts. In Deutschland ist das noch nicht so. Aber es gibt eine sehr rege Politik-Blogger-Szene im progressiven bis konservativen Spektrum. Ein Indikator dafür ist, dass die Blogger zunehmend auf den Online-Seiten verschiedener Zeitungen als Kolumnisten auftreten.

Sie haben bei der Wahlkampagne von US-Präsident Barack Obama mitgemacht. Welche Rolle haben politische Blogger bei dieser der Kampagne gespielt und welchen Einfluss hatten sie auf die Meinungsbildung?

In Amerika brauchen Kandidaten eine große mediale Reichweite, weil sie nicht auf die Struktur der Parteien zurückgreifen können. In amerikanischen Wahlkampagnen sind Blogs daher stark meinungsbildende Medien. Dessen sind sich die Kandidaten auch bewusst, deshalb werden neben der Presse auch Blogger auf Wahlkampftouren und zu Vorträgen eingeladen. Diese Relevanz haben Blogger in Deutschland nicht.

Welche Rolle spielen Blogs für die politische Teilhabe und Meinungsbildung?

In Deutschland versuchen Politiker aufgrund des starken Parteiensystems Mehrheiten eher innerhalb der Parteien zu sammeln. Auch politische Willensbildung findet in Deutschland eher hinter den Kulissen und weniger im öffentlichen Diskurs statt. Aber Ausnahmen gibt es natürlich, zum Beispiel Halina Wawzyniak, Bundestagsabgeordnete der Linken für Berlin-Kreuzberg, die in ihrem Blog auch die Debatten aus dem Parteivorstand kommentiert, in dem sie sitzt. Blogger schaffen es aber, politische Themen auf die Tagesordnung zu setzen. Der #Aufschrei (Debatte über Sexismus nach der sexuellen Belästigung einer Journalistin durch den FDP-Politiker Brüderle, Anm. d. Red.) ist ein Bespiel dafür. Wesentlichen Einfluss auf politische Entscheidungen haben Blogger jedoch noch nicht.

Wie sehen Sie die Zukunft politischen Bloggens in Deutschland?
Ich glaube, dass das politische Bloggen in Deutschland bedeutender wird, weil meinungsstarke Medien eine höhere Resonanz haben. Persönlicher Journalismus, bei dem die Journalisten oder die Blogger sich nicht mehr hinter einer anonymen Marke oder einer Zeitschrift verstecken, sondern mit ihrer Person und ihrem Namen verknüpft politisch agieren, wird noch stärker zunehmen.

Journalisten haben schon immer politisch gehandelt, auch wenn sie beim Spiegel oder Stern Neutralität vorgeben. Journalisten haben massive Eigeninteressen und haben das in ihren Artikeln auch immer deutlich werden lassen. Ich finde es ehrlicher, wenn Journalisten ihre Meinung deutlich sagen und man als Leser ihre Berichterstattung vor diesem Kontext auch einordnen kann. Continue reading „Interview im Neuen Deutschland zum Thema „Politisches Bloggen““

Warum die @huffpostde eigentlich #Crowdfunding ermöglichen sollte

Ob der Deutschland-Start der Huffpost ein Übel oder eine Chance für den Journalismus ist, wurde viel diskutiert – aber viel weniger unter dem Aspekt, wie die HuffPost dem noch kleinem Pflänzchen des Crowdfunding für Journalismus helfen könnte, etwas größer zu werden.

Foto: Toban Black http://www.flickr.com/photos/tobanblack/  (CC BY-NC 2.0)

Crowdfunding ist ein altes Modell im Journalismus

Crowdfunding, Schwarmfinanzierung, Pre-Tail – im Journalismus gibt es das schon ziemlich lange. Noch bevor der anzeigenbasierte Printjournalismus sich im 20. Jahrhundert als dominantes Geschäftsmodell von Verlagen durchgesetzt hatte, waren Zeitschriftenverlage über Subskriptionsmodelle in der Lage, viele Printnischen zu besetzen. Die Leser bezahlten über Abos für die Infrastruktur der Zeitung und Zeitschriften und das Gehalt der Redakteure. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es zahlreiche Verlage, die sich an das kulturell und finanziell aufstrebende Bürgertum wanden und über dieses Geschäftsmodell die Grundlage für die modernen Medienhäuser legten. Aber auch viele Tageszeitungen haben ihre Ursprünge in Genossenschaftsmodellen, die durch den Bildungshunger der Arbeiter Ende des 19. Jahrhunderts erst ermöglicht wurden. Crowdfunding ist also für Journalismus nichts Neues. Continue reading „Warum die @huffpostde eigentlich #Crowdfunding ermöglichen sollte“

@airbnb vs New York City – Welche Bedeutung hat die jüngste Entscheidung für die Share Economy?

In New York wurde eine Gebühr für einen Anbieter einer Wohnung auf airbnb verhängt, da vermutet wurde, dass er illegal ein Hotel betreibt. Diese Gebühr wurde nun für ungultig erklärt – airbnb hatte sich heftig in den Streit eingemischt. Welche Bedeutung hat das Urteil für die bommende Branche der Immobilienteilbranche?

Auf den Blog auf Airbnb schreibt David Hantman von Airbnb:

Yesterday, the New York City Environmental Control Board reversed Nigel’s fines, agreeing with our arguments and delivering a major victory for Nigel, New York and the Airbnb community.

In the appeal, we and Nigel argued—and the appeal board now agrees—that under New York law as long as a permanent occupant is present during a stay, the stay does not violate New York’s short term rental laws.

Es ging also um die Frage, ob jemand privaten Wohnraum vermieten dürfte, wenn er selber noch anwesend ist – ähnliche Gesetze der privaten Untervermietung für eine kurze Zeit gibt es auch in anderen Ländern zum Beispiel in Deutschland.

Worum es aber bei Airbnb in Wirklichkeit geht, ist die Frage der kommerziellen Vermietung von Wohnung. Hier zitiert die Business Week die Autorin des Gesetzes gegen illegale Hotels in New York, Liz Krueger:

“Airbnb may have scored a PR victory with the success of this appeal, but that’s all it is. The vast majority of Airbnb’s business in New York City—short-term rentals of apartments in residential buildings without any permanent residents present—remains unambiguously illegal,” she said in a statement.

Die Frage, ob airbnb eine Bereicherung für eine Stadt ist, müsste man eigentlich mal systematisch untersuchen. Ich sehe da sechs Fragen:

1) Hilft airbnb die Gentrifizierung in sich stark verteuernden Wohngegenden abzumildern? airbnb behauptet diesen Effekt immer wieder in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, weil dank airbnb es Mietern ermöglicht würde, ihre Wohnungsmiete zu mindern, indem sie nicht-genutzte Zimmer schnell und einfach weitervermieten. Man müsste hier Gelegenheitsnutzer und regelmäßige Nutzer unterscheiden und herausfinden, inwiefern die Shareconomy zur Mietstabilisation beiträgt.

2) Erlaubt airbnb das Heranwachsen eines Gästewohnungssektors? Das Argument der Stadt New York scheint ja darauf abzuziehen, dass ein großer Teil der airbnb Anbieter nicht nur die Wohnung regelmäßig vermieten, sondern dies auch als Unternehmer tun.

3) Sorgt airbnb dafür, dass eigentlich wiederzuvermietende Wohnung entweder als private oder kommerzielle Gästewohnung genutzt werden und entzieht die Shareconomy dem Wohnungsmarkt freie Wohnungen, weil Leute ihre einmal angemieten oder gekauften Wohnungen nicht mehr normal weitervermieten?

4) Entzieht das airbnb-Geschäftsmodell den Hotels Kundschaft? In Berlin beispielsweise stagniert trotz steigender Besucherzahlen der Markt für Hotelbauten – ein Hinweis darauf, dass sich die Besucherströme andere Übernachtungen suchen.

5) Ist airbnb aus Sicht einer Stadt und deren Steuereinkommen positiv oder negativ? Wenn Hotelzimmer durch kommerzielle Gästewohnung ersetzt werden, beide aber die gleichen Abgaben bezahlen, ist dies eine normale Marktverschiebung. Wenn aber die Gästewohnung keine Steuern und Abgaben bezahlen, dann entsteht der Staat ein Ausfall.

6) Hat eine Ausbreitung der Shareconomy auch noch andere gesellschaftliche Effekte, zum Beispiel dass dadurch internationale Kontakte gestärkt werden, dass Ressourcen besser genutzt werden, dass eine Stadt tourismusfreundlicher wird?

Diese sechs Fragen sind eigentlich separat zu analysieren, bevor das Geschäftsmodell von airbnb einseitig gelobt oder beschimpft werden kann.

Das geraubte digitale Vermächtnis: Verstossen Rösler und Brüderle gegen das Bundesarchivgesetz?

Philip Rösler und Wolfgang Brüderle haben ihre Facebook-Profile gelöscht, so berichten verschiedene Medien die Erkenntnisse von unseren geschätzten Kollegen Jona und Martin von Pluragraph. Aber in der Regel schreiben die Medien nur darüber, dass sie das tun, weil die beiden FDP-Spitzenpolitiker Angst vor den negativen Kommentaren auf ihren Seiten haben.

In Wirklichkeit ist der Skandal viel größer. Ob Rösler oder Brüderle Angst vor den negativen Kommentaren haben, kann doch nicht entscheidend dafür sein, ob eine öffentliche Kommunikation von zwei derzeit noch aktiven Politikern einfach gelöscht werden kann? Denken die beiden, ihre öffentlichen Profile auf Facebook sind ihre Privatangelegenheit? Denkt ihre Partei, dass die Profile der Politiker nach dem Wahlkampf keine Relevanz mehr haben?

Das Bundesarchivgesetz regelt eigentlich sehr deutlich, dass alle Verfassungsorgane ihre Kommunikation zur Archivierung anbieten müssen:

Die Verfassungsorgane, Behörden und Gerichte des Bundes, die bundesunmittelbaren Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die sonstigen Stellen des Bundes haben alle Unterlagen, die sie zur Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben einschließlich der Wahrung der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder nicht mehr benötigen, dem Bundesarchiv […] zur Übernahme anzubieten […].

Continue reading „Das geraubte digitale Vermächtnis: Verstossen Rösler und Brüderle gegen das Bundesarchivgesetz?“

#gehwählen #btw13 – Wer möchte Twitter-Wahlbeobachter werden? Die wichtigsten Twitter-Tools im Überblick

gehwaehlentweetexampleTwitter ruft unter dem Hashtag #gehwählen dazu auf, seinen persönlichen Demokratieschub zu kommunzieren. Wer neben der Twittersuche wissen will, was der Rest der politischen Republik so twittert, kann auf diese Twitter-Wahlbeboachtungs-Tools zurückgreifen.

Twitter sagt es so schön einfach und sendet an alle deutschsprachigen Twitterer eine Wahlbotschaft:

Am Sonntag ist Wahltag: Deutschland wählt einen neuen Bundestag und Du kannst Einfluss auf die Wahlentscheidung nehmen.
Jede Stimme zählt, Deine auch!
Geh wählen und motiviere Deine Follower, indem Du mit dem Hashtag #gehwählen twitterst. Erkläre am besten mit einem Tweet oder einem Vine-Video, warum Du wählen gehst

prosiebengehwaehlenSehr lustig ist allerdings, dass Twitter nicht mal sein eigenes System verstanden hat, denn es gab ja schon den Hashtag #gehwaehlen (mit ae). Außerdem gab es den von der Pro7Sat.1 MediaAG betreuten Account @gehwaehlen, dessen Hashtag #millionshouts und einem Lied von Gentleman, die als Anreiz dienen sollten, die jugendliche Zielgruppe zur Wahl zu bringen.

btw13exampleNeben diesen Hashtags gab es natürlich das schon bekannte #btw13, dass über alle Twittergrenzen hinweg zu funktionieren scheint.

Da einerseits die Twittersuche nicht besonders komfortabel erscheint, andererseits soviele unterschiedliche Hashtags verwendet werden, sind die Leser dieses Blogs dankbar für ein paar Tooltips. Bitte schön! Continue reading „#gehwählen #btw13 – Wer möchte Twitter-Wahlbeobachter werden? Die wichtigsten Twitter-Tools im Überblick“

#SMWBerlin #SMWBjobs – Get unstuck – advance your career with your social networks!

loveworknowAuf der Social Media Week werden wir auch einen Vortrag von Jana Schuberth hören, die Gründerin von LoveWorkNow ist. Jana und ich kennen uns schon seit mehr als 10 Jahren aus den Zeiten der guten alten Jugendpresse. Sie coacht kleinere und große Gruppen darin, wie man erfolgreich den eigenen Lebens- und Berufsweg geht. Wir freuen uns sehr!

Are you stuck in a job that you don’t love. Find the right one now and use your social network..

Hier der Link zur Session und zur Anmeldung: http://socialmediaweek.org/berlin/events/?id=100987#.UjgfH388LZU

Sind Facebook und Twitter asozial?

Auf der Social Media Week Berlin wird ikosom mit einigen Vorträgen aufwarten, darunter auch mein Vortrag „Why Facebook and Twitter are anti-social – the social media revolution AGAINST the social networks“.

Bitte kommentieren Sie diesen Beitrag nicht. Kommentare nerven einfach nur, weil man darauf antworten muss. Also antwortet lieber nicht. Nein, ihr braucht den Artikel auch nicht zu sharen. Seid mal ein wenig anti-social. Ja, traut es Euch. Um genau zu sein: wer diesen Artikel auf Twitter, Facebook, Linkedinxingvkontakte oder Google-Minus teilt, ist doof. Seid gewarnt!

Als Entschädigung hier folgender Artikel „The 7 biggest social media lies„:

  1. „Ich wurde gebeten, mal über Sanskrit und andere tote Sprachen zu bloggen…
  2. „Wegen diesem Tweet habe ich unglaublich viele Follower verloren.
  3. „Oh, habe Deine DM auf Twitter jetzt erst gesehen.“
  4. „Beziehungsstatus: It’s complicated“
  5. „Mein Beruf: ich bin Chefredakteur bei meinem Blog.“
  6. „Ich bin so gut wie nie bei Facebook.“
  7. „Jetzt reicht es – ich steige aus Facebook aus.“

Followerpower – Was blieb hängen vom Social Media Wahlkampf 2013?

Liebe ikosom-Fans und ikosom-Freunde, wir brauchen Eure Hilfe. Nächsten Donnerstag machen wir einen Workshop zum Thema ePartizipation und Social Media Kampagnen für Jugendliche aus der Slovakei, Tschechien und Polen.

Wir wollen Euch fragen: was ist Euch besonders gut aufgefallen im Social Media Wahlkampf von Parteien, NGOs und Verbänden? Was hat Euch genervt? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

Hat das Amtsgericht Berlin-Mitte defacto @airbnb für Mieter verboten?

Airbnb spaltet das Internet. Die beliebte Plattform zur Vermietung von Zimmern oder ganzen Wohnungen ist für einen Teil der Gesellschaft eine tolle Innovation im Rahmen der Bewegung zu Collaborative Consumption, für die anderen eine Gefahr, weil aus Mietwohnungen Gästewohnungen werden, weniger Hotelzimmer gebucht werden und dem Staat Steuereinnahmen entgehen, die bei privat untervermieteten Wohnungen in der Regel nicht angegeben werden.

Auch die jeweilige Umgebung einer dauerhaft via Airbnb-vermieteten Wohnung ist oft gespalten – während die Restaurants, Geschäfte und Läden eines Kiez von den Touristen profitieren, so beklagen sich Anwohner zum Teil über die temporären Nutzer.

Die Reaktion der Politik steht noch aus – in New York denkt man offen darüber nach, Airbnb zu verbieten, in anderen Städten werden gewerbemäßig vermietete Wohnungen im Internet gesucht und die Vermieter mit Strafzahlungen belegt.

Schon 2009 hatte das Amtsgericht Berlin-Mitte entschieden, dass es ein Grund für eine fristlose Kündigung sein kann, wenn ein Vermieter seine Wohnung gewerblich als Ferienwohnung vermietet, wenn davon der Vermieter nicht in Kenntnis gesetzt wird oder dies im Mietvertrag explizit ausgeschlossen wird. Das Amtsgericht hatte dem Vermieter im wesentlichen Recht gegeben, die fristlose Kündigung und die verlangte Räumung nicht beanstandet und sogar der beklagten Mieterin die Kosten für die Detektei auferlegt, welche der Vermieter einsetzte, um zu erheben, ob die Mieterin tatsächlich in ihrer Wohnung wohnen blieb. Continue reading „Hat das Amtsgericht Berlin-Mitte defacto @airbnb für Mieter verboten?“

Kann man herausfinden, wieviele Nutzer Snapchat in Deutschland hat?

Der Trendblogger Lucas Rex schrieb kürzlich, dass Snapchat Instagram überholt, obwohl die App wesentlich jünger ist. Er verwies auf einen Techcrunch-Artikel, welcher behauptet, dass 200 Millionen Bilder private Fotos pro Tag, die sich angeblich nicht speichern lassen – Temporary Social Media.

In Deutschland nutzen noch relativ wenig Menschen die Application Snapchat, so die Vermutung von Lucas Rex. Dabei ist der Medientrends zum privaten Teilen von Bildern, Texten und Dateien ungebrochen, wie die MIT Techology Review berichtet:

While technology allowing us to send and receive expiring messages is not new, these apps offer a very simple way to exercise control over your data in a world where your so-called permanent record is now documented across the Web. If their appeal continues to climb, such ephemeral media could soon become more far-reaching, and will perhaps even extend to some of the social networks that now mine our every move in an effort to serve up targeted online ads.

Die Beratungs- und Anwaltsfirma KCBP hat in seiner Studie behauptet, dass mittlerweile mehr Bilder pro Tag bei Snapchat hochgeladen werden als bei Instagram:

Leider gibt es weder im Blog noch im Netz Daten zu den deutschen Download-Statistiken bei GooglePlay oder im iTunesStore. Anbieter wie App-Annie haben leider nur die historischen Daten der Ratings. Kennt jemand noch andere Seiten, die App-Download-Daten analysierbar machen?

Twiplomacy 2013 – Studie von Burson-Marsteller: Die twitter-aktivsten Regierungsmitglieder sitzen in Uganda, Ruanda, Schweden und Ecuador

Burson-Marsteller hat die Twitter-Aktivitäten von Regierungsmitgliedern untersucht. Die Studie hat einige methodische Mängel, u.a. Untersuchungszeitraum und Auswahl der untersuchten Accounts. Allerdings sind die Daten frei verfügbar, insofern kann auf der Analyse jeder aufsetzen.

Top5_infographic_finalDie PR-Agentur Burson Marsteller hat seine Studie Twiplomacy aktualisiert, in dem die Regierungsmitglieder, Staatschefs und offiziellen Twitter-Kanäle der Regierungen untersucht werden.

Twiplomacy is the leading global study of world leaders on Twitter. The governments of more than three-quarters (77.7%) of the 193 UN member countries have a presence on Twitter: Almost half of the 505 accounts analysed are personal accounts of heads of state, heads of government and ministers of foreign affairs; a third of these world leaders tweet themselves, but very few on a regular basis.

Swedish Foreign Minister @CarlBildt is the best connected world leader, mutually following 44 peers. Ugandan Prime Minister @AmamaMbabazi is the most conversational world leader with 96% of his tweets being @replies to other Twitter users.

Die Auswertungen können auch für die einzelnen Kontinente und Länder abgerufen werden. Sehr interessant ist zum einen, welche Accounts erfasst worden: Für Deutschland sind nur @regsprecher und @auswaertigesamt. Die zahlreichen Regierungsmitglieder, wie @peteraltmaier, die intensiv twittern, wurden überhaupt nicht ausgewertet.

Insofern ist die Aussagekraft der Studie nur sehr begrenzt aussagefähig, weil der Analysezeitraum (nur der Monat Juli 2013) sehr kurz ist und in den westlichen Ländern der Welt die Politik schon in der Sommerpause war, andererseits gar nicht alle Accounts von Regierungsmitgliedern erfasst worden sind.

In der Executive Summary wird auf viele weitere untersuchte Aspekte eingegangen, wie zum Beispiel die Nutzung von Twitterlisten und Vine. Auch sehr lobenswert ist, dass die Daten verfügbar gemacht wurden. Jetzt fehlt eigentlich nur eine kontinuierliche Beobachtung dieser Accounts.

Twittere nie bei „Breaking Bad“ – sagt @jenn_gidman

Bei einer TV-Show wie „Breaking Bad“ sollte man nicht live-twittern, so Salon.com-Autor Jenn Gidman. Man würde so seine soziale Empathie gegenüber der Hauptfigur verlieren.

Spoiler Alert – wer noch nicht Breaking Bad gesehen hat, sollte nicht auf den Original-Link klicken. Aber diesen Artikel lesen.

breakingbadtwitterscreenshot

Die Autorin argumentiert, dass der Erfolg der Serie darin liegt, dass man seine volle Aufmerksamkeit auf die Handlungen der Hauptdarsteller fokussiert:

However, in keeping with much of the research on multitasking in general, you might not be as engaged as you should be if you want to get anything meaningful out of either your Twitter feed or your favorite TV show. A Stanford study shows that “chronic media multitaskers” perform poorly on task-switching because they’re distracted by their multiple media streams. When their eyes are darting back and forth between their TV screens and their Twitter feeds, they may be “sacrificing performance on the primary task” — in this case, their undivided attention to Walt, Jesse and the rest of the motley New Mexican crew.

Complete engagement isn’t usually necessary with these forms of electronic escapism. Watching TV is a passive endeavor to begin with […]. But a show like “Breaking Bad” — baby, you’re different than the rest.

Unlike my other guilty pleasures on the small screen, “Breaking Bad” is all about feeling … the guilt. Guilt at understanding the motivation behind some of the terrible things these characters do. […]
You might share “moments” with characters on the other shows you watch. But with “Breaking Bad,” you know that you are just as much the danger as Walter White. You feel it. To undergo this rather inexpensive self-examination, you don’t want to be spending those critical 60 minutes trying to think up really awful “Breaking Bad” alternatives or clever names for the #BreakingBadBands hashtag.

Spannend an dem Artikel sind weniger die Hinweise auf Schuldgefühle gegenüber den Hauptdarstellern von Breaking Bad, sondern zwei Studien, die im Text erwähnt werden. Einerseits wird eine Studie von Nielsen erwähnt, die eine Korrelation von Twitter-Nutzung und Einschaltquoten sehen:

The recent Nielsen/SocialGuide study confirmed that increases in Twitter volume correlate to increases in TV ratings for varying age groups, revealing a stronger correlation for younger audiences. Specifically, the study found that for 18-34 year olds, an 8.5% increase in Twitter volume corresponds to a 1% increase in TV ratings for premiere episodes, and a 4.2% increase in Twitter volume corresponds with a 1% increase in ratings for midseason episodes. Additionally, a 14.0% increase in Twitter volume is associated with a 1% increase in TV program ratings for 35-49 year olds, reflecting a stronger relationship between Twitter and TV for younger audiences.

Interessant ist aber auch eine Studie der Stanford Universität „Cognitive control in media multitaskers“ von Eyal Ophir, Clifford Nass, und Anthony D. Wagner

Results showed that heavy media multitaskers are more susceptible to interference from irrelevant environmental stimuli and from irrelevant representations in memory. This led to the surprising result that heavy media multitaskers performed worse on a test of task-switching ability, likely due to reduced ability to filter out interference from the irrelevant task set. These results demonstrate that media multitasking, a rapidly growing societal trend, is associated with a distinct approach to fundamental information processing.

Wer also sich auf Breaking Bad konzentriert, tut damit auch etwas für seine Konzentrationsfähigkeit bei anderen Tätigkeiten. Manchmal kann Enthaltsamkeit von Social TV also auch gut sein.

Social Media Week - Crowdfunding für FilmÜber diese und weitere Nachteile der Nutzung von sozialen Netzwerken werde ich bei der Social Media Week reden.

Crowdlounge zur Finanzierung nach dem Crowdinvesting

2013-08-14-Crowdlounge goes IHK-v1.0Am 18.9.2013 wird es in der IHK Berlin wieder eine Crowdlounge geben. Diesmal geht es um die Frage, welche Auswirkung das Crowdinvesting auf Start-Ups hat, wenn sie in einer zweiten oder dritten Finanzierungsrunde sich Geld holen, zum Beispiel von Business Angeln, Venture Capital Fonds, Banken oder öffentlicher Förderung.

Am Mittwoch, den 18. September 2013, in der „Crowdlounge goes IHK Berlin!“ im Großen Vortragssaal des Ludwig-Erhard-Hauses um 17:30 stehen die Türen offen, ab 18 Uhr moderiert Karsten Wenzlaff von ikosom die Vorträge und Podiumsdikussion.

Mit dabei sind Martin Fröhlich (PaperC), Florian Ellsaesser (Frontrowsociety) und Frederik Fischer (tame). Ihre fachliche Expertise bringen Guido Wegner (Berliner Volksbank) und Florian Steger (hub:raum) ein. Wie schon bei der letzten Veranstaltung werden außerdem wieder Vertreter von diversen Crowdfundingplattformen anwesend sein.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Die Veranstaltung ist kostenfrei, man sollte sich aber über die Homepage der IHK Berlin anmelden.

17:30 Einlass
18:00 Begrüßung durch Karsten Wenzlaff (ikosom)
18:10 Vorstellung der Start-ups und hub:raum
18:10 – 18:30 Impulsvortrag von Guido Wegner (Berliner Volksbank): Die Banken und Mittel aus Crowdfunding
18:30 – 19:00 Paneldiskussion mit den Start-ups, hub:raum und der Berliner Volksbank (Moderation: Karsten Wenzlaff)
19:00 – 19:30 Q&A
anschließend Get-Together

From SmartPhone to SmartDrone

Smartphones sind nicht viel schlauer als Handys – echte mobile Technologie hat mehr mit Drohnen zu tun als uns vielleicht lieb ist. Was wir deshalb gründen sollten: Ein ThinkTank für smarte, mobile Technologie die nichts mit dem Handy zu tun hat.

Ich finde es fast schon bedrückend, dass alle Welt das kleine, batterie-getriebene Etwas in unseren Händen „smartphone“ nennt, nur weil es Internet, GPS und Foto hat. Es ist nicht viel smarter als die klobigen Telefone der ersten Handy-Generation, denn es klebt nach wie vor an der Hand oder steckt in der Hosentasche. Was ist smart daran, wenn ein von Ladekabeln und Funkmasten abhängiges Plastik-Chip-Metall-Ensemble lediglich mehr und mehr Funktionen akkumuliert und jeder Journalist das als Durchbruch „mobiler“ Technologie zelebriert?

Der Durchbruch mobiler Technologie wird dann kommen, wenn nicht jeder ein „iPhone“ mit sich herumträgt, sondern eine „iDrone“ – eine personalisierte, nicht hackbare Drohne, die einige Hundert Meter über einem schwebt. Kein Nokia Smartphone, sondern eine „Nokia Smartdrone“. Kein „Samsung Galaxy“ in der Jacke, sondern ein „Samsung Full Galaxy“ in der Luft.

flickrdrone

Für viele mag schon die Überlegung daran gruselig erscheinen: den blauen Sommerhimmel voll mit dem Gewirr von quadromotorigen fliegenden Einheiten. Schlimmer als „Chemtrails“ und alle Überwachungskameras der Welt. Aber wie ein sehr spannender Artikel namens „Drones: Not just for Killing anymore“ auf Salon.com beschreibt, gibt es schon jetzt viele, die aktiv über die  zivile Nutzung von Drohnen nachdenken:

 “The systems have evolved to the point where what used to seem like an RC toy can now be used as a tool for a variety of applications such as taking pictures of your child’s birthday party, monitoring the health of plant life at a community park or delivering a ring at a wedding.”

Das kann man noch weiterdenken. Man stelle sich vor, die eigene „Smartdrone“ könnte schnell zur Post fliegen und einen Brief abholen. Oder zum Supermarkt um etwas Milch zu holen. Oder könnte beim Autofahren schauen, wie sich der Verkehr voraus entwickelt und dann schlau das Auto steuern.

Der technische Durchbruch kommt dann, wenn die eigene Smartdrone mit sozialer Technologie ausgestattet wird, sich kombinieren kann mit anderen Smartdrones und selbständig senden. Man kann sich vorstellen, wie Konzertaufnahmen werden, wenn Hunderte von Drohnen gleichzeitig streamen. Oder wie man bei menschlichen und natürlichen Katastrophen die Smartdrones zur Aufklärung einsetzt.

Natürlich gibt es auch jede Menge offener Fragen. Wie geht man mit dem Schutz der Privatsphäre um, wenn jeder einem eine Drohne vor das Fenster setzen kann:

According to a woman there, a “stranger set an aerial drone into flight over [her] yard … the man insisted that it is legal for him to fly an aerial drone over our yard and adjacent to our windows. He noted that the drone has a camera, which transmits images he viewed through a set of glasses. He purported to be doing ‘research.’”

Der Einsatz von Drohnen ist keine rein militärische Frage. Die Debatte darum wird ja im Augenblick gerade vor allem im Hinblick auf das Töten von Menschen geführt – und das ist richtig, denn wenn man die militärische Anwendung und deren zivile Konsequenzen anschaut, dann möchte einem oft das Kotzen kommen. Am eindrucksvollsten hat das wohl das Daten-Visualisierungsprojekt „Out of Sight – out of Mind“ gezeigt.

dronestrike

Aber es hilft nichts, allein die militärische Komponente zu thematisieren, ohne die zivile Komponente zu analysieren. Carsten Sinns in seinem recht mutigen Blogpost diskutiert zum Beispiel, warum er im Zweifelsfall doch für den Einsatz von Drohnen im Krieg wäre. Er wirft die Frage auf, ob nicht doch militärische Überlegungen zugunsten dem Einsatz der Drohne überzeugen könnten. Aber die Frage ist viel weitgehender: wie können wir eigentlich als Gesellschaft die Vorteile und Nachteile echter, persönlicher, im wahrsten Sinne des Wortes „mobiler“ Technologie diskutieren, wenn wir Drohnen nur als Killerroboter wahrnehmen?

Meines Erachtens benötigen wir dazu einen ThinkTank, der über Technologie „Beyond mobile“ und ihren Einfluss auf die digitale Gesellschaft nachdenkt. Ich fand es erstaunlich, wie wenig bei der letzten re:publica die vier oder fünf Drohnen über dem Kopf der Versammelten eine Debatte auslösten, zumindest wesentlich weniger als das Herumtragen einer gefakten GoogleGlass-Brille. Es spricht viel dafür, dass die digitale Gesellschaft ihre mobile Technologie nicht versteht.

In spätestens einer Legislaturperiode werden wir uns intensiv damit beschäftigen müssen, was Technologie bedeutet, wenn man „mobil“ bis zum Ende konsequent durchdenkt. Es wäre Zeit, schon jetzt damit anzufangen.

#Followerpower: @Dawanda und @Etsy – Shopbetreiber gesucht

dawandaetsyAb nächsten Donnerstag findet der SommerCampus von Artwert statt – diesmal zum Thema „eCommerce„. Wichtige Plattformen für die Kreativwirtschaft sind natürlich Dawanda und Etsy, auf denenen Künstler, Kreative und Handwerker ihre Produkte vermarkten können.

Wir hatten bisher erfolglos probiert über die Plattformen versucht, an Shopbetreiber zu kommen, die Lust haben, während des Sommercampus in einem kurzen Vortrag ein bißchen über ihre Dawanda/Etsy-Strategie zu sprechen. Da die Plattformen aber den Kontakt nicht herstellen wollen, würden wir gerne unser Netzwerk in Gang setzen: Kennt ihr jemanden, der über etsy oder dawanda erfolgreich seine Produkte vermarktet?

Es gibt natürlich auch ein Honorar für den Vortragenden  und für das erfolgreiche Herstellen eines Kontaktes auch eine Überraschung von ikosom. Wenn ihr jemanden kennt, einfach kurze Email an wenzlaff@ikosom.de. Danke für Eure Hilfe!

Online-Communities und Depression – ein Internet-Paradox

flickr-depression
Photo by Pedro Figueiredo/Flickr, cc by-nc-nd 2.0

In der aktuellen Ausgabe des International Journal of Internet Science ist ein spannender Artikel erschienen, der sich mit Online-Communities zum Thema Depression beschäftigt und untersucht, inwiefern diese zum Wohlbefinden der Community-Teilnehmer beiträgt:

This cross-sectional study aimed to explore the association between the intensity of participation in online depression communities and the benefits users gain from participation. The study was based on an online survey of 631 users in 16 English language-based online depression communities. Results indicated that there were several differences between heavy, medium and light users with regard to their participation patterns, but they did not differ in their background characteristics and hardly varied in their interests. There were also no differences between the groups in their level of depression. However, there were many significant differences in perceived benefits gained, which demonstrated that heavy users reported receiving emotional support online and experiencing offline improvement more than medium and light users, and medium users reported these benefits more than light users. These findings suggest that contrary to some previous arguments regarding possible adverse consequences of intensive Internet use, heavy use of online depression communities is associated with positive results. Thus, it may even contribute to the general well-being of people with depression. Future research of the various associations between Internet use and psychological well-being should examine specific online activities, and explore diverse audiences including disadvantaged populations.

Wie schon im Abstract erwähnt, gibt es eine hohe Korrelation zwischen den Heavy-Community-Nutzern und der Verbesserung der Depression. Dies wird in der Zusammenfassung in der Studie nochmal herausgearbeitet:

The fact that the heavy users were not more depressed than medium and light users, but at the same time reported more improvement in their condition (e.g., more hope and better coping) suggests that had they not participated in the communities, they would have suffered a higher level of depression. This suggestion is in line with the findings of Houston and colleagues (2002), which demonstrated resolution of depression among heavy users. It may also find support in studies that indicated that social use of the Internet was associated with decreased depressive symptoms and anxiety (e.g., Morgan & Cotten, 2003; Selfhout et al., 2009). Moreover, the fact that the light users were more “veteran” than others but not less depressed and benefitted the least from participation, suggests that it is not the duration of use, but rather the intensity of it, that matters.

The current study demonstrates that for people with depression having frequent online communication with others in their condition may be very helpful, regardless of whether they receive help, provide it to others, or both. Such communication with others who are able to understand what they are going through may redeem users of the isolation that often accompanies depression, make them realize that they are not alone, and empower them.

Therefore, the current study may join previous research (e.g., Amichai – Hamburger & Furnham, 2007; Campbell et al., 2006, Shaw & Gant, 2002) that commended the Internet for its potential to contribute to increased well – being, arguing that the participation in online depression communities may be viewed as an effective complimentary means for coping with depression.

More generally, the findings of this study verify the need to examine the “Internet paradox” and the various associations between Internet use and psychological well-being among more diverse audiences and in a greater resolution than previous research did.

4. Branchentreffen Crowdfunding – 10. Juli 2013 – 10-16 Uhr

Am 10. Juli 2013 kommt es zum vierten Branchentreffen Crowdfunding, mit dem Schwerpunkt der Aktivitäten der Crowdfunding-Szene in Europa und der verschiedenen Regulierungsszenarien. Das Branchentreffen ist wie immer nicht-öffentlich und die Ergebnisse bleiben im Kreis  der Teilnehmenden, um eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre zu gewährleisten. Eingeladen sind in erster Linie die Crowdfunding-Plattformen, Mitglieder des Crowdsourcing-Verband und des European Crowdfunding Networks. Wer Interesse hat, kann hier das Interesse an der Teilnahme kurz bestätigen.

Im Anschluss an das Branchentreffen gibt es einen öffentlichen Workshop zur AIFM-Richtlinie mit einem Input von Dr. Oliver Glück (GSK)

Wieso ist es so schwierig, Europa auf virtuellem Wege näher zu kommen?

Heute war die letzte Online-Session des Projekts „Europe-So-Close„. Das Projekt ist eigentlich revolutionär: über 8 Sitzungen zu vier Oberthemen (Daseinsvorsorge, EU-Haushalt, Datenschutz, Jugendarbeitslosigkeit) wurden Mitglieder des Europäischen Parlaments mit Interessensvertretern an einen virtuellen Tisch gebeten, eine Stunde lang wurde sich ausgetauscht, Themen kontrovers diskutiert und die Bürger Europas konnten direkt an ihre Vertreter ihre Fragen und Ideen loswerden. Eigentlich eine tolle Idee, oder?

Wenn man sich die Liste der ReferentInnen anguckt, dann war das Projekt ein voller Erfolg, denn unser Projektteam hat es geschafft, zu allen Themen diejenigen auszuwählen, die direkt am Geschehen dran waren und diese kommentieren konnten. Wir haben als Team den Kontakt aufgenommen zu Hunderten von Blogs, Twitterern und Facebook-Gruppen und so die Sitzungen immer wieder angeteasert. Trotzdem lässt mich das Projekt aber auch etwas ratlos zurück, denn die Diskussionen in den virtuellen Webinaren fanden fast ausschließlich zwischen den Experten statt, die Bürger Europas haben eher passiv zugeschaut.

Am besten hat es eine unserer Mitarbeiterinnen heute auf den Punkt gebracht: „Ich wußte eigentlich gar nicht, was ich fragen soll.“ Sie ist jung, hat studiert, gehört zu den Europäerinnen, die wie selbstverständlich in anderen Ländern Europas arbeiten und leben wollen, sie ist politisch interessiert und macht sich sicherlich genauso wie die Abgeordneten viele Gedanken, wie man die Krise Europas lösen könnte. Aber doch baute sich in den Sessions eine seltsame Distanz auf, obwohl die MEPs alle sehr zugänglich waren und sich auf das Experiment der virtuellen Sitzungen eingelassen haben. MEPs wie Franziska Keller, Jutta Steinruck, Axel Voss, Jürgen Klute, Jens Geier, Othmar Karatas, Eva Lichtenberger, Sabine Verheyen, Josef Weidenholzer, Thomas Händel oder die Mitarbeiter von Amelia Andersdotter oder Evelyn Regner waren immer freundlich und zu Diskussionen bereit.

Woran lag es nun? Ich versuche mich mal an ein paar erklärenden Punkten:

Wer mit Europa ernsthaft diskutieren will, muss sich ernsthaft einarbeiten – und das kostet Zeit und Mühe, die europäische Bürger nicht aufbringen wollen.

Ich hatte das Vergnügen, selber eines der acht Sitzungen moderieren zu dürfen, zum Thema Datenschutz. Und obwohl ich mich eigentlich recht gut auskenne im Datenschutz, musste ich mich natürlich auch vorbereiten. Will man von plakativen Fragen à la „Bist Du für mehr oder weniger Datenschutz?“ absehen, dann muss man sich tief in die Materie der Gesetzesvorhaben einarbeiten, man muss die Positionen der Parteien und der Abgeordneten kennenlernen, die unterschiedlichen Rollen von Parlament, Rat und Kommission kennen, verstehen, wie der Gesetzgebungsprozess funktioniert.

Das ist auf nationaler Ebene schon nicht einfach, aber vermutlich den meisten politikinteressierten Menschen geläufig.Aber auf europäischer Ebene ist es schon für ein einziges Themenfeld sehr viel schwieriger, weil wesentlich mehr Akteure involviert sind, es im Parlament keine klare Trennung in Opposition und Regierung gibt und vieles mehr. Für die europäischen Bürger ist es wesentlich schwieriger, sich über europäische Politik zu informieren als über die Politik in den Hauptstädten der EU-Mitgliedsstaaten. Dabei liegt es nicht am fehlenden Informationen, sondern eher an der Tatsache, dass zu jedem Thema unzählige Informationsportale existieren. Es liegt also weniger an der Intransparenz Europas, sondern eher am Information-Overkill in Europa.

Dies wird durch die sozialen Medien noch verschärft. Das Europäische Parlament hat, wie soll das auch anders sein, einen Twitter-Account in fast jeder Amtssprache der Europäischen Union. Die Abgeordeten twittern. Die Kommissare twittern. Die Mitarbeiter der Kommission twittern. Die unzähligen EU-Institutionen, wie der Rat der Regionen twittern. Es ist also sehr einfach möglich, direkt den Draht zu den Mitarbeitern zu bekommen, die für die jeweilige Institut die Kommunikation verantworten. Die Mitarbeiter sind auch nach meiner Erfahrung alle sehr dialogbereit gewesen, haben gehelfen die Sessions bekannt zu machen. Aber wenn man die europäische Twittersphäre beobachtet, fällt es auf, dass dort wenige sind, die aktiv zuspitzen, Thesen vertreten. Die europäische Öffentlichkeit in den sozialen Netzwerken ist weitestgehend unter sich, so scheint es.

Nicht der Dialog, sondern der Protest bestimmt das Bild von Europa – dank Netzpolitik.org und Lobbyplag

Wenn über europäische Themen diskutiert wird, dann immer als Abwehrmaßnahme gegen Brüssel. Bestes Beispiel sind dafür die ACTA-Proteste und deren Mobilisierung auf Plattformen wie netzpolitik.org. Ein aktuelles Beispiel ist die EU-Richtlinie zur Vergabe von EU-Dienstleistungskonzessionen, die aufgrund einer Europäischen Bürgerinitiative entscheidend verändert worden ist.

Protest ist nicht falsches, aber sie ist ein Zeichen dafür, dass die (digitale) Zivilgesellschaft von der Komplexität Europas überfordert ist. Kaum jemand zum Beispiel berichtet darüber, dass das Europäische Parlament sich bei dem Streit um die digitale Überwachungspraxis der Amerikaner sich massiv in Position gebracht hat, viel stärker noch als sich die meisten Regierungsvertreter der Mitgliedsstaaten es sich trauen würden.

Leider ist es so, dass gerade die Initiativen sehr viel Aufmerksamkeit bekommen, die wie Lobbyplag noch anti-europäischen Ressentiment vertiefen, ohne selber einen konstruktiven Dialog zu führen. Ich halte es für sinnvoll, wenn man die Gesetzesvorhaben der Europäischen Union dahingehend transparenter macht, dass man wie zum Beispiel im Fall der Datenschutzrichtlinie die Vorschläge von Lobbyisten, NGOs und Unternehmen veröffentlicht. In einer Demokratie ist es wichtig und richtig, dass die Politik auf die Kritik von außen reagiert und das geht nur, wenn Interessen gleichberechtigt zu Wort kommen. Die Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament hat ein solches System aber schon seit Jahren in Betrieb, es wäre daher sinnvoller gewesen zu überlegen, wie man ein solches System verbessern kann, die Daten besser visualisieren, den Zugang zu den MEPs zu gestalten, die Argumente die hinter den Änderungsvorschlägen sich versammeln, klarer zu machen. Das alles ist ziemlich harte Arbeit und führt sicherlich nicht zu Grimme-Nominierungen. Aber es würde sich lohnen.

Für mich war das einer der ernüchterndsten Erfahrungen bei Europe-So-Close: wenn man den Menschen, die lautstark für oder gegen ein politisches Vorhaben in Brüssel sind, die Möglichkeit bietet, direkt mit den jeweiligen MEPs über die Anliegen zu sprechen, dann machen sich einige still und heimlich davon. Je lauter eine Lobbygruppe öffentlich über „die da in Brüssel“ herziehen, desto weniger haben sie Argumente, um sie im direkten Gespräch auszutauschen.

Virtuelle Dialoge sind wichtig, aber der direkte Kontakt von Bürgern und Politikern lässt sich nicht virtualisieren

Wir hatten Mittwoch letzter Woche Hannes Swoboda bei uns im ikosom-Büro. Der Fraktionsvorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion hatte sich Zeit genommen, um sich über Kreativwirtschaft in Berlin zu informieren. Er kam zu uns auf die Dachterasse, aß Pizza und trank ClubMate.

Es gab keinen Livestream, kein Chat, keine Tweets. Ich hatte aber den Eindruck, dass das Gespräch mindestens genauso tiefgehend war wie die Gespräche im virtuellen Raum. Die Frage, die sich mir stellt, ist: Wie kann der virtuelle Raum des Internets den politischen Dialog verbessern, partizipativer und transparenter machen. Vielleicht müssen nicht die Formate des analogen Raums auf den digitalen Raum übertragen, sondern eigene politische Formate entwickeln.

Tilo Jung ist das mit seiner Youtube-Serie „Jung&naiv“ auf bezaubernde Weise gelungen – vielleicht müsste man das ganze für Europa in diese Richtung denken. Fragen stellen und zwar so lange, bis man Antworten bekommt.

In diesem Sinne: danke ans gesamte Europe-So-Close-Team und an David Röthler als Projektleiter, dass er uns von ikosom miteinbezogen hat!

Self-Branding für Journalisten – zukünftige Finanzierungsformen für Journalisten zwischen Social Payments und Crowdfunding

Schon seit einigen Wochen erlaubt Flattr das Unterstützen von Inhalten, deren Urheber noch nicht bei Flattr sich angemeldet haben – sogenannte Unclaimed Flattrs. Zuvor hatte das Kachingle schon bei anderen Inhalten probiert und im Fall der New York Times sich eine derbe Abfuhr erhalten. Diese Unclaimed Flattrs ermöglichen es, zum Beispiel auf Youtube Videojournalisten oder Medienorganisationen zu unterstützen, ohne dass diese angemeldet sind. Stefan Mey hat heute auf Spiegel.de darüber berichtet.

Ursprünglich hatte ich gedacht, dass das wirklich super wäre – jeder Inhalt ist im Netz anhand seiner URL eindeutig identifizierbar und so könnte man für alle Inhalte im Netz schnell und problemlos ein paar Cents überweisen. Wenn ich jemandem Aufmerksamkeit gebe, dann durch einen Link bei Facebook oder Twitter – Flattr oder Kachingle könnten also meine Timeline scannen und dann  einfach die URL-Besitzer der jeweiligen Links entlohnen. Einfacher würde es nicht gehen.

Das Problem scheint mir zu sein, dass die Nutzer weder Flattr noch Kachingle richtig trauen, sie trauen aber den großen Medienorganisationen, deren Marken, sie trauen den bekannten Journalisten, die sich als Marken etabliert haben. Wie ist es aber für die vielen Journalisten, die als Freie für verschiedene Medienseiten im Netz schreiben, die ihre Artikel bei verschiedenen Blogs und Online-Portalen untergebracht haben? Für sie ist das System von Flattr oder Kachingle zu aufwendig und zu kompliziert.

Für die Leser ist es genau das gleiche. Gerne würde ich Journalisten, die ich gut finde, immer mal wieder etwas zu kommen lassen, wenn ich ihre Artikel gut finde. Wenn ich obigem Stefan Mey ein paar Cents zukommen lasse möchte, muss ich mir sein Flattr-Profil raussuchen oder sein Paypal-Profil, aber auf seinem Spiegel-Artikel ist sein Flattr-Account nicht eingetragen.

robsnowseemeMich macht es nachdenklich, dass Crowdfunding-Plattformen wie emphas.is oder Krautreporter so gut funktionieren. Ein Teil des Erfolgs liegt sicherlich darin, dass Journalisten über diese Plattformen dauerhafte Reputationen aufbauen können. Die Frage stellt sich, was passiert, wenn man das Thema Self-Branding weiterdenkt und mit einem Bezahlsystem kombiniert?

Die New Yorker-Plattform see.me hat das für den Künsterbereich sehr erfolgreich umgesetzt. Die Künstler können sich dort wie im alten MySpace eigene Profile anlegen, die sogar ziemlich schick aussehen. Der Clou kommt, wenn man auf den Button „Support me“ klickt: Dann können Kleinstbeträge überwiesen werden, aber auch Tickets oder CDs verkauft werden.

clippings.meIst das nun Crowdfunding oder Social Payments? Wir haben das immer abgegrenzt, dass wir sagten, dass Crowdfunding für noch nicht existierende Inhalte, aber Social Payments für schon existierende Inhalte genutzt werden. See.me ist ein ziemlich spannender Hybrid beider Welten, weil einfach die Persönlichkeit des Künstlers finanziert wird.

Da wo Flattr und Kachingle scheitern, weil sie nicht genügend an der Reputation des einzelnen Urhebers ansetzen, da wo die Paywalls scheitern, weil sie zu unvernetzt an einzelnen Medienangeboten kleben, da könnte ein See.me für Journalisten ansetzen. Plattformen wie http://clippings.me/ führen immerhin schon die Artikel eines Journalisten zusammen. Self-Branding plus Social Payment, also clippings.me oder see.me plus Flattr/Kachingle, das könnte wieder etwas Bewegung in die eingeschlafene Social Payment Debatte bringen.

 

Der vermeintliche Sieg der Verlage im Leistungsschutzrecht

Die Sektgläser klingeln, Google muss jetzt bei den Verlagen anfragen, wenn es die Inhalte der Online-Zeitungen für die Seite GoogleNews nutzen möchte. Aus Sicht der Verlage klingt das so:

Die Mitteilung von Google, Inhalte künftig nur noch bei Einwilligung in Google News aufzunehmen, ist für die Verlage ein erster Erfolg auf der Grundlage des Leistungsschutzrechts. Es gibt den Presseverlegern ein eigenes Exklusivrecht, sie können die Nutzung ihrer Inhalte in bestimmten Online-Diensten deshalb künftig von ihrer Einwilligung abhängig machen. Ab dem 1. August muss Google sich an diese neue Rechtslage halten. Und diese verpflichtet Google, genau jene Zustimmung einzuholen, um die das Unternehmen die Verlage jetzt bittet.

Für Google ist das ein Paradigmenwechsel. Kaum ein Unternehmen hat sein Geschäftsmodell so konsequent auf dem „Opt-out“-Prinzip aufgebaut wie Google – alles ist erlaubt, so lange niemand „nein“ sagt. Diesem Prinzip hat der Gesetzgeber mit der Schaffung des Leistungsschutzrechts eine klare Absage erteilt. Und mit seiner Entscheidung, die Nutzung von Presseerzeugnissen deutscher Verlage künftig von deren Zustimmung abhängig zu machen, erkennt Google dies ausdrücklich an und akzeptiert den urheberrechtlichen Grundsatz, dass vor der Nutzung von Inhalten die Zustimmung des Rechteinhabers eingeholt werden muss. Genau das ist der Zweck des neuen Leistungsschutzrechts. Genau dafür haben die Verlage gekämpft.

Google sieht das natürlich ganz anders, dort wird so getan, als ob es der Gnädigkeit von Google entspricht, die Verleger in dem Angebot von GoogleNews einzubeziehen und Google sich einfach aus Gründen der rechtlichen Absicherung jetzt die Einwilligung holt, die Inhalte kostenlos zu verwerten.

 

Beides ist natürlich Unsinn. Die Verleger wären ehrlich, wenn sie sagen würden, dass das größte Hindernis nicht etwa Google ist, sondern die Uneinigkeit der Verleger selbst. Wenn sie erreichen wollen, dass Google wie in Frankreich „freiwillig“ einen größeren Anteil derWerbeerlöse mit den Verlegern teilt, dann müssten sie ein Anbieterkartell bilden und den defacto-Monopolisten Google dazu zwingen, auf ihre Preisvorstellungen einzugehen. Damit wird das Leistungsschutzrecht ein Fall für das Kartellamt. Continue reading „Der vermeintliche Sieg der Verlage im Leistungsschutzrecht“

Studierende, ihr wollt was von uns, aber was könnt ihr uns zurückgeben?

Bei ikosom bekommen wir pro Woche sicherlich ein gutes Dutzend Anfragen, als Experten für eine Bachelor-, Master- oder Hausarbeit zur Verfügung zu stehen, sei es beim Thema Crowdfunding oder beim Thema ePartizipation. Ich mache das eigentlich immer recht gerne, sei es in Skype-Sessions oder in persönlichen Interviews. Gleichzeitig bin ich aber dazu übergegangen zu sagen, dass eine halbe Stunde oder eine ganze Stunde meiner Arbeitszeit auch etwas wert ist und sich die Studierenden überlegen sollten, was sie uns als Gegenwert geben können. Das muss nicht immer Geld sein, daher hier ein paar Tipps:

1. Fragt schlaue Fragen

Nein, ich möchte nicht mehr zum tausendsten Mal gefragt werden, ob Crowdfunding sich für Startups eignet oder ob Crowdfunding alle anderen Formen der Finanzierung in der Kreativwirtschaft verdrängen wird. Ich möchte, dass die Studierenden sich Fragen überlegen, die mich zum Nachdenken bringen, bei denen ich neue Ansätze für unsere  Forschung bekomme.

Vielleicht müssen wir dazu übergehen, alle Fragen die  uns von Studierenden gestellt werden, ins Blog zu stellen und auf die Antworten dann im Zweifelsfall zu verweisen. Was denkt Ihr?

2. Fragt ob Euer Thema schon mal bearbeitet wurde

Es kann sein, dass Ihr für Euch ein tolles Thema gefunden habt, aber dazu es schon zig Arbeiten gibt. Ein gutes Beispiel ist die Motivation der Crowdfunder. Die Plattformen haben dazu kaum Daten, weswegen es recht schwierig ist, dazu etwas zu erforschen, ohne dass man sehr umfangreiche Studien macht.

Daher fragt uns, ob Euer Thema realistisch ist, bevor ihr anfangt mit der Forschung. Wir geben gerne Feedback an, wenn wir das Gefühl haben, so die Forschungslandschaft insgesamt zu bereichern.

3. Bestellt unsere Publikationen

So blöd es klingt, aber manche der Fragen, die Ihr beantwortet haben wollt, stehen ausführlich in unseren Publikationen. Ja, es gibt einen Studierendenrabatt, ja, Eure Unibibliotheken können die Publikationen für Euch bestellen.

4. Sorgt für Reichweite

Wir haben einen Twitter-Account, eine Facebook-Seite, wir sind als Einzelpersonen auf Google+ und in anderen sozialen Netzwerken. Streut unsere Artikel, Blogposts, veröffentlicht die in Euren Netzwerken. Sorgt dafür, dass wir verlinkt werden: von Euren Blogs, Euren Unis, Euren Organisationen.

5. Unterstützt unsere Projekte

Ja, jede kleine Unterstützung hilft – das ist beim Crowdfunding genau wie beim Thema ePartizipation. Wir machen im Augenblick eigene Crowdfunding-Projekte und ePartizipations-Projekte, wo ihr aktiv mitmachen wollt. Fragt einfach: Wie kann ich Euch bei Euren Projekten unterstützen?

6. Publiziert mit uns gemeinsam

Am schönsten ist es, wenn aus gemeinsamer Forschung eine gemeinsame Publikation wird. Sprecht uns an – wir freuen uns drauf.

Wir crowdsourcen eine Liste aller Crowdfunding-Plattformen in Europa

conference_logoNachdem wir Anfang der Woche schon eine Crowdfundig-Literaturliste gecrowdsourced haben, eine Infografik zum Crowdfunding erstellt haben und die aktuellen Crowdfunding-Zahlen veröffentlicht haben, brauchen wir heute die Hilfe der Crowd, wenn es darum geht eine Liste der Plattformen zu erstellen. Fehlen noch welche? Und habt Ihr schon Eurer Ticket für die Crowdfunding-Konferenz gekauft?

Die Liste wurde erstellt von mir, Gijsbert Koren, Daniela Castrataro, Epirot Ludvik, Wolfgang Gumpelmaier und Nina Passarelli

 

Austria

DasErtragreich.At    Austria    Equity-based
Innovation.at    Austria    Equity-based
conda.at    Austria    Equity-based
1000×1000.at    Austria Equity-based
querk.at – Reward-based
respekt.net – Donation-based
Greenrocket.at Austria Equity-based

Belgium

CroFun    Belgium    Reward-Based
SonicAngel    Belgium    Reward-Based

Denmark

Booomerang    Denmark    Reward-based

Finland

Venturebonsai.com    Finland    Equity-based

France

Anaxago.com    France    Donation crowdfunding
Crowdfundingapp    France    crowdfunding platform for crowdfunding
FansNextdoor.com    France    Reward-based
Fondatio.com    France    Donation crowdfunding
Kisskissbankbank.com    France    Donation crowdfunding
Ulule.com    France    Reward-based
Wiseed.fr    France    Equity-based

Germany

betterplace.org – Germany – Donation based
Bergfürst    Germany    Equity-based
BerlinCrowd    Germany    Reward-based
Bettervest    Germany    Equity-based
Companisto    Germany    Equity-based
Deutsche Mikroinvest    Germany    Equity-based
Dresden Durchstarter Germany Equity-based
Fairplaid.org – Germany – Reward-based
FoundingCrowd    Germany    Equity-based
Friendfund    Germany    Reward-based
Inkubato    Germany    Reward-based
Innovestment    Germany    Equity-based
Nordstarter Germany Reward-based
LeihDeinerStadtGeld    Germany    Lending-based
rally Germany – Reward-based
Pling    Germany    Reward-based
Seedmatch    Germany    Equity-based
Sellaband    Germany    Reward-based
startnext Germany Reward-based
Sciencestarter Germany Reward-based
United Equity    Germany    Equity-based
Visionbakery    Germany    Reward-based

Greece

Groopio.com/en    Greece    Reward-based
Fundit.ie    Ireland    Donation crowdfunding
cineama.it    Italy    Reward-Based
Com-Unity    Italy    Reward-Based
eppela    Italy    Reward-Based
Kapipal    Italy    Reward-Based
Musicraiser    Italy    Reward-Based
Prestiamoci    Italy    Lending-based
produzioni dal basso    Italy    Reward-Based
ShinyNote    Italy    Donation-based
SiamoSoci    Italy    Equity-based
Smartika    Italy    Lending-based
Starteed.com    Italy    Reward-based
crowdfunding-italia.com    Italy    Reward-Based
retedeldono.it    Italy    Reward-Based

Netherlands

Gambitious    Netherlands    Donation and Investing crowdfunding
Symbid.com    Netherlands    Equity-based
Cinecrowd.nl    Netherlands    Donation crowdfunding

Portugal

Massivemov    Portugal    All kind of projects
Porto24    Portugal    Reward-based
PPL.com    Portugal    Donation crowdfunding

Romania

Multifinantare    Romania    Donation and Investing crowdfunding

Spain

Bandeed    Spain    Reward-based
Comproyecto.com    Spain    Reward-Based
Comunitae    Spain    Lending-based
DreamDoIt    Spain    Reward-based
Funding4Learning.com    Spain    Donation
Goteo.org    Spain    Reward-based
Injoinet.com    Spain    Donation crowdfunding
Kifund.com    Spain    Reward-Based
Kreandu.com    Spain    Reward-Based
Lanzanos.com    Spain    Donation crowdfunding
Libros.com    Spain    Reward-based
Megafounder.com    Spain
migranodearena.org    Spain    Donation
mynbest.com    Spain    Reward-Based
Nestarter.com    Spain    reward-Based
Partizipa    Spain    reward-Based
Projeggt    Spain    Reward-Based
sociosinversores.es/    Spain    Equity-based
thecrowdangel.com/    Spain    Equity-based
Totsuma.com    Spain    Reward-based
Ulule.com    Spain    Reward-based
Verkami.com    Spain    Reward-based

Sweden

Crowdculture    Sweden    Reward-based
Fundedbyme.com    Sweden    Equity-based

Switzerland

C-crowd.com    Switzerland    Donation and Investing crowdfunding
100-days.net Switzerland – Equity-based
wemakeit.ch – Switzerland – Reward-based

United Kingdom

BankTothefuture.com-beta    UK    Equity-based
Causes.com    UK    Donation crowdfunding
Crowdcube.co.uk    UK    Equity-based
Crowdfunder.co.uk    UK    Reward-based
Fundingcircle.com    UK    Peer-to-peer lending
Fundrazr.com    UK    Donation, Reward crowdfunding
FundtheGap.com    UK    Equity-based
Pleasefund.us    UK    Reward-based
Rebuildingsociety.com    UK    Peer-to-peer lending
Seedrs    UK    Equity-based
Somolend.com    UK    Lending-based
Sponsume.com    UK    Donation crowdfunding
Wefund.com    UK    Donation crowdfunding
Seedups.com    UK    Equity-based

Crowdscience Teil 1: Wie lange sollte die Startphase gehen?

junge Deutsche 2012/2013 - ein Kooperationsprojekt von www.datajockey.eu und www.servicestelle-jugendbeteiligung.deikosom und junge Deutsche führen gemeinsam ein Crowdfunding-Projekt durch: Junge Deutsche 2013. Ziel ist, die Studie Junge Deutsche 2013 als OpenScience-Projekt durchzuführen und über Crowdfunding die Finanzierung dafür sicherzustellen.

In regelmäßigen virtuellen Treffen jeden Montag um 10.30 Uhr via AdobeConnect planen und diskutieren wir über das Projekt. Jeder ist dazu sehr herzlich eingeladen! Die Treffen werden auch immer aufgezeichnet und stehen auch danach zur Verfügung. Und wir erstellen gemeinsam ein Protokoll.

Heute gab es dazu die Auftaktsitzung, bei wir darüber diskutiert haben, wie lange die Startphase sein soll, die auf Sciencestarter verpflichtend ist (Sciencestarter nutzt die Plattform von startnext). Hier der Link zur Aufzeichnung und zum Protokoll. Wir haben uns am Ende entschieden, dass wir die vierwöchige Startphase nutzen wollen, um mit den Fans über die Stretch-Goals zu diskutieren und die Reihenfolge der Ziele zu bestimmen.

Der nächste Crowdscience-Connect ist am 8.4.2013 um 10.30 Uhr. Ihr seid herzlich willkommen!

Crowdsourcing als Marketing-Strategie – 12designer und die „Future of Crowdfunding“-Konferenz

Crowdsourcing kann nicht nur als Mittel genutzt werden, um sich Feedback und Anregungen von der Crowd zu holen, sondern es kann auch als Marketing-Instrument verwendet werden. Wir haben für die Logo-Auswahl der Konferenz „The Future of Crowdfunding“ die Plattform 12Designer verwendet und daraus ein paar spannende Erfahrngen abgeleitet.

Crowdsourcing ist leichter als gedacht!

Bei der Plattform 12Designer dauert das Erstellen eines Projekt-Briefings ca. 20 Minuten – Account anlegen, Briefingstext eingeben, Farbspezifikationen auswählen und das Projekt freischalten. Schon ist das Projekt online und kann verbreitet werden. Als Kosten fallen zwar die Einstellungsgebühren an, aber ansonsten ist das ganze ohne Risiko, denn falls die Vorschläge nicht gefallen, muss man auch kein Geld ausgeben.

Lass die Plattform die Arbeit machen!

12Designer bietet die Möglichkeit, das Projektbriefing an alle 27.000 angemeldeten Designer zu verschicken. Dazu ist ein kleiner Aufpreis notwendig, der aber nicht ins Gewicht fällt. Die Reaktion war sehr schnell – innerhalb weniger Stunden gab es die ersten Entwürfe.

Bis zum Ende der Projektzeit gab es 65 Entwürfe von 17 Designern. Ein Designer gab sogar 12 verschiedene Varianten als Vorschlag ab. Eine unglaubliche Resonanz innerhalb kürzester Zeit.

Crowdsourcing als Traffic-Generator

Wir hatten den Link zu der Konferenz im Projekt-Briefing integriert. Gebracht hat uns das knapp 1000 Pagevisits, denn die Designer wollten natürlich wissen, in welchem Umfeld ihr Logo platziert werden kann. Das ganze hat also ein nicht unerheblichen Marketing-Effekt.

Die Crowd als Fehlerkontrolleur

Ein Designer machte keine eigenen Vorschläge, sondern stellte einfach Cliparts rein. Die anderen Designer machten mich darauf aufmerksam und schickten mir einen Link zu der Clipart-Kollektion. Als Resultat sperrte ich alle Cliparts-Vorschläge des ersten Designers. Die Crowd funktioniert.

Das Team als interne Crowd

conference_logoAls die Projektzeit abgelaufen ist, haben wir im ikosom-Team über die Logos geredet. Na klar – jeder hat seinen eigenen Geschmack, aber es ist schon interessant, dass vor allem die Logos als schön empfunden werden, die ganz oben stehen, also als letztes eingereicht wurden. Meine eigenen Präferenzen sind eher bei den Logos, die am Anfang eingereicht wurden, vielleicht weil ich sie öfter gesehen habe und mitbekommen habe, wie sich entwickelten. Sehr schön ist aber die Möglichkeit, direkte Einladungslinks an ausgewählte Teilnehmer zu verschicken, die das Projekt bewerten.

Die Überraschung am Schluss

Nachdem das Gewinnerlogo ausgewählt wurde, laden die Designer die fertigen Dateien hoch, der Nutzungsvertrag wird ausgefertigt und der Gewinner erhält das Geld. Das ist auch zum ersten Mal der Moment, wo man den Namen des Designers erfährt – in unserem Fall war es eine Designerin aus Buenos Aires in Argentinien.